Nevabacka, MOORHÖHE, so heißt ein Bauernhof im hohen Norden von Finnland. Wir begleiten die Geschichte des Hofes und der Menschen über fünf Jahrhunderte, umgeben von Mooren und Wäldern, durch Kriege, Hunger, Entbehrungen, Liebe und Leid. Jeder Generation verleiht Maria Turtschaninoff eine ganz eigene Sprache, jede Generation spricht und denkt anders als die vorherige und die folgende Genration, und genau das einzufangen gelingt Maria Tutschaninoff auf eine ganz besonders schöne und anrührende Art. Jede Generation, jede Zeit, ja jede Jahreszeit findet sich hier mit allen Eigenheiten wieder und verschmilzt doch gekonnt in der ganzen Erzählung zu einer großen Geschichte.
Mehr noch als alles Andere steht aber die Natur im Mittelpunkt, die unendlichen Wälder, Moore, Seen und Tiere, die je nach Betrachter und Generation Zuflucht, magischer Ort, Sehnsuchtsort oder zum Schluss nur noch ein Ort sein können, den es auszubeuten gilt.
Die Naturbeschreibungen sind sind etwas ganz wunderbares, wie ich es nur sehr selten so gelesen habe, nicht schwelgerisch und übertrieben, sondern wie die Landschaft liegt oft in der großen Einsamkeit, Kälte und Kargheit eine unglaubliche Schönheit gerade in den kleinen Dingen, können zarte Moose auf rauem Stein eine ganze Landschaft in einem anderen Licht erscheinen lassen.
MOORHÖHE ist eine Buch der Natur, der Menschen, ein kluges, schönes, sprachgewaltiges Buch. Eine Sprachgewalt, die sich gerade in kleinen Details offenbart.
Zur Autorin:
Eher als Jungendbuchautorin bekannt, ist MOORHÖHE Turtschaninoffs erster Roman für Erwachsene und gleich ein ganz besonderer Volltreffer. Ein Roman den es zu entdecken gilt.
Die Übersetzung, mit der jedes Buch steht und fällt, ist ULLA ACKERMANN hervorragend gelungen.
Ich wünsche Euch wunderbare Lesestunden,
Eure Belinda