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Re: Valeries Welt

Verfasst: Mo 18. Mär 2019, 19:58
von Valerie Bellegarde
Teil 2 Kapitel 35: Zeit heilt alle Wunden

Die nächsten Tage und Wochen waren voller Arbeit und Stress. Der Verkauf des Engel'schen Objekts musste vorbereitet werden, die Sache wurde immer konkreter, je mehr die Zeit voranschritt. Dr. Engel hatte Valerie noch ein paarmal angerufen in dieser Sache. Für Valerie standen jetzt Besuche beim städtischen Notariat an, sie beantragte und bekam Einsicht ins kommunale Grundbuch, und so konnte sie sich Schritt für Schritt einarbeiten in das diffizile Thema mit dem Ziel, einen wasserdichten Verkaufsauftrag mit dem Kunden abschließen zu können. Die Arbeit bedeutete auch Ablenkung und brachte den unschätzbaren Vorteil mit sich, dass Valerie abends oft abgearbeitet und müde war und nicht mehr die Zeit und Muße hatte, in der Stille ihres Wohnzimmers viele unnütze und fruchtlose Gedanken zu wälzen über ihr persönliche Beziehungswirrwarr und überhaupt ihre Situation als Frau an sich, oder über Männer im Allgemeinen, oder gar über den Sex, den sie bisher mit diesen Männern hatte.

Wie bekannt ist, neigte sie ja gelegentlich zu diesen Selbstbetrachtungen, sie versank dann oft geradezu darin. Böse Zungen benutzen das abwertende Wort "Bauchnabelschau" für diesen Zustand, man mag es nennen wie man will, jedenfalls führt es meistens zu nichts.

Zurück zur Arbeit. Valerie hatte die Angewohnheit, Dinge, die nicht sofort im Büro erledigt werden konnten (oder die sie aus irgendeinem Grund jetzt nicht erledigen wollte) einfach mal auf einen Zettel oder auf ein rotes oder gelbes post-it zu schreiben, diese Zettel lagen dann in der Regel eine Weile auf ihrem Schreibtisch herum, oder waren an die Pinnwand vor ihrem Arbeitsplatz geheftet, was ihrem Arbeitsplatz immer einen leicht chaotischen Anstrich verlieh. Im Laufe der Zeit wurden diese Zettel von ihr abgearbeitet oder aber auch weggeworfen, wenn sich eine Sache auch einmal quasi von selbst erlegt hatte. Viele Dinge erledigen sich von selbst, wenn man sich einfach mal eine Zeitlang nicht um sie kümmert. Das Dumme war nur, ab und zu kamen wieder neue Zettel dazu, und es schien als bliebe die Summe aller Zettel auf ihrem Tisch immer gleich. Den Zettel mit der Telefonnummer von Dr. Engel hatte sie inzwischen mehrfach mit Markerstift gelb und rot eingefärbt, was ihm einen gewissen Prio-Status verlieh.

Eine eigene Wohnung hatte sie inzwischen auch bezogen, es war eine hübsche kleine Mietwohnung in einem der östlichen Narbonner Vororte in Richtung auf's Meer, leicht mit dem Auto vom Büro aus zu erreichen und den Parkplatz hatte sie direkt vor dem Haus. Die Wohnung war von ihren Freunden Alain und Delphine vermittelt worden, klar, dort hatte man natürlich die notwendigen Kontakte, und es handelte sich um eine niedliche Zweizimmerwohnung mit Küche und Bad, gelegen im zweiten Stock eines kleinen Mietshauses. Von Valeries Terrasse aus konnte sie auf den Sportplatz einer Schule runterschauen, daneben gab es noch weitere Grünflächen eines "Zentrums für Gesundheit und Freizeit", also lebte sie jetzt quasi im Grünen. Der Umzug war schnell vonstatten gegangen, weil sie praktisch keine Möbel und Einrichtungen besaß außer Kaffeemaschine und Toaster, also zog sie mit Koffer und zwei Pappschachteln im Taxi um.

Nach dem Einzug hatte sie sich auch angewöhnt, abends gelegentlich wieder mal selbst zu kochen, die Küche in ihrer neuen Wohnung war zwar nicht allzu groß, hatte aber alles was nötig war, und zur Markthalle hatte sie nur drei Busstationen zu fahren. Die Narbonner Markthalle ist wie alle "halles" der Region ein kulinarischer Treffpunkt um nicht zu sagen ein städtisches Kommunikationszentrum. Sie hat mehrere Restaurants, dort geht es meistens gedrängt zu und laut. Es wird auch gesagt, die Halle sei ein kulturhistorisches Zentrum für die ganze Region, eine alte und ehrwürdige Stahlkonstruktiuon mit viel Glasflächen. Mehrere Fischhändler werden morgens mit frischem Fang beliefert vom Nahen Meer aus. Seefisch ist jeden Tag zu kriegen, aber auch Krustentiere, Schnecken und Krebse und Austern, die kommen von einer nahen Aufzuchtstation am nahegelegenen Etang de Gruissan, der den dortigen Yachthafen, aber auch einen klitzekleinen Fischerhafen mit dem Mittelmeer verbindet.

Ansonsten hocken auf engstem Raum aufeinander: Bäcker, Konditoren, Gemüsehändler, es gibt daneben Stände mit Südfrüchten der Gegend, dazu Metzger und Fleischer, die alles Tierische anbieten vom Geflügel jeder Größe über Hasen, Rehe, Wild, Rind, Schwein, Wildschwein, was immer das Herz begehrt. Franzosen kochen und essen faktisch alles Tierische was im Stall gehalten oder draußen gejagt oder sonstwie eingesammelt werden kann, das Angebot ist außerordentlich vielfältig und nicht zu vergleichen mit einer deutschen Markthalle. Beispielsweise gibt es in Frankreich eine Spezialisierung der Metzger, der "boucher" ist nur auf Fleisch spezialisiert, während der "charcutier" sich in Charcuterie auskennt, also in Wurstwaren (was wiederum dem boucher ein fremdes Gebiet ist.)

Überhaupt das Kochen und das Essen. Seit Valerie in der eigenen Küche wieder mehr kochte (meistens mit Freunden zusammen abends wie gesagt)
ist dummerweise aber auch wieder ein Nebeneffekt eingetreten, der sie störte, nämlich eine unleugbare Gewichtszunahme. Moderne Synthetik-Unterwäsche ist ja elastisch, daran bemerkt man so etwas nicht gleich, also der BH und das Höschen weitet sich quasi unmerklich mit aus, aber an ihrem engen schwarzen Businessrock, und zwar am Bund, da merkte sie es schon, sie war deutlich dabei, zuzunehmen an Körpergewicht. Sie versuchte es mit mehr Jogging, drehte abends zusammen mit anderen Berufstätigen ihre Runden um den Sportplatz vor ihrer Wohnung, aber die Anstrengung schien erst einmal fruchtlos, ein Erfolg stellte sich nicht so schnell ein.

Für heute verabschiedet sich mit lieben Grüßen

Eure Valerie :()b

Re: Valeries Welt

Verfasst: Mo 18. Mär 2019, 20:21
von Maria T
Hallo, erstmal hoffentlich geht's dir wieder gut.
Nach 2 Wochen anderes verarbeiten konnte ich mal wieder lesen.
Wieder schön geschrieben 😊
Lg Maria

Re: Valeries Welt

Verfasst: Di 19. Mär 2019, 12:50
von Valerie Bellegarde
Danke Maria, es geht mir wieder gut, es wird auch wärmer, und morgen ist ja nun endgültig Frühlingsanfang, wie schön.
Lieben Gruß,
Valerie

Re: Valeries Welt

Verfasst: Do 21. Mär 2019, 10:57
von Valerie Bellegarde
Teil 2 Kapitel 36: Spaghetti nach Valerie Art mit Salbei

Der mittelmeerischen Küche sagt man nach, sie sei leicht und bekömmlich. Leider kann Valerie das nicht ganz bestätigen, denn seit sie wieder in der eigenen Küche werkelt, hat sie offenbar wieder etwas zugenommen, schon seit mehreren Wochen kontrolliert sie genau ihr Körpergewicht, weil sie sich Sorgen darüber macht. Der Zeiger der Waage scheint sich nämlich auf das Ende der 60er-Skala zuzubewegen, er hat offenbar die 70-Kilo Marke bereits ins Visier genommen, Valerie sieht es mit Ärger. Leichte Küche ist also angesagt, vielleicht sogar fleischlos?

Oder am besten gleich vegan?

Frankreich und Deutschland unterscheiden sich in vielerlei Hinsicht, und wir wollen in dieser Episode nur kurz mal das Thema "Essen" betrachten. Schon die einfache Statistik der Ausgaben für Lebensmittel zeigt, dass der Durchschnittsfranzose wesentlich mehr Geld im Supermarkt ausgibt als der Deutsche. Woran das liegt, mögen Politiker und Wirtschaftsleute beantworten. Der Politiker würde vielleicht sagen: Die Kosten der Lebenshaltung sind in Deutschland niedriger. Der Franzose oder der Frankophile würde vielleicht sagen, es liegt daran, dass die Franzosen höhere Ansprüche stellen an die Qualität dessen, was sie täglich einkaufen und zu sich nehmen. Eines scheint aber sicher zu sein: Dem Franzosen bedeutet das Essen sehr viel mehr als nur die simple Nahrungsaufnahme, nein in diesem Land ist das eher eine kulturelle Besonderheit mit vielen Regeln und Eigenarten, auf die man sich hier aber auch etwas einbildet. Auch die sogenannten kleinen Leute halten sich daran. Nicht umsonst ist die französische Küche überall draußen in der Welt berühmt und neben dem Aufwand, der bei der Zubereitung von Mahlzeiten betrieben wird, existieren aber auch recht diffizile und strikte Tischsitten, die vorschreiben, was man wo und in welcher Reihenfolge isst und trinkt, die also genau bestimmen oder verbieten, was sich bei Tisch gehört und was nicht. Man muss nicht so weit gehen wie die professionellen Restaurantführer von Guilt Millau oder Guide Michelin, die das ganze sozusagen zur Kulturtechnik hochstilisieren. Aber es fällt schon auf, dass auch einfache Leute sich besser anziehen und gesitteter benehmen, wenn sie einander zum Essen besuchen (über französische und deutsche Kinder in einem Restaurant will ich gar nicht erst reden).

Eine Mahlzeit hat jedenfalls schon ein wenig von einer Theateraufführung, d.h. sie wird nach festen Regeln zelebriert und kann sonntags schon mal bis fünf am Nachmittag gehen, bis das letzte Dessert verzehrt ist und der letzte Kaffee getrunken. Ist der Kaffee eventuell dann aber ein "café gourmand", dann kommt der auch noch mal mit einem kleinen Sortiment an Pralinés und Confiserien.

Valeries Erfahrungen in der Küche waren noch recht gering, aber die beiden Freunde Alain und Delphine, die sie an diesem späten Vormittag zum Kochen und Essen eingeladen hatte, waren nun auch keine anspruchsvollen Superprofis oder Restauranttester, also traute sie sich schon, etwas Mehrgängiges zu versuchen. Und gesund sollte es natürlich ebenfalls sein. Das heißt natürlich, naturbelassen, nicht industriell vorbehandelt.

Wie es sich gehört, genehmigten sich den Aperitif (ein Glas Limoux mit einem Spritzer Erdbeersirup) noch bevor man in die Küche ging und die Schürzen umband. Alain seinerseits blieb beim Pastis (alle französischen Männer lieben Pastis). Pastis wird in der Regel nach der Methode 1/5 zubereitet, also ein Fingerbreit Pastis wird mit fünf Fingerbreit stillem Wasser vermengt.

Alains Job war es jetzt, fünf große Zwiebeln zu schälen und kleinzuhacken, die wurden mit etwas Butter in einem Topf auf kleiner Flamme glasig geschmelzt, während die Mädels Tomaten in kleine Stücke zerteilten, die dann in eine größere Kasserolle kamen und etwa 20 Minuten bei ebenfalls kleiner Flamme köchelten, bis die Tomatensoße gar war. Das Ganze wurde dann noch etwas angedickt mit italienischem Tomatenmark aus der Dose, dann wurden Alains gehackte Zwiebeln dazugegeben und untergemischt. Die ganze Masse (das Sugo) blieb dann noch eine Weile auf dem Herd um später mit Gartenkräutern (Thymian, Rosmarin, sowie schwarzer Pfeffer und Salz) gewürzt und abgeschmeckt zu werden.

Dann war Arbeitsteilung angesagt. Alain hatte den Tisch zu decken und den Wein zu öffnen, denn der muss atmen. Delphine kümmerte sich darum, die Spaghetti für drei Personen genau 8 Minuten lang abzukochen und anschließend durch ein Sieb zu geben und auf einem Rechaud warmzustellen. In der Zeit wusch Valerie unter dem Hahn zwei Handvoll vorbereitete Salbeiblätter, schnitt die Stängel ab (wichtig!) und trocknete sie anschließend sorgfältig unter Papiertüchern. Die trockenen Salbeiblätter kamen dann in eine heiße Pfanne und wurden dort in zerlassener Butter ein paar Minuten gebraten, bis sie glasig waren. Der Salbei ist das A und O an diesem Gericht, denn sind die Blätter nicht ALLE gut kross durchgebraten, ist das ganze nicht essbar. Erst die buttergetränkten krossen Salbeiblätter machen das Gericht zu einem Genuss.



Soviel erstmal für heute. Der zweite Teil der Episode kommt eventuell heute Nachmittag oder morgen/übermorgen


Lieben Gruß

Valerie :()b

Re: Valeries Welt

Verfasst: Do 21. Mär 2019, 14:37
von Valerie Bellegarde
Teil 2 Kapitel 36/2 Fortsetzung

Voilà ! Das Essen war jetzt fertig.

Alles setzte sich um den Tisch, in dessen Mitte standen das Rechaud mit den Spaghetti, die Kasserolle mit der selbstgemachten roten Sugo-Soße, dazu Streukäse, sowie ein Teller mit den Salbeiblättern. Auf Valeries Zeichen nahm sich jeder etwas Spaghetti auf seinen Teller (dazu gibt es eine interessante Schöpfkelle mit einem nach oben gezackten Rand, die Zacken verhindern, dass die Nudeln beim Servieren wieder von der Kelle flutschen). Darüber kommen ein oder zwei Schöpflöffel mit der selbstgemachten roten Tomatensoße. Darüber kamen jetzt die in Butter angedünsteten Salbeiblätter (über die Nudeln streuen), und nach Belieben konnte jeder noch Parmesan oder auch jeden anderen Streukäse drüberstreuen. Das Ganze ergab auch farblich einen interessanten Kontrast: Die gelben Nudeln als Basis, darüber die rote Soße, wieder darüber gestreut die grünen Salbeiblätter und dann wieder der gelbe Parmesan.

Zu Valeries Spaghettis trank man einen kräftigen Rotwein aus dem Aude-Tal, der Wein war von der lokalen Kelter und ist in der Gegend sozusagen obligatorisch zu Nudel- oder Fleischgerichten. Aber auch Wassergläser standen auf dem Tisch, dazu eine Flasche Perrier-Sprudel, daneben auch aufgeschnittenes Weißbrot in einem Korb, aus dem sich jeder bedienen konnte.

Den Dreien schmeckte es wirklich, entsprechend hob sich die Stimmung und auch dem Wein wurde kräftig zugesprochen. Nach dem Nachtisch (Vanilleeis) und dem obligaten Käse (drei Sorten sollten mindestens auf dem Präsentierteller sein) gab es dann noch Espresso, sehr schwarz. sehr heiss, sehr süss.
Danach erklärte Valerie der Freundin noch einmal die Besonderheiten ihres Spaghettigerichts:

"Voilà, im Grunde ist das total simpel, ein Nudelgericht halt, aber das besondere an der Sache ist, man kann es völlig vegan machen, wenn man will. Du kannst aber auch Hackfleisch reingeben, wenn dir danach ist, oder falls dein Mann es lieber fleischig mag".

Delphine und Alain schauten sich an.

"Bien oui, il aime la viande" (Fleisch mag er schon, aber ja)

"Ja gut" sagte Valerie

"Dann nimmste halt Hackfleisch in die Tomatensoße, dann ist es halt das normale Spaghetti Bolo, das kennt jeder, das habt ihr sicher schon hundert mal gegessen, sag' ich mal."

"Klar"

"Gut" sagte sie.

"Aber wenn du es vegetarisch machst, was ja gesünder sein soll, oder sogar vegan wie heute, dann lässt du das Hackfleisch aus der Soße weg, die besteht dann nur noch aus Tomaten und Zwiebeln, die sind an sich schon sehr kräftig im Geschmack, und für den besonderen Touch nimmst du entsprechend viel von den in Butter angerösteten Salbeiblättern. Und von dem Streukäse kann sich jeder nehmen oder auch nicht, je nachdem wie er grad drauf ist, und ich sage dir, es schmeckt immer richtig lecker, mit oder ohne Käse."

"Eines ist sehr wichtig" setzte sie noch hinzu.

"Die Salbeiblätter müssen in der Pfanne richtig kross geröstet werden, und die geschmelzte Butter muss die Blätter alle durchtränken, Bleibt der Salbei aber lappig und grün, schmeckt er zu sauer und du kannst es wegschmeißen"

Delphine hatte ein Fragezeichen im Gesicht.

"ja der Salbei verliert völlig seine natürliche Säure dadurch, dass die Butter aufgenommen wird" antwortete Valerie.

Delphine nickte.

"Und die Stängel von jedem Blatt immer schön abschneiden, habe ich gesehen, ja?"

"Ja, klar," antwortete Valerie. Nur die Blätter kommen in die Pfanne, ohne die Stängel"

Wo kriegst du den Salbei her? fragte Delphine.

"Markthalle Narbonne" sagte Valerie.

"Kostet fast nix".





Soviel für heute zum Thema Kochen. Kocht es mal nach, traut euch.

Beste Grüße von

Valerie :()b

Re: Valeries Welt

Verfasst: Do 21. Mär 2019, 16:33
von Valerie Bellegarde
Zum heutigen Frühlingsanfang allen Leserinnen und Lesern alles Gute und viel Spaß beim Nachkochen von Valeries Spaghettirezept.

Re: Valeries Welt

Verfasst: Fr 22. Mär 2019, 09:42
von Christiane04
Sehr schöner Ausflug auf abseitige Pfade! Ein Schelm, der nicht denkt, dass da bald nochmals gaaaanz anderes daher kommt.....

Danke Christiane

Re: Valeries Welt

Verfasst: Fr 22. Mär 2019, 14:06
von Valerie Bellegarde
Liebe Christiane,
warum abseitig? Essen müssen wir doch alle, deshalb ein kleiner Ausflug zu einem veganen Kochrezept. Aber logo, es kommt auch wieder anders... mach dir da mal keine Sorgen.

Lieben Gruß. Valerie

Re: Valeries Welt

Verfasst: Di 26. Mär 2019, 14:36
von Valerie Bellegarde
Teil 2, Kapitel 37: Bisschen Erotik macht den Sonntag bunter.

Nachdem die drei Freunde die Literflasche Wein, die Alain und Delphine als Gastgeschenk mitgebracht hatten, noch zum Essen gemeinsam geleert hatten, zog man sich in Valeries Couchecke zurück. Es war ein schwerer roter AOC-Wein aus der Region Minervois, der das Gespräch befeuerte und die Gedanken fliegen ließ, entsprechend gelöst war die Stimmung und man hatte nichts anderes zu tun als sich dem gepflegten Nichtstun hinzugeben, damals sagte man "entspannen" dazu, wer jünger als dreissig ist, würde es heute wahrscheinlich "auschillen" nennen.

Nennt von mir aus gerne, wie ihr wollt. Jedenfalls waren sie alle drei ganz locker drauf und es sah ganz so aus, als würden sie alle noch eine Menge Spaß haben an diesem Sonntagnachmittag. Euch ist schon klar, was damit gemeint ist, und ich gehe davon aus, alle Leser sind erwachsen. Jedenfalls... schon kurze Zeit, nachdem die beiden Besucher in Valeries plüschiger Couch versunken waren (Valerie hatte übrigens zwischenzeitig für Nachschub an Hochprozentigem gesorgt und die Flasche sowie Gläser schön auf dem Couchtisch drapiert) also bereits kurz darauf begann Alain ein wenig an Delphine herumzufummeln, zuerst mit so kleinen Fingerspielereien, dann mit kleinem Getätschel und scheinbar absichtslosen Berührungen, aber dann, als sie keinerlei Abwehrhaltung zeigte sondern im Gegenteil zu erkennen gab, dass es ihr gefiel und sie überhaupt nicht gegen ein wenig Fummelei hatte, wurde er frecher und legte richtig los, das heißt, das ganze wuchs sich zu einer veritablen Knutscherei unter Erwachsenen aus.

Valerie bemerkte es (man konnte es wirklich nicht übersehen) und eigentlich war es ihr nicht so recht. Keinesfalls allerdings aus moralischen Gründen, denn erstens waren sie alle drei wie gesagt erwachsen, und wie bekannt ist, waren die beiden Freunde ja schon längere Zeit ein Paar, aber irgendwie war es Valerie als Zuschauerin in ihrem Sessel gegenüber nicht so ganz angenehm, den beiden beim Knutschen zuzusehen, was dann aber auch wieder nicht verwundert, denn schließlich war sie die einzige ohne männlichen Partner, also was tut eine junge Frau in so einer Situation?

Gute Frage. Jetzt sollte aber niemand auf falsche Gedanken kommen und etwa meinen, die Enttäuschung, die sie kürzlich erlebt hatte (mit dem Gitano) hätte sie etwa moralisch derartig heruntergezogen, dass sie von nun an der Erotik abgeschworen oder gar ganz auf Sex verzichtet hätte. Gut, so etwas gibt es, bei manchen Frauen oder Mädchen kommt das schon mal vor, wenigstens zeitweise, aber Valerie war anders. Nein, ganz im Gegenteil, denn schon ein paar Wochen nach dem betreffenden Erlebnis schien die Sache mehr oder weniger vergessen zu sein, in den Mittagspausen war sie fast immer zusammen mit den Kollegen draußen in einem Straßencafé, von denen es eine ganze Menge gibt in Narbonne, und auch abends vergrub sie sich keineswegs in ihrer kleinen Wohnung, sondern ging oft aus, war im Kino, im Theater, in der Kunstgalerie oder aber auch beim Sport, was auch immer draußen geboten war, und diese kleine mittelmeerische Stadt hatte wirklich eine Menge an Kultur zu bieten und offerierte gerade in der Sommerzeit viel an mittelmeerischer Atmosphäre und Zerstreuung, und zwar nicht nur für die Touristen, die dann natürlich die Strände und die Altstadt füllten.

Valerie wäre nicht sie selbst gewesen hätte sie nicht an Sex gedacht bei dem kleinen Schauspiel, das sich vor ihren Augen zu entwickeln begann, nein, sie wurde ja geradezu mit der Nase darauf gestoßen. Ihre Gegenüber zeigten sich dann auch weiterhin sehr wenig genant (nicht genierlich) und setzten ihre Spielereien fort. Wir kommen zurück auf die Frage am Ende des vorigen Absatzes und stellen sie erneut: Was tut eine junge Frau in so einer Situation?

Valerie tat etwas, das scheinbar überhaupt nichts mit der Sache zu tun hatte, die sich vor ihren Augen abspielte. Sie griff zur Flasche und schenkte sich ein kleines Glas vom Hochprozentigen ein und kippte dann das Glas allein in einem Zug hinunter, nachdem sowohl Delphine als auch Alain mit einer Handbewegung zu verstehen gegeben hatten, sie wollten jetzt nichts trinken.

...nein danke...

Psychologen nennen das , was Valerie tat (einen Schnaps zu kippen), mit ihrem fachlichen Vokabular eine "Übersprungs-Handlung". Eine Übersprungs-Handlung ist nur auf den ersten Blick unlogisch. Nein sie hat hier eine sehr klare Funktion zu erfüllen: Sie dient nämlich dazu, einer bestimmten (oft kritischen) Situation vorhandene Spannungen bei den Beteiligten zu lösen. Sozusagen als ein Mittel, um die Beteiligten auf andere Gedanken zu bringen.

"Merci, ma pouce, mais je pense on va filer maintenant", sagte Alain. (danke Kleine, aber ich denke wir werden jetzt abhauen)

So wie er es sagte, gehörte nicht viel Fantasie dazu um sich auszumalen, was die beiden jetzt vorhatten.

Es dauerte dann auch nicht mehr lange, bis sich die beiden ganz lieb verabschiedeten

"Ciao Valerie, et un bon fin-du-dimanche" (tschüssi Valerie und noch einen schönen Sonntagabend)

"Solche Heuchler" dachte Valerie. Die beiden würden jetzt natürlich zuhause im Bett verschwinden, wo sonst, und sie bliebe alleine zurück.



Arme Valerie, alle haben Spass aber sie??
Soviel erst mal für heute. Wer wissen will, was sie anschließend wohl tun wird, muss sich noch ein wenig gedulden.

Liebe Grüße,

Valerie :()b

Re: Valeries Welt

Verfasst: Di 26. Mär 2019, 18:28
von Valerie Bellegarde
Angebot von meiner Seite, ich war fleissig und habe heute zwei Episoden geschrieben. Wer will, kann die neue (Nr. 38) gleich kriegen.

Valerie

Re: Valeries Welt

Verfasst: Di 26. Mär 2019, 23:16
von Svenja80
Ähm ja, ich will ;)

Re: Valeries Welt

Verfasst: Di 26. Mär 2019, 23:45
von Karla
spann uns doch nich so auf die Folter!
'nen flotten 3er hätt ich Valerie ja gegönnt!
Andere heißmachen und dann leerlaufen lassen is gemein!
..vielleicht hätte sie offensiv fragen müssen: "und wo bleib ich?"
LG Elly

Re: Valeries Welt

Verfasst: Mi 27. Mär 2019, 09:39
von Valerie Bellegarde
Elizabeth hat geschrieben: Di 26. Mär 2019, 23:45
..vielleicht hätte sie offensiv fragen müssen: "und wo bleib ich?"
LG Elly
Ach Elly.... so ist sie aber nicht, unsere Kleine. und du weisst das auch.

Re: Valeries Welt

Verfasst: Do 28. Mär 2019, 16:16
von Valerie Bellegarde
Svenja80 hat geschrieben: Di 26. Mär 2019, 23:16 Ähm ja, ich will ;)
Sorry, hab den post leider übersehen... heute geht's nicht, morgen hab ich schon was anderes vor... also ich lass es zum WE raus, einverstanden?

Ganz lieben Gruß

Valerie :()b

Re: Valeries Welt

Verfasst: So 31. Mär 2019, 18:43
von Valerie Bellegarde
Liebe Svenja, liebe Elly, liebe Maria, liebe Leserinnen und Leser alle!
Heute passierten mir zwei Unglücke, die insgesamt dazu führen, dass die für heute versprochene Episode von Valeries Welt nun heute doch noch nicht kommt. Erstens habe ich mein eigenes Konzept für das neue Kapitel 38 (ich schreib immer erst mal eine Episode im Konzept in Papier und gehe dann nochmal drüber, ehe ich es ins Forum bringe), also ich habe das eigene Konzept zerrissen und in den Papierkorb geworfen, der Grund: Es hat mir überhaupt nicht mehr gefallen. Es war also nix, es war mies, und ich muss es nochmals ganz neu versuchen. Ich wollte euch so etwas nicht zumuten.

Ihr werdet euch fragen: Warum mache ich das neue Kapitel nicht gleich sofort? Das hat technische Gründe: Bis soeben war ich zwei Tage lang ganz abgeschaltet vom Forum, was damit zu tun hat, dass ich ja bekanntlich oft hin- und herreise zwischen meinen zwei Wohnungen in Frankreich und Deutschland. Der alte Laptop hat das anstandslos mitgemacht und sich immer am neuen Standort sofort angemeldet und ich war wieder drin auf der Forumseite. Seit ich aber in Frankreich einen neuen Laptop gekauft habe, funktioniert das "switchen" zwischen den Ländern nicht mehr so anstandslos wie bisher. Kurz gesagt: Ich kam nicht mehr rein, als ich von Stuttgart aus wieder rein wollte. Ich musste also unsere Admina Anne-Mette um Hilfe bitten, um mich wieder reinzulassen in Deutschland. Was inzwischen geschehen ist und ich bin drin, wie ihr seht. Danke nochmals dafür, liebe Anne-Mette.

Kap. 38 kommt in den nächsten zwei Tagen spätestens, neu und schön, hiermit versprochen.

L.G. Valerie