Re: Meine ersten Lackschuhe mit 14 (Fortsetzung)
Verfasst: Di 10. Apr 2018, 17:20
Teil 21
Urlaub in Italien, Alltag
Um ein Viertel nach neun Uhr klopfte es an unserer Tür. Ich hüpfte im Nachthemd zur Tür und öffnete. Sandra war"™s, die uns mitteilte, dass wenn wir noch frühstücken wollten, das Morgenbüffet nur noch bis 10 Uhr bereit stünde. "Papa, Tom und ich gehen dann schon mal runter zum Strand, um zwei Sonnenschirme und die Liegebetten zu mieten."
Ich weckte Laura mit Küsschen. "Ich bin müde. Ich will noch ein wenig schlafen."
"Willst du kein Frühstück?"
"Doch, doch. "¦ Ok, ich komme." Ich küsste sie rasch auf den Mund und rannte ins Bad. Laura stand sofort auf, kam auch ins Bad und küsste zurück.
Eine kurze Dusche musste genügen, rein in die Bikinis, Strandkleid drüber, in die Flip-Flops geschlüpft und schon gings runter in den Speisesaal, wo ein reichhaltiges Büffet aufgebaut (gewesen) war, wie wir erahnen konnten. Weil wir aber keinen grossen Hunger verspürten, tranken wir lediglich ein Glas Fruchtsaft und assen zwei Brioches mit wenig Marmelade.
Wir holten unsere Strandtücher und Sonnenbrillen aus dem Zimmer und huschten über die Strasse an den Strand, wo sich die anderen schon eingerichtet und es sich gemütlich gemacht hatten. Lauras Papa hatte sich bereits eine deutsche Zeitung am Kiosk besorgt und Tom spielte unten am Wasser.
Wir zogen unsere Strandkleider aus, legten die Strandtücher auf die Sonnenliegen und wollten ein erstes Sonnenbad nehmen.
"Zuerst wird eingecremt. Ich will nicht, dass ihr euch einen Sonnenbrand holt", befahl Sandra. Sie hatte natürlich Recht, denn nach 10 Uhr brannte die Sonne schon ziemlich stark.
Dummerweise war die Sonnencreme aber im Hotelzimmer liegen geblieben.
"Mama, kann ich deine Sonnencreme haben?"
"Nein", beantwortete sie die Frage kurz und bündig. "Wer keinen Kopf hat, der hat Beine."
Ich anerbot mich, die Sonnencreme zu holen. Aber Laura sagte, nachdem sie den vorwurfsvollen Blick ihrer Mama gesehen hatte: "Ich geh ja schon."
"Ich komme mit."
Händchenhaltend gingen wir nur mit Bikini bekleidet zurück ins Hotel, verlangten den an der Rezeption den Schlüssel und rannten die Treppen hoch.
Oben angekommen fragte Laura etwas überraschend:
"Liebst du mich eigentlich noch?"
Ich brauchte keine Worte, packte Laura und "šwarf"˜ sie aufs Bett. Ich stürzte mich auf sie, küsste und streichelte sie.
"Reicht dir das?"
Auch sie gab keine Antwort und setzte "šbloss"˜ zu einem sehr langen, wunderschönen Zungenkuss an.
Beinahe hätten wir die Sonnencreme vergessen. Wir haben sie dann kurz vor dem Verlassen des Zimmers noch mitgenommen!
Am Strand cremten wir uns gegenseitig den Rücken ein, es war eher ein Streicheln. Ein Wonnegefühl durchlief meinen Körper und ich flüsterte zu Laura: "So, schön, das könntest du stundenlang machen." Und weil es für beide so schön war, cremten wir einander auch den restlichen Körper ein. Dazu sass ich hinter Laura auf der Liege und strich ihr von hinten den Brustbereich ein. Zwei, drei Mal geriet ich dabei absichtlich unter das Oberteil ihres Bikinis. Ich spürte wie sich ihre Brustwarzen verhärteten und sie es genoss.
Danach tauschten wir die Rollen.
"Bei dir ist alles noch ganz flach", meinte sie flüsternd.
"Ja, ich weiss. Es wird lange dauern, bis man etwas sehen wird. Aber mach nur weiter, es ist trotzdem ein schönes Gefühl", drehte mich um und küsste sie.
Eine Weile später, wir hatten es uns auf den Strandliegen bequem gemacht, fragte Sandra:
"Papa und ich gehen mit Tom an die Strandbar, um etwas zu trinken. Kommt ihr mit?"
"Ne, heute nicht", gab Laura für beide zur Antwort. "Wir sind immer noch müde von gestern und werden ein wenig chillen."
Weil die Sonne sehr stark vom Himmel brannte, verzogen wir uns in den Schatten des Sonnenschirms und schliefen eine Runde und warteten bis die anderen wieder da waren.
"Kommt ihr ins Wasser?", fragte Tom.
Und blitzschnell schoss es aus Laura heraus: "Wer zuletzt am Wasser ist, wird untergetaucht", und rannte los. Meine Reaktion war an diesem Morgen nicht die allerbeste, so dass ich den Wettlauf verlor und Tom seine helle Freude daran hatte, mich unter Wasser drücken zu dürfen. Dann war er an der Reihe, dann Laura. Wir lachten und hatten einfach Spass.
Nach dem Mittagessen ab 13 Uhr mit Pasta, Hauptgang und Nachspeise wie jeden Tag, zogen sich Lauras Eltern mit Tom in die Zimmer zurück.
"Über Mittag bis vier Uhr ist es am Strand viel zu heiss. Wir legen uns hin." Nicht sehr zur Freude von Tom.
"Und wir?", fragte ich Laura.
"Solltest du nicht noch einen Sonnenhut kaufen", fragte sie zurück.
"Stimmt, das hat Mom mir zu Hause aufgetragen. Lass uns zu der Boutique am Strand gehen."
"Ich kaufe mir auch einen neuen, der alte sieht nicht mehr schön aus."
Schnell hatten wir uns für ein hippiges Modell entschieden, Laura für einen in hellrosa, ich für einen hellblauen, beide mit gepunktetem Band.
"Und nun, was machen wir?"
"Komm, wir gehen an den Strand. Wenn es zu heiss ist, gehen wir ins Wasser oder bleiben im Schatten."
Es war dann tatsächlich so heiss, dass man kaum barfuss über den Sand gehen konnte. Wir entschieden uns für einen Bummel entlang des Wassers, wo die Hitze erträglicher war, weil ein schwacher Wind vom Meer her für etwas Kühlung sorgte. Der Strand war menschenleer, nicht so wie jeweils morgens als Massen von Menschen am Strand hin und her pilgerten.
Hand in Hand spazierten wir gut eine Stunde.
Auf dem Rückweg fragte Sandra: "Weisst du schon, was du am 1. Schultag anziehst und was du den anderen sagen willst?"
"Was ich tragen werde hängt vom Wetter ab, sicher möchte ich ein Kleid oder einen Rock tragen. Was ich sagen will, weiss ich noch nicht. In Gedanken versuche ich die richtigen Worte zu finden, verwerfe diese und suche immer wieder nach einer neuen Variante."
"Hast du eigentlich keine Angst, dass dich die anderen fertigmachen, vor allem die doofen Jungs an unserer Schule?"
"Doch schon, aber da muss ich durch. Das habe ich mit meiner Psychologin schon mehrmals durchgespielt."
"Aber wir bleiben doch Freundinnen für immer?", fragte ich Laura und sah sie mit verträumtem und flehendem Blick an.
"Ja doch, mein Schätzchen." Sie lächelte herzhaft zurück und küsste mich.
Nach 16 Uhr erwachte das Strandleben wieder. Laura und ich hielten nach Gleichaltrigen Ausschau und entdeckten welche beim Beachvolleyball. Wir schlenderten hinüber zum Spielfeld und schauten dem Treiben zu. Sie spielten zu neunt, Italiener, Deutsche und Schweizer konnten wir an der Sprache ausmachen, Jungs und Mädchen. Alsbald quatschte uns ein hübscher, blonder Junge an, der vielleicht 2 Jahre älter war, und fragte auf Italienisch - und als wir dies nicht verstanden hatten - auf Englisch, ob wir mitspielen wollten. Wir bejahten: "Si, yes, ja."
Zuerst wurde gequatscht, um herauszufinden, wer wir und woher wir seien. Einer der Deutschen, ein grossgewachsener, etwas unsympathisch wirkender Kerl meinte dann schnippisch: "Habt ihr überhaupt Ahnung von Volleyball?"
"Wir haben in der Schule auch schon gespielt", gaben wir ihm barsch zur Antwort.
Zwei neue Teams wurden gebildet, Laura und ich getrennt. Wir merkten bald, dass wir nicht die schlechtesten Spielerinnen waren. Durch die vielen Fehler kam einfach kein richtiger Spielrhythmus auf. In diesen Pausen bemerkte ich den blonden Italiener im anderen Team wie er mich andauernd im Auge hatte. Ich fühlte mich geschmeichelt und lächelte beim nächsten Augenkontakt zurück. Nach dem das Spiel zu Ende war sagte man sich "Tschüss", "Ciao, a domani" oder "See you" und entfernte sich. Laura und ich gingen zurück zu unserem Sonnenschirm, teilten den Eltern mit, dass wir nun Baden würden. Wir schlenderten runter zum Wasser und sprangen hinein. Was für eine Wohltat, hatte das Spielen doch sehr warm gegeben.
Im seichten Wasser hockten wir uns auf den Boden, das Wasser reichte so gerade mal bis zur Brust. Wir konnten kaum ein paar Worte miteinander reden, schon hatten wir Besuch. Der Blonde und einer seiner Kumpel standen vor uns und begannen mit uns zu quatschen. Sie konnten kein Deutsch, wir kein Italienisch, aber alle sprachen ein bisschen Englisch. Schon bald waren Namen, sie hiessen Mattia — der Blonde — und Francesco, Alter (beide schon 15), Wohnort, in welchem Hotel man war und wie lange die Ferien noch dauern würden und anderes mehr ausgetauscht. Wir quatschten dann noch eine Weile und verabredeten uns auf den nächsten Tag. "Si, domani!" konnten wir schon auf Italienisch bestätigen, gaben uns die Hand und sagten: "Ciao."
"Lief doch prima", meinte Laura, "die haben beide nicht gecheckt, dass du eigentlich noch ein Junge bist. Das ist doch ein gutes Zeichen, auch im Hinblick auf dein Coming-Out", und nach einer kurzen Pause: "Ich habe schon bemerkt wie dich Mattia angehimmelt hat. Werde mir bloss nicht untreu, hast du verstanden?"
Die Hitze war unterdessen erträglich geworden, so dass wir uns noch ein wenig dem Sonnenbaden widmen wollten. Kaum lagen wir frisch eingecremt auf unseren Liegen, fragte Sandra ziemlich ironisch: "Sind euch schon die ersten Italiener auf die Pelle gerückt?"
"Ja, Mama, lass das", kommentierte Laura ihre Mama.
Wie praktisch jeden Abend spazierten wir alle fünf zur Gelateria, um uns ein Cono zu genehmigen. Danach schlenderten Laura und ich die Strandpromenade auf und ab. Ab und zu wurden wir auch angequatscht oder angemacht. Weil uns die Typen aber zu aufdringlich waren, liessen wir sie kommentarlos stehen.
Zurück im Zimmer machten wir uns fürs Schlafen bereit. Laura meinte, dass sie bei der Hitze nackt schlafen würde, nur vom leichten Leintuch zugedeckt. Ich ahmte es ihr nach, behielt aber die Höschen an. Wir kuschelten und küssten uns unter dem Leintuch noch eine ganze Weile, ehe wir sanft ins Land der Träume davonschwebten.
Die folgenden Tage verliefen ganz ähnlich.
In der Strandbar entdeckten wir ein Getränk, dass es uns angetan hatte, "šGranite"˜ Limone oder Pesca, ein gefrorenes Süssgetränk mit Sorbet ähnlicher Konsistenz, das man einen Strohhalm schlürfte. Laura bevorzugte die Pfirsich-, ich die Zitronen-Variante.
Am Kiosk kauften wir die neueste "šBravo"˜ und ein italienisches Micky-Maus-Heft, das "šTopolino"˜. Das Topolino half ein wenig Italienisch zu lernen.
Auf den Liegebetten hörten wir sehr häufig über Kopfhörer Musik vom iPod oder lasen in den mitgebrachten Büchern.
Morgens, wenn der Sand noch nicht so heiss war, spielten wir Boccia.
Ein paar Mal kamen auch die Jungs vorbei, um uns ins Wasser oder auf einen kleinen Strandspaziergang zu begleiten, oder sie forderten uns auf Beachvolleyball spielen zu kommen. Sie luden uns auch jedes Mal zu einem Getränk oder einem Eis ein. Nur wie sie aufdringlicher werden wollten, wehrten wir sie ab und radebrechten auf Italienisch: "Amigo a casa in Deutschland." Händchen halten war ok, vielleicht ein harmloser Kuss, aber mehr nicht, hatten Laura und ich vereinbart.
Zwei Mal liessen wir uns am Morgen ganz früh wecken, damit wir den Sonnenaufgang betrachten konnten. Einmal schauten wir uns das Spektakel vom Balkon unseres Zimmers an, das andere Mal gingen wir hinunter an den Strand. Dort machten wir auch schöne Fotos. Einen Jogger baten wir, ob er uns gemeinsam fotografieren würde. Er sagte etwas auf Italienisch, das wir nicht verstanden, nur "šbelezze"˜ haben wir herausgehört. Er liess es sich aber nicht nehmen uns abzulichten und knipste wild drauflos, während wir immer wieder andere Posen einnahmen.
Tom hatte immer besonders viel Spass, wenn wir mit ihm Sandburgen bauten. Einmal mit ihm allein fragte er mich: "Warum willst du ein Mädchen sein?"
Mit dieser Frage von ihm hatte ich wirklich nicht gerechnet und wusste auf Anhieb nicht, was ich antworten sollte. Nach kurzer Bedenkzeit erklärte ich ihm: "Weisst du, es gibt Menschen, die sind im falschen Körper geboren so wie ich, als Junge geboren, fühlen sich aber als Mädchen. Es gibt auch Mädchen, die lieber ein Junge wären. Das ist einfach in einem drin, da kann man nichts dagegen machen."
"Du willst nicht ein Mädchen sein, weil du dir lange Haare hast wachsen lassen?"
"Nein, nein, das hat mit den Haaren nichts zu tun. Als Mädchen trägt man eben langes Haar."
Er, dessen Haare auch schon fast bis zur Schulter reichten, sagte dann nach kurzem Überlegen: "Ich werde Mama sagen, dass ich die Haare wieder kurz möchte, denn ich will kein Mädchen werden."
"Ja, mach das."
Ich umarmte und küsste ihn auf seine Wangen. Er wurde rot und lächelte mich an.
(Fortsetzung folgt, Jessy)
Urlaub in Italien, Alltag
Um ein Viertel nach neun Uhr klopfte es an unserer Tür. Ich hüpfte im Nachthemd zur Tür und öffnete. Sandra war"™s, die uns mitteilte, dass wenn wir noch frühstücken wollten, das Morgenbüffet nur noch bis 10 Uhr bereit stünde. "Papa, Tom und ich gehen dann schon mal runter zum Strand, um zwei Sonnenschirme und die Liegebetten zu mieten."
Ich weckte Laura mit Küsschen. "Ich bin müde. Ich will noch ein wenig schlafen."
"Willst du kein Frühstück?"
"Doch, doch. "¦ Ok, ich komme." Ich küsste sie rasch auf den Mund und rannte ins Bad. Laura stand sofort auf, kam auch ins Bad und küsste zurück.
Eine kurze Dusche musste genügen, rein in die Bikinis, Strandkleid drüber, in die Flip-Flops geschlüpft und schon gings runter in den Speisesaal, wo ein reichhaltiges Büffet aufgebaut (gewesen) war, wie wir erahnen konnten. Weil wir aber keinen grossen Hunger verspürten, tranken wir lediglich ein Glas Fruchtsaft und assen zwei Brioches mit wenig Marmelade.
Wir holten unsere Strandtücher und Sonnenbrillen aus dem Zimmer und huschten über die Strasse an den Strand, wo sich die anderen schon eingerichtet und es sich gemütlich gemacht hatten. Lauras Papa hatte sich bereits eine deutsche Zeitung am Kiosk besorgt und Tom spielte unten am Wasser.
Wir zogen unsere Strandkleider aus, legten die Strandtücher auf die Sonnenliegen und wollten ein erstes Sonnenbad nehmen.
"Zuerst wird eingecremt. Ich will nicht, dass ihr euch einen Sonnenbrand holt", befahl Sandra. Sie hatte natürlich Recht, denn nach 10 Uhr brannte die Sonne schon ziemlich stark.
Dummerweise war die Sonnencreme aber im Hotelzimmer liegen geblieben.
"Mama, kann ich deine Sonnencreme haben?"
"Nein", beantwortete sie die Frage kurz und bündig. "Wer keinen Kopf hat, der hat Beine."
Ich anerbot mich, die Sonnencreme zu holen. Aber Laura sagte, nachdem sie den vorwurfsvollen Blick ihrer Mama gesehen hatte: "Ich geh ja schon."
"Ich komme mit."
Händchenhaltend gingen wir nur mit Bikini bekleidet zurück ins Hotel, verlangten den an der Rezeption den Schlüssel und rannten die Treppen hoch.
Oben angekommen fragte Laura etwas überraschend:
"Liebst du mich eigentlich noch?"
Ich brauchte keine Worte, packte Laura und "šwarf"˜ sie aufs Bett. Ich stürzte mich auf sie, küsste und streichelte sie.
"Reicht dir das?"
Auch sie gab keine Antwort und setzte "šbloss"˜ zu einem sehr langen, wunderschönen Zungenkuss an.
Beinahe hätten wir die Sonnencreme vergessen. Wir haben sie dann kurz vor dem Verlassen des Zimmers noch mitgenommen!
Am Strand cremten wir uns gegenseitig den Rücken ein, es war eher ein Streicheln. Ein Wonnegefühl durchlief meinen Körper und ich flüsterte zu Laura: "So, schön, das könntest du stundenlang machen." Und weil es für beide so schön war, cremten wir einander auch den restlichen Körper ein. Dazu sass ich hinter Laura auf der Liege und strich ihr von hinten den Brustbereich ein. Zwei, drei Mal geriet ich dabei absichtlich unter das Oberteil ihres Bikinis. Ich spürte wie sich ihre Brustwarzen verhärteten und sie es genoss.
Danach tauschten wir die Rollen.
"Bei dir ist alles noch ganz flach", meinte sie flüsternd.
"Ja, ich weiss. Es wird lange dauern, bis man etwas sehen wird. Aber mach nur weiter, es ist trotzdem ein schönes Gefühl", drehte mich um und küsste sie.
Eine Weile später, wir hatten es uns auf den Strandliegen bequem gemacht, fragte Sandra:
"Papa und ich gehen mit Tom an die Strandbar, um etwas zu trinken. Kommt ihr mit?"
"Ne, heute nicht", gab Laura für beide zur Antwort. "Wir sind immer noch müde von gestern und werden ein wenig chillen."
Weil die Sonne sehr stark vom Himmel brannte, verzogen wir uns in den Schatten des Sonnenschirms und schliefen eine Runde und warteten bis die anderen wieder da waren.
"Kommt ihr ins Wasser?", fragte Tom.
Und blitzschnell schoss es aus Laura heraus: "Wer zuletzt am Wasser ist, wird untergetaucht", und rannte los. Meine Reaktion war an diesem Morgen nicht die allerbeste, so dass ich den Wettlauf verlor und Tom seine helle Freude daran hatte, mich unter Wasser drücken zu dürfen. Dann war er an der Reihe, dann Laura. Wir lachten und hatten einfach Spass.
Nach dem Mittagessen ab 13 Uhr mit Pasta, Hauptgang und Nachspeise wie jeden Tag, zogen sich Lauras Eltern mit Tom in die Zimmer zurück.
"Über Mittag bis vier Uhr ist es am Strand viel zu heiss. Wir legen uns hin." Nicht sehr zur Freude von Tom.
"Und wir?", fragte ich Laura.
"Solltest du nicht noch einen Sonnenhut kaufen", fragte sie zurück.
"Stimmt, das hat Mom mir zu Hause aufgetragen. Lass uns zu der Boutique am Strand gehen."
"Ich kaufe mir auch einen neuen, der alte sieht nicht mehr schön aus."
Schnell hatten wir uns für ein hippiges Modell entschieden, Laura für einen in hellrosa, ich für einen hellblauen, beide mit gepunktetem Band.
"Und nun, was machen wir?"
"Komm, wir gehen an den Strand. Wenn es zu heiss ist, gehen wir ins Wasser oder bleiben im Schatten."
Es war dann tatsächlich so heiss, dass man kaum barfuss über den Sand gehen konnte. Wir entschieden uns für einen Bummel entlang des Wassers, wo die Hitze erträglicher war, weil ein schwacher Wind vom Meer her für etwas Kühlung sorgte. Der Strand war menschenleer, nicht so wie jeweils morgens als Massen von Menschen am Strand hin und her pilgerten.
Hand in Hand spazierten wir gut eine Stunde.
Auf dem Rückweg fragte Sandra: "Weisst du schon, was du am 1. Schultag anziehst und was du den anderen sagen willst?"
"Was ich tragen werde hängt vom Wetter ab, sicher möchte ich ein Kleid oder einen Rock tragen. Was ich sagen will, weiss ich noch nicht. In Gedanken versuche ich die richtigen Worte zu finden, verwerfe diese und suche immer wieder nach einer neuen Variante."
"Hast du eigentlich keine Angst, dass dich die anderen fertigmachen, vor allem die doofen Jungs an unserer Schule?"
"Doch schon, aber da muss ich durch. Das habe ich mit meiner Psychologin schon mehrmals durchgespielt."
"Aber wir bleiben doch Freundinnen für immer?", fragte ich Laura und sah sie mit verträumtem und flehendem Blick an.
"Ja doch, mein Schätzchen." Sie lächelte herzhaft zurück und küsste mich.
Nach 16 Uhr erwachte das Strandleben wieder. Laura und ich hielten nach Gleichaltrigen Ausschau und entdeckten welche beim Beachvolleyball. Wir schlenderten hinüber zum Spielfeld und schauten dem Treiben zu. Sie spielten zu neunt, Italiener, Deutsche und Schweizer konnten wir an der Sprache ausmachen, Jungs und Mädchen. Alsbald quatschte uns ein hübscher, blonder Junge an, der vielleicht 2 Jahre älter war, und fragte auf Italienisch - und als wir dies nicht verstanden hatten - auf Englisch, ob wir mitspielen wollten. Wir bejahten: "Si, yes, ja."
Zuerst wurde gequatscht, um herauszufinden, wer wir und woher wir seien. Einer der Deutschen, ein grossgewachsener, etwas unsympathisch wirkender Kerl meinte dann schnippisch: "Habt ihr überhaupt Ahnung von Volleyball?"
"Wir haben in der Schule auch schon gespielt", gaben wir ihm barsch zur Antwort.
Zwei neue Teams wurden gebildet, Laura und ich getrennt. Wir merkten bald, dass wir nicht die schlechtesten Spielerinnen waren. Durch die vielen Fehler kam einfach kein richtiger Spielrhythmus auf. In diesen Pausen bemerkte ich den blonden Italiener im anderen Team wie er mich andauernd im Auge hatte. Ich fühlte mich geschmeichelt und lächelte beim nächsten Augenkontakt zurück. Nach dem das Spiel zu Ende war sagte man sich "Tschüss", "Ciao, a domani" oder "See you" und entfernte sich. Laura und ich gingen zurück zu unserem Sonnenschirm, teilten den Eltern mit, dass wir nun Baden würden. Wir schlenderten runter zum Wasser und sprangen hinein. Was für eine Wohltat, hatte das Spielen doch sehr warm gegeben.
Im seichten Wasser hockten wir uns auf den Boden, das Wasser reichte so gerade mal bis zur Brust. Wir konnten kaum ein paar Worte miteinander reden, schon hatten wir Besuch. Der Blonde und einer seiner Kumpel standen vor uns und begannen mit uns zu quatschen. Sie konnten kein Deutsch, wir kein Italienisch, aber alle sprachen ein bisschen Englisch. Schon bald waren Namen, sie hiessen Mattia — der Blonde — und Francesco, Alter (beide schon 15), Wohnort, in welchem Hotel man war und wie lange die Ferien noch dauern würden und anderes mehr ausgetauscht. Wir quatschten dann noch eine Weile und verabredeten uns auf den nächsten Tag. "Si, domani!" konnten wir schon auf Italienisch bestätigen, gaben uns die Hand und sagten: "Ciao."
"Lief doch prima", meinte Laura, "die haben beide nicht gecheckt, dass du eigentlich noch ein Junge bist. Das ist doch ein gutes Zeichen, auch im Hinblick auf dein Coming-Out", und nach einer kurzen Pause: "Ich habe schon bemerkt wie dich Mattia angehimmelt hat. Werde mir bloss nicht untreu, hast du verstanden?"
Die Hitze war unterdessen erträglich geworden, so dass wir uns noch ein wenig dem Sonnenbaden widmen wollten. Kaum lagen wir frisch eingecremt auf unseren Liegen, fragte Sandra ziemlich ironisch: "Sind euch schon die ersten Italiener auf die Pelle gerückt?"
"Ja, Mama, lass das", kommentierte Laura ihre Mama.
Wie praktisch jeden Abend spazierten wir alle fünf zur Gelateria, um uns ein Cono zu genehmigen. Danach schlenderten Laura und ich die Strandpromenade auf und ab. Ab und zu wurden wir auch angequatscht oder angemacht. Weil uns die Typen aber zu aufdringlich waren, liessen wir sie kommentarlos stehen.
Zurück im Zimmer machten wir uns fürs Schlafen bereit. Laura meinte, dass sie bei der Hitze nackt schlafen würde, nur vom leichten Leintuch zugedeckt. Ich ahmte es ihr nach, behielt aber die Höschen an. Wir kuschelten und küssten uns unter dem Leintuch noch eine ganze Weile, ehe wir sanft ins Land der Träume davonschwebten.
Die folgenden Tage verliefen ganz ähnlich.
In der Strandbar entdeckten wir ein Getränk, dass es uns angetan hatte, "šGranite"˜ Limone oder Pesca, ein gefrorenes Süssgetränk mit Sorbet ähnlicher Konsistenz, das man einen Strohhalm schlürfte. Laura bevorzugte die Pfirsich-, ich die Zitronen-Variante.
Am Kiosk kauften wir die neueste "šBravo"˜ und ein italienisches Micky-Maus-Heft, das "šTopolino"˜. Das Topolino half ein wenig Italienisch zu lernen.
Auf den Liegebetten hörten wir sehr häufig über Kopfhörer Musik vom iPod oder lasen in den mitgebrachten Büchern.
Morgens, wenn der Sand noch nicht so heiss war, spielten wir Boccia.
Ein paar Mal kamen auch die Jungs vorbei, um uns ins Wasser oder auf einen kleinen Strandspaziergang zu begleiten, oder sie forderten uns auf Beachvolleyball spielen zu kommen. Sie luden uns auch jedes Mal zu einem Getränk oder einem Eis ein. Nur wie sie aufdringlicher werden wollten, wehrten wir sie ab und radebrechten auf Italienisch: "Amigo a casa in Deutschland." Händchen halten war ok, vielleicht ein harmloser Kuss, aber mehr nicht, hatten Laura und ich vereinbart.
Zwei Mal liessen wir uns am Morgen ganz früh wecken, damit wir den Sonnenaufgang betrachten konnten. Einmal schauten wir uns das Spektakel vom Balkon unseres Zimmers an, das andere Mal gingen wir hinunter an den Strand. Dort machten wir auch schöne Fotos. Einen Jogger baten wir, ob er uns gemeinsam fotografieren würde. Er sagte etwas auf Italienisch, das wir nicht verstanden, nur "šbelezze"˜ haben wir herausgehört. Er liess es sich aber nicht nehmen uns abzulichten und knipste wild drauflos, während wir immer wieder andere Posen einnahmen.
Tom hatte immer besonders viel Spass, wenn wir mit ihm Sandburgen bauten. Einmal mit ihm allein fragte er mich: "Warum willst du ein Mädchen sein?"
Mit dieser Frage von ihm hatte ich wirklich nicht gerechnet und wusste auf Anhieb nicht, was ich antworten sollte. Nach kurzer Bedenkzeit erklärte ich ihm: "Weisst du, es gibt Menschen, die sind im falschen Körper geboren so wie ich, als Junge geboren, fühlen sich aber als Mädchen. Es gibt auch Mädchen, die lieber ein Junge wären. Das ist einfach in einem drin, da kann man nichts dagegen machen."
"Du willst nicht ein Mädchen sein, weil du dir lange Haare hast wachsen lassen?"
"Nein, nein, das hat mit den Haaren nichts zu tun. Als Mädchen trägt man eben langes Haar."
Er, dessen Haare auch schon fast bis zur Schulter reichten, sagte dann nach kurzem Überlegen: "Ich werde Mama sagen, dass ich die Haare wieder kurz möchte, denn ich will kein Mädchen werden."
"Ja, mach das."
Ich umarmte und küsste ihn auf seine Wangen. Er wurde rot und lächelte mich an.
(Fortsetzung folgt, Jessy)