Re: Wenn Männer sich trauten. ....
Verfasst: Fr 10. Feb 2017, 20:32
"Sexistisch" ist, soweit ich den Begriff verstehe, immer eine Zuschreibung oder Verweigerung von Eigenschaften oder Verhalten auf andere, bzw. Vorschrift, Diskiminierung von anderen aufgrund des Geschlechts. Dabei kann das gefühlte, genetische, biologische, präsentierte oder welches Geschlecht auch immer gemeint sein, sowie männlich, weiblich, neutral oder alle Abstufungen dazwischen.Gabi Bauer hat geschrieben: Do 9. Feb 2017, 22:39 Hallo Jaddy,
möchte gern mal auf Deinen, wie ich finde, sehr nachdenkenswerten Beitrag eingehen.
Erst einmal danke dafür! Du gebrauchst öfter den Begriff "sexistisch". Was ist sexistisch?
Kurz: Immer wenn jemandem etwas nach dem Schema "du *als X* hast/bist/musst/kannst/darfst (nicht)" vorgegeben wird, und X irgendwie mit dem Thema Geschlecht zu tun hat, dann ist Sexismus im Spiel. Bevor jetzt Einwendungen aufgrund biologischer Geschlechtsmerkmale kommen: Die Definition gilt witzigerweise auch da. Denn keine Eigenschaft gilt tatsächlich für *alle*.
D.h. wenn ohne Ansehen des individuellen Menschen geschlechtsspezifisch beurteilt/zugeschrieben wird: Sexistisch.
Ist das "Erfreuen" an der äusseren Erscheinung anderer sexistisch? Hm. Kommt vielleicht auf die Art des "Erfreuens" an. Anstarren, taxieren, mit den Augen ausziehen, deuten, kommentieren, die Person zum Objekt machen, offenbar als W*chsvorlage nehmen, würde ich vielleicht auch sexistisch nennen. Auf jeden Fall übergriffig. Die Person wird zum Mittel, zum Objekt.
Der Grad kann schmal sein zwischen Kompliment und sexistischem Übergriff.
Mehrheit oder Minderheit ist für die Legitimität des Verhaltens ggü anderen meines Erachtens unerheblich. Auch wenn eine Mehrheit der Ansicht wäre, irgendeiner Gruppe von Menschen dürfe man verbal oder real "an die Pussy fassen", ihr Aussehen anzüglich kommentieren, ihnen Kleidung oder Verhaltensrollen vorschreiben, etc. ist es noch lange nicht legitim; weder ethisch, noch juristisch. Nichts wird dadurch okay, weil alle anderen es auch machen.
Dabei darf ja jeder für sich empfinden, wie er mag. Aber die daraus folgenden Handlungen sind gefälligst einer funktionierenden Impulskontrolle unterzuordnen
Letzter Punkt: Das gelegentlich etwas übertriebene Frauenklischee einiger Crossdresser könnte man wohl eher Auto-Sexismus nennen. Zum Beispiel wenn ich an Fragen hier im Forum denke, ob man denn auch "als Frau"[sic] Fussball spielen/schauen oder am Motorrad schrauben dürfe. Kann man sich fragen, finde ich aber eher ... nee, sag ich nix zu
Kernpunkt ist, wie du schreibst:
Gabi Bauer hat geschrieben: Do 9. Feb 2017, 22:39Was für mich bei all dem wichtig ist: Jede/r sollte jede/n anderen so akzeptieren, wie er/sie ist. Als [individueller] Mensch.