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Re: Trans„Frau und Vollkommenheit
Verfasst: Fr 21. Feb 2020, 09:53
von lexes
Cybill hat geschrieben: Do 20. Feb 2020, 20:59
Nur mal so zur Info:
Ich verlebe mittlerweile viel mehr glückliche Momente, wenn ich Szenefremd weggehe, wo mich selten jemand erkennt.
Da bin ich Frau, da kann ich es sein.
Cybill
Laila-Sarah hat geschrieben: Do 20. Feb 2020, 21:11
Ich bin zwar nicht Vollzeit XX aber bei der Szene war ich seit mehreren Monaten nicht mehr und auf einmal wurde das Leben viel unkomplizierter. Kann ich nur empfehlen.
Vicky_Rose hat geschrieben: Fr 21. Feb 2020, 06:56
Ich war noch nicht oft in der Szene unterwegs, aber mir kam das i.d.R. sehr "eng" vor. Es dreht sich oft in Variationen um das eine Thema.
Auch das finde ich sehr interessant ..
Alleine die Tatsache das es eine
"Szene" gibt zeigt ja das es "nicht als normal" angesehen wird.
Korrektur: Nicht normal heisst nicht "schlecht / falsch
Ich meine damit : anders als das Gros .. das ist nicht wertend ..
Und das sich das
Entkoppeln von besagter Szene als Vorteilhaft für's Wohlbefinden darstellt finde ich ebenfalls bemerkenswert. Aber ich verstehe was Ihr meint.
Danke Euch
Lexi
Re: Trans„Frau und Vollkommenheit
Verfasst: Fr 21. Feb 2020, 10:13
von Anja
Moinsen
lexes hat geschrieben: Fr 21. Feb 2020, 09:53
Alleine die Tatsache das es eine "Szene" gibt zeigt ja das es "nicht als normal" angesehen wird.
Weder von der Gesellschaft noch von uns hier. Nachvollziehbar aber dennoch schade
Hä? Was ist denn das für eine Schlussfolgerung?
Es gibt ja auch eine "Tunning-Szene", wo junge Menschen sich gegenseitig ihre gepimpten Autos vorführen, werden die von "der Gesellschaft" auch nicht als normal angesehen?
Szene bedeutet doch lediglich das gehäufte Auftreten von Menschen mit den selben Interessen.
Wie ich bei mir schon bemerkt habe, ist die "Geschlechterfrage" völlig in den Hintergrund getreten, mein Geschlecht ist für mich kein großes Thema mehr. Im alten Leben war das anders.
Trifft man nun auf hm Gleichgesinnte, wäre das ja das, was einen miteineander verbindet, eben, das man so nicht geboren wurde. Da das Thema Geschlecht dann aber für einen keine große Bedeutung mehr hat, kann man mit der "Szene" dann auch nicht mehr so viel anfangen.
Um den Kreis zum obigen Beispiel zu schließen, habe ich einfach ein passendes Auto für mich gefunden, wo mir der Motor und die Technik nicht so wichtig sind, hauptsache es erfüllt seinen Zweck, kann ich mit der Tunning-Szene nicht mehr viel anfangen
Das heißt aber nicht, das "die Gesellschaft" das unnormal ansieht. Es interessiert nur einfach nicht (mehr?)
Das hat nichts mit fehlender Akzeptanz zu tun. Die Interessen haben sich einfach nur geändert.
Ich war früher fast immer mit Gleichgesinnten unterwegs, inzwischen fühle ich mich aber unter anderen Bio-Frauen besser aufgehoben. Dieses Gefühl der Zugehörigkeit lässt sich schwer in Worte fassen.
Das ändert sich mit der Zeit, da hat weder die Person, noch die Szene oder gar "die Gesellschaft" dran Schuld. Da hat man auch selbst keinen Einfluss drauf.
Grüße
die Anja
Re: Trans„Frau und Vollkommenheit
Verfasst: Fr 21. Feb 2020, 10:16
von Kathi87
Liebe Lexi,
Die Aussage das wenn es eine Szene dafür gibt, wird es als nicht normal angesehen, ist sehr gewagt.
Der Mensch ist bestrebt sich einzuordnen. Das ist ganz normales Sozial verhalten.
Wenn eine Szene bedeutet das man unnormal ist, dann wären alle Gruppierungen unnormal, es gibt Szenen da treffen sich gerne Menschen mit Transhintergrund, es gibt Szenen da treffen sich Menschen die Schlagerhören, es gibt Szenen für alles.
Diese sind dafür da, damit man sich nicht alleine fühlt.
Ich kenne das auch, ich musste am Anfang auch sehr grossen Abstand von Foren wie dieses hier nehmen, damit ich mich erstmal selber finden konnte und meinen Weg finden konnte, alles andere hat mich ganz schön unter Druck gesetzt, ich habe meinen Platz gefunden und eine Symbiose gefunden mit mir, den Weg den ich gehe und meinem Alltag, so dass ich mich frei in diesen Szenen bewegen kann ohne das ich mich unter Druck vom Fortschritt anderer setzten lasse.
Liebe Grüße
Kathi
Ps. Wer bestimmt was normal ist?
Ps.sPsss (wie auch immer) Ich kann Anja, die genau in der Zeit gepostet hat als ich geschrieben habe, zustimmen. Ich fühle mich wohl unter Gleichgesinnte, aber bin nicht aktiv auf der Suche mich zu treffen, wenn es passt freue ich mich und genieße die Zeit, mittlerweile sehe ich mich aber als Frau mit einer etwas anderen Geschichte, aber ich fühle mich unter Frauen einfach wohler und ich werde auch so aufgenommen, egal ob man mich vorher kannte oder nicht.
Re: Trans„Frau und Vollkommenheit
Verfasst: Fr 21. Feb 2020, 12:17
von Mirjam
lexes hat geschrieben: Fr 21. Feb 2020, 09:53
Alleine die Tatsache das es eine "Szene" gibt zeigt ja das es "nicht als normal" angesehen wird.
Weder von der Gesellschaft noch von uns hier. Nachvollziehbar aber dennoch schade
Hmm ... also ich bin ja hier in meiner schnuckeligen fränkischen Kleinstadt recht gerne in der alternativen Szene unterwegs -- ja die gibts hier wirklich

Aber ich hatte noch nie den Eindruck, dass das von irgendwem als "nicht normal" angesehen wird, weder von den in irgendeiner Art und Weise Alternativen noch von den -- wie schreib ich das jetzt? Von den "Normalen"?

Egal, es gehört hier einfach dazu, ohne das wäre meine Stadt nicht das, was sie ist

Und das ist gut so
LG, Mirjam
Re: Trans„Frau und Vollkommenheit
Verfasst: Fr 21. Feb 2020, 12:22
von ExUserIn-2026-04-08
OT: Kathi schreibt in ihrer Signatur
Man kann 10000 Worte nutzen ohne irgendetwas zu sagen.
Spontan kam mit der Gedanke, man kann auch etwas sagen, ohne 10000 Worte zu benutzen. Aber irgendwie gelingt mir das nicht ...

Re: Trans„Frau und Vollkommenheit
Verfasst: Fr 21. Feb 2020, 14:18
von ExuserIn-2020-10-20
Der Perfektionist in Sachen 10000 Worte nutzen ohen etwas zu sagen, war Egon Bahr.
Viele Reporter haben sich an ihm die Zähne ausgebissen.
LG
Petra Sofie
Re: Trans„Frau und Vollkommenheit
Verfasst: Fr 21. Feb 2020, 14:36
von lexes
Anja hat geschrieben: Fr 21. Feb 2020, 10:13
Moinsen
lexes hat geschrieben: Fr 21. Feb 2020, 09:53
Alleine die Tatsache das es eine "Szene" gibt zeigt ja das es "nicht als normal" angesehen wird.
Weder von der Gesellschaft noch von uns hier. Nachvollziehbar aber dennoch schade
Hä? Was ist denn das für eine Schlussfolgerung?
Es gibt ja auch eine "Tunning-Szene", wo junge Menschen sich gegenseitig ihre gepimpten Autos vorführen, werden die von "der Gesellschaft" auch nicht als normal angesehen?
Kathi87 hat geschrieben: Fr 21. Feb 2020, 10:16
Liebe Lexi,
Die Aussage das wenn es eine Szene dafür gibt, wird es als nicht normal angesehen, ist sehr gewagt.
Ich meinte das nicht auf Akzeptanz bezogen..
Das Beispiel mit der Tuning-Szene ist genau richtig.
Weit über 90 % der deutschen Autos sind eben NICHT breiter / tiefer / lauter.
Und natürlich sind die damit nicht normal, wobei das gar nicht abwertend ist.
Ich ( stolzer Fahrer eines langweiligen schwarzen Familienkombis ) erkenne ein gepimptes Auto von weitem und finde das sogar in den meisten Fällen ziemlich schick. Trotzdem entspricht DAS :
Bildschirmfoto 2020-02-21 um 14.33.07.png
doch nicht der Durchschnitts-Realität des Bildes vom geliebten Deutschen KFZ... Und ich würde einen Chrysler-Alien-PT-Cruiser SOFORT fahren.
Und jetzt sagt bitte nicht das DAS ja auch ein extremes Tuning ist .. darum geht's nicht.. nur ein Beispiel
Eine Szene ist eine Gruppe von Menschen, die nicht so sind wie die meisten. Ich werte das nicht als negativ.
Und bei den Auto-Jungs und -Mädels ist es ja sogar noch frei gewählt.
Ich wollte sagen das es doch schön / erstrebenswert wäre ( wenn das auch eine akademische Diskussion ist )
wenn es einer Szene gar nicht bedürfte,
( derer man sich dann auch noch bewusst entzieht wie die drei Mädels im letzten Quote )
Eigentlich müsste man sich als TS-Frau doch völlig frei in der Gesellschaft bewegen ohne sich als "speziell-zugehörig" zu fühlen.
Unsere Hirn-amputierten Freunde von der AFD freuen sich doch bestimmt wenn sie mit dem Finger auf "DIE" ( wieder Szene ) zeigen können.
Wir wollen ja jetzt nicht so tun als wäre die Akzeptanz i.d. Bevölkerung 100%ig. Dann gäbe es weder eine Szene noch einen Bedarf an Foren wie diesem hier.
Ich hoffe ich hab' mich jetzt etwas klarer ausgedrückt.. sorry wenn das missverständlich war
Danke Euch für die Beiträge.
Lexi
Re: Trans„Frau und Vollkommenheit
Verfasst: Fr 21. Feb 2020, 14:54
von Anja
Moinsen
lexes hat geschrieben: Fr 21. Feb 2020, 14:36
Wir wollen ja jetzt nicht so tun als wäre die Akzeptanz i.d. Bevölkerung 100%ig. Dann gäbe es weder eine Szene noch einen Bedarf an Foren wie diesem hier.
Und wenn wir es einfach statt Szene -> Interessengemeinschaft nennen würden?
Es werden immer Gruppen von Menschen existieren, die gemeinsame Interessen teilen.
Und virtuell bieten dafür Foren einen Raum. Da finden sich Menschen zusammen, die die selben Interressen beschäftigen.
Selbst mit 100% Akzeptanz wird es immer noch Foren und Szenen geben.
Gut, anderes Beispiel. Modellbauer. Da gibt es Clubs und Foren. Sind die auch nicht akzeptiert?
By the way, ich fühle mich von "der Gesellschaft" zu 100% akzeptiert, selbst in sensiblen Bereichen, oder beim Umziehen am öffentlichen Badestrand hatte ich noch nie irgendwelche Probleme...
Grüße
die Anja
Re: Trans„Frau und Vollkommenheit
Verfasst: Mo 24. Feb 2020, 08:22
von lexes
Anja hat geschrieben: Fr 21. Feb 2020, 14:54
Selbst mit 100% Akzeptanz wird es immer noch Foren und Szenen geben.
Gut, anderes Beispiel. Modellbauer. Da gibt es Clubs und Foren. Sind die auch nicht
akzeptiert?
By the way, ich fühle mich von "der Gesellschaft" zu 100% akzeptiert, selbst in sensiblen Bereichen, oder beim Umziehen am öffentlichen Badestrand hatte ich noch nie irgendwelche Probleme...
Grüße
die Anja
SCHATZI .. Ich hab' doch gesagt : Ohne Wertung
Die Tuning-Jungs sind doch auch akzeptiert ( sonst hätte ich nicht das schicke Bild von dem wilden Auto gepostet .. ich akzeptiere ohnehin fast jeden )
Aber Du hast natürlich Recht .. eigentlich ist das WORTKLAUBEREI ..
Liebe Grüße
Lexi
Re: Trans„Frau und Vollkommenheit
Verfasst: Mo 24. Feb 2020, 09:07
von ExUserIn-2026-04-08
Hi Mädels,
ich glaube, es geht doch erst in zweiter Linie um die Akzeptanz in der Öffentlichkeit. Ob Autotuner, Modellbauer oder sonst irgend ein Thema, es gibt immer Menschen die das ein oder andere nicht akzeptieren können und damit auch Menschen bewerten. Und es gibt viele Menschen, die uns als Transmenschen akzeptieren. Das ist m.E. höchstens ein quantitativer, aber kein qualitativer Unterschied vorhanden.
Für mich liegt in der Vollkommenheit als Frau in der Selbstakzeptanz. Ich habe es bei Diana (
viewtopic.php?p=271150#p271150) geschrieben, dass ich an diesem Wochenende und heute morgen ein ganz tiefes Erlebnis in Selbstakzeptanz hatte. Was kann und will uns denn noch die Vollkommenheit in Abrede stellen, wenn wir von uns, unserem Handeln und Fühlen, vollkommen überzeugt sind ? Ich habe 50 Jahre für diese "Erleuchtung" gebraucht. Wie ich mich präsentiere, liegt ausschließlich in meinem Ermessen. Silikoneinlagen, Schminke, Kleider ? Wenn ich sie will, sind sie richtig. Das heißt ja nicht, dass man andere Menschen nicht beachtet, aber es ist die Grundlage, mit erhobenen Kopf durch die Welt zu gehen. Dann klappt es auch mit dem Krönchen ...
Edit: Die Frage nach der Vollständigkeit ist m.E. komplexer. In manchen Fragen muss man villeicht damit leben. So kann ich z.B. keine Kinder gebähren und das Alter kann ich auch nicht aufhalten. Es gibt doch das bekannte Gelassenheitsgebet:
Gott, gib mir die Gelassenheit, Dinge hinzunehmen, die ich nicht ändern kann,
den Mut, Dinge zu ändern, die ich ändern kann,
und die Weisheit, das eine vom anderen zu unterscheiden.
https://de.wikipedia.org/wiki/Gelassenheitsgebet
Daran könnte man sich orientieren.
Re: Trans„Frau und Vollkommenheit
Verfasst: Mo 24. Feb 2020, 11:19
von Theresa
Ich hatte am Freitag ein besonderes Erlebnis: Ich betrat ein Einzelhandelsgeschäft für "Damenzubehör" . Zunächst wurde ich von der Verkäuferin oben bis unten gescanned. Ok, das gehört wohl zum Geschäft, sagte ich mir. Um die Simmung zu lockern neinte ich:" So muss es wohl im Paradies aussehen." Doch statt ein entspanntes Lächeln zu erhaschen nun Missbilligung auf der ganzen Linie. Ich erklärte meinen Wunsch und die beiden Größen, mit denen ich zurecht komme. "Was denn nun?" war die barsche Frage. Sie zog ein entsprechendes Teil aus dem Regal mit der Frage, ob ich das anprobieren wolle. Natürlich wollte ich denn sonst hätte ich im Netz bestellen können. "Dann beeilen sie sich, bevor eine Kundin rein kommt." Ich erklärte, das ich keine Lust hätte das unter Stress zu probieren und auch nicht peinlich sein wolle. Sie meint, ich brauche nicht gleich eingeschappt zu sein und ich solle mich nicht anstellen.... Ok, das war dann der Zeitpunkt wo ich den Laden verlies. Sie rief noch hinter mir her, ich solle möglichst nicht wieder kommen.
-Da brauch sich die Verkäuferin bestimmt keine Sorgen zu machen.
Was ich damit sagen wollte ist, das es mit der Akzeptanz wohl noch lange nicht so weit her ist wie man vermuten könnte. Es ist zZ. nur nicht cool, sein Missfallen direkt zu äußern.
Mir hat das Erlebnis einen erheblichen Dämpfer versetzt. Hatte ich gelernt, Theresa ganz normal in der Öffentlichkeit auszuleben weis ich jetzt, dass ich doch als peinlich empfunden werde.
.Ich werde Theresa zukünftig außerhalb der Wohnung nur noch in geschützen Räumen ausleben.
In ähnliche Richtung tendierte ein Beitrag in einem großen und bekannten anderen Forum wo unabhängig von meinem Erlebnis geschrieben wurde, das, wenn man 190cm groß und 120 kg schwer sei, sich nicht wundern solle, lächerlich zu wirken...
Ich denke, der Autor hat Recht, auch, wenn man sowas nicht lesen mag. Das sind so in etwa meine Eckdaten.
Ob ich "nicht fetischistischer Tv" oder Ts bin mag hier unerheblich sein. Schließlich werde ich keinem ein psychologisches Gutachten unter die Nase halten um für Anerkennung zu werben.
Und gäbe es eine Pille, nach deren Einnahme die Vorstellung, eine Frau zu sein, verschwinden würde, ich würde sie nun nehmen.
Die Vorstellung von der Frau gefiel mir und ich fühlte mich, trotz vieler Bedenken, wohl damit. Jedoch bringt es mich nicht weiter etwas hinterher zu laufen, was ich nie erreichen kann. Im Gegenteil: Den Rest des Lebens mit einer Partnerin glücklich zu verbringen kann ich vergessen. Frauen im gesetzten passenden Alter wollen Männer (oder vielleicht Frauen), bestimmt aber keine Transvestiten.
Re: Trans„Frau und Vollkommenheit
Verfasst: Mo 24. Feb 2020, 11:47
von Marlene K.
Theresa hat geschrieben: Mo 24. Feb 2020, 11:19
... Hatte ich gelernt, Theresa ganz normal in der Öffentlichkeit auszuleben weis ich jetzt, dass ich doch als peinlich empfunden werde.
.Ich werde Theresa zukünftig außerhalb der Wohnung nur noch in geschützen Räumen ausleben.
In ähnliche Richtung tendierte ein Beitrag in einem großen und bekannten anderen Forum wo unabhängig von meinem Erlebnis geschrieben wurde, das, wenn man 190cm groß und 120 kg schwer sei, sich nicht wundern solle, lächerlich zu wirken...
Ich denke, der Autor hat Recht, auch, wenn man sowas nicht lesen mag. Das sind so in etwa meine Eckdaten.
Ob ich "nicht fetischistischer Tv" oder Ts bin mag hier unerheblich sein. Schließlich werde ich keinem ein psychologisches Gutachten unter die Nase halten um für Anerkennung zu werben.
Und gäbe es eine Pille, nach deren Einnahme die Vorstellung, eine Frau zu sein, verschwinden würde, ich würde sie nun nehmen.
Die Vorstellung von der Frau gefiel mir und ich fühlte mich, trotz vieler Bedenken, wohl damit. Jedoch bringt es mich nicht weiter etwas hinterher zu laufen, was ich nie erreichen kann. Im Gegenteil: Den Rest des Lebens mit einer Partnerin glücklich zu verbringen kann ich vergessen. Frauen im gesetzten passenden Alter wollen Männer (oder vielleicht Frauen),
bestimmt aber keine Transvestiten.
Liebe Theresa,
ich würde Dich gerne kurz in den Arm nehmen. Solche Erlebnisse lassen keine*n Menschen unberührt. Doch sagen sie nichts über Dich aber ganz viel über die Verkäuferin aus.
Wie ragiert diese auf eine stark übergewichtige Frau oder auf eine Frau mit einer gut sichtbaren Veränderung am Körper oder im Gesicht? Sind die auch peinlich und müssen möglichst schnell verschwinden? Dürfen Kopftuchträgerinnen schöne Kleidungsstücke nur noch in muslimisch geführten Geschäften anprobieren?
Alle diese möglichen Diskriminierungsformen speisen sich aus der geleichen Quelle: gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit.
Wir sind die Menschen, als die wir uns empfinden. Solange wir als verstörend empfunden werden, ist es durchaus hinnehmbar. Einen Menschen als peinlich oder lächerlich zu bezeichnen ist schlicht und ergreifend Ausdruck der eigenen Engstirnigkeit, Arroganz und Menschenfeindlichkeit.
Nicht der Transvestit oder die Tunte, auch nicht die Kampflesbe oder der kesse Vater sind lächerlich und schon gar keine 1,9m große Frau mit Übergewicht. Sie lächerlich zu finden ist lächerlich.
Ich hoffe, dass Du nicht aufhörst Du zu sein und den echten Menschen nicht Dein wahres Sein vorenthälst. Den nur wenn Du echt bist wirst Du die Frau finden, die Dich lieben kann. ...und nach meiner Erfahrung gibt es unter lesbischen Frauen mehr echte Menschen als unter heterosexuellen Männern. Da mögen meine Erfahrungen aber auch gefärbt sein...
Bitte bleib den Menschen zuliebe Du selbst
Traurige Grüße sendet
Re: Trans„Frau und Vollkommenheit
Verfasst: Mo 24. Feb 2020, 12:09
von Jasmine
Theresa hat geschrieben: Mo 24. Feb 2020, 11:19
Ich hatte am Freitag ein besonderes Erlebnis: Ich betrat ein Einzelhandelsgeschäft für "Damenzubehör" . Zunächst wurde ich von der Verkäuferin oben bis unten gescanned. Ok, das gehört wohl zum Geschäft, sagte ich mir. Um die Simmung zu lockern neinte ich:" So muss es wohl im Paradies aussehen." Doch statt ein entspanntes Lächeln zu erhaschen nun Missbilligung auf der ganzen Linie. Ich erklärte meinen Wunsch und die beiden Größen, mit denen ich zurecht komme. "Was denn nun?" war die barsche Frage. Sie zog ein entsprechendes Teil aus dem Regal mit der Frage, ob ich das anprobieren wolle. Natürlich wollte ich denn sonst hätte ich im Netz bestellen können. "Dann beeilen sie sich, bevor eine Kundin rein kommt." Ich erklärte, das ich keine Lust hätte das unter Stress zu probieren und auch nicht peinlich sein wolle. Sie meint, ich brauche nicht gleich eingeschappt zu sein und ich solle mich nicht anstellen.... Ok, das war dann der Zeitpunkt wo ich den Laden verlies. Sie rief noch hinter mir her, ich solle möglichst nicht wieder kommen.
-Da brauch sich die Verkäuferin bestimmt keine Sorgen zu machen.
..........................
Es tut mir leid, was du da erleben musstest. Sowas ist mir hier im ländlichen Bereich Gott sei dank noch nicht passiert. In einem solchen Fall hätte ich mich mit einer Mail beschwert. Aber von einem solchen Erlebnis würde ich mich nicht einengen lassen. Es wird immer Menschen geben, die mich nicht akzeptieren, aber es ist nicht mein Problem und von denen lasse ich mir nichts aufzwingen.
Liebe Grüße Jasmine
Re: Trans„Frau und Vollkommenheit
Verfasst: Mo 24. Feb 2020, 12:10
von lexes
Ralf-Marlene hat geschrieben: Mo 24. Feb 2020, 11:47
Theresa hat geschrieben: Mo 24. Feb 2020, 11:19
... Hatte ich gelernt, Theresa ganz normal in der Öffentlichkeit auszuleben weis ich jetzt, dass ich doch als peinlich empfunden werde.
.Ich werde Theresa zukünftig außerhalb der Wohnung nur noch in geschützen Räumen ausleben.
In ähnliche Richtung tendierte ein Beitrag in einem großen und bekannten anderen Forum wo unabhängig von meinem Erlebnis geschrieben wurde, das, wenn man 190cm groß und 120 kg schwer sei, sich nicht wundern solle, lächerlich zu wirken...
Ich denke, der Autor hat Recht, auch, wenn man sowas nicht lesen mag. Das sind so in etwa meine Eckdaten.
Ob ich "nicht fetischistischer Tv" oder Ts bin mag hier unerheblich sein. Schließlich werde ich keinem ein psychologisches Gutachten unter die Nase halten um für Anerkennung zu werben.
Und gäbe es eine Pille, nach deren Einnahme die Vorstellung, eine Frau zu sein, verschwinden würde, ich würde sie nun nehmen.
Die Vorstellung von der Frau gefiel mir und ich fühlte mich, trotz vieler Bedenken, wohl damit. Jedoch bringt es mich nicht weiter etwas hinterher zu laufen, was ich nie erreichen kann. Im Gegenteil: Den Rest des Lebens mit einer Partnerin glücklich zu verbringen kann ich vergessen. Frauen im gesetzten passenden Alter wollen Männer (oder vielleicht Frauen),
bestimmt aber keine Transvestiten.
Liebe Theresa,
ich würde Dich gerne kurz in den Arm nehmen. Solche Erlebnisse lassen keine*n Menschen unberührt. Doch sagen sie nichts über Dich aber ganz viel über die Verkäuferin aus.
Wie ragiert diese auf eine stark übergewichtige Frau oder auf eine Frau mit einer gut sichtbaren Veränderung am Körper oder im Gesicht? Sind die auch peinlich und müssen möglichst schnell verschwinden? Dürfen Kopftuchträgerinnen schöne Kleidungsstücke nur noch in muslimisch geführten Geschäften anprobieren?
Alle diese möglichen Diskriminierungsformen speisen sich aus der geleichen Quelle: gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit.
Wir sind die Menschen, als die wir uns empfinden. Solange wir als verstörend empfunden werden, ist es durchaus hinnehmbar. Einen Menschen als peinlich oder lächerlich zu bezeichnen ist schlicht und ergreifend Ausdruck der eigenen Engstirnigkeit, Arroganz und Menschenfeindlichkeit.
Nicht der Transvestit oder die Tunte, auch nicht die Kampflesbe oder der kesse Vater sind lächerlich und schon gar keine 1,9m große Frau mit Übergewicht. Sie lächerlich zu finden ist lächerlich.
Ich hoffe, dass Du nicht aufhörst Du zu sein und den echten Menschen nicht Dein wahres Sein vorenthälst. Den nur wenn Du echt bist wirst Du die Frau finden, die Dich lieben kann. ...und nach meiner Erfahrung gibt es unter lesbischen Frauen mehr echte Menschen als unter heterosexuellen Männern. Da mögen meine Erfahrungen aber auch gefärbt sein...
Bitte bleib den Menschen zuliebe Du selbst
Traurige Grüße sendet
Schön gesagt ...
Ich bin hier innerlich schon wieder auf 180 ..
Wenn Theresa nicht gerade versucht hat in einem gut frequentierten Geschäft voller Kinder, einen zu kurzen LackMini über stoppelhaarige Beine minutenlang in Highheels ausserhalb einer Kabine zu tragen, DANN HABE ICH DA KEIN VERSTÄNDNIS FÜR
Und ich würde mich ( höflich und sachlich , meine Person gut erklärend , was leider nötig scheint ) mal kurz schriftlich an die Zentrale besagten Geschäftes wenden..
Jasmine hat geschrieben: Mo 24. Feb 2020, 12:09In einem solchen Fall hätte ich mich mit einer Mail beschwert. Liebe Grüße Jasmine
So in der Art ...
Das kannst Du doch so nicht stehen lassen , Jetzt glaubt diese blöde Kuh doch alles richtig gemacht zu haben .... oder bin ich jetzt renitent.
Das ist
unprofessionell / unhöflich / ungebührlich / UN-EGAL-WAS !!
Liebe Theresa . . . wenn dein Gewissen rein ist ( was ich glaube , Stichwort LackMini ) ) : Lass Dir das bitte nicht gefallen.
Ich wäre in einem solchen Moment immer sehr gerne im Laden gewesen ( natürlich in Jeans mit gestutzem Bart ) und hätte der Dame mal kurz :
- die Frisur,
- die innere Gestimmtheit
- die Regeln des Anstandes
- und die korrekte Anschauung der Welt neu ausgerichtet
Fühl Dich von Ralf-Marlene und mir dazu kräftig gedrückt, das hast Du weder verdient noch zu ertragen.
Ebenfalls traurige Grüße
Lexi
Re: Trans„Frau und Vollkommenheit
Verfasst: Mo 24. Feb 2020, 12:40
von Jaddy
Das war ja wirklich ein Schlag ins Kontor. Wirklich unmöglich und nicht nur menschlich voll daneben, sondern auch sehr unprofessionell. Ganz vereinzelt hatte ich auch merkwürdige Blicke oder irritierende Sätze von Verkaufspersonen, aber sowas tatsächlich noch nicht.
Allerdings würde ich nicht von einer Person auf alle schliessen. Klar wird die Akzeptanzgruppe kleiner, je herausragender 1 selbst ist, d.h. je weniger 1 in der Masse untergeht. Aber hey, eine dezente, alltäglich feminine Präsentation ist jetzt wirklich nichts wirklich weltbewegend exotisches.
Was eigentlich zählt ist aber letztlich Deine Zufriedenheit mit Dir selbst. Und das wird immer ein Kompromiss zwischen Bedürfnissen und Konsequenzen sein. "Wir" kriegen diese Sachen nicht aus dem Kopf. Irgendwelche tief verankerten Dinge hängen daran, dass Klamotten, Erscheinungsbild und Wahrnehmung durch andere mit "weiblich" verknüpft sind. Diese Bedürfnisse wirst Du nicht anders abdecken können, und wenn Du versuchst, die Geister wieder in die Flasche zu sperren, werden sie Dich überall dort plagen, wo Du "normal" sein möchtest.
Lass Dich nicht von einer engstirnigen Person runter ziehen. Es gibt viele mögliche Umgebungen und Menschen, die Dich in Deiner bevorzugten Erscheinung akzeptieren. Und wenn das nicht Deine bisherigen sind, dann ist das die Gelegenheit, sie zu finden und kennenzulernen.