Hier mein Ergebnis von ca. 1,5 Stunden Auseinandersetzung mit den angebotenen Artikeln ...
Sorry, aber das ist kindlich naiver Zweckoptimismus einer Person, die große Angst vor dem Erwachsenwerden hat, und diesen Prozess mitsamt unseren aktuellen Problem und negativen Tendenzen einfach nur gerne überspringen möchte.
Das korrespondiert auffallend mit dem mit dem eher destruktiven Narrativ religiöser Menschen von einem besseren Jenseits, und ist nicht zielführend.
Im Jahre 2050 bin ich entweder tot, oder habe nur noch eine sehr begrenzte Teilhabe am Leben.
ICH LEBE JETZT!
Ich wollte schon abbrechen, als ich den nächsten Narrativ entdeckte ... Nazis haben einen Brand im Reichstag ... äh nein ... in einem AKW gelegt.
So sehr ich auch gegen Rechts bin, aber die Argumentation ist Bullshit. Gleich ob Islamisten oder Nazibanden - sie werden gleichermaßen aus am Hintergrund gesteuert. Wir sollen Angst vor den Bedrohungs-Darstellern haben, vor diesen Marionetten im großen Theaterspiel "ANGST und SCHRECKEN", damit wir die waren Schuldigen, die Direktoren und Regisseure dieses widerlichen Schauspiels nicht erkennen. So mancher Links-Denker betätigt sich hier zugleich systemerhaltend, in dem er das Problem auf das scheinbar so Offensichtliche reduziert. Das Erstarken der Nazihorden ist nicht Ursache, sondern Symptom unserer gegenwärtigen Probleme und von der "Gegen-die-Bevölkerung"-Politik der letzten 20 Jahre generiert worden.
Ich habe dann endgültig abgebrochen, was bei mir ausgesprochen selten vorkommt. Normalerweise lese ich eher viel zu viel.
Der nächste Artikel leidet mir gegenüber natürlich unter der Wirkung des vorherigen sowie der Tatsache, mit diesem in einem Atemzug empfohlen worden zu sein. Nach dem Lesen der einleitenden Vorwarnung und einem vorsichtigen Querlesen der ersten Absätze sprang mir gleich ein Eigenzitat des Verfassers ins Gesicht. WTF? Ist das die neue Art ... von ... ich weiß nicht?! Was soll das bedeuten? Ok, vielleicht bin ich ja auch heute nur etwas dünnhäutig, aber für mich ist das doch eher befremdlich, und fühlt sich konstruierend jedoch nicht konstruktiv an.
Es wird wieder das übliche Feinbild beschworen, die Ursachen ausgeblendet. Sorry, habe fertig. Dieses Mal noch viel eher.
Der Titel klingt an sich vielversprechend, mal schauen, was der Autor darunter versteht ...
Und oh Wunder, es gibt doch noch wenigstens einen kleinen Lichtblick.
Der Autor gibt recht freimütig zu, dass ein guter Teil der Journalisten nur faden Kaugummi fürs Gehirn produzieren, oder wie er es nennt: rosa Zuckerwatte, während andererseits nicht gerade wenige Journalisten ein ziemlich ausgeprägtes Sendungsbewustsein haben bzw. mit der Zeit entwickeln.
Er schreibt: "Weil Journalisten auch nur Menschen sind", was vollkommen richtig ist. Aber es darf keine Entschuldigung für manipulatives Gebaren sein, sondern muss täglicher Ansporn für einen bewussten Umgang mit diesem Problem bei sich selbst und seinen Kollegen bleiben.
Journalisten sind ebenso wie Ärzte keine Götter, auch wenn sich zu viele als solche fühlen.
Was mir etwas fehlt, sind die Schlussfolgerungen. Er selbst schreibt: "Neben Wer?, Wie?, Was?, Wo?, "¦ fragt Konstruktiver Journalismus auch: -»Wie geht es weiter?-«", aber wird dann selbst bei der 5. Frage nicht konkret, wie Journalisten in ihrer Arbeit besser werden können. Die reine Feststellung, dass wenn sie es schaffen besser zu werden, die Bindung zum Leser besser wird, ist nur ein Gemeinplatz, der mir auch klar ist. Was fehlt ist eine klare Schlussfolgerung, was der eigene Berufsstand ändern könnte und müsste, um dies zu erreichen.
Wobei ich noch persönlich anmerken möchte, dass eine zu große Nähe (im Sinne von Verbundenheit und Identifikation) der Leser zum Journalisten ebenso gefährlich ist, wie die des Journalisten zu Themen und Personen über die er berichtet. Die Versuchung, zu manipulieren ebenso wie die Gefahr, manipuliert zu werden, ist einfach zu groß.
Jaddy hat geschrieben: Sa 21. Apr 2018, 11:50
Wem das nicht reicht, schippe ich auch gerne noch Steven Pinker und ein paar andere auf den Teller. Zum sattessen an positivem Realismus. Und jetzt freue ich mich auf die Zukunft.
Bis jetzt habe ich noch nicht wirklich positiven Realismus gesehen. Wolltest du uns mit den ersten 3 Artikeln erst mal so richtig aushungern? Oder ist der angedrohte Nachschlag auch nur wie eine Mischung aus Süßstoff und gepressten Schwämmchen, die im Magen aufquellen und voll aber nicht satt machen?
Mit knurrendem Hirn
Michi