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Laila-Sarah hat geschrieben: So 1. Apr 2018, 19:18
Von mir ein dickes Like, weil du dich so stilvoll für uns herausgeputzt hast und ich mag auch die Dekadenz der 20er Jahre, irgendwo zwischen der non-funktionalen aber sehr hübschen Ästhetik des 19. Jahrhunderts und der ultra-funktionalen aber zu unkomplizierten Ikea Look von heute.
Hallo Laila-Sarah und Nina,
vielen Dank für die freundlichen Worte, hab mich sehr über das positive Echo gefreut!
Aber im Ernst: Laila-Sarah, du hast mich durchschaut. Ich denke mal nicht, dass du herausgefunden hast, dass ich der Epoche der 20er tatsächlich emotional und hobbymäßig stark verbunden bin, sondern es war einfach dein spontaner Eindruck. Und der traf ins Schwarze.
Diese Zeit spielte eine große Rolle bei der Bewusstmachung meiner Identität. Aber das ist eine Geschichte, die hier fehl am Platze wäre. Leider bekam das Ganze im letzten Herbst einen ziemlichen Knick, weil mich eine der schillerndsten Ikonen des
neuen Berliner 20er-Jahre-Nachtlebens schwer enttäuschte ...
Seitdem hängen meine schönen Twenties-Kleider mit Fransen und Pailetten (alle nach Original-Schnitten) unangetastet im Schrank, die recht abgetanzten Charlestonschuhe (ziemlich gute Nachbauten der damaligen Modelle, wie man sie in alten Filmaufnahmen sieht) stauben vor sich hin, die Perlenketten, Kopfbänder, Schmuckfedern liegen im Dunkel einer Schublade.
Vielleicht bewerte ich ja deine Worte zu hoch, aber anscheinend rufe ich auch ohne all das zeitgemäße Equipment völlig unbeabsichtigt die Assoziation zu den Zwanzigern hervor. Denn das Kleid auf dem Foto hat nämlich nichts mit einem Stück dieser Epoche gemein: weder der Schnitt noch die Accesoires stimmen

Umso mehr hat mich dein Kommentar beeindruckt. Für dich scheine ich ein offenes Buch zu sein.
Das Haar trage ich auch im Alltag so - und ja, nach erneutem Längenwachstum und frischer Farbe versuche ich in 45minütigem Kampf zu unchristlicher Morgenstunde immer mehr, mich ganz langsam den damaligen
Wasserwellen anzunähern, auch wenn mich davon noch Welten trennen.
Das Divenhafte kann ich bei Shootings nicht verbergen. Meine Allüren haben schon als Mann die Umgebung stark verunsichert, ohne dass ich damals ahnte, tatsächlich Frau zu sein

Das waren Verhaltensmuster, mit der andere, weil sie von einem äußeren Kerl ausgingen, absolut nichts anfangen konnten. Jetzt, seitdem ich ausschließlich als Frau lebe, ist denen (und mir selbst) im Nachhinein so Einiges klar geworden ...
Obwohl ich im Alltag - im Gegensatz zum Mann - jetzt viel lache, überwiegt bei Fotos ganz klar das "Dramatische", oder ich mach einen Schmollmund.
Nach so viel Geschwafel "schulde" ich dem Thread wohl oder übel noch ein Bildchen ...
LG
Semele
