Re: Mein Passing und das Unverständnis dazu
Verfasst: Mi 18. Dez 2019, 11:11
Liebe Lisa, vielen Dank für das Stop Zeichen.
Leider ist dieser Thread etwas entartet, ich möchte mich für meinen Anteil daran bei Dir entschuldigen. Da kam der in seiner Ehre gekränkte Kerl durch, der doch nur eine kleiner Teil meiner Persönlichkeit sein sollte (und darf). Und die ist nun mal in erster linie der non binäre trans* Mensch mit dem Hang zum Ausleben eines gewissen Passings im Sinne des binären Modells.
Das Dumme ist eben am Passing, dass es eigentlich eine Chimäre ist vor der ich selber manchmal Angst habe. Nach dem Motto "was tust Du hier eigentlich". Und dann kommt die Frage ob ich das für mich wirklich brauche.
Schließlich bin ich keine Frau und habe auch kein Bestreben eine zu werden. Wobei sich natürlich hier wieder die Frage stellt, was eine Frau eigentlich ausmacht. Ich bewundere immer die trans* Menschen, die sich sicher sind schon immer eine Frau gewesen zu sein und das auch jetzt sind. Woher diese Gewissheit?
Ich weiss nur sicher, dass ich bei allem Aufwand wie eine "richtige" Frau auszusehen dadurch nicht zu einer werde. Zumal dies nur ein Bild von Frau ist, ein Ideal, dem ja auch die Cis-frauen keineswegs durchgehend entsprechen. Also ist es eigentlich gar nicht schlimm wenn ich dieses ideale Passing nicht erreiche. Es ist genauso nur ein Bild, eine Ikone, die mit der Realität nichts zu tun hat. Nur habe ich eben noch keinen Weg gefunden wie das richtige Passing für einen non binären trans* Menschen ist. Zumal diese Art Mensch es im üblichen Modell gar nicht gibt. Ein Dilemma...
Du siehst also, es gibt auch andere transidente (siehe unten) Menschen, die mit einem "Passing" so ihre Probleme haben. Nicht so sehr weil sie einem rein auf Äußerlichkeiten erstellten Modell nicht perfekt folgen können. Sie finden sich in dem Modell nicht wieder.
Dafür sollte auch Verständnis da sein. Mir geht es genau vie Yvi: Ich bin stolz auf das was ich bin - ergänzend dazu: der Stolz kommt daher, nach langer Zeit von Irrungen und Wirrungen endlich bei meinem eigenen Selbst angekommen zu sein. Und das ist tausenmal schöner (quatsch - keine Märchen) - tausendmal wichtiger als jede Äußerlichkeit.
Jenina
PS: ich finde, dass zu den transidenten Menschen alle zugehörig sind, die aufgrund ihrer Psyche oder ihrer Physis nicht dem binären Geschlechtsmodell entsprechen. Ich finde es nicht gut wenn man diese Bezeichnung auf die Menschen, die man gemeinhin als "Transsexuell" (eine unschöne Bezeichnung) bezeichnet hat, beschränkt. Für mich gehören auch die intersexuellen Meschen dazu und alle trans* Menschen die sich meinetwegen als CD, Transvestit , Drag, DWT oder wie auch immer bezeichnen. Das zu dividieren stört mich immer wieder am meisten.