Re: Malvine - mein Leben
Verfasst: Di 20. Jun 2023, 13:50
Hallo ihr Lieben,
seit meinem letzten Post hier ist soooooo viel passiert, die Erlebnissdichte war so groß, dass ich nicht mehr mit dem Erzählen des Erlebten hinterher komme. Aber wo fängt man zu erzählen an? Genau am Anfang...
Der letzte Stand hier in meinem Faden war ja so, das ich von meiner Frau ein OK für Malvine bekommen habe. In unserem Häuschen wohnen wir in der oberen Etage, die untere dient uns, seit die Oma nicht mehr da ist, als Ausweichquartier für alles Mögliche. Meine Frau akzeptiert Malvine, brauchte aber erst einmal noch etwas Distanz zu ihr. Durch die 2 getrennten Wohnungen habe ich somit ein eigenes Reich - zumindest für die Verwandlungszeiten. Wenn Malvine wieder einmal raus möchte, dann verabschiede ich mich im MM von ihr in unserer Wohnung und kann dann in der unteren Etage ungestört mich in Malvien verwandeln. Bevor es aus dem Haus geht, rufe ich noch ein kurzes "Tschüß" nach oben. Da wir beide die untere Etage verwenden, versuche ich auch so wenig Spuren wie möglich von Malvine zu hinterlassen. Bin ich dann auf dem Heimweg, schicke ich ihr eine Nachricht, wann ich ungefähr zu Hause bin. Angekommen ein kurzes "Hallöchen" nach oben und ich verschwinde für die Rückverwandlung. Je nach emotionaler Erlebnissdichte und anschließendem Zeitplan kann diese Rückverwandlung zwischen 10 und 60 Minuten dauern. Bei ein paar Ausflügen war ich sehr wehmütig und konnte mich nur langsam vom femininen Modus zurückverwandeln - das braucht manchmal einfach seine Zeit, wieder runter zu kommen um dann das Erlebte sacke zu lassen und wieder der Mann zu sein, der ich aber auch gerne bin.
Bei 2 Verwandlungen hat mich meine Frau auch schon im Malvine-Modus gesehen, einmal, als sie mir das Telefon wegen eines wichtigen Anrufs brachte und bei einem der ersten Male, als sie nicht wußte, ob ich noch da bin oder doch schon weg.
Für mich ein seltsames Gefühl, ihr so gegenüber zu stehen - ungewohnt, mit etwas Scham, aber dennoch OK.
Mir gegenüber geht sie recht locker mit dem Thema um. Aus "...dann laß uns doch mal einen Kaffee trinken.." bei meiner Offenbarung wurde kurz danach ein "...Ne, lieber nicht, nicht dass mir Malvine noch besser gefällt wie mein Mann...". Was genau hinter der Aussage steckt, kann ich so nicht genau sagen, aber sie hat da ein sehr gutes Feingefühl - was sich auch hier bestätigt hat.
Genau da, wo du noch nie einen Bekannten gesehen hast, laufen uns gerade regelmäßig Personen über den Weg, so dass eine geschützte Zweisamkeit für uns beide Mädels erst einmal nicht zu erwarten ist. Und genau davor möchte ich sie auch schützen.
Ein schönes Beispiel gab es gerade am Wochenende. In Bayreuth gab es den ersten Queeren Gottesdienst in einer Kirchengemeinde, wo ich als Handwerker auch schon oft vor Ort gearbeitet habe und auch eine gute Beziehung zu den Pfarrers habe. Wenn es ein Problem gibt, dann melden sie sich bei mir. Für mich war schnell klar, dass ich gerne im Malvine-Modus an dem Gottesdienst teilnehmen möchte. Meine Frau zu fragen, ob sie mit möchte, war für mich kein Thema - ich möchte ihr da die Entscheidung offen lassen. Aber wie Frauen so sind, denken sie natürlich mit und sie hat sich überlegt, ob sie mich nicht begleiten möchte - die "göttliche Eingebung" hat ihr aber davon abgeraten.
Da ich meinen Bus sowohl privat wie geschäftlich nutze, wollte ich zur Wahrung meiner Anonymität nicht damit unterwegs sein, sonder fragte meine Frau, ob ich mit ihrem fahren darf - bei 30-° ist eine Klimaanlage im Auto auch besser...
Also ab zum Gottesdienst und das Auto etwas abseits am Straßenrand im Wohngebiet abgestellt, damit ich noch ein paar Schritte zu Fuß laufen kann. Für mich war es ein kleine Herausforderung, da ich wohl auf viele bekannte Gesichter treffen werde - und dem war auch so. Ich erkannte viele Personen - doch als Malvine blieb ich unerkannt. Bei dem Gottesdienst war ich die einzige CD/Trans-Person. Unter den Besuchern erkannte ich auch die Frau mit Tochter von einem guten Bekannten. Nach dem Gottesdienst, der übrigens sehr angenehm und offen gestaltet war, gab es einen kleinem Empfang auf dem Kirchplatz, wo ich mich auch mit anderen ganz zwanglos unterhalten konnte - mit weiblichem Outfit und männlicher Stimme. Mich einer bekannten Person zu offenbaren war an diesem Tag nicht auf der Agenda gestanden - auch wenn ich es mir vorstellen konnte. Und dann tauchte auch noch der Mann mit Sohn auf, die zu Frau und Tochter gehörten...
Am nächsten Tag bekam meine Frau einen Anruf vom Mann und wurde gefragt, ob sie denn auch auch bei dem Godi dabei war, weil ja ihr Auto in der Nähe stand...meine Frau war nicht um die passende Antwort verlegen - sie hat es einer Freundin ausgeliehen - was bei uns auch vorkommt und nicht ganz gelogen war.
Ich habe so das Gefühl, dass meine Frau langsam mit der Situation zurecht kommt und sich auch mehr vorstellen kann. Es wird aber auch immer damit zusammen hängen, wie bereit ich bin, mit den Konsequenzen und einem Outing umzugehen.
Auf der anderen Seite "verlangt" sie aber auch, dass ich meiner Rolle als Ehemann gerecht werde. So kam neulich auch die Spitze mit "jetzt hast du 8 und 3 Stunden nichts gemacht...." was sich auf meine letzten Ausflüge bezog. In Anbetracht meiner häuslichen Todo-Liste kann ich das schon verstehen, den meine Auszeit durch die Krankschreibung ist begrenzt. Wenn die "freie Zeit" vorbei ist, wird mein Arbeitsalltag wieder kaum noch Platz für die großen und kleinen Dinge haben - zumindest nicht zeitnah.
Soweit für heute mein aktueller Stand, was mich und meinen liebsten Menschen angeht.
Malvine
seit meinem letzten Post hier ist soooooo viel passiert, die Erlebnissdichte war so groß, dass ich nicht mehr mit dem Erzählen des Erlebten hinterher komme. Aber wo fängt man zu erzählen an? Genau am Anfang...
Der letzte Stand hier in meinem Faden war ja so, das ich von meiner Frau ein OK für Malvine bekommen habe. In unserem Häuschen wohnen wir in der oberen Etage, die untere dient uns, seit die Oma nicht mehr da ist, als Ausweichquartier für alles Mögliche. Meine Frau akzeptiert Malvine, brauchte aber erst einmal noch etwas Distanz zu ihr. Durch die 2 getrennten Wohnungen habe ich somit ein eigenes Reich - zumindest für die Verwandlungszeiten. Wenn Malvine wieder einmal raus möchte, dann verabschiede ich mich im MM von ihr in unserer Wohnung und kann dann in der unteren Etage ungestört mich in Malvien verwandeln. Bevor es aus dem Haus geht, rufe ich noch ein kurzes "Tschüß" nach oben. Da wir beide die untere Etage verwenden, versuche ich auch so wenig Spuren wie möglich von Malvine zu hinterlassen. Bin ich dann auf dem Heimweg, schicke ich ihr eine Nachricht, wann ich ungefähr zu Hause bin. Angekommen ein kurzes "Hallöchen" nach oben und ich verschwinde für die Rückverwandlung. Je nach emotionaler Erlebnissdichte und anschließendem Zeitplan kann diese Rückverwandlung zwischen 10 und 60 Minuten dauern. Bei ein paar Ausflügen war ich sehr wehmütig und konnte mich nur langsam vom femininen Modus zurückverwandeln - das braucht manchmal einfach seine Zeit, wieder runter zu kommen um dann das Erlebte sacke zu lassen und wieder der Mann zu sein, der ich aber auch gerne bin.
Bei 2 Verwandlungen hat mich meine Frau auch schon im Malvine-Modus gesehen, einmal, als sie mir das Telefon wegen eines wichtigen Anrufs brachte und bei einem der ersten Male, als sie nicht wußte, ob ich noch da bin oder doch schon weg.
Für mich ein seltsames Gefühl, ihr so gegenüber zu stehen - ungewohnt, mit etwas Scham, aber dennoch OK.
Mir gegenüber geht sie recht locker mit dem Thema um. Aus "...dann laß uns doch mal einen Kaffee trinken.." bei meiner Offenbarung wurde kurz danach ein "...Ne, lieber nicht, nicht dass mir Malvine noch besser gefällt wie mein Mann...". Was genau hinter der Aussage steckt, kann ich so nicht genau sagen, aber sie hat da ein sehr gutes Feingefühl - was sich auch hier bestätigt hat.
Genau da, wo du noch nie einen Bekannten gesehen hast, laufen uns gerade regelmäßig Personen über den Weg, so dass eine geschützte Zweisamkeit für uns beide Mädels erst einmal nicht zu erwarten ist. Und genau davor möchte ich sie auch schützen.
Ein schönes Beispiel gab es gerade am Wochenende. In Bayreuth gab es den ersten Queeren Gottesdienst in einer Kirchengemeinde, wo ich als Handwerker auch schon oft vor Ort gearbeitet habe und auch eine gute Beziehung zu den Pfarrers habe. Wenn es ein Problem gibt, dann melden sie sich bei mir. Für mich war schnell klar, dass ich gerne im Malvine-Modus an dem Gottesdienst teilnehmen möchte. Meine Frau zu fragen, ob sie mit möchte, war für mich kein Thema - ich möchte ihr da die Entscheidung offen lassen. Aber wie Frauen so sind, denken sie natürlich mit und sie hat sich überlegt, ob sie mich nicht begleiten möchte - die "göttliche Eingebung" hat ihr aber davon abgeraten.
Da ich meinen Bus sowohl privat wie geschäftlich nutze, wollte ich zur Wahrung meiner Anonymität nicht damit unterwegs sein, sonder fragte meine Frau, ob ich mit ihrem fahren darf - bei 30-° ist eine Klimaanlage im Auto auch besser...
Also ab zum Gottesdienst und das Auto etwas abseits am Straßenrand im Wohngebiet abgestellt, damit ich noch ein paar Schritte zu Fuß laufen kann. Für mich war es ein kleine Herausforderung, da ich wohl auf viele bekannte Gesichter treffen werde - und dem war auch so. Ich erkannte viele Personen - doch als Malvine blieb ich unerkannt. Bei dem Gottesdienst war ich die einzige CD/Trans-Person. Unter den Besuchern erkannte ich auch die Frau mit Tochter von einem guten Bekannten. Nach dem Gottesdienst, der übrigens sehr angenehm und offen gestaltet war, gab es einen kleinem Empfang auf dem Kirchplatz, wo ich mich auch mit anderen ganz zwanglos unterhalten konnte - mit weiblichem Outfit und männlicher Stimme. Mich einer bekannten Person zu offenbaren war an diesem Tag nicht auf der Agenda gestanden - auch wenn ich es mir vorstellen konnte. Und dann tauchte auch noch der Mann mit Sohn auf, die zu Frau und Tochter gehörten...
Am nächsten Tag bekam meine Frau einen Anruf vom Mann und wurde gefragt, ob sie denn auch auch bei dem Godi dabei war, weil ja ihr Auto in der Nähe stand...meine Frau war nicht um die passende Antwort verlegen - sie hat es einer Freundin ausgeliehen - was bei uns auch vorkommt und nicht ganz gelogen war.
Ich habe so das Gefühl, dass meine Frau langsam mit der Situation zurecht kommt und sich auch mehr vorstellen kann. Es wird aber auch immer damit zusammen hängen, wie bereit ich bin, mit den Konsequenzen und einem Outing umzugehen.
Auf der anderen Seite "verlangt" sie aber auch, dass ich meiner Rolle als Ehemann gerecht werde. So kam neulich auch die Spitze mit "jetzt hast du 8 und 3 Stunden nichts gemacht...." was sich auf meine letzten Ausflüge bezog. In Anbetracht meiner häuslichen Todo-Liste kann ich das schon verstehen, den meine Auszeit durch die Krankschreibung ist begrenzt. Wenn die "freie Zeit" vorbei ist, wird mein Arbeitsalltag wieder kaum noch Platz für die großen und kleinen Dinge haben - zumindest nicht zeitnah.
Soweit für heute mein aktueller Stand, was mich und meinen liebsten Menschen angeht.
Malvine





