Seite 5 von 6

Re: Mein Freund ist CD und ich bin maßlos überfordert

Verfasst: So 27. Mär 2022, 22:32
von Anne-Mette
Guten Abend,
MichiWell hat geschrieben: So 27. Mär 2022, 20:26 Noch beschäftigt du dich zu sehr mit dem Zustand des Leidens, der Enttäuschung, Wut und der daraus resultierenden Verbitterung. Und da kann dich auch niemand heraus holen, außer du selbst. Es hilft dir auch nicht weiter, über das Leid anderer Partnerinnen zu schreiben, und so vielleicht eine Gruppe von Leidensgenossinnen aufzubauen.
Ich finde diese Äußerungen problematisch, vielleicht unglücklich - und wenn ich ehrlich sein soll, sogar übergriffig.
Es hilft dir auch nicht weiter, über das Leid anderer Partnerinnen zu schreiben, und so vielleicht eine Gruppe von Leidensgenossinnen aufzubauen.
Das ganze Forum dient dazu, dass sich auch "Betroffene" austauschen - und über ihre "Leiden" schreiben, ihre Gefühle loswerden und daraus im besten Fall neue Wege finden.
Es ist etwa vergleichbar mit Selbsthilfegruppen, heutzutage "Beratung durch Peergroups" beschrieben.

Tiefgehende psychologische Betrachtungen von anderen Userinnen und Usern, die "aus der Ferne" geschehen, finde ich unangebracht und problematisch.

Dafür sind Psychologinnen und Psychologen da, die ihre Klientin oder ihren Klienten gut kennen; aber die machen die Ergebnisse nicht in einem Forum öffentlich (nurse)

Gruß
Anne-Mette

Re: Mein Freund ist CD und ich bin maßlos überfordert

Verfasst: Mo 28. Mär 2022, 05:56
von Mary
Danke, Anne-Mette. Ich könnte noch zu weiteren Äußerungen was erwidern, die ich als übergriffig und selbstgefällig empfunden habe. Jedoch denke ich, dass die meisten User hier mich und meine Ansichten inzwischen kennen und einzuordnen wissen, was ich hier geschrieben habe. Das ist letztlich auch besser für meinen Blutdruck.
Allen einen guten Wochenstart!
Mary

Re: Mein Freund ist CD und ich bin maßlos überfordert

Verfasst: Mo 28. Mär 2022, 08:34
von Anne-Mette
Moin,

ich denke, es ist problematisch, wenn "Betroffene" darüber befinden, wie und auf welche Art und Weise sich Partnerinnen damit auseinanderzusetzen haben, wie sie mit dem "CD" ihres Partners umgehen sollen.
Gerade aus diesem Grund ist es sicherlich nicht schlecht, wenn ausprobiert wird, ob sich die Reaktivierung des Partnerinnenbereiches als positiv erweist.
Das soll nicht bedeuten, dass es keine weiteren Diskussionen im öffentlichen Bereich geben soll.

Gruß
Anne-Mette

Re: Mein Freund ist CD und ich bin maßlos überfordert

Verfasst: Mo 28. Mär 2022, 09:52
von ExUserIn-2026-04-08
Moin,

Anne-Mette, es ist natürlich richtig,, dass man anderen nicht vorschreiben kann, was sie tun sollen und jede Formulierung in dieser Richtung istt problematisch. Andererseits ist das was Michi schreibt ja auch nicht ganz falsch. Es kommt immer darauf an, was man daraus lesen kann oder will. Es ist der Klassiker des Satzes: "Der Empfänger bestimmt die Botschaft". Bleiben wir beim Thema:
Mary hat geschrieben: So 27. Mär 2022, 07:09 Für die Partnerin ist es aber aus verschiedenen Gründen problematisch. Weil sie sich mit einem rückwärts gewandten Frauenbild konfrontiert sehen, weil sie glauben können, nicht weiblich genug für ihren Mann zu sein, weil sie Weiblichkeit nicht über Kleidung definiert haben möchten.... Das hat nichts damit zu tun, was der CD selbst beabsichtigt. Und schon gar nichts mit richtig oder falsch.
Mary, Du bringst es auf den Punkt. Es geht um die Emotionen der Partnerin, also Deine oder denen der anderen betroffenen Partnerinnen. Was ist bitte ein "rückwärts gewandtes Frauenbild", dass sich in Kleidung ausdrückt ? Die Transmenschen, die ich kenne tragen in der Regel Kleidung, die aus dem mehr oder weniger aktuellen Angebot stammen. Geht es nicht um etwas anderes ?

Du schreibst: "weil sie glauben können, nicht weiblich genug für ihren Mann zu sein". Das ist für mich nachvollziehbar, aber ist Dein Gefühl für Deine persönliche Weiblichkeit von anderen Menschen, insbesondere von Deinem Mann abhängig ? Wird hier nicht etwas Grundlegendes in Dir erschüttert ? Was ist das genau ?

Mir geht es nicht um eine Antwort, aber ich glaube, es könnte sehr hilfreich sein, üder die Fragen nachzudenken, die einen selber betreffen. Als Transmensch musste und muss ich immer wieder meine Gedanken in eine Ordnung bringen. Aber Ordnung bedeutet, dass ich mit Regeln umgehen muss, die diese Ordnung begründen. Die Frage ist für mich, welche regeln gelten für mich ? Sind es die, die ich mir von außen diktieren lasse oder sind es die, die ich mir selber gebe ? Und ich denke, das gilt für Partnerinnen, ja für alle Menschen in ähnlicher Weise. Die Konfrontation, die ich erlebe, wenn mich ein geliebter Mensch mit einer Situation konfrontiert, die meinen Regeln massiv widerspricht, ist heftig. Die Ordnung meiner Gedanken wird gestört. Ich kann auf meinen Regeln bestehen und der Konflikt dauert an, bis ich mich aus der Situation entferne oder bis ich meine Regeln hinterfrage oder den Anderen von meinen Regeln überzeuge.

Love it, change it or leave it.

Der Weg ist ein Prozess. Das muss man wollen. Handelt der Partner falsch ? Sind meine Regeln überarbeitungswürdig ? Sollte ich lieber gehen ?

- Das was viele hier schreiben, meint mMn letztlich nur eins: Man kann einen Transmenschen nicht grundlegend ändern.

- Das was Michi wahrscheinlich meint, und ich sehe das ähnlich, ist folgendes: Könnte es für Dich nicht einen Schritt in deiner Entwicklung bedeuten, wenn Du Deine eigenen Sichtweise hinterfragst ? Welches sind die Regeln, nach denen Du lebst ? Sind es Deine Regeln oder kommen die von außen. Sind es vielleicht diese Regeln (z.B. was ein Mann ist und was eine Frau), die "rückwärts gewandt" sind ?

- Und letztlich bleibt Dir immer der Weg, dass Du erkennst, dass Du die Situation verlassen, sprich Dich trennen kannst, weil die Gedankenwelt Deines Partners nicht Deine Welt ist.

Die Entscheidung, wie Du mit der Situation umgehen willst, liegt ausschließlich bei Dir. Aber ich denke, es ist sehr fruchtbar, darüber nachzudenken, wie Du damit umgehen willst. Wie Du schon schreibst, es geht um Deine Gefühle bzw. um die Emotionen betroffener Partnerinnen.

War das jetzt übergriffig ?

Edit: Damit ich nicht falsch verstanden werde. Es geht nicht darum, vorbehaltslos alles zu akzeptieren, was der Partner tut oder macht. Es geht mMn darum, aus sich selber heraus zu prüfen, ob man bei sich selber etwas hinterfragt und dadurch zu einer neuen Sichtweise gelangen kann. Mit dem Ergebnis weiß man dann, wie man mit der Situation umgehen muss. Es geht um eine eigenverantwortliche Position.

Re: Mein Freund ist CD und ich bin maßlos überfordert

Verfasst: Mo 28. Mär 2022, 10:38
von manchmal_melissa
Vicky_Rose hat geschrieben: Mo 28. Mär 2022, 09:52
Mary hat geschrieben: So 27. Mär 2022, 07:09 Für die Partnerin ist es aber aus verschiedenen Gründen problematisch. Weil sie sich mit einem rückwärts gewandten Frauenbild konfrontiert sehen, weil sie glauben können, nicht weiblich genug für ihren Mann zu sein, weil sie Weiblichkeit nicht über Kleidung definiert haben möchten.... Das hat nichts damit zu tun, was der CD selbst beabsichtigt. Und schon gar nichts mit richtig oder falsch.
Mary, Du bringst es auf den Punkt. Es geht um die Emotionen der Partnerin, also Deine oder denen der anderen betroffenen Partnerinnen. Was ist bitte ein "rückwärts gewandtes Frauenbild", dass sich in Kleidung ausdrückt ? Die Transmenschen, die ich kenne tragen in der Regel Kleidung, die aus dem mehr oder weniger aktuellen Angebot stammen. Geht es nicht um etwas anderes ?
Hallo Vicky,

an der Stelle möchte ich mich kurz einklinken, weil sie exemplarisch das Kommunikationsproblem zeigt. Der Auslöser, die überzogene Weiblichkeit bzw. das damit verbundene Frauenbild, spielt ja zunächst mal keine Rolle. Da kann man sicher viel drüber diskutieren, alleine das zeigt doch schon, dass es ein Thema ist. Aber es geht um das Grundproblem, dass eine Partnerin ein Problem mit einer Verhaltensweise hat, die mit Crossdressing zu tun hat. Das lässt sich dann auch auf ganz viele andere Probleme übertragen.

Vor dem Hintergrund finde ich es falsch, ein gewisses Unverständnis von Partnerinnen mit Gegenfragen zu kontern. Bitte nicht falsch verstehen, viele davon sind berechtigt und natürlich müssen auch die Partnerinnen viele Dinge reflektieren. Aber ich habe das Gefühl, da wird Schritt 3 vor Schritt 1 gemacht.

Ich hatte mit meiner Partnerin die gleiche Diskussion. Wenn ich ihr gesagt hätte: "Sind das nicht eher deine Emotionen?", und ihr nahegelegt hätte, das mal zu reflektieren, hätte sie mir den Vogel gezeigt. Und zwar völlig zurecht! Das ist doch alles keine Einbahnstraße. Ich habe die Kritik damals angenommen und erst mal selber reflektiert, bevor ich sie direkt gespiegelt habe. Mit dem Ergebnis, dass wir beide den anderen besser verstehen.

Wir können schlicht und einfach nicht verlangen, dass unsere Partnerinnen sofort und eigenständig ihren möglichst offenen und unproblematischen Umgang zum Thema Crossdressing finden. Die brauchen auch mal Input von uns. Viele Fragen sind berechtigt, auch wenn sie mal verletzend sein können. Und selbst wenn sie nur von Angst getrieben und eigentlich irrational sind ("Stehst du jetzt auf Männer?"), haben sie immer noch eine Daseinsberechtigung. Die Partnerinnen haben oft einfach Angst, und ich kann es ihnen nicht verübeln. Und die nimmt man ebenso wie andere Unstimmigkeiten nicht, wenn man nicht auch selbst darauf eingeht.

Liebe Grüße,
Melissa

Re: Mein Freund ist CD und ich bin maßlos überfordert

Verfasst: Mo 28. Mär 2022, 10:47
von ExUserIn-2026-04-08
manchmal_melissa hat geschrieben: Mo 28. Mär 2022, 10:38 Wir können schlicht und einfach nicht verlangen, dass unsere Partnerinnen sofort und eigenständig ihren möglichst offenen und unproblematischen Umgang zum Thema Crossdressing finden.
Das habe ich auch nicht geschrieben. Es geht um die Reflexion der eigenen Gefühle. Woher kommen sie, was sagen sie mir, wie kann ich mit ihnen umgehen ? Die Gefühle sind für mich die Wegweiser. Nicht mehr, aber auch nicht weniger.

Re: Mein Freund ist CD und ich bin maßlos überfordert

Verfasst: Mo 28. Mär 2022, 10:57
von Sirenala
Moin,

Erstmal kann ich Mary total zustimmen, was dieses Problem mit dem Frauenbild angeht.

Mal aus meiner ganz persönlichen Perspektive:
Ich zB hab kurze Haare, als ich sie hab kurz schneiden lassen waren extrem viele Männer der Meinung, sie dürften mir erzählen, dass das unweiblich aussieht und lange Haare besser wären.

Von Frau kann heutzutage tragen und machen was sie will sind wir meilenweit entfernt - ich könnte noch unzählige Beispiele bringen.

Es war und ist für viele Frauen ein langer Kampf, weil wir sehr gerne auf Äußerlichkeiten beschränkt werden, alles an unseren Körpern wird uns erstmal als potenziell hassenswert eingeredet. Es ist ein langer Weg für viele, sich daraus erstmal zu befreien - sei es Themen wie Körperbehaarung, Make Up, Cellulite, entsprechen Brüste der Norm, zu dünn, zu dick, zu laut, "lächel doch mal", usw.

Aus diesen Gründen habe ich gedanklich ein Problem damit, wenn sich Männer als Frauen verkleiden (ich lasse hier mal mit Absicht die Gefühlslage dahinter aus sondern beziehe mich rein auf die Tätigkeit des Umziehens) und sich diesen Standards bedienen, denen so viele von uns entkommen wollen und wie gesagt - auch für uns Frauen passiert das nicht ohne Gegenwind!

Natürlich sei noch gesagt, jede Frau darf genau das tun was sie will wenn sie es will - wenn eine Frau gerne Make Up trägt und Kleider und nichts lieber möchte als Hausfrau und Mutter zu sein dann ist das perfekt! Wenn sie es will, aber nicht weil ihr Leute einreden, dass Frauen das so machen müssen!

Dass man regelmäßig seinen Standpunkt und Gedanken hinterfragen muss, auch dazu, ja, sehe ich auch so.
Das wäre dann aber auch die Erwartung an die Crossdresser - warum und wieso ist zB der Wunsch nach Strumpfhosen so ausgeprägt? Weil man das Gefühl toll findet und sich schön findet damit, oder weil "richtuge Frauen Rock und Strumpfhose tragen"? Das Hinterfragen geht beidseitig und ich denke, die Antworten sind so unterschiedlich wie die Menschen, die sich die Fragen stellen.


Auch weil das Thema belogen werden noch in einem extra Thread aufgegriffen wurde, ich finde man kann Partnerinnen einfach nicht dafür kritisieren, was sie als erstes fühlen und denken. Viele hier mussten sich selbst erstmal akzeptieren und für Außenstehende ist es wohl in den meisten Fällen auch ein Prozess.

Hätte man mir nicht zugestanden auch einfach mal sauer zu sein im ersten Moment, hätte das riesen Streit gegeben. Stattdessen konnte ich einfach fühlen und nachdenken und Fragen stellen und ja, das ist dann der Prozess bei einer der beteiligten Personen, der nötig ist, damit sich beide auf Augenhöhe begegnen können.

Ich bin vollkommen im reinen damit wie es jetzt ist. Es ist mir egal was außenstehende denken, ich steh wenn nötig auch schützend vor meinem Partner. Er (und sie) gehört zu mir, mein viel glücklicherer Partner macht mich wahnsinnig froh und ich find ihn auch super attraktiv in Rock und Bluse und auf heels, für mich ist das alles fein. Ich hab höchstens draußen Sorge dass jemand scheisse reagiert, weil ich nicht möchte dass Leute ihn verletzen, aber davor ist man nie sicher.
Aber das heißt nicht, dass ich im Nachhinein okay finde, dass er mich angelogen hat. Er hat mit der Geheimniskrämerei zugelassen, dass es immer schlechter lief, weil er sich - für mich komplett unerklärlich - immer mehr zurückgezogen hat und sehr viele Themen auch plötzlich gemieden hat. Ich hatte nichtmal ansatzweise eine Ahnung was los war, hab auch nichts geahnt, und hab nur zu hören bekommen 'ne ne, alles gut'.
Ich bin froh, dass jetzt wieder alles gut ist! Ich hab ihm die Lügen ziemlich schnell verziehen und das ist nichts, was ich ihm bei einem Streit wieder lauwarm vorsetze, aber verzeihen heißt nicht, dass es nicht schlimm war. Das war es für mich.
Ja, für ihn auch, aber er hatte die Möglichkeit, es aktiv zu ändern, auch wenn er es in dem Moment so nicht wahrnehmen konnte.
Es ist aber müßig darüber zu diskutieren. Wichtig ist mir, dass er sagt, wenn er nochmal die Chance hätte würde er es anders machen und mich früher einweihen, zu dem Punkt, als er sich selbst überhaupt akzeptieren konnte. Früher hätte ich das auch nicht erwartet.

Viele Grüße
Saskia

Re: Mein Freund ist CD und ich bin maßlos überfordert

Verfasst: Mo 28. Mär 2022, 10:58
von manchmal_melissa
Vicky_Rose hat geschrieben: Mo 28. Mär 2022, 10:47
manchmal_melissa hat geschrieben: Mo 28. Mär 2022, 10:38 Wir können schlicht und einfach nicht verlangen, dass unsere Partnerinnen sofort und eigenständig ihren möglichst offenen und unproblematischen Umgang zum Thema Crossdressing finden.
Das habe ich auch nicht geschrieben. Es geht um die Reflexion der eigenen Gefühle. Woher kommen sie, was sagen sie mir, wie kann ich mit ihnen umgehen ? Die Gefühle sind für mich die Wegweiser. Nicht mehr, aber auch nicht weniger.
Da sind wir uns einig. Ich denke aber, dass wir die Partnerinnen mit ihren Gefühlen nicht alleine lassen dürfen. Wir können, wir müssen ihnen dabei helfen, diese Gefühle einzuordnen und zu verstehen. In den letzten Tagen klang es in verschiedenen Threads so, als wären genau diese Gefühle das einzige Problem. Das greift für mich einfach zu kurz.

Liebe Grüße,
Melissa

Re: Mein Freund ist CD und ich bin maßlos überfordert

Verfasst: Mo 28. Mär 2022, 12:00
von Mary
Liebe Vicky,

Ich will mich hier nicht dauernd wiederholen und Saskia hat es ja auch gut auf den Punkt gebracht.

Weiterhin ging es mir, ich sage es nochmal ausdrücklich, nicht um mich, sondern ich wollte ganz allgemein darüber reden, was Partnerinnen in der ersten Zeit bewegt.

Und: ich beziehe mich auch ganz ausdrücklich auf CD und nicht auf Transfrauen. - Hier ist für mich die starre Ausrichtung auf FSH, Dessous, Röcke - gerne kurz, High Heels usw. etwas das ich als rückwärts gewandten Frauenbild bezeichne. Dass CD sich damit einfach weiblicher fühlen, verstehe ich natürlich und dass sie dahinter weiter keine Problematik sehen, auch. Ich rede aber ganz ausdrücklich darüber wie es bei der Empfängerin ankommt und nicht wie es die Senderin verstanden wissen wollte.

Ansonsten beschäftige ich mich schon mit mir, meinem Mann und unserer Beziehung. Aber darum ging es hier gerade nicht.

Viele Grüße
Mary

Re: Mein Freund ist CD und ich bin maßlos überfordert

Verfasst: Mo 28. Mär 2022, 12:05
von Mary
"War das jetzt übergriffig ?"

Nein, Vicky, auch wenn ich, wie gesagt, allgemein gesprochen habe und nicht keine persönliche Situation meinte. Dein Post war respektvoll. Das war der Post von MichiWell allerdings nicht, in den ich auf einer Ebene persönlich angegriffen wurde, die für mich nicht akzeptabel ist. Und darum ging es. Nicht um die Frage, ob jede(r) hier seine eigene Meinung vertreten darf. Das darf nicht nur, es soll auch.

Mary

Re: Mein Freund ist CD und ich bin maßlos überfordert

Verfasst: Mo 28. Mär 2022, 12:07
von Anne-Mette
Moin,
Mary hat geschrieben: Mo 28. Mär 2022, 12:00 Hier ist für mich die starre Ausrichtung auf FSH, Dessous, Röcke - gerne kurz, High Heels usw. etwas das ich als rückwärts gewandten Frauenbild bezeichne.
vielleicht können wir uns darauf einigen, dass es längst NICHT ALLE CDs betrifft, wie immer wieder ausgiebige Foto-Dokumentationen zeigen, die eher "ein alltagstaugliches Outfit" präsentieren.
Natürlich gibt es auch "die CDs, die du gemeint hast". Sie frönen ihrer Leidenschaft und legen eher weniger Wert auf "Alltagstauglichkeit", sondern auf ihren besonderen Ausdruck und ihr persönliches Erlebnis - oder macheb es aus beruflichen Gründen (sieh Olivia aus HH).
Mary hat geschrieben: Mo 28. Mär 2022, 12:05 Das war der Post von MichiWell allerdings nicht,
Vielleicht wäre es an der Zeit, die persönlichen Befindlichkeiten auszublenden. Ich möchte ungern meine Goldwaage hervorholen oder mir ein Seziermesser besorgen, um noch einmal "wer was gesagt/geschrieben hat" buchstabengenau auseinanderzunehmen.
Was übergriffig ist und was nicht, das werden Menschen auch unterschiedlich beurteilen.

Chancen gibt es genug, also nutzt sie, so lange sie noch vorhanden sind: es gibt die "offenen Forenbereiche" und es gibt den reaktivierten abgeschlossenen Bereich für Partnerinnen.
Daraus müsste doch etwas zu machen sein(?) )))(:

Gruß
Anne-Mette

Re: Mein Freund ist CD und ich bin maßlos überfordert

Verfasst: Mo 28. Mär 2022, 12:12
von Mary
Natürlich, Anne-Mette, das sollte es auch nicht heißen... Und ich hoffe, die Leserschaft hier ist in der Lage, das einzuordnen. Und: Beispiele leben von (kleinen) Übertreibungen.

Liebe Grüße
Mary

Re: Mein Freund ist CD und ich bin maßlos überfordert

Verfasst: Mo 28. Mär 2022, 12:16
von Anne-Mette
Ich habe meinen Beitrag viewtopic.php?p=341813#p341813
ergänzt und hoffe, wir können das "Nebenthema" so langsam zu den Akten legen.

Gruß
Anne-Mette

Re: Mein Freund ist CD und ich bin maßlos überfordert

Verfasst: Mo 28. Mär 2022, 12:57
von Jaddy
Die Irritation bei der Konfrontation mit sehr heftig viel "weiblich" konnotierten Attributen ist klar. Die sich daraus ergebenden Fragen auch. "Ist das x Bild von Weiblichkeit?", "erwartet x das auch von mir?", usw.

Die Antwort wird in den meisten Fällen "nein" sein. Zur Einordnung helfen vielleicht diese Gedanken.

Wer nur selten crossdressed, vor allem wer sonst stark männlich auftritt, auftreten muss, auftreten soll, braucht häufig erheblichen Aufwand, um für sich den Eindruck im Spiegel überzeugend zu schaffen. Da scheinen einfach sehr viele männliche Merkmale durch. Zweitens fehlt mangels Zeit, Gelegenheit und Feedback die Übung und Stilsicherheit. Schliesslich nicht zu unterschätzen ist der Druck durch die Seltenheit. So ein bisschen wenn schon denn schon. Das Maximum rausholen aus der kurzen Zeit.

Es kann deshalb für manche ein Weg sein, ein paar Elemente von crossdressing alltäglicher zu machen. Seien es Ohrstecker, Unterwäsche, Hosen aus der "richtigen" Abteilung, Makeup, Nagellack, was immer funktioniert. Dabei hilft natürlich wenn die Partnys akzeptierend, konstruktiv und hilfreich sind und eins zum Beispiel nicht um alles verhandeln muss. Ich denke, es hilft auch den Partnys, denn meistens nimmt dies erheblich Spannung aus der Situation.

Re: Mein Freund ist CD und ich bin maßlos überfordert

Verfasst: Mo 28. Mär 2022, 13:04
von Laila-Sarah
Hi,

Ich denke Vicky hat da schon ein paar gute Ansätze mit dem was sie schreibt.

Wenn wir die Verantwortung für unser Leben übernehmen, dann gibt es weniger Schuldigen für unser Unglück.

Was hat je jemandem etwas gebracht zu denken die Eltern haben schuld an den eigenen Problemen? Sie haben sicherlich Fehler gemacht. Ich will es nicht bestreiten aber es löst das Problem nicht daran festzuhalten.

Ich denke und beobachte:

Der Ansatz zu denken das Fremde Schuld für eigene Miseren tragen ist bei Frauen stärker vertreten als bei Männer. Da heißt es immer selbst ist der Mann. Jeder ist sein Glückes Schmied. Etc.

Für mich persönlich verkörperte es immer schön eher das rückständige, alte Frauenbild mit diesem Verständnis durch das Leben zu gehen als die Wahl der Mode die man am Leib tragt.

Aber ich muss nicht zwangs weise richtig liegen.

Würde gerne hören wie andere denken?

LG