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Re: Bürger in Uniform

Verfasst: Mi 6. Apr 2016, 19:37
von Laura R
Das war mit mein schönstes Bordkommando, die weiteste Fahrt war die Stanav in die USA für knapp 4 Monate. Soweit weg ich nicht wieder in den 12 Jahren Marine.

Re: Bürger in Uniform

Verfasst: Mi 6. Apr 2016, 19:41
von exuserin-2017-01-16
Hi ,ich durfte die Wendezeit bei der NVA verleben. Tägliche Vergatterung und geplanter Schusswaffen Einsatz 30Schuß Scharfe Mumpeln sollten ausgegeben werden,bei Angriffen auf Militärische Objekte. Gut das wir nicht in die Situation gekommen sind,Schießen zu müssen. Als ich einrückte,gab mir mein Opa noch mit auf den Weg,falls du schießen musst schieß in die Luft das kriegt eh keiner mit.

@ Inge deine Meinung teile ich nicht , es gibt keinen Grund eine Waffe gegen andere Menschen zu richten. Was haben die Russischen ,Französischen und Amerikanischen Soldaten getan das sie mein Opa im 2 WK erschossen hat ? Sie wurden genau wie mein Opa in einen sinnlosen Krieg geschickt sich gegenseitig abzuschlachten ! Wofür ?
Es gibt im Buch " Im Westen nichts neues " eine Stelle die verdeutlich sehr gut die Sinnlosigkeit der Waffengewalt und des Krieges.
Bei einem Sturmangriff springt ein Französischer Soldat in einen Bombentrichter in dem der deutsche Romanheld schon liegt. In seiner Todesangst ersticht der Deutsche den Franzosen mit seinem Bajonett. Nach 1-2 Tagen im Trichter aus dem er nicht rauskommt fängt er an die Papiere des Franzosen zu durchsuchen. Dabei findet er Familienfotos und Ausweise. Der Französische Soldat war Postmann und Familienvater, dabei erkennt der Deutsche wie Sinnlos das alles ist.
Ich denke wir müssen heute immer aufpassen,wer uns wohin schicken will und warum. Wozu der Nationalismus führt
hat man ja in Jugoslawien und jetzt in der Ukraine gesehen.
LG Uta

Re: Bürger in Uniform

Verfasst: Mi 6. Apr 2016, 19:49
von Laura R
Ich war bei der Marine im sogenannten kalten Krieg, es kein gutes Gefühl wenn uns stets ein Boot der volksmarine gefolgt ist und wir uns gegenseitig beschattet haben. Mein Sohn fährt bei Hapag Loyd auf einem Containerschiff, er "dient also auch Deutschland " :wink:

Re: Bürger in Uniform

Verfasst: Mi 6. Apr 2016, 19:52
von Magdalena
Hallo,

bei mir damals im Osten stand die Frage anders. Eine Zivildienst gab es nicht. Nur die Bausoldaten konnte man, wenn Gründe die den Dienst an der Waffe entgegenstehen wählen. Im Gegenteil es wurde oft Druch ausgeübt um läünger zu dienen. Ich konnte dem Druck widerstehen und habe nur den Grundwehrdienst leisten müssen. Wo ich hin kam konnte ich mir nicht aussuchen. So kam ich an die innerdeutsche Grenze. Ich wünschte mir damals nur eines, nicht schießen zu müssen. ich hatte Glück in dieser Beziehung. Das erste halbe Jahr bestand in der Ausbildung in Halberstadt. Die damalige Kaserne ist heute eine zentrales Aufnahmelager für Flüchtlinge. Wo wir doch damals darauf ausgebildet wurden Fluchtversuche zu verhindern. Was ich aber aus dieser Zeit mitgenommen habe, ist die Achtung von Hausarbeit. Plötzlich hieß es sebst die Betten beziehen, die Hosen bügeln. Ohne ordentliche Bügelfalte keinen Ausgang. Der Spieß hatte es kontrolliert. Alles Dinge die ich vorher nie für wichtig erachtet hatte. Es war selbstverständlich, Mutter machte es immer ohne große Worte. Es hatte auch etwas in mir verändert. Heute ist mir Einfache Hausarbeit von Wäsche waschen, Bügeln und Wohnung reingen eine Bewschäftigung , die ich gerne erledige. Was hat aber sonst noch Einfluss aus der Armeezeit mein Crossdressing? Es mag seltsam klingen, es war ein Teil der Uniform. Der lange Wintermantel, auch Pferdedecke genannt, reichte bei mir bis zur Wade. Zu Exerzierübungen wurden die Hosen in die Stiefel gesteckt und es ergab sich, zumindest für mich so etwas feminines. Den unten schauten aus dem Saum des Mantels nur die Stiefel heraus.

Viele Jahre später traf ich aus einem anderem Forum auch einen CD, der zu meiner Dienstzeit an der Grenze, auf der andern Seite seinen Dienst versah. Es war der gleiche Grenzabschnitt. Damals standen wir uns feindlich gegenüber, heute sind wir zumindest über das Forum in Verbindung.

Viele Grüße Magdalena

Re: Bürger in Uniform

Verfasst: Mi 6. Apr 2016, 21:40
von Michaela P.
FGS Luebeck.jpg
Darf ich vorstellen,

F224 "Lübeck" Fregatte der Köln-Klasse

Auf Bild 3 bin ich sogar drauf, ganz links am Fahnenmast mit BÜ-Helm, sah aus wie Lord Vader, hätte nie gedacht das eine Wasserbombe so unter den Füßen rumsen kann, 100kg TNT- Hölle! Haben da nacher festgestellt das wir versehentlich einen Heringsschwarm hochgejagt hatten. haben die Sonarleute nicht richtig aufgepasst.
Waren zum Schluß damit 5 Monate im Mittelmeer. Es war fantastisch. Es gab auch schlechte Zeiten. Wie schon gesagt, habe beides nicht vergessen.

LG
Michaela

Re: Bürger in Uniform

Verfasst: Mi 6. Apr 2016, 22:23
von Michaela P.
Hey Manja,
Stimmt gut aufgepasst, ist glaube ich die alte F220 "Köln".

LG Michaela

Re: Bürger in Uniform

Verfasst: Do 7. Apr 2016, 23:26
von exuserin-2016-12-21
uta hat geschrieben:Hi ,ich durfte die Wendezeit bei der NVA verleben. Tägliche Vergatterung und geplanter Schusswaffen Einsatz 30Schuß Scharfe Mumpeln sollten ausgegeben werden,bei Angriffen auf Militärische Objekte. Gut das wir nicht in die Situation gekommen sind,Schießen zu müssen. Als ich einrückte,gab mir mein Opa noch mit auf den Weg,falls du schießen musst schieß in die Luft das kriegt eh keiner mit.

@ Inge deine Meinung teile ich nicht , es gibt keinen Grund eine Waffe gegen andere Menschen zu richten. Was haben die Russischen ,Französischen und Amerikanischen Soldaten getan das sie mein Opa im 2 WK erschossen hat ? Sie wurden genau wie mein Opa in einen sinnlosen Krieg geschickt sich gegenseitig abzuschlachten ! Wofür ?
Es gibt im Buch " Im Westen nichts neues " eine Stelle die verdeutlich sehr gut die Sinnlosigkeit der Waffengewalt und des Krieges.
Bei einem Sturmangriff springt ein Französischer Soldat in einen Bombentrichter in dem der deutsche Romanheld schon liegt. In seiner Todesangst ersticht der Deutsche den Franzosen mit seinem Bajonett. Nach 1-2 Tagen im Trichter aus dem er nicht rauskommt fängt er an die Papiere des Franzosen zu durchsuchen. Dabei findet er Familienfotos und Ausweise. Der Französische Soldat war Postmann und Familienvater, dabei erkennt der Deutsche wie Sinnlos das alles ist.
Ich denke wir müssen heute immer aufpassen,wer uns wohin schicken will und warum. Wozu der Nationalismus führt
hat man ja in Jugoslawien und jetzt in der Ukraine gesehen.
LG Uta

Hallo Uta ,
ich gebe dir recht das du mir nicht zustimmen willst und kannst!
Zuviele Menschen drücken die Augenzu und wollen das ganze Elend nicht sehen.
Schau doch mal was gerade los ist hier auf unserem kleinen Erdball!! Gib mir eine Lösung ??
Oder wir machen die Grenzen auf und alle sollen machen was sie wollen .OK ,dann ,aber bitte dann nichts tun !!! Bitte!!!!
Beispiel Syrien :schoen keiner tut was und was ist??

Re: Bürger in Uniform

Verfasst: Fr 8. Apr 2016, 00:33
von Marlen
Hallo Inge.
Was bist Du eigentlich für ein Kommißkopf?
Erst zweifelst Du die Motive der Wehrdienstverweigerer an und wirfst ihnen quasi vor Drückerberger zu sein. In Westdeutschland zumindest, kann ich mich erinnern, konnte man wählen: Wehrdienst oder Ersatzdienst. Das war anfangs nicht einfach - Stichwort Gewissensprüfung. Später war eine Verweigerung reine Formsache - auch aus dem Wehrdienst heraus.
Auch ein Zivi hat Dienst an der Gesellschaft geleistet und ich wage zu behaupten: in vielen Fällen sogar den besseren Dienst. Während die Armee nur den Zweck hatte zu existieren (Army in Being), hat jeder "Urinkellner" (Zivijargon) mehr Menschen geholfen, als mir die Scharfschützenausbildung für meine Menschwerdung nutzte. Und komme mir jetzt keine mit Einsatz der Bundeswehr im Inneren bei Katastrophenlagen - das ist meiner Meinung nach selbstverständlich eine Aufgabe der Armee. (Wir haben im Januar 87 die Oberpfalz vom Schnee freigeschippt.)
Der Dienst an der Gesellschaft kann auch darin bestehen, sich zu engagieren: Mit behinderten Menschen etwas zu unternehmen, todkranken Kindern einen Wunsch erfüllen, bei einer Tafel helfen, eine Typisierungsaktion für einen kranken Menschen anstoßen, im Geldsammeln in eiskalten, winterlichen Fußgängerzonen, während die Powershopper dich ansehen, als wärest Du vom Mars gefallen.....
Der Gesellschaft etwas zurückgeben, die Gesellschaft stützen, "Dienen" und "Bedienen" zu lernen ebenso wie Demut - dazu braucht es keine Armeeerfahrung. Die gibt es da auch, aber sie ist nicht so einzigartig.
Und was soll das jetzt mit den Grenzen und mit Syrien? Willst Du die große thermo-nukleare Lösung, oder soll unsere Armee einmarschieren?
Meinetwegen aber dann sinnvoll geplant, zusammen mit unseren Verbündeten, mit vernünftiger Ausrüstung, mit einer anständigen, unbürokratischen Versorgung und psychologischen Betreuung für unsere Soldaten nach dem Einsatz, mit großzügiger Rente im Falle der Verwundung usw.
Damit wir uns nicht falsch verstehen. Ich bin der Meinung, daß wir eine Armee brauchen - die Zeiten sind nun mal leider so, wir kommen nicht daran vorbei. Aber dann eben richtig.
Mit simplen Entweder / Oder Denken, wie Du es schreibst, kommen wir da nicht weiter. Dazu sind die Probleme zu komplex und mir die Knochen eines jeden Soldaten viel zu wertvoll, um sie bei einem schneidigen aber unbedachten Einsatz zu riskieren.
Liebe Grüße
Marlen

Re: Bürger in Uniform

Verfasst: Fr 8. Apr 2016, 08:27
von Magdalena
Hallo,
ja das Thema spaltet. Richtig ist, keiner sollte sich seiner Verantwortung entziehen, eine Beitrag für die Gesellschaft zu leisten. Nun ist aber die Frage, was und wie will ich diesen Beitrage erbringen. Damals im Osten gab es so gut wie keine Möglichkeit der Wahl. Nur mit hart erkämpften Wiederstand kommte Mann den Dienst an der Waffe verweigern. Meist verbunden mit Einschnitten in der wieteren beruflichen Entwicklung. Heute ist es zum Glück anders, und dass ist gut. Es ist möglich als Bufdie ehemals Zivi einen Teil an die Gemeinschaft zurückzugeben. Ich denke beides ist heute wichtig, der Soldat der unser Land mit der Waffe schützt und die anderen, welche sich sozialen Aufgaben unserer Gesellschaft widmen. Somit neben dem militärischen Frieden aus den sozialen Frieden bewahren.

Viele Grüße Magdalena

Re: Bürger in Uniform

Verfasst: Fr 8. Apr 2016, 10:54
von dooris
Guten Morgen,
ich habe keinen Wehrdienst geleistet. Dafür habe ich Feuerwehr Dienst geleistet, und bin heute noch überzeugt auch einen gesellschaftlichen Dienst geleistet zu haben.
Liebe Grüße
Doris

Re: Bürger in Uniform

Verfasst: Fr 8. Apr 2016, 15:51
von exuserin-2016-12-21
@ Marlen
Hallo du solltest schon alle Beiträge lesen und dann deinen Beitrag verfassen,und auch die die dir Applaudieren.
Zivildienst respektiere ich sowie auch Feuerwehr ,aber nicht Totalverweigerung .
Lies mal nach und auch die Applaudierer !

Grüße von der Kommißs..(....) Inge

Re: Bürger in Uniform

Verfasst: Fr 8. Apr 2016, 16:50
von Franka
Liebe Inge,

ich halte es lieber mit Reinhard Mey:


Re: Bürger in Uniform

Verfasst: Fr 8. Apr 2016, 17:02
von geraldine
Hallo Dahlia,
herzlichen Dank!
Wie aktuell und wie treffend.
Hier kommt R. Mey wie so oft auf den Punkt.
L G Geraldine

Re: Bürger in Uniform

Verfasst: Fr 8. Apr 2016, 17:47
von Franka
Ja Geraldine,

das Lied ist jetzt fast genau 20 Jahre alt (09.05.1996) und leider immer noch aktuell.
Leider habe ich den falschen Link eingestellt, gibt noch eine 8 min. Version, da passt ab ca. 1,50 min der Text auch ganz gut zum Thema.
Wen es interessiert https://www.youtube.com/watch?v=BVpnrTkQqTI

Zum einen bin ich ja froh in diesem Land zu leben, es gibt Demokratie und Meinungsfreiheit, ein gutes Grundgesetz, dass uns alle und mich schützt.
Das gilt es natürlich auch zu verteidigen, mit welchen Mitteln können wir hier gerne weiter ausdiskutieren, Waffen wären jedenfalls nicht meine erste Wahl.
Auf der anderen Seite frage ich mich immer wieder in was für einer Bananenrepublik ich eigentlich lebe. Z.B aktuell die Panama-Papiere. Das es diese Offshore-Finanzplätze gibt, ist doch seit Ende der 90ier Jahre bekannt. Nur hat es bisher unsere Regierung nicht im geringsten interessiert. Dabei schätzt die NGO Tax Justice Network die durch Offshore-Finanzplätze verlorenen Steuereinnahmen auf weltweit etwa 255 Mrd. $ pro Jahr. Insgesamt sollen da wohl in etwas 800 Billionen Dollar liegen, z. Teil illegal erworben und auf jeden Fall unversteuert. Und das ist nur ein Beispiel von vielen.
Da kann unser Staat froh sein, dass ich Pazifist bin, sonst wäre ich wohl, schon so manches mal, zum Terroristen geworden.

Re: Bürger in Uniform

Verfasst: Fr 8. Apr 2016, 18:30
von Marlen
Ja Inge, ich habe die Beiträge gelesen.
Und genau deswegen habe ich mich schließlich eingemischt: weil Du ständig darauf herumreitest, daß alles außer Wehrdienst im Grunde eine Art Verweigerung ist, und damit eine Ablehnung des Staates - in Deinen Augen. Das klingt so nach Musterungskommission, Staatsbürgerkunde- Unterricht und PM Heftchen.

Eine stabile Gesellschaft hält auch Totalverweigerer aus. Wieviele waren es denn seinerzeit? Ich habe keinen gekannt.
Und: Die meisten haben mit 20 doch eher eine große Klappe, als entsprechend Mut. Alle, die zu meiner Zeit im Vorfeld große Töne spuckten, sind dann brav eingerückt. Hätten alle total verweigert, wären die Knäste voll gewesen.
Außerdem: Jeder Mensch kann sich ändern. Wer mit 20 verweigert hat, kann mit 30 schon ganz anders denken (und KANN sich doch noch zu einem verantwortungsbewußten Teil der Gesellschaft entwickeln - muß aber nicht).
Also sollte man doch insegsamt ein wenig Nachsicht walten lassen und nicht so schnell seinmit dem Urteilen.

Liebe Grüße
Marlen
(Ich bin übrigens ganz bewußt zum Bund gegangen und hab es nicht bereut, sah und sehe mich aber als selbstständig denkenden Staatsbürger (jetzt ohne Uniform))