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Re: Das erste Mal

Verfasst: Mo 20. Apr 2020, 17:34
von Maxine
Liebe Céline,
das einzige, was ichj Dir aktuell nachempfinden kann, ist es was es bedeutet in Zeiten wie diesen ein Risikopatient zu sein.
Meine Tochter hat einen angeborenen Herzfehler, zwar operiert, aber das war nur eine lebenserhaltende Maßnahme. Heilung ausgeschlossen. Es geht ihr für ein Kind mit ihrem Krankheitsbild gut und dafür sind wir dankbar. Aber seit Ausbrauch der Pandemie in Dtld leben wir sehr zurückgezogen um für unser Kind die Gefahr einer Infektion zu minimieren. In der Kita darf ich trotz Notbetrieb nicht arbeiten und so gehtes weiter. Bei diesen Empfindungen bin ich ganz bei Dir und möchte Dir wie meine VorrednerInnen Mut zu sprechen. Lass Dich davon nicht runter ziehen, Du bist nicht alleine. Für alles andere Drücke ich Dir ganz doll die Daumen, dass sich alles so entwickelt, wie Du es Dir wünscht und Du für Dich einen Weg findest diese Kriese zu meistern.
Liebe Grüße
Max

Re: Wenn der der Lebenswille weicht....

Verfasst: Di 2. Jun 2020, 19:48
von Céline
Wie lange kann ein Mensch das ertragen?
Zuerst..ich erwarte keine Antworten oder tröstende Worte denn ich bin mir bewusst was ich schreibe und kenne die Gefühle und Emotionen,Geisteszustand und ständig wiederkehrende Verzweiflung, aber ich möchte aus meiner inneren Überzeugung noch diese Worte in meinem Tagebuch hinterlassen um vielleicht irgendwann darüber zu lächeln oder meine Vergangenheit selbst nochmals reflektieren.

Ein Leben, Freude ... das sind Dinge die gewichen sind. Ersetzt durch Angst, Hoffnungslosigkeit und Kraftlosigkeit. Für mich existiert im Grunde kein Wille mehr die Zukunft erleben zu wollen. Ich habe lange gebraucht diese schrecklichen Löcher und Ängste hinter mir zu lassen und war froh trotz vieler neuer Bedenken und Sorgen, vor allem Sorgen um meine Frau ein neues Leben nach so vielen Jahren zu entdecken das mich alles Vergangene beiseite schieben ließ und die Vergangenheit in einem anderen besseren Licht sehen ließ. Doch wieviel kann die Psyche verkraften ohne aufzugeben?? 5 Monate...5 Monate die geprägt waren durch Angst, Sorgen und Zukunftsängsten.
Und der Blick auf die Zukunft erscheint mir als Alptraum.
Und ja... Ich gehöre zu den" öffentlich angeprangerten Spinnern und Verschwörern" und ich stehe dazu. Ich hatte genug Zeit und auch den Wissensdurst viele Dinge näher zu betrachten, zu lesen,Quellen zu finden und Zweifel auszusprechen.
Angefangen bei meinen Chronischen Erkrankungen und Nebenwirkungen von Medikamenten die allseits so bagatellisiert werden und doch beweisbar sind bis hin zu Dingen die aus Gründen geschehen die für mich als Gerechtigkeitsempfindenden Menschen Angst bekommen lässt.
Ich habe einfach mein Leben verloren, meine sozialen Kontakte, jeden Spaß am Leben verloren und jeder Tag besteht bis auf kleine Ausnahmen nur aus dem notwendigen funktionieren.
Die Freude mich zu stylen, in meinem Make-up Schrank zu wüten und mir für eine durchtanzte Nacht ein neues Outfit zu überlegen... gewichen, weg.
Und selbst die Freude des so sehr herbeigesehnte Friseurbesuch bei dem ich meine Haare endlich Violett färben ließ wärte nur sehr kurz und die größte Freude dabei war nach so langer Zeit meine Friseurin wieder zu sehen.
Eine einfache Umarmung löst mittlerweile Tränen aus da mir die nähe zu anderen Menschen so sehr fehlt. Meine Freunde und Bekannten habe ich seit Monaten nicht mehr gesehen und etwas sehr wichtiges!!! Der Mann, in gewisser Weise mein Freund...wir haben uns seit Ende letzten Jahres nicht mehr gesehen und jedesmal wenn wir telefonieren zittere ich und träume und vermisse das Gefühl umarmt und gehalten zu werden.
Und jeden Morgen frage ich mich wann dieser Alptraum endet.
Mein einziger Halt ist meine Frau.....

Re: Das erste Mal

Verfasst: Sa 13. Jun 2020, 08:31
von Jaqueline
Gumi liebe Céline,

ich kann dich was das Thema Freunde betrifft sehr gut verstehen. Es gibt Dinge die sind einfach nicht ersetzbar. Ich habe auch seit Monaten meinen Freund & meine Familie nicht gesehen. Frag nicht wann ich zuletzt beim Friseur war.

Lass dich wenigstens einmal virtuell drücken

Ganz liebe Grüsse
Jaqueline

Re: Die Notbremse ziehen....

Verfasst: Do 18. Jun 2020, 10:55
von Céline
Vielen lieben Dank Jaqueline,
Ich drück dich mal ganz fest zurück. Es ist ja schon wieder ewig her das wir uns gesehen haben.
Wenn ich jetzt schildert müsste was alles passiert ist dann würde ich es als Katastrophe, Zereißprobe und nicht mehr lebenswert bezeichnen.
Egal was man von der Situation hält die uns seit langer Zeit im festen Griff hält hat sich doch das ganze Leben geändert. Für mich hat sich alles kontinuierlich zum schlechteren verändert.
Im Grunde lebe ich seit langen auch auf Grund einer Erkrankung nur noch von Tag zu Tag und versuche einfach nur zu funktionieren. Es gibt viele Menschen die diese Momentane Zeit als "Entschleunigen" ansehen aber zu diesen gehöre ich leider nicht. Der Stress und die Anforderungen denen ich ausgesetzt bin und war haben stetig zugenommen, schon deshalb weil mein Beruf auch zu den "Systemrelevanten" gehört.
Und genau darum nehme ich zusätzlich eine Sonderstellung ein da ich in meinem Beruf immer dann präsent sein muss wenn andere nicht mehr weiterkommen was in meinem Fall bedeutet sehr viel allein zu sein....in meiner Lage momentan ist das leider nicht sehr förderlich .
Zudem kreisen meine Gedanken ständig darum das mein Termin näherrückt und ich ihn wenn keine größere Besserung eintritt schlichtweg nicht wahrnehmen kann und der Gedanke " Unvollständig " bleiben zu müssen und auf so viel Dinge die ich mir so sehr Wünsche verzichten zu müssen. Der Gedanke daran ein Leben als Frau mit männlichen Geschlechtsorganen leben zu müssen ist unglaublich belastend auch wenn ich mittlerweile Menschen kennen und lieben gelernt habe die mich so mögen wie ich bin. Und ich muss dazu auch schreiben das in meiner Ehe das der Punkt ist an dem es zu einer Wende kommen wird.
Doch zu welchen Preis???

Aber nachdem sich meine komplette Situation seir längeren immer weiter gesundheitlich verschlechtert hat, ich auf mein ganzes Leben das meine Psyche so positiv beeinflusst hat im Grunde verzichten muss kamm letzte Woche wieder ein Ereignis das mich wieder sehr getroffen hat.
Meine Gesundheit findet momentan wie eine Welle statt...eun Tag gut und am nächsten wieder schlecht. Dazu kommt das ich medizinisch gerade Maßnahmen mache die mich anscheinend immer kränker machen und obwohl ich mittlerweile auf Hinweisen anderer Menschen die mich darauf aufmerksam gemacht haben keine Hilfe bekomme und ich selbst Entscheidungen treffen muss. Das betrifft meine chronische Erkrankung wie auch meine HRT in der ich durch Blocker Nebenwirkungen bekommen habe und es schwierig war auf andere Medikamente umsteigen zu dürfen.
Und so spitzte sich letzte Woche alles zusammen und ich wachte Nachts auf war vollkommen benommen und bin aufgestanden um meine Frau nicht aufzuwecken. Nachdem ich selbst versucht habe meinen Zustand in den Griff zu bekommen und meine Frau wach geworden ist bat ich nur noch schnell den Notarzt zu rufen. Und wenn du dann umringt von Ärzten und Rettern zusammensackst und unglaublich viele Spritzen, Infusionen und Sprays bekommst und der Gedanke des "Gehen" müssens immer präsenter im Kopf wird und du dich dann von der LIebe deines Lebens verabschieden musst und sie dich nicht begleiten , deine Hand halten darf...die Türen sich schließen und du nur noch diese Sirene hörst...das Blaulicht verschwommen wahrnimmst...
Benebelt im Krankenhaus angekommen und du wirst an zig Kabeln, Schläuchen, Infusionen angeschlossen und du wirst dann auch noch gefragt ob meine Frau entscheiden darf und sie eine Verfügung hat ist der Gedanke des Abschieds unglaublich groß. Unglaublich schlimm war es ganz allein zu sein und mir diese starke Schulter die mich mein ganzes Leben schon hält und stützt so unbeschreiblich fehlt. Anschließend wurde ich Intensiv gebracht und unter Quarantäne gestellt da der Verdacht bestand diese " Krankheit" zu haben.
Ich verbrachte die Schlimmste Nacht meines Leben, in einem kleinen Raum voller Apparate, Geräusche von Lüftern, EKG, Surren, im Takt pulsierender Herzschlag und der ständige Blick auf die Monitore ...das tropfen der Infusionen...
Das schlimmste war aber der Blick auf diese furchteinflössende Beatmungsmaschine die schon bereit stand .... Und die Frage ob ich hier noch herauskomme
So viel Zeit im Dämmerschlaf nachzudenken und zu fragen ob alles was ich getan habe falsch oder richtig war. Der Tod macht mir keine Angst aber der Gedanke diesen durch ersticken und Luftmangel ereilen zu müssen ist schrecklich.
Nach unendlichen Stunden ging es mir glücklicherweise besser und am nächsten Tag wurde ich auf die Isolierstation gebracht um das Ergebnis des Tests abzuwarten. Mittlerweile mein zweiter. Etwas sehr belastendes für mich ist Menschen nicht mehr ins Gesicht sehen zu können, keine Emotionen und Gefühle mehr zu sehen. Ich sah mehre Tage niemanden mehr da mein Zimmer nur unter Vollschutz betretten werden durfte. Und!!!!! Ich muss all den Pfegekräfte, Ärzte und Angestellten danken die diese schwierige Zeit durchstehen auch wenn ich über vieles anderst denke und deswegen durchaus oft angegriffen werde
Und nach Tagen dann den Menschen in den Arm nehmen können und festhalten dessen Gefühle von mir so oft mit Füßen getreten werden ist eines der kostbarsten Geschenke das man erhalten darf.
Wie die Zukunft aussieht... Ich weiß es nicht und möchte es auch nicht.
Ich weiß nur eins... Ich muss die Notbremse ziehen und die Zeit die übrig ist positiv verbringen auch wenn gerade mir das sehr schwer fällt.

Céline

Re: Das erste Mal

Verfasst: Do 18. Jun 2020, 11:38
von Anne-Mette
Liebe Céline,

Deine Schilderung macht mich sehr betroffen und ich möchte Dich erst einmal "aus der Ferne" und virtuell in den Arm nehmen (dr)
Mehr kann ich sicherlich nicht tun - und Worte klingen oftmals hohl, auch wenn sie von Herzen kommen.

Ich war als Begleiterin (vor Corona) in solchen Situationen dabei. Selbst dort schon war es sehr belastend; aber "zusammen sind wir weniger allein".
Schon da habe ich mich gefragt: "was wäre, wenn Du später mal in so eine Situation geraten solltest? Dann bist Du allein!"
Deine Schilderung hat diese bange Frage noch einmal präsent werden lassen.

Alles Liebe und Gute und herzliche Grüße
Anne-Mette

Re: Das erste Mal

Verfasst: Do 18. Jun 2020, 11:55
von Céline
Vielen lieben Dank Anne-Mette,
Glaub mir sie klingen ganz und gar nicht hohl..ich denke dazu kennen wir uns wenn auch räumlich getrennt schon viel zu lange. Genau solche Worte sind die, die Kraft schenken und ein Lächeln zaubern.
Ich sehe die Ganze Situation mit anderen Augen aber ich bin mir bewusst das dieser Virus genau mich töten könnte. Aber wie ich schon geschrieben habe : Der Tod macht mir keine Angst und wenn meine Zeit gekommen ist,wann auch immer werde ich ihm die Türe öffnen und ihn begleiten. Doch eines möchte ich nicht auch wenn ich es mir nicht aussuchen kann, ersticken...
Und mir ist natürlich bewusst das es wesentlich schlimmere Situationen als meine gibt.
Aber es ist genau das was du ansprichst, die Einsamkeit.. Alleine gehen müssen und nicht eine liebende warme Hand halten können.
Genau das was gerade soviele Menschen ertragen müssen und daran zerbrechen..ein Thema das nicht verschwiegen werden darf!!!
Und ich kann offen darüber sprechen... Ich zerbreche trotz Partnerin an dieser Isolatin die ich mir wünsche jetzt hoffentlich langsam endet.
Danke für Deine Worte,
Ich wünsche Allen Gesundheit und alles Gute
Liebe Grüße
Céline

Re: Das erste Mal

Verfasst: Do 18. Jun 2020, 12:43
von Engelchen
Liebe Céline,
ich mag mir diese extreme Einsamkeit gar nicht vorstellen.
Ich bin wie du irgendwie immer auf meine sozialen Kontakte angewiesen.
Ich habe deinen Bericht mit Entsetzen gelesen und es tut mir unendlich leid in solchen Situationen nicht helfen zu können.
Wenn du keine Angst hast - ich setz mich jederzeit ins Auto und komm dich besuchen.
Fühl dich mal ganz stark gedrückt von mir.
Liebe Grüße von Herzen
Lisa

Re: Das erste Mal

Verfasst: Do 18. Jun 2020, 16:08
von Tatjana_59
Liebe Céline,

Jetzt haben wir uns schon einige Zeit nicht gesehen und gehört.
Dann stoße ich hier auf deinen Bericht.
Es tut mir sehr leid wie schlecht es dir geht.
Die völlige Isolation ist grausam, das wünscht man nicht mal seinem größten Feind.
Ich möchte sowas nicht erleben.
Ich kann mir deine Angst vor Beatmungsgeräten voll verstehen.
Eine meiner größten Ängste als Risikopatientin.
Leider kann ich nichts für dich tun.
Bitte bleib stark, ich drück dich lieb.

Ganz ganz liebe Grüße Tatjana

Re: Das erste Mal

Verfasst: Do 18. Jun 2020, 19:14
von Aria
Uff, das ist alles sehr traurig zu lesen und ich wünsche dir, dass es dir bald wieder besser geht! Der jahrelange Kampf mit einem selbst und dann endlich die Erlösung im Finden unseres eigentlichen Ich, soll doch wenigstens noch ein paar Jahre oder Jahrzehnte Freude in unser Leben bringen. Ich drücke alle Daumen, dass dir das ganz bald wieder gelingt und du mit Spaß dein Leben leben kannst!

Un abrozo grande y muchos besos para ti (ki) (dr)

Re: Das erste Mal

Verfasst: Do 18. Jun 2020, 19:54
von Lavendellöwin
Liebe Céline,

da fehlen sogar mir vollständig die Worte.
Dein Bericht macht mich tief betroffen und auch traurig...

vor nicht so langer Zeit warst du voller Lebensfreude und nun fällt
es mir schwer dir nur ein bisschen Zuversicht vermitteln zu können.
Das tut mir verdammt, verdammt leid...

Ich kann es auch nur teilweise nachfühlen und auch nur deshalb,
weil meine Mum an Covid-19 erkrankt war und ich sie seit Monaten nicht sehen konnte.
Das war sehr hart-ansonsten habe ich die Isolation gar nicht so isolierend wahrgenommen,
sondern durchaus teilweise heilsam..

aber vielleicht ist es deshalb, weil wir öfter solche Ausblicke aus unserer Küche haben...
Rainbows.JPG

Alles Liebe dir, fühl dich umarmt, Marie (flo)

Re: Das erste Mal

Verfasst: Do 18. Jun 2020, 21:41
von Helga
Liebe Céline,
Im Haus meiner Großeltern hing eine alte Spruchtafel an der Wand:
"Immer wenn du denkst es geht nicht, kommt von irgendwo ein Lichtlein her!"
Frauen sind das stärkere Geschlecht. Halte durch!
Liebe Grüße
Helga

Re: Die Notbremse ziehen....

Verfasst: Do 18. Jun 2020, 22:34
von Jaqueline
Céline hat geschrieben: Do 18. Jun 2020, 10:55 Vielen lieben Dank Jaqueline,
Ich drück dich mal ganz fest zurück. Es ist ja schon wieder ewig her das wir uns gesehen haben.
Wenn ich jetzt schildert müsste was alles passiert ist dann würde ich es als Katastrophe, Zereißprobe und nicht mehr lebenswert bezeichnen.
Liebe Céline,

ich drücke dich ganz fest zurück und wünsche Dir von Herzen gute Besserung. Wer weiß wann in dieser Komischen Zeit wieder einmal ein Treffen ist, wo wir uns Wiedersehen.
Céline hat geschrieben: Do 18. Jun 2020, 10:55Und genau darum nehme ich zusätzlich eine Sonderstellung ein da ich in meinem Beruf immer dann präsent sein muss wenn andere nicht mehr weiterkommen was in meinem Fall bedeutet sehr viel allein zu sein....in meiner Lage momentan ist das leider nicht sehr förderlich .
Das mit dem allein sein kenne ich zu gut. Du stehst allein vor etwas und sollst es lösen. Kein Kollege in der Nähe ausser am Telefon. Und immer dieses Fahren müssen. Wenigstens hast du jemanden der auf dich wartet. Das ich nicht mehr so allein bin und noch andere Gründe haben mich dazu bewogen meinen Job aufzugeben aber das weißt du ja.
Céline hat geschrieben: Do 18. Jun 2020, 10:55Etwas sehr belastendes für mich ist Menschen nicht mehr ins Gesicht sehen zu können, keine Emotionen und Gefühle mehr zu sehen. Ich sah mehre Tage niemanden mehr da mein Zimmer nur unter Vollschutz betretten werden durfte. Und!!!!! Ich muss all den Pfegekräfte, Ärzte und Angestellten danken die diese schwierige Zeit durchstehen auch wenn ich über vieles anderst denke und deswegen durchaus oft angegriffen werde

Céline
Ich kann dich sehr gut verstehen. Das es für dich bedrückend ist wenn alle nur in Schutzkleidung kommen verstehe ich, mich hatte es auch einmal bei einem blöden Virus getroffen. Das Einzige wo du Emotionen bei uns Pflegekräften in der Situation sehen kannst ist in den Augen. Es gibt Menschen die sehen da sehr viel. Wenn ich in der Klinik bin darf ich im Moment auch nur in Vollschutz an den Patienten. Das liegt daran weil ich noch Schülerin bin. Dabei arbeite ich nur in der sicheren Zone (alle Corona negativ). Es ist auch für ins Pflegekräfte nicht einfach und doch gibt es Mittel und Wege einen Patienten eine gewisse Fürsorge zu geben.

Lass dich in den Arm nehmen und drücken.

Ganz liebe Grüsse
Jaqueline 😘

Re: Das erste Mal

Verfasst: Fr 19. Jun 2020, 05:26
von Bea Magdalena
Liebe Céline,

mir wird ganz schwer beim lesen Deiner Nachricht.
Ich fühle mit Dir und denke an Dich.
Leider kann ich nicht mehr tun.
Wünsche Dir sehr viel Kraft und Geduld die schlimme Zeit durchzustehen 🍀🍀🍀

Fühle Dich gedrückt und liebe Grüße
Bea

Re: Das erste Mal

Verfasst: Fr 19. Jun 2020, 05:55
von Frieda
Seitdem ich deine Worte hier las, suchte ich nach Worten ob und wie ich darauf reagieren könnte, liebe Celiné❣️

Ich lese Tag für Tag im "Der tägliche Stoiker" von Ryan Holiday und der Monat Juni ist komplett dem Thema "Problemlösungen" gewidmet. Als ich heute darin ich las, dachte ich dabei an dich Celiné und deswegen schenke ich dir das Vollzitat daraus...

"19. Juni KONZENTRIERE DICH AUF DIE GEGENWART...
"Lass dich nicht von einem Blick auf die ganze Bandbreite des Lebens erschrecken. Fülle deinen Kopf nicht nur mit Gedanken an all die schlimmen Dinge, die noch passieren können. Konzentriere dich auf die Gegenwart und frage dich, warum du sie so unerträglich findest und wie du sie überleben kannst. " (Marc Aurel, Selbstgespräche, 8,36).

Wenn du dich zurückerinnerst an die beeindruckendsten und vielleicht sogar furchteinflößendsten Dinge, die du getan hast oder ausgehalten hast, fragst du dich, wie sie passieren konnten? Wie war es dir möglich, über die Gefahr oder die Ausweglosigkeit hinauszusehen? So wie Marc Aurel es beschreibt, warst du wahrscheinlich zu sehr mit den Details beschäftigt, um das erschütternde Ausmaß der Situation zu begreifen. Wahrscheinlich hast du in dem Moment überhaupt nicht darüber nachgedacht.
Eine Figur in Chuck Palahniuks Roman Lullabry sagt: "Wenn man das große Ganze vergessen will, muss man sich alles ganz aus der Nähe ansehen." Manchmal ist es wichtiger, daß große Ganze im Blick zu haben, und die Stoiker haben uns bereits dabei geholfen, wie dies zu bewerkstelligen ist. Doch oft ist es kontraproduktiv und man fühlt sich überfordert, wenn man alles bedenkt, was noch vor einem liegt. Indem wir uns also bewusst auf die Gegenwart konzentrieren, können wir die einschüchternden oder negativen Gedanken vermeiden, ja sie sogar aus unserem Blickwinkel verlieren.
Ein Seiltänzer versucht, nicht darüber nachzudenken, wie hoch oben in der Luft er ist. Eine Mannschaft, die bislang ungeschlagen geblieben ist, versucht, nicht über ihre Glückssträhne nachzudenken. Für sie wie für uns ist es besser, einen Fuß vor den nächsten zu setzen - alles andere ist irrelevant. " Zitatende


Liebe Celiné, es ist keine Beatmungsmaschine die im selben Raum mit dir steht/stand... es ist nur ein "Klumpen, eine Ansammlung aus unterschiedlichen Rohstoffen (Metall, Plastik und und und) die dort rumstehen". Sieh nicht das große Ganze, nicht DIE Maschine, du kannst es nicht beeinflussen. Bleib im Hier&Jetzt, Sekunde für Sekunde, immer und immer wieder aufs Neue nur bei dir selbst, du hast keine andere Wahl.
Viele viele Menschen denken an dich und schicken dir positive Energie und Zuversicht... ich auch liebe Celiné❣️

Namaste 🙏

Re: Das erste Mal

Verfasst: Fr 19. Jun 2020, 08:52
von Laila-Sarah
Liebe Celiné,

Corona wird wieder vorbei gehen und du auch wieder so wie früher Ausgehen. Gerade ist so wie wenn der Zug in ein Tunnel hineinfahrt. Sie kommt bestimmt wieder heraus. Ich wünsche dir gute Besserung und viel Kraft um den Tunnel zu überdauern. Du schaffst es.

VlG