Also, Lukretia,
"Spiegel" kann man als Quelle seriöser Gender-Infos deshalb abhaken, weil es keine wissenschaftliche Quelle ist. Nicht mal eine geisteswissenschaftliche, sondern ein (nunja, ehemaliges) Nachrichtenmagazin. D.h. maximal die Quellen der Artikel wären seriös. Die muss man also jeweils finden und genau angucken.
Geisteswissenschaftler und Philosophen haben ihre Existenzberechtigung auf anderem Gebiet. Sehr sinnvoll für die kulturelle Interpretation, Diskussion von Utopien und Folgen, etc.
Aber wir waren bei Deiner Behauptung, dass sich männliche und weibliche Psyche definierbar voneinander unterscheiden. Wenn das so ist, muss es also beweisbare, nachprüfbare Fakten geben. Ich sehe nicht, dass La Bruyère und Co solche geliefert hätten. Eine Behauptung wird durch Wiederholung nicht wahrer.
Zu den "psychischen Unterschiede" zwischen Männern und Frauen fehlt mir erst mal die Definitionen. Wer wäre denn für Dich Mann und wer Frau? Was ist mit Transpersonen? Was gilt hier, Deiner Meinung nach, das genetische oder das mentale Geschlecht? Und wie erklärst Du den Unterschied?
Gehen wir Deine Argumente durch. Schwangerschaft ist eine physiologische Sache. Die hormonellen Turbulenzen lösen durchaus psychische Effekte aus - und tun das auch bei genetischen Männern, wenn man sie künstlich zuführt oder wenn die Eigenproduktion aus anderen Gründen durcheinander gerät.
Interessante Frage dazu: Wenn eine Transperson einen laut Ihrer Genetik normalen Hormonspiegel hat, sich aber trotzdem im falschen Körper fühlt, welches -hm- psychische Geschlecht hätte diese Person Deiner Ansicht nach?
Männer entwickeln aber auch Parallelschwangerschaften, Babybäuche, etc. Unzweifelhafte physiologische Effekte. Das nennt sich Couvade Syndrom. Oh siehe da, "Spiegel Online" weist den Weg:
http://www.spiegel.de/gesundheit/schwan ... 63239.html Hattest Du das auch gefunden?
Die wesentliche Quelle ist wohl Arthur Brennan, "senior lecturer of psychology, research methods and statistics at St George's, University of London". Er beschreibt es, hat auch statistische Evidenz für das Auftreten, aber bislang gibt es nur Vermutungen über die Mechanismen. Ob es biochemische Wechselwirkungen zwischen Mann und (real) schwangerer Frau gibt ist wohl noch unklar.
Übrigens scheint das Syndrom in westlich-modernen Gesellschaften häufiger aufzutreten als in - wie Du es nennst - Naturvölkern. Es kann aber auch sein, dass hier die Mediziner oder die Männer sensibler dafür sind. Immer schön die Datenquellen hinterfragen
Links dazu:
http://www.abc.net.au/catalyst/fatherho ... tralia.pdf und
http://openaccess.city.ac.uk/2005/
Postnatale Depression bei Männern ist auch bekannt:
http://jama.jamanetwork.com/article.asp ... eid=185905 Zu dem Paper findet man übrigens auch sehr eicht über
Spiegel Online.
Zur Geschlechterverteilung in Berufen: Ja, das ist zum großen Teil der Erziehung geschuldet, was man eben "als Mann" oder "als Frau" so tut und wie die Umgebung auf die Wünsche reagiert. Meine Frau hat in Chemie promoviert. Ich kann Dir viele Gelegenheiten nennen, bei denen mit "Du als Frau?" reagiert wurde. Ebenso bei Männern, die versuchten, in pflegende Berufe zu kommen und sogar von der Arbeitsagentur abgebügelt wurden.
Die von Dir behauptete
"schwule Promiskuität" ist reichlich überholt. Männer udn Frauen sind
ähnlich promisk. Männer geringfügig häufiger. Auch da wäre interessant, in wie weit die Prägungen - Ruf, Schwangerschaftsrisiko, etc. - das Verhalten beeinflussen. Schau Dir die Swingerszene online und offline an. Doch, schau es Dir an und behaupte nicht einfach irgendwas.
Es geht nicht darum, irgendwelche Dinge "zu verdrehen", sondern Behauptungen zu hinterfragen. Deine eignet sich dafür. Leider habe ich von Dir bisher keine belastbaren Fakten bekommen, dass sich "Männer" und "Frauen" (eine konkrete Definition Deinerseits fehlt, wie gesagt) psychisch nachprüfbar unterscheiden. Wenn das "im Netz" so einfach findbar ist, dann poste bitte ebenso Links, wie ich sie Dir hier vorlege.