Seite 35 von 79

Re: Valeries Welt

Verfasst: Fr 8. Mär 2019, 15:52
von Valerie Bellegarde
Hallo Maria, Hallo Lilo,
Danke für euere Nachrichten. Ja dann mache ich einfach mal so weiter im normalen zeitlichen Turnus. So eine Regel kann aber nur ein Anhaltspunkt sein, denn es hängt auch davon ab, wie es mir geht. Wenn ich z.B. mal nicht so gut drauf bin, kann (bzw. möchte) ich nicht schreiben. Das Ergebnis wäre nicht gut, sondern eine Zumutung für den Leser / die Leserin. Wenn ich allerdings gut drauf bin, was meistens der Fall ist, dann kann es sein, dass die Story neue ungeplante und überraschende Wendungen nimmt, und das muss dann auch raus, dann schreibe ich mehr und auch öfter.

Ich denke, es werden noch ein paar Abenteurer anzusprechen sein, die sie durchmacht, zum Beispiel die Sache mit Michael, ihrem Chef, der kommt ja jetzt mal runter zu ihr nach Frankreich und da rechnet sie eigentlich damit, dass er auch ihr Privatleben wieder ganz schön durcheinanderwirbeln wird. Von Erica, ihrer Freundin, hat sie ja schon die entsprechenden Signale erhalten und auch grünes Licht für ein Abenteuer mit Michael. ich sage dazu nur: Stichwort: deepthroating. Ich kann euch verraten, daß sie sich darauf schon vorbereitet hat, sie hat viel gegoogelt und sie übt das in letzter Zeit auch mit Bananen. Anfangs fühlte sie sich eher schlecht dabei, aber inzwischen hat sie den Bogen raus und kann ruhig atmen, auch wenn die Banane tief im Rachen eingeführt ist. Valerie will vorbereitet sein, so ist sie, sie steht zum Thema Sex absolut positiv und möchte ihren Partnern auch was bieten.

Ich möchte zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht allzuviel verraten, aber das Thema deepthroat nimmt sie schon sehr wichtig, und wie ihr wisst, bei allem was ihr bedeutsam erscheint, da will sie auch perfekt werden.

Ganz liebe Grüße

Eure Valerie

Re: Valeries Welt

Verfasst: Di 12. Mär 2019, 20:30
von Valerie Bellegarde
Teil 2, Kapitel 34: Glücklichsein, Unglücklichsein.

Oft sind wir so sehr im Beruf gefordert oder in unseren kleinen Alltagsroutinen verstrickt, dass die Gefühlswelt quasi unter der Oberfläche bleibt, gerade Männer sind in der Regel psychisch so gestrickt dass sie die eigenen Emotionen kaum zulassen bzw. streng kontrollieren, was davon nach außen dringt. Die Unterschiede zwischen den zwei Polaritäten der eigenen Gefühlswelt werden dann nicht mehr groß wahrgenommen, eigene Gefühle sozusagen nicht mehr groß ausgereizt, während ihr eigenes Leben fast emotionslos dahinplätschert, sozusagen in ruhigen Bahnen. Männer sind oft so, wie gesagt. Sind Frauen da anders?

Man sagt im allgemeinen, das sei wohl so, Frauen ließen Gefühle eher zu, trügen sie nach außen, seien kommunikativer und gefühliger zu anderen und ihre Beziehungswelt sei vielfältiger und bunter als die der Männer.

Nun hatte Valerie früher (damals zu Beginn ihrer Crossdresser-Zeit in dieser Autofabrik in Deutschland) einen richtigen Männerberuf, und sogar einen akademischen, d.h. Intellekt, Analyse und Kontrolle wurden da großgeschrieben. Auch in ihrem neuen Job als Immobilienhändlerin in Frankreich war das im Grunde nicht viel anders, sie musste Wissen erwerben, sich informieren und den Markt analysieren, die Übersicht behalten über das, was sich tat im Häusergeschäft, aber sie musste auch reagieren und eigene Aktivitäten entwickeln und manchmal dazu auch die Ellenbogen benutzen, wenn ein Geschäft ihr durch die Lappen zu gehen drohte. Was ihr im allgemeinen auch gut gelang, sie war gut darin, Geschäfte einzufädeln, zu pflegen und zum Abschluss zu bringen, sie liebte ihren neuen Job. Aber der Beruf ist nur das halbe Leben, falls überhaupt. Wo blieben also die Gefühle?

Sie waren natürlich immer noch da, die Gefühle, aber im Berufsleben hatten sie unter Kontrolle zu bleiben. Gefühle waren für die Immobilienhändlerin Bellegarde etwas, das sie in ihrer Freizeit abwickelte. Also alles unter Kontrolle auch hier bei den Gefühlen, ein Bereich wo eher die soft skills gefragt sind? Eher nicht, keine Spur von Kontrolle, im Gegenteil.

Manchmal passieren Dinge, die wir nicht vorausgesehen haben. Neue Beziehungen, unstrukturierte Verhältnisse. Und dann stolpern wir, so wie Valerie in den beiden letzten Episoden (Kap. 32 und 33) in Situationen hinein, die uns urplötzlich eine Menge an emotionalem Stress machen und wir sind nicht darauf vorbereitet. Und wir stehen dann vor Fragen, die wir intellektuell nicht durchblicken und zwar deshalb, weil sie emotional sind, gleichsam solche undurchsichtigen Problemkisten, die vorher verborgen waren, plötzlich aber da sind und uns unlösbar scheinen, d.h. nicht mehr zu bewältigen sind. Enttäuschte Gefühle, Liebeskummer, gab es das für Valerie? Sie war doch eine Intellektuelle, sie hatte doch alles immer so perfekt unter Kontrolle, so dachte sie wenigstens.

Valerie hatte aber eindeutig Beziehungsstress, und natürlich hatte das wieder mal mit Männern zu tun, mit einem Mann, einem jungen Gitano, um genau zu sein, und mit dem hatte sie sich vorgestellt, Sex zu haben. Beziehungsstress ist deshalb eigentlich das falsche Wort, denn zu einer richtigen Beziehung war es garnicht erst gekommen, im Grunde hatte sie mit diesem bildhübschen jungen Gitano nur ein paar wenige Sätze gewechselt und eine Weile in seine Augen geschaut, meinte sie dort etwas gesehen zu haben. War das schon der berühmte "coup de foudre", von dem die Autoren französischer Liebesromane so gerne schreiben?

Das weitere Geschehen ist bekannt, er war ohne Absage nicht zum Rendezvous erschienen, er hatte sie einfach versetzt und fallenlassen wie eine billige cocotte oder pute, aus der Traum. Weg war er und verschwunden. Sie war einer Illusion aufgesessen, und mit einem Mal wieder auf dem Boden der Tatsachen gelandet, harte Landung, so etwas tut weh.

Jetzt suchte sie natürlich Gründe für das, was geschehen war und fand sie seltsamerweise alle bei sich selbst, vielleicht aus Unsicherheit, vielleicht neigen Frauen in so einer Lage zu Selbstzweifeln, das mag so sein, ich weiß es nicht. Jedenfalls schienen die quälenden Fragen plötzlich übermächtig:
Bin ich als Frau eigentlich gut genug für einen Mann? Für diesen Mann? War ich schön und attraktiv genug für ihn?

Und dann natürlich der allfällige Zweifel und die Frage, die sozusagen permanent im Untergrund geschlummert hatte: Hat er etwas gesehen an mir, das ihn zweifeln ließ? Hat er etwas vermutet in Richtung auf das, was sie im Süden "Travelo" nennen (Transe). Und dann kam sie ganz brutal und knallhart, die gemeine Frage nämlich: Bin ich überhaupt eine Frau?

Sie fand keinen Schlaf in dieser Nacht und wälzte sich stundenlang in ihrem Hotelbett herum, erst in den frühen Morgenstunden konnte sie etwas Schlaf finden, entsprechend zerschlagen und kaputt erwachte sie am nächsten Morgen. Kurze Dusche, Zähneputzen, dann fuhr sie in ihre Jeans. Als sie ins Büro kam, war Delphine schon am Platz.

"Oh mon dieu, wie siehst denn du aus?"

Die Freundin riss die Augen auf, meinte dann aber, alles zu verstehen.

"Ahhh... bien compris, du warst gar nicht zuhause in deinem Bett, du warst heute Nacht aus mit diesem Gitano, on a fait l'amour ca fait l'impression" (sieht so aus als hätte er dich hart rangenommen, dein Gitano, alles klar)

Valerie schüttelte den Kopf, sie fand diese Bemerkung überhaupt nicht witzig.




Soviel für diese Woche, wem es gefallen hat, der darf es gerne schreiben. Demnächst mal wieder, so cirka am nächsten Wochenende geht es dann weiter. Michaels Besuch steht an.

Für heute liebe Grüße an alle,

Valerie :()b

Re: Valeries Welt

Verfasst: Mi 13. Mär 2019, 09:56
von Valerie Bellegarde
Hallo, nur kurze Zwischenmeldung: Wegen Männerschnupfen kommt die nächste Episode voraussichtlich nicht am WE, sondern ein bisschen später...
L.G. Valerie

Re: Valeries Welt

Verfasst: Do 14. Mär 2019, 11:34
von Valerie Bellegarde
Der Männerschnupfen steht noch in voller Blüte sozusagen, kalte Hände, kalte Füße, tropfende Nase, draußen ist's regnerisch und windig. Ich setz mich lieber ans Kaminfeuer mit Tee und Klüntjes. Melde mich bald mal wieder...

Valerie

Re: Valeries Welt

Verfasst: Do 14. Mär 2019, 12:20
von Dwt-Lilo-SL
Hallo Valerie,
danke für die schöne zweifelhafte Fortsetzung und dir persönlich gute Besserung
und kuriere mal den Schnupfen aus. hier oben im Norden ist das Wetter genauso.
Also auf eine neue Story/Teil dann wenn du wider gesund bist.
DANKE und bis ......
lieben Gruß und Licht u. Liebe von LILO-GINA!!

Re: Valeries Welt

Verfasst: Do 14. Mär 2019, 13:43
von Valerie Bellegarde
Danke dir, Lilo-Gina, bisous (he)
Valerie

Re: Valeries Welt

Verfasst: Fr 15. Mär 2019, 17:36
von Svenja80
@Valerie
Hast du die "Finde den Fehler" Sache extra eingebaut ;)

Re: Valeries Welt

Verfasst: Fr 15. Mär 2019, 18:03
von Valerie Bellegarde
Du meinst, weil Rudi Völler in den 80er Jahren noch Spieler war? Nein, das habe ich anders gemeint. Das Interview (das es wirklich gab) ist erst neuerdings entstanden, da war er schon Sportdirektor in Leverkusen. Ich liebe meine Leser. Und merke: Es gibt nur ein Rudi Völler.

L.G. Valerie.

Re: Valeries Welt

Verfasst: Fr 15. Mär 2019, 21:03
von Svenja80
ne, das meinte ich nicht. Ich würde bezweifeln, das Epson vor 40 Jahren schon Drucker gebaut hat, und wenn, waren die so teuer, die wären nie auf einem Flohmarkt angeboten worden. Gleiches gilt für Disketten, 8", damit konnte ein privater einfach nichts anfangen.
Andererseits, dichterische Freiheit ;)

Re: Valeries Welt

Verfasst: Fr 15. Mär 2019, 21:47
von Valerie Bellegarde
Nee nee ist schon richtig so mit dem Drucker. Epson Seiko baut schon lange Drucker, Nadeldrucker, Tintenstrahler, Laser. Wurden auch in Frankreich in den 70er schon auch an kleine Firmen verkauft. Werbeagenturen, Druckereien, so was. Wir selbst hatten in unserem Institut in den Achtzigern noch diesen Tintenstrahldrucker FX oder RX, weiss nicht mehr so genau, die Dimensionen waren so ähnlich wie heute, aber sehr viel größer waren die nicht. Um die 600 Mark damals, schätze ich mal. Und man musste bei dem immer die Tonerkartusche auswechseln, an Feinstaub haben wir sicher was mitbekommen damals. Google erzählt zum Thema weiter, Laserdrucker in D und F waren dann ab 84 im Handel, Name SQ und GQ (1987). Die kenne ich auch noch. Und jeder Arbeitsplatz bei uns hatte dann seinen eigenen Drucker. Mann die alten Zeiten... Und wir hatten auch Kodak Kopierer, schnell und laut, Kodak war ein sehr guter Kunde bei uns, Kodak ging dann aus Deutschland weg um die 2000 herum. Hat damals einen sehr großen Betrieb in Stuttgart einfach zugemacht. Alte Technologie. Ich erinnere mich noch an amerikanische Kunden, die kamen aus Rochester.

Andererseits ich muss dir was sagen zum Thema zeitliche Korrektheit bzw. "dichterische Freiheit": Es ist fast nicht möglich, eine Geschichte die in der Vergangenheit spielt, interessant und lebendig zu erhalten, wenn man sich auf diejenigen Utensilien beschränkt, die damals gebräuchlich waren. Also auch hier sollten wir locker bleiben. Ein Handy wird Valerie allerdings nie kriegen von mir.

Und übrigens noch Dankeschön für deine Bemerkung, ich mag solche Gespräche.

Re: Valeries Welt

Verfasst: Sa 16. Mär 2019, 00:03
von Karla
Gute Besserung,
und ich empfehle Dir ein ansteigendes Fußbad:
mit Wasser in Körpertemperatur beginnen und dann während ca 20 min Temperatur auf 42-°C steigern.
Sonst ins Bett und die Sache rausschwitzen, viel Vitamin C.

LG Elly

Re: Valeries Welt

Verfasst: Sa 16. Mär 2019, 13:31
von Valerie Bellegarde
danke dir, Elly, und lieben ruß ausm Bett

Valerie

Re: Valeries Welt

Verfasst: So 17. Mär 2019, 19:00
von Valerie Bellegarde
Ach herrje, wieder so ein Flüchtigkeitsfehler. Du hast recht, Yvette, es war der Stepi Stepanovic. Wie ich aus Google entnehme, wurden über Stepi auch schon wieder Bücher geschrieben, und gerade auch speziell über diesen Satz, mit dem er wohl in die Ewigkeit eingegangen sein dürfte.
Dass es aber nur ein Rudi Völler gibt, läßt du mir aber stehen, gell, Yvette?

L.G. Valerie

P.S. die neue Valerie-Episode kommt dieser Tage. Sie geht nicht über Fußball.

Re: Valeries Welt

Verfasst: Mo 18. Mär 2019, 19:58
von Valerie Bellegarde
Teil 2 Kapitel 35: Zeit heilt alle Wunden

Die nächsten Tage und Wochen waren voller Arbeit und Stress. Der Verkauf des Engel'schen Objekts musste vorbereitet werden, die Sache wurde immer konkreter, je mehr die Zeit voranschritt. Dr. Engel hatte Valerie noch ein paarmal angerufen in dieser Sache. Für Valerie standen jetzt Besuche beim städtischen Notariat an, sie beantragte und bekam Einsicht ins kommunale Grundbuch, und so konnte sie sich Schritt für Schritt einarbeiten in das diffizile Thema mit dem Ziel, einen wasserdichten Verkaufsauftrag mit dem Kunden abschließen zu können. Die Arbeit bedeutete auch Ablenkung und brachte den unschätzbaren Vorteil mit sich, dass Valerie abends oft abgearbeitet und müde war und nicht mehr die Zeit und Muße hatte, in der Stille ihres Wohnzimmers viele unnütze und fruchtlose Gedanken zu wälzen über ihr persönliche Beziehungswirrwarr und überhaupt ihre Situation als Frau an sich, oder über Männer im Allgemeinen, oder gar über den Sex, den sie bisher mit diesen Männern hatte.

Wie bekannt ist, neigte sie ja gelegentlich zu diesen Selbstbetrachtungen, sie versank dann oft geradezu darin. Böse Zungen benutzen das abwertende Wort "Bauchnabelschau" für diesen Zustand, man mag es nennen wie man will, jedenfalls führt es meistens zu nichts.

Zurück zur Arbeit. Valerie hatte die Angewohnheit, Dinge, die nicht sofort im Büro erledigt werden konnten (oder die sie aus irgendeinem Grund jetzt nicht erledigen wollte) einfach mal auf einen Zettel oder auf ein rotes oder gelbes post-it zu schreiben, diese Zettel lagen dann in der Regel eine Weile auf ihrem Schreibtisch herum, oder waren an die Pinnwand vor ihrem Arbeitsplatz geheftet, was ihrem Arbeitsplatz immer einen leicht chaotischen Anstrich verlieh. Im Laufe der Zeit wurden diese Zettel von ihr abgearbeitet oder aber auch weggeworfen, wenn sich eine Sache auch einmal quasi von selbst erlegt hatte. Viele Dinge erledigen sich von selbst, wenn man sich einfach mal eine Zeitlang nicht um sie kümmert. Das Dumme war nur, ab und zu kamen wieder neue Zettel dazu, und es schien als bliebe die Summe aller Zettel auf ihrem Tisch immer gleich. Den Zettel mit der Telefonnummer von Dr. Engel hatte sie inzwischen mehrfach mit Markerstift gelb und rot eingefärbt, was ihm einen gewissen Prio-Status verlieh.

Eine eigene Wohnung hatte sie inzwischen auch bezogen, es war eine hübsche kleine Mietwohnung in einem der östlichen Narbonner Vororte in Richtung auf's Meer, leicht mit dem Auto vom Büro aus zu erreichen und den Parkplatz hatte sie direkt vor dem Haus. Die Wohnung war von ihren Freunden Alain und Delphine vermittelt worden, klar, dort hatte man natürlich die notwendigen Kontakte, und es handelte sich um eine niedliche Zweizimmerwohnung mit Küche und Bad, gelegen im zweiten Stock eines kleinen Mietshauses. Von Valeries Terrasse aus konnte sie auf den Sportplatz einer Schule runterschauen, daneben gab es noch weitere Grünflächen eines "Zentrums für Gesundheit und Freizeit", also lebte sie jetzt quasi im Grünen. Der Umzug war schnell vonstatten gegangen, weil sie praktisch keine Möbel und Einrichtungen besaß außer Kaffeemaschine und Toaster, also zog sie mit Koffer und zwei Pappschachteln im Taxi um.

Nach dem Einzug hatte sie sich auch angewöhnt, abends gelegentlich wieder mal selbst zu kochen, die Küche in ihrer neuen Wohnung war zwar nicht allzu groß, hatte aber alles was nötig war, und zur Markthalle hatte sie nur drei Busstationen zu fahren. Die Narbonner Markthalle ist wie alle "halles" der Region ein kulinarischer Treffpunkt um nicht zu sagen ein städtisches Kommunikationszentrum. Sie hat mehrere Restaurants, dort geht es meistens gedrängt zu und laut. Es wird auch gesagt, die Halle sei ein kulturhistorisches Zentrum für die ganze Region, eine alte und ehrwürdige Stahlkonstruktiuon mit viel Glasflächen. Mehrere Fischhändler werden morgens mit frischem Fang beliefert vom Nahen Meer aus. Seefisch ist jeden Tag zu kriegen, aber auch Krustentiere, Schnecken und Krebse und Austern, die kommen von einer nahen Aufzuchtstation am nahegelegenen Etang de Gruissan, der den dortigen Yachthafen, aber auch einen klitzekleinen Fischerhafen mit dem Mittelmeer verbindet.

Ansonsten hocken auf engstem Raum aufeinander: Bäcker, Konditoren, Gemüsehändler, es gibt daneben Stände mit Südfrüchten der Gegend, dazu Metzger und Fleischer, die alles Tierische anbieten vom Geflügel jeder Größe über Hasen, Rehe, Wild, Rind, Schwein, Wildschwein, was immer das Herz begehrt. Franzosen kochen und essen faktisch alles Tierische was im Stall gehalten oder draußen gejagt oder sonstwie eingesammelt werden kann, das Angebot ist außerordentlich vielfältig und nicht zu vergleichen mit einer deutschen Markthalle. Beispielsweise gibt es in Frankreich eine Spezialisierung der Metzger, der "boucher" ist nur auf Fleisch spezialisiert, während der "charcutier" sich in Charcuterie auskennt, also in Wurstwaren (was wiederum dem boucher ein fremdes Gebiet ist.)

Überhaupt das Kochen und das Essen. Seit Valerie in der eigenen Küche wieder mehr kochte (meistens mit Freunden zusammen abends wie gesagt)
ist dummerweise aber auch wieder ein Nebeneffekt eingetreten, der sie störte, nämlich eine unleugbare Gewichtszunahme. Moderne Synthetik-Unterwäsche ist ja elastisch, daran bemerkt man so etwas nicht gleich, also der BH und das Höschen weitet sich quasi unmerklich mit aus, aber an ihrem engen schwarzen Businessrock, und zwar am Bund, da merkte sie es schon, sie war deutlich dabei, zuzunehmen an Körpergewicht. Sie versuchte es mit mehr Jogging, drehte abends zusammen mit anderen Berufstätigen ihre Runden um den Sportplatz vor ihrer Wohnung, aber die Anstrengung schien erst einmal fruchtlos, ein Erfolg stellte sich nicht so schnell ein.

Für heute verabschiedet sich mit lieben Grüßen

Eure Valerie :()b

Re: Valeries Welt

Verfasst: Mo 18. Mär 2019, 20:21
von Maria T
Hallo, erstmal hoffentlich geht's dir wieder gut.
Nach 2 Wochen anderes verarbeiten konnte ich mal wieder lesen.
Wieder schön geschrieben 😊
Lg Maria