Re: Julianes Weg
Verfasst: So 23. Jan 2022, 18:08
Moin
zusammen.
Und dann kam da noch die Sache mit Hagenbeck. Also Hagenbeck"™s Tierpark. Wir wollten, vor vielen Jahren schon, uns und dem Tierpark,
etwas Gutes tun. Einfach, indem wir uns Jahreskarten kauften. Die gelten, personenbezogen, für immer ein Jahr. Also vom Ausstellungstag
an, für exakt 365 Tage. Die Karten, im praktischen Scheckkartenformat, sind dabei auch mit einem Foto ausgestattet, um Missbrauch
vorzubeugen.
Auf meine Frage wie denn im Tierpark mit Transgenderpersonen mit Jahreskarte verfahren werde, die eben auch mal in einer anderen,
in einer weiblichen Aufmachung kämen, und ob die Karte dann ebenfalls gültig wäre, konnte zunächst nicht beantwortet werden.
Meine Idee, einfach eine zweite Karte mit dem Foto von Juliane auszustellen, wurde begeistert aufgenommen. Allerdings sollte auch diese
Karte noch einmal 165 € kosten. Mein Einwand, ich könne ja nur jeweils in einer Aufmachung den Tierpark besuchen, und zwei Karten für ein
und dieselbe Person sei ja nun nicht zielführend, wurde nicht geklärt. Die Dame im Kundenbüro konnte, auch nach einem Telefonat mit ihrem
Vorgesetzten, keine abschließende Entscheidung liefern.
Ich hab"™s dann einfach darauf ankommen lassen, und bin wenige Tage später als Juliane hingefahren. Dem netten, älteren Herrn am Eingangstor
präsentierte ich meine (männliche) Jahreskarte und hatte auch meinen Personalausweis bereit. Doch der lächelte nur und wünschte -den Damen-,
also mir und meiner Frau, einen schönen Aufenthalt im Tierpark.
Auf meine Frage, wo denn die Paradiesvögel zu finden seien, bedauerte er, dass Hagenbeck solche Tiere nicht artgerecht würde halten können und
sie deswegen darauf verzichteten. Mit einem Augenzwinkern sagte ich dann lächelnd: "Na, jetzt ja," und er nickte mit einem Lächeln zurück.
Das, was die Dame im Büro nicht hinbekam, schaffte der Kontrolletti am Tor ganz einfach. Und so bin ich in dem Jahr öfter als Juliane im Tierpark
gewesen. Man kann sich dann, bei Kurzbesuchen, beispielsweise ganz gezielt die Schaufütterungen ansehen, oder sich bei schlechtem Wetter im
Tropenaquarium aufwärmen. Und nicht ein einziges Mal gab es am Eingang zum Tierpark oder zum Tropenaquarium irgendein Problem. Nein,
es ergaben sich vor Ort sogar interessante Gespräche mit den Tierpflegern, sowohl im Aquarium, als auch im damals neuen Eismeergehege.
Liebe Grüße, Juliane
Und dann kam da noch die Sache mit Hagenbeck. Also Hagenbeck"™s Tierpark. Wir wollten, vor vielen Jahren schon, uns und dem Tierpark,
etwas Gutes tun. Einfach, indem wir uns Jahreskarten kauften. Die gelten, personenbezogen, für immer ein Jahr. Also vom Ausstellungstag
an, für exakt 365 Tage. Die Karten, im praktischen Scheckkartenformat, sind dabei auch mit einem Foto ausgestattet, um Missbrauch
vorzubeugen.
Auf meine Frage wie denn im Tierpark mit Transgenderpersonen mit Jahreskarte verfahren werde, die eben auch mal in einer anderen,
in einer weiblichen Aufmachung kämen, und ob die Karte dann ebenfalls gültig wäre, konnte zunächst nicht beantwortet werden.
Meine Idee, einfach eine zweite Karte mit dem Foto von Juliane auszustellen, wurde begeistert aufgenommen. Allerdings sollte auch diese
Karte noch einmal 165 € kosten. Mein Einwand, ich könne ja nur jeweils in einer Aufmachung den Tierpark besuchen, und zwei Karten für ein
und dieselbe Person sei ja nun nicht zielführend, wurde nicht geklärt. Die Dame im Kundenbüro konnte, auch nach einem Telefonat mit ihrem
Vorgesetzten, keine abschließende Entscheidung liefern.
Ich hab"™s dann einfach darauf ankommen lassen, und bin wenige Tage später als Juliane hingefahren. Dem netten, älteren Herrn am Eingangstor
präsentierte ich meine (männliche) Jahreskarte und hatte auch meinen Personalausweis bereit. Doch der lächelte nur und wünschte -den Damen-,
also mir und meiner Frau, einen schönen Aufenthalt im Tierpark.
Auf meine Frage, wo denn die Paradiesvögel zu finden seien, bedauerte er, dass Hagenbeck solche Tiere nicht artgerecht würde halten können und
sie deswegen darauf verzichteten. Mit einem Augenzwinkern sagte ich dann lächelnd: "Na, jetzt ja," und er nickte mit einem Lächeln zurück.
Das, was die Dame im Büro nicht hinbekam, schaffte der Kontrolletti am Tor ganz einfach. Und so bin ich in dem Jahr öfter als Juliane im Tierpark
gewesen. Man kann sich dann, bei Kurzbesuchen, beispielsweise ganz gezielt die Schaufütterungen ansehen, oder sich bei schlechtem Wetter im
Tropenaquarium aufwärmen. Und nicht ein einziges Mal gab es am Eingang zum Tierpark oder zum Tropenaquarium irgendein Problem. Nein,
es ergaben sich vor Ort sogar interessante Gespräche mit den Tierpflegern, sowohl im Aquarium, als auch im damals neuen Eismeergehege.
Liebe Grüße, Juliane