Re: Valeries Welt
Verfasst: Do 11. Jul 2019, 06:11
Teil 2, Kapitel 52: Wieder zurück zum Thema eins?
(Oder: Das Stutenbeissen)
Leute, die hier bei der Story von Valeries Welt einigermaßen konstant und regelmäßig mitlesen, werden sich jetzt vielleicht etwas irritiert fragen:
"Was? "¦. Da kommt doch nicht etwa schon wieder eine Männergeschichte? — Kriegt sie denn nie genug von den Männern, unsere Kleine? Jetzt hatte sie doch schon Affären mit einigen Kerlen. Ist die Valerie eigentlich unersättlich?
Leute, ihr könnt euch beruhigen, lehnt euch bequem zurück in eurem Bürodrehstuhl und lest unbefangen weiter: Es gibt keine Männergeschichte, noch nicht. Valerie hat sich (noch nicht) richtig verguckt in ihren Kursleiter, diesen Notar namens Thierry Elouard, diesen starken männlichen Typen mit den trotzdem feinen (lateinischen) Gesichtszügen, der sie einmal, vielleicht auch zweimal für ein paar Minuten im Arm gehalten hatte in diesem Tanzlokal, als die beiden dort zusammen den Tango wagten. Tango tanzt man eng, das ist schon richtig.
Was war Sache? Nun, ein guter Tänzer war er schon gewesen, der Herr Notar, der Maitre, das hatte Valerie sofort gespürt an diesem Tanzabend (tango argentine), als er sie im Arm hielt damals, man muss wissen, sie ist von Natur aus eine exzellente Tänzerin, sie kann mit dem Rhythmus der lateinamerikanischen Musik mitgehen und es fällt ihr von Natur aus leicht, sich der Führung eines guten Tänzers hinzugeben.
Aber dieser Abend war vorbei — Game over. Was war übrig? Nichts, vielleicht waren damals ein paar Träumereien gewesen bei ihr, aber das waren unsinnige Kleinmädchenträume und außerdem lange vorbei.
Also was soll"™s?
Wir wissen, bei allen ihren vielen und gelegentlich auch widersprüchlichen Wesenszügen ist die Valerie doch eine Realistin, und der Fakt, dass sie sich (auf Michaels Vorschlag hin) dann zur Gründung dieser Immobilien-Firma entschieden hatte, zeigt auch, dass sie mutig war, dass sie etwas wagte, und dass sie Traum und Wirklichkeit durchaus unterscheiden konnte.
Was war also los mit diesem Maitre? Denn Im Grunde saß sie jetzt als ganz normale Studentin dort drin in seinem Kurs und musste konzentriert zuhören und lernen, französisches Erbrecht (trockene Sache) und sie hatte sich zu konzentrieren, dabei blieb für Träumereien und abschweifende Gedanken wenig Platz.
Oder etwa doch?
Vier der zehn anwesenden Kursteilnehmer waren Frauen (drei außer ihr selbst), und Valerie bemerkte spätestens im Verlauf des im zweiten oder dritten Kursabends, dass diese anders auf den Maitre reagierten als die männlichen Studenten. Was war da los?
Nun, es gibt einen anschaulichen Begriff dafür, der heißt Stutenbeissen. Was nichts anderes heißt, als dass eine gewisse, aber deutlich merkbare Konkurrenz um den Kursleiter unter den Mädels entstand, man buhlte sozusagen um seine Aufmerksamkeit, jede wollte auffallen, indem sie die intelligenteste Zwischenfrage stellte. Es wurden also viele Zwischenfragen gestellt, und nicht nur kluge.
Eines war nicht abzuleugnen: Er sah schon unverschämt gut aus, der Herr Notar, er war bestimmt ein richtiger Womanizer (so war zu vermuten) mit einer lauten Stimme und sehr dominantem Auftritt. Außerdem trug die Aura von Macht, Intelligenz und Wissen, die ihn quasi ständig umgab (und das konnte man sofort bemerken, wenn er den Kursraum betrat), all das trug wesentlich dazu bei, dass in der Klasse schnell eine kleine Hackordnung um seine Aufmerksamkeit entstand, Valerie hielt sich anfangs diesbezüglich noch instinktiv zurück, und das war zunächst mal klug.
Unter den anderen drei Mädels war aber spätestens zur Mitte des Kurses hin ein Krieg um den Maitre entstanden. Valerie bemerkte es das erste Mal, als sie zwei Studentinnen dabei beobachtete, wie sie während einer Kurs-Pause in der Damentoilette verschwanden und bald darauf mit frisch gestylter Haarfrisur wieder herauskamen, eine hatte sogar Lippenstift aufgelegt.
Wenn das keine Kriegserklärung an die anderen weiblichen Anwesenden ist.
Allerdings konnte Valerie jetzt, da alle Zeichen dahin standen, dass die Sache auf einen offenen Konkurrenzkampf im Hühnerhof hinauslief, auch nicht so tun, als interessierte sie das Ganze überhaupt nicht, als sei der Maitre Luft für sie, als sei sie die Einzige, die sich nur für den Stoff interessierte, eine Streberin sozusagen.
Nein, nein, nein. Man kann ihr vieles nachsagen, aber eines war sie bestimmt nicht, keine Streberin, keine Klugscheisserin, die sich ständig beim Chef in den Vordergrund drängelte. (pas une "petite conne prétentieuse", in der Landessprache)
Stop mal, Mädels. Wenn es um den Hahn im Korb ging, dann hatte sie auch noch ein Wörtchen mitzureden. Und die Waffen der Frauen, die beherrschte sie auch, schon lange, da brauchte sie sich überhaupt nicht zu verstecken.
Also: Die Kleidungswahl fiel auch bei Valerie am nächsten Morgen etwas sorgfältiger aus. Sie entschied sich gegen den bisher von ihr präferierten Studentinnen-Gammel-look (Jeans, Top und Mules) und wählte dagegen ein Sommerkleid, ein leichtes aus Viscose. Bei solchen Kleidern hat der Hersteller darauf geachtet, dass genügend Luft an die Haut kommt, vor allem dort, wo man schwitzt, (vulgär gesagt), also am Halsausschnitt und unter den Ärmeln. Einfacher gesagt: Das Kleidchen war ärmellos, hatte hinten einen schmalen Reißverschluss und vorne einen hübschen knöpfbaren Ausschnitt, denn sie noch effektvoller gestaltete, indem sie beim Ankleiden ihre mittelgroßen Silikonkissen in die BH-Körbchen einlegte.
Sie betrachtete sich im Spiegel und war zufrieden mit sich. Der Kampf konnte beginnen: Voilà "¦ allez, Valerie !
Fortsetzung folgt, falls Bedarf besteht, in Bälde, wie immer hier in diesem Theater.
Lieben Gruß,
Valerie
(Oder: Das Stutenbeissen)
Leute, die hier bei der Story von Valeries Welt einigermaßen konstant und regelmäßig mitlesen, werden sich jetzt vielleicht etwas irritiert fragen:
"Was? "¦. Da kommt doch nicht etwa schon wieder eine Männergeschichte? — Kriegt sie denn nie genug von den Männern, unsere Kleine? Jetzt hatte sie doch schon Affären mit einigen Kerlen. Ist die Valerie eigentlich unersättlich?
Leute, ihr könnt euch beruhigen, lehnt euch bequem zurück in eurem Bürodrehstuhl und lest unbefangen weiter: Es gibt keine Männergeschichte, noch nicht. Valerie hat sich (noch nicht) richtig verguckt in ihren Kursleiter, diesen Notar namens Thierry Elouard, diesen starken männlichen Typen mit den trotzdem feinen (lateinischen) Gesichtszügen, der sie einmal, vielleicht auch zweimal für ein paar Minuten im Arm gehalten hatte in diesem Tanzlokal, als die beiden dort zusammen den Tango wagten. Tango tanzt man eng, das ist schon richtig.
Was war Sache? Nun, ein guter Tänzer war er schon gewesen, der Herr Notar, der Maitre, das hatte Valerie sofort gespürt an diesem Tanzabend (tango argentine), als er sie im Arm hielt damals, man muss wissen, sie ist von Natur aus eine exzellente Tänzerin, sie kann mit dem Rhythmus der lateinamerikanischen Musik mitgehen und es fällt ihr von Natur aus leicht, sich der Führung eines guten Tänzers hinzugeben.
Aber dieser Abend war vorbei — Game over. Was war übrig? Nichts, vielleicht waren damals ein paar Träumereien gewesen bei ihr, aber das waren unsinnige Kleinmädchenträume und außerdem lange vorbei.
Also was soll"™s?
Wir wissen, bei allen ihren vielen und gelegentlich auch widersprüchlichen Wesenszügen ist die Valerie doch eine Realistin, und der Fakt, dass sie sich (auf Michaels Vorschlag hin) dann zur Gründung dieser Immobilien-Firma entschieden hatte, zeigt auch, dass sie mutig war, dass sie etwas wagte, und dass sie Traum und Wirklichkeit durchaus unterscheiden konnte.
Was war also los mit diesem Maitre? Denn Im Grunde saß sie jetzt als ganz normale Studentin dort drin in seinem Kurs und musste konzentriert zuhören und lernen, französisches Erbrecht (trockene Sache) und sie hatte sich zu konzentrieren, dabei blieb für Träumereien und abschweifende Gedanken wenig Platz.
Oder etwa doch?
Vier der zehn anwesenden Kursteilnehmer waren Frauen (drei außer ihr selbst), und Valerie bemerkte spätestens im Verlauf des im zweiten oder dritten Kursabends, dass diese anders auf den Maitre reagierten als die männlichen Studenten. Was war da los?
Nun, es gibt einen anschaulichen Begriff dafür, der heißt Stutenbeissen. Was nichts anderes heißt, als dass eine gewisse, aber deutlich merkbare Konkurrenz um den Kursleiter unter den Mädels entstand, man buhlte sozusagen um seine Aufmerksamkeit, jede wollte auffallen, indem sie die intelligenteste Zwischenfrage stellte. Es wurden also viele Zwischenfragen gestellt, und nicht nur kluge.
Eines war nicht abzuleugnen: Er sah schon unverschämt gut aus, der Herr Notar, er war bestimmt ein richtiger Womanizer (so war zu vermuten) mit einer lauten Stimme und sehr dominantem Auftritt. Außerdem trug die Aura von Macht, Intelligenz und Wissen, die ihn quasi ständig umgab (und das konnte man sofort bemerken, wenn er den Kursraum betrat), all das trug wesentlich dazu bei, dass in der Klasse schnell eine kleine Hackordnung um seine Aufmerksamkeit entstand, Valerie hielt sich anfangs diesbezüglich noch instinktiv zurück, und das war zunächst mal klug.
Unter den anderen drei Mädels war aber spätestens zur Mitte des Kurses hin ein Krieg um den Maitre entstanden. Valerie bemerkte es das erste Mal, als sie zwei Studentinnen dabei beobachtete, wie sie während einer Kurs-Pause in der Damentoilette verschwanden und bald darauf mit frisch gestylter Haarfrisur wieder herauskamen, eine hatte sogar Lippenstift aufgelegt.
Wenn das keine Kriegserklärung an die anderen weiblichen Anwesenden ist.
Allerdings konnte Valerie jetzt, da alle Zeichen dahin standen, dass die Sache auf einen offenen Konkurrenzkampf im Hühnerhof hinauslief, auch nicht so tun, als interessierte sie das Ganze überhaupt nicht, als sei der Maitre Luft für sie, als sei sie die Einzige, die sich nur für den Stoff interessierte, eine Streberin sozusagen.
Nein, nein, nein. Man kann ihr vieles nachsagen, aber eines war sie bestimmt nicht, keine Streberin, keine Klugscheisserin, die sich ständig beim Chef in den Vordergrund drängelte. (pas une "petite conne prétentieuse", in der Landessprache)
Stop mal, Mädels. Wenn es um den Hahn im Korb ging, dann hatte sie auch noch ein Wörtchen mitzureden. Und die Waffen der Frauen, die beherrschte sie auch, schon lange, da brauchte sie sich überhaupt nicht zu verstecken.
Also: Die Kleidungswahl fiel auch bei Valerie am nächsten Morgen etwas sorgfältiger aus. Sie entschied sich gegen den bisher von ihr präferierten Studentinnen-Gammel-look (Jeans, Top und Mules) und wählte dagegen ein Sommerkleid, ein leichtes aus Viscose. Bei solchen Kleidern hat der Hersteller darauf geachtet, dass genügend Luft an die Haut kommt, vor allem dort, wo man schwitzt, (vulgär gesagt), also am Halsausschnitt und unter den Ärmeln. Einfacher gesagt: Das Kleidchen war ärmellos, hatte hinten einen schmalen Reißverschluss und vorne einen hübschen knöpfbaren Ausschnitt, denn sie noch effektvoller gestaltete, indem sie beim Ankleiden ihre mittelgroßen Silikonkissen in die BH-Körbchen einlegte.
Sie betrachtete sich im Spiegel und war zufrieden mit sich. Der Kampf konnte beginnen: Voilà "¦ allez, Valerie !
Fortsetzung folgt, falls Bedarf besteht, in Bälde, wie immer hier in diesem Theater.
Lieben Gruß,
Valerie