Toni Smith hat geschrieben: Di 5. Feb 2019, 22:38
Für mich ist es die Ästhetik. Schönheit verbinde ich mit Femininität und bushikoser Weiblichkeit. Für mich ist es aber auch eine Romantisierung von Mädchen/Frausein. Meine Transition hat mir etwas die Romantisierung genommen und ich konnte es mit der Realität abgleichen.
Aber vor allem ist für mich Frausein mit Freiheit verbunden. Als Frau darf ich Dinge tun, die ich als Mann, ohne dumme Kommentare, eben nicht tun kann.
Als Frau darf ich verspielt sein. Als Frau darf ich tolpatschig sein. Als Frau darf ich Dinge Süß finden. Ich darf mich zurück nehmen und Männer den ersten Schritt machen lassen.
Als Frau kann ich viel besser mit Frauen reden und flirte automatisch mit Männern. Als Frau sehen mich die anderen Frauen nicht mehr als potenzieller Partner und das erleichtert das Gespräch ungemein. Als Frau sind Männer höflicher. Sie drohen einem nicht, sondern sind zuvorkommend.
Als Frau darf ich kochen und muss nicht schwere Arbeit machen. Ich mach sie aber viel lieber als Frau als als Mann.
ALs Frau kann ich alles tragen, weil mir gerade auch durch die HRT die Sachen viel besser stehen.
Als Frau darf ich alles tragen, aber muss es nicht mehr und ziehe mich bewusst bushikos an.
Hi Mädels, sowohl die TZF / PTL, als auch die TG / TI!
Wieviel Zeit und Lust habt Ihr zum lesen?
Nein, im Ernst ich versuche mich auf einige wichtig Aspekte zu beschränken, denn für mich ist es eine komplexe Frage, die viele Facetten der Antworten beinhaltet. Kein Wunder, ich mache mir ja auch schon ein paar Jahrzehnte Gedanken dazu, warum und was mich antreibt ...
Einiges haben die VorrednerInnen ja auch schon genannt. Auch bei mir ist es in aller erster Linie die Bewunderung für das Weibliche im besten Sine des Wortes. In der Tat glaube ich, dass Frauen in aller Regel das buntere, vielschichtigere und spannendere Spektrum des Lebens für sich erobern können, wenn sie es denn wollen. Während uns biologischen Männern weitaus engere Rolenmodelle vorbehalten sind, die die meisten Kerle förmlich kastrieren, in enge Käfige sperren.
Wenn ich dran denke, was Jungs oder Männer schlicht nicht machen oder gar dürfen, dann wird die Liste lang. Angefangen von der Art und Weise wie Darstellungskonventionen und Rollen Vorgaben uns Jungs allein in Äußerlichkeiten einschränken, aufgehört bei allen möglichen Emotionen, die als unangemessen, weibisch, schwul oder verweichlicht gelten.
Auch als Kind hatte ich schon immer den Ruf besonders empathisch zu sein, gut zuhören zu können, konnte die Problem von anderen intuitiv gut nachvollziehen und oft helfen. Meine besten Freunde waren nur wenige Jungs, später Männer, aber weitaus mehr Mädchen und Frauen, allein schon weil ich mit Frauen über weit mehr wirklich wichtige Themen des Lebens unterhalten konnte, als bei den typischen Männergesprächen, die meist an der Oberfläche bleiben, selten den ganzen Menschen offenbaren.
Am CD reizt mich vor allem das temporäre Rollenspiel, das Schlüpfen in eine bewunderte und geliebte für mich vollständigere Form des Daseins, mit vielen bunten Ausdrucksformen, aber eben auch mit dem erweiterten Spektrum an Emotionen, wie Verletzlichkeit, Verspieltsein, Albern, Weinen oder auch mal schwach sein zu dürfen. Oder nehmen wir das alltägliche Begrüßungsritual zwischen Menschen, die sich Freunde nennen, da bist du schon der Exot wenn du einen Typ mal etwas länger oder fester umarmst, vor allem in Nordeuropa. Mädels sind da viel offener und natürlicher im Umgang miteinander. Ihr wißt wohl, was ich meine.
Ich will aber auch nicht verhehlen, dass ich im Lauf der "Praxisjahre" als PTL die negativen Seiten des Frauseins durchaus auch empfunden und erlebt habe. Allein der große Aufwand, den die meisten Mädels darauf verwenden (müssen), um sich hübsch und präsentabel zu fühlen, wenigstens halbwegs den Schönheitsidealen in der RL, stammend aus der surrealen Hochglanzwelt der Fashion- und Kosmetikbranche, um unter Menschen zu gehen. Auch die immernoch nicht vollständige Gleichstellung der Frau in der Gesellschaft ist eine offene Wunde, die ich in meinem männlichen Leben nicht vermisse. Wir sind zwar dank Emanzipationsbewegung über mehrer Generationen ein gutes Stück voran gekommen, aber längst noch nicht am Ziel.
Für"˜s Erste will ich es hierbei belassen. Fortsetzung folgt bei Nachfragen.
GLG Ronda

