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Re: Politik: Energiewende...

Verfasst: Mo 27. Aug 2012, 17:34
von Sabrina Verena
Hi Sophie!
Noch ein Nachtrag: Die Erneuerbare Energie kommt nicht in die Gänge a) weil die Förderung stetig zurück gefahren wird und b) konkurierende Modelle gegeneinander Ausgespielt werden.
z. B. der Traum von der Netzunabhängigen Selbstversorgung gegen die dezentrale, Kommunale Versorgung. Ich selber tangiere zu einer global vernetzten, dezentralen, kommunalen Versorgung. Kern ist die dezentrale Versorgung auf kommunaler Ebene wobei die Kommunalen Glieder mit einander vernetzt sind. Falls in einer Kommune die Kraftwerke versagen wird sie weiterhin versorgt. Und global deshaslb, weil es illusiorisch ist zu glauben Deutschland könnte sich autark versorgen aber auch umgekehrt. Carat hat gestern auf die Widersinnige Tatsache verwiesen. Wegen der schlechten Nord- Süd - Verbindung exportiert der Norden Strom und der Süden importiert Strom. Aber zum Netzausbau einschließlich HGÜ hatte ich mich ja schon geäußert. Er ist für den Umstieg auf Erneuerbare erforderlich. Erneuerbare sind in ihren Folgen ökologisch überschaubar. Kerenergie ist es nicht!
Liebe Grüße
Verena

Re: Politik: Energiewende...

Verfasst: Mo 27. Aug 2012, 18:19
von Sabrina Verena
Hallo Saari! Du hast völlig recht was die Isoliermaterialien betrifft. Der B.U.N.D gibt zu dieser Thematik von Zeit zu Zeit ein Jahrbuch heraus " Ökologisch Bauen". Da werden verschiedene alternative Materialien verglichen. Z. B. Kork ( allerdingst ohne Recycling nicht unproblematisch). Wolle oder Papier seien weitere Alternativen.

Hallo Maria!
Teilweise sind Deine Einwände vorab schon kommentiert worden. Zu den Vögeln, das ist so nicht ganz richtig. Zug- und Rastvögel meiden Windparks und verlieren somit wichtige Energie für Ihr Brutgeschäft, auch nimmt die Nestdichte und somit die Nachwuchsrate bei ziehenden Brutvögeln ab. Standvögel arrangieren sich mit Windkraftanlagen. Allein Greifvögel werden von den Rotorblättern beim Durchflug erschlagen. Diese sind auf die Gefahr nicht eingestellt und wenn sie einem Beutevogel im Visier haben auf ihre Beute konzentriert. Aber ich hatte ja bereits wiederholt darauf Aufmerksam gemacht das eine sorgfältige Standortwahl erfolgen muss. Auch wegen der Fledermäuse und Insekten. Höhere Anlagen haben das Problem mit den Insekten aber gelöst.

Zur Geothermie hatte ich gesagt, dass sie nur auf kommunaler Ebene sinnvoll ist und nicht mit Pedothermie verwechselt werden darf.

Global 100% Erneuerbare Energie ist das eigentliche Ziel!

Die Strompreise sind hoch, ja! Werf hier doch mal ein Blick auf die Webseiten des Bundesverbandes der Energieverbraucher, die können die Thematik besser erklären als ich.
Liebe Grüße
Verena

Re: Politik: Energiewende...

Verfasst: Mo 27. Aug 2012, 19:01
von Yasmine
...na ja, ich hoffe ja auf eine Signalwirkung, wenn ein Land wie Deutschland es schafft, ohne Atomkraft auszukommen. Dann ist es mir auch egal, ob die anderen da mitmachen oder nicht. Wenn ein Atomkraftwerk in die Luft fliegt, kann ich immernoch sagen, dass ich nicht schuld bin (kann ich privat auch jetzt schon sagen). OK, letztendlich ist es egal, wo das AKW stand, was mich getötet hat.
Die Engergiepreise steigen, auch das ist richtig. Aber nur so macht es Sinn, dafür zu sorgen, dass erst gar nicht die Energie benötigt wird. Wenn Benzin immernoch 40 cent kosten würde, hätte ich mir wohl die 500€ Aufpreis in die Benzinspartechnik gespart, mit der mein Auto nun 5 Liter / 100km verbraucht.
Traurig, aber wahr. Und ich fürchte, daran wird sich auch nichts ändern, solange Engergie günstig wäre.
LG
Yasmine

Re: Politik: Energiewende...

Verfasst: Mo 27. Aug 2012, 19:24
von Sabrina Verena
Danke! Yasmine,
Du hast es auf den Punkt gebracht. Erst wenn Energieverbrauchen dem Geldbeutel weh tut wird übers sparen nachgedacht. Leider nicht aus Einsicht zur Notwendigkeit.
Das war übrigens mal Teil der ursprünglichen Idee bezüglich der Ökosteuer, welche nicht so beschlossen wurde, wie es die Urheber aus erkoren hatte. Ursprünglich sollten mit dem Geld notwendige Umweltschutzmaßnahmen wie Gebäudeisolierung und Umrüstung von Maschienenparks finanziert werden. Leider anders gekommen und die größten Energieverbraucher waren/sind sogar befreit. An Einsparungen sind die so nicht interessiert. Immisionszertifikate sind da nur ein schwacher Trost.
Was Signalwirkung betrifft, ist ein hohes Maß an Disziplin erforderlich, nur wer konsequent seiner Vorreiter- und Vorbildfunktion entspricht wird ernst genommen.
Nach Außen Öko reden und nach Innen Antiöko handeln ist unglaubwürdig.
Liebe Grüße
Verena

Re: Politik: Energiewende...

Verfasst: Mo 27. Aug 2012, 20:00
von Sabrina Verena
Hallo Saari!
Dein Interesse am Thema ist keine Belästigung!
Persönlich sehe ich das mit der Sicherheit der Nutzer (nicht nur als Mieter) genauso. Und Bauvorschriften, Technisches Anleitungen, Brandschutzvorschriften müssen natürlich eingehalten werden. Geld am falschen Ende sparen ist aber ein generelles Problem, und letzten Endes ist der finanzielle Schaden so etwas wie Lehrgeld. Das gilt nicht nur für ökologisch verträgliche Dämmstoffe.
Liebe Grüße
Verena

Re: Politik: Energiewende...

Verfasst: Mo 27. Aug 2012, 20:28
von exuser-12-02-2013
Achtung Verena!
Der Reaktor in Hamm-Uentrop und er von mir favorisierte MSR, speziell der LFTR, sind zwei vollkommen unterschiedliche Systeme. Jetzt wirds technisch, wir kommen wohl nicht drumherum:
Der von dir erwähnte Reaktor THTR benutzt Thorium, das in Tennisball-großen Graphitkugeln eingeschlossen ist. Deswegen nennt man einen solchen Reaktor auch Kugelhaufenreaktor (im Englischen pebble-bed reactor). Viele Tausend solcher Kugeln sind im Reaktorkern, der stark vereinfacht, ein Betonbehälter ist. Steuerstäbe, wie heute schon benutzt, können rein- oder rausgefahren werden. Sie enthalten Stoffe, die Neutronen schlucken, die kernreaktion also unterbrechen. Das Graphit der Kugel verlangsamt ("moderiert") die Neutronen, und ermöglichen die Kernreaktion. Denn die bei der Spaltung entstandenen Neutronen sind viel zu schnell, um andere Kerne zu spalten. Kühlmittel ist Helium, dass zwischen den Kugeln hindurchströmt. Das Helium wird dann direkt in eine Turbine geleitet (weil Helium chemisch und radiologisch inert ist, kann auf einen zweiten kreislauf verzichtet werden) wo es seine Thermische Energie abgibt. Ab hier wie gewohnt.
Im MSR ist das Thorium in einem Salz aufgelöst. Ein Salz ist, wenn ich mich nicht täusche, eine ionische Metall-Nichtmetallverbindung. Zum beispiel Lithium-Fluor. Das ist bei einer Temperatur von ungefähr 800-°C flüssig und zirkuliert zwischen einem Wärmetauscher und dem reaktorkern. Dieser besteht aus Graphit mit Bohrungen (vereinfacht ausgedrückt) durch das die Flüssigkeit hindurchgepumpt wird. Das Graphit moderiert die Neutronen, das Salz erhitzt sich und gibt die Wärme an den Wärmetauscher ab. Dort keht es zu einem zweiten Zyklus (ohne Thorium) dann an einen dritten Zyklus der die Energie an eine Turbine abgibt.Von dort wie gehabt. hier ein gutes Bild: http://en.wikipedia.org/wiki/File:Molte ... eactor.svg
Die Idee hinterm THTR war nicht schlecht, aber in der Praxis hat sie sich als problematisch herausgestellt.
Und der rest des Briefes? Bitte nimm es mir nicht übel, aber wieder Argumente aus der Konserve:
Sabrina Verena hat geschrieben:Sicher ist die Technik deswegen aber noch lange nicht. Im Gegenteil, wie die Probleme in Hamm-Uentrop gezeigt haben.
Aha. Von einem Prototypen-Reaktor, dessen einzige gemeinsamkeit das Thorium ist, wird sofort auf auf Thorium-Reaktoren im Allgemeinen geschlossen. Und sicher ist sie natürlich auch nicht. Warum eigentlich nicht? Wieder wird nur auf diesen einen Vorfall verwiesen.
Sabrina Verena hat geschrieben: Wir haben damals bereits das Abschalten des Reaktors gefordert.
Was anderes machen Atomkraft-Gegner auch nicht.
Sabrina Verena hat geschrieben:Zu lange wurde uns weisgemacht, dass es "sichere" Atomkraftwerke gebe.
Und jetzt macht man uns weis, das es nur unsichere KKWs gibt. Dabei werden bald bei uns Reaktoren heruntergefahren, die in ihrer Einsatztzeit nie versagt haben.
Sabrina Verena hat geschrieben:Das hat zu den bekannten Katastrophen geführt.
Nein, dass hat nicht zu den uns bekannten Katastrophen geführt. Fahrlässigkeit und ungenügende Kontrollen haben zu den uns bekannten Katastrophen geführt.
Sabrina Verena hat geschrieben:Wir halten es mit der Kernaussage der so genannten "Ethikkommission", die 2011 unter der Leitung von Klaus Töpfer empfohlen hat, dass wo immer es Alternativen gebe, von der Atomkraft gelassen werden sollte.
In dieser Ethikkommission waren weder Physiker noch Ingenieure, speziell Leute, die sich mit Kerntechnik auskennen. Nur Philosophen, Umwelt-Leute und Politiker. Auf so eine Ethikkommision kann ich verzichten.
Leider kommt bei Diskussionen zum LFTR regelmäßig der THTR, ich hatte gehofft das es hier nicht dazu kommt, aber na ja.
Jemand der einen so fundametalen Fehler macht und zwei grundverschiedene Konzepte in einen Topf wirft, diskreditiert sich selbst.
Sabrina Verena hat geschrieben:Eine guten Überblick über die Technik findet sich bei http://de.wikipedia.org/wiki/Kernkraftwerk_THTR-300.
Ging es in diesem Brief wirklich um den Flüssigsalzreaktor? Wenn ja, dann ist das besonders bezeichnend, weil sich dieser Herr den Artikel, den er selbst empfiehlt, offenbar nicht gelesen hat. Sonst wäre es ihm aufgefallen.
Das ist natürlich nicht gegen dich gemeint, du hast ja den Brief nur veröffentlicht.
Und zu guter letzt:
Sabrina Verena hat geschrieben:Thorium-Reaktoren gehören zu den ingenieurtechnischen Träumen des "inhärent sicheren" Atomkraftwerks.
Inhärent-sichere (ohne Anführungsstriche) sind kein Traum. Überhaupt, uns Ingenieuren wird mal wieder vorgeworfen nur zu träumen. Hat dieser Herr Nuklearphysik oder -technik studiert? Hat er sich intensiv damit auseinandergesetzt? Wenn nicht, sollte dieser Mensch nicht entscheiden, ob etwas technisch möglich ist oder nicht.
Und ja, ich bleibe bei meiner Meinung, dass Erneuerbare allein nur schlecht möglich sind und nicht erstrebenswert sind. Und das Kernenergie die Zukunft ist.

liebe Grüße
Sophie
PS: Wenn dieser Beitrag etwas zickig klingt, dann liegt das an der Uhrzeit und dass ich morgen Prüfung habe

Re: Politik: Energiewende...

Verfasst: Mo 27. Aug 2012, 20:45
von exuser-12-02-2013
kleiner nachschlag:
Yasmine hat geschrieben:...na ja, ich hoffe ja auf eine Signalwirkung, wenn ein Land wie Deutschland es schafft, ohne Atomkraft auszukommen.
leider taugt D als Vorbild nicht sehr viel. Der technologische Standard sinkt bei uns rapide, Länder wie USA und China haben uns bereits überholt. Indien und Brasilien kommen immer näher. (nur in Russland sieht es düster aus).
Ich glaube, dass die uns umgebenden Länder sich nicht beirren lassen. Polen will ja nun doch wieder in die Kernenergie einsteigen, aber da muss man noch schauen, was passiert.
Yasmine hat geschrieben:Wenn ein Atomkraftwerk in die Luft fliegt, kann ich immernoch sagen, dass ich nicht schuld bin (kann ich privat auch jetzt schon sagen).
Woher kommt immer die Vorstellung dass KKWs wie Atombomben hochgehen? Bei beiden Super-GAUs war es eine chemische Knallgasexplosion, die nur das gebäude zerstört hat. Der brand und die freiliegende Uran-Lava haben die Isotope freigesetzt.
Yasmine hat geschrieben:OK, letztendlich ist es egal, wo das AKW stand, was mich getötet hat.
Laut dieses (ich gebe es zu, auf den ersten Blick recht zynischen) Artikels (> http://nextbigfuture.com/2011/03/deaths ... ource.html ) , hat, statistisch betrachtet, die Kernenergie die wenigsten Todesopfer pro Energieeinheit gefordert.
Sabrina Verena hat geschrieben:Erneuerbare sind in ihren Folgen ökologisch überschaubar. Kerenergie ist es nicht!
Wenn wir nur Solarzellen und Windräder benutzten wollen, kommen wir nicht drum herum die Erdoberfläche mit künstlichen Strukturen zu überziehen. Wenn du das ökologisch überschaubar nennst...
juliane7 hat geschrieben:Liebe Sophie,
Ich wünsche Dir eine gute Prüfung - und: Gönn Dir eine Pause von anstrengenden Foren - zumindest mal für heute Abend! - Und fürs Wohnzimmer und die alternative Energieversorgung durch Solarzellen hier noch eine kleine Sonne (ohne Kernfusion, nur mit Smilies):
Ich danke dir :) Für heute reicht es wohl...

Re: Politik: Energiewende...

Verfasst: Mo 27. Aug 2012, 20:46
von Yasmine
Sophie_90 hat geschrieben:...dass ich morgen Prüfung habe
Na dann, alles Gute und viel Können (oder einfach halt nur Glück :)!!!
Übrigens habe ich früher auch immer gedacht, dass es eine Sauerei ist, wenn die Großen von so einer Steuer ausgenommen sind.
Mittlerweile denke ich aber etwas anders. Die Firma, für die ich arbeite, benötigt leider sehr viel elektrische Energie. Das ist leider nicht anders möglich. Es wurden schon alle möglichen Einsparungsmöglichkeiten getroffen, aber irgendwann ist leider Schluss. Nun kommt also neben den hohen Lohnkosten auch noch eine sehr hohe Ökosteuer hinzu. Leider fragt der Kunde nicht, ob die in Frankreich auch eine Ökosteuer haben oder warum die billiger produzieren können.
Ist blöde, aber wenn der Arbeitgeber noch einen weiteren Nachteil bekommt, dann wundert es mich nicht, wenn Arbeitsplätze wegfallen.
Ich wünschte, ich hätte da eine Lösung. Bezahlen müssen wir es eh, ob vorher durch relative Lohnkürzungen / Arbeitsplatzsteichungen oder nachher durch erhöhte Ökosteuern.
Eine Lösung habe ich leider auch nicht...
LG
Yasmine

Re: Politik: Energiewende...

Verfasst: Mo 27. Aug 2012, 21:01
von Yasmine
Sophie_90 hat geschrieben:leider taugt D als Vorbild nicht sehr viel.
Nimm mir doch nicht die Hoffnung :)
Sophie_90 hat geschrieben:Woher kommt immer die Vorstellung dass KKWs wie Atombomben hochgehen?
Natürlich fliegen die nicht in die Luft, das weiß ich auch. Nur der Radius um die beiden bekannten AKWs ist etwas größer als bei anderen Problemfällen.
Sophie_90 hat geschrieben:Wenn wir nur Solarzellen und Windräder benutzten wollen, kommen wir nicht drum herum die Erdoberfläche mit künstlichen Strukturen zu überziehen. Wenn du das ökologisch überschaubar nennst...
OK, in den Punkt simme ich dir als Atomkraftgegnerin sogar zu. Was nun wirklich passiert, wenn wir ganze Länder mit Monokulturen in Form von Solarzellen überziehen, weiß ich auch nicht. Zumindest entziehen wir der Erdoberfläche Wärme. Ob das gut ist oder nicht, weiß ich nicht. Selbiges gilt auch, wenn wir Erdschichten durchbohren. Nur das Einlagern von Atommüll irgendwo unter der Erde ist etwas, was ich kommenden Generationen ersparen möchte.
Andererseits betrachte ich AKWs übrigens immer als geniale Chance, der Natur und den Tieren einen Teil zurückzugeben, denn die verstrahlten Bereiche sind nur für Lebewesen mit langen Generationsabständen problematisch. Man muss das nur globaler sehen und nicht das Individuum betrachten.
Mein Fazit ist also nach wie vor: Engergie sparen.
LG
Yasmine

Re: Politik: Energiewende...

Verfasst: Mo 27. Aug 2012, 21:31
von Sabrina Verena
Hallo Sophie!
Danke, dass Du erwähnt hast, dass ich diese Mail nur veröffentlicht habe. Das ändert aber nichts an meiner Kritik an die sogenannte Kernenergienutzung. Auch hier wird mit "Konserven" argumentiert. Jede Technik hat ihre Tücken. Sicherheit gibt es nicht bei keiner Technik! Sollte Dir eigentlich bewußt sein. Aber vielleicht liegt es auch daran das ich Technik als Fachschüler nicht nur gelehrt bekommen habe, sondern als Werkzeugmacher auch anwende. Sorry, aber in der Praxis sieht man viele Pferde kotzen, die theoretisch nicht kotzen dürften. Ich bin von dem LFTR jedenfalls nicht überzeugt! Er ist wie jede andere Technologie auch, nicht sicher! Das ist so! Die Aufbereitung und der Transport von Monazit beeinträchtigen die Bilanz! Ebenfalls nicht zu vernachlässigen Monazit muss importiert werden! Und eine weitere künstliche Anreicherung der Umwelt mit radioaktiven Strahlern ist nicht zu vertreten! Bei den sogenannten Erneuerbaren sind die Probleme kein wirkliches Problem für die Biosphäre. Im Übrigen hatte ich hier auch Anforderungen zur Sprache gebracht. Unfruchtbare Lebewesen sind aber ein Problem. Allmählig sind auch wir an den Punkt gekommen, wo wir uns nur noch wiederholen können.
Trotzdem Respekt! Aber überzeugt bin ich nicht!
Liebe Grüße
Verena

Re: Politik: Energiewende...

Verfasst: Di 28. Aug 2012, 07:43
von exuser-23-02-2013
Ich halte mein Wort und werde mich nur noch an der Debatte beteiligen, wenn es neue Aspekte gibt - und über einen solchen neuen Aspekt bin ich eben gestolpert: Nach einem Bericht des Stern http://www.stern.de/wirtschaft/immobili ... 83192.html betragen die Mehrkosten zwischen konventionellem und Öko-Strom oft nur etwa 2 %; wir reden also eigentlich über Peanuts (schade, dass dieser Satz so vorbelastet ist).

Re: Politik: Energiewende...

Verfasst: Di 28. Aug 2012, 10:02
von Sonja Bernhardt
Hallo Ihr Lieben,

ich hoffe ich darf hier auch was sagen, auch wenn ich absolut ein Laie bin in dem Thema und man mich auch Dumm nennen könnte, da ich ja NUR Softwareentwicklerin bin. Aber Wie kann man (egal in welcher Form) sagen das Kernenergie günstig, sicher, Umweldverträglich und toll ist?

Wir haben Bekannte die Verwandte in Gorleben haben und die uns so einiges erzählt haben, es gibt dort sehr sehr viele Krebsfälle mit Todesfolge und jeder der diese Energieform so toll findet sollte dort hinziehen. Wenn ich könnte würde ich jedem dort ein Haus schenken.

Mir ist absolut unbegreiflich wieso die Energiekonzerne die Geld mit dieser Energie verdienen nicht für die Kosten der Entsorgung aufkommen müssen, denn dann denke ich wäre diese Technick bestimmt nicht mehr günstig. Dann Frage ich mich wieso es so schwirig ist die Leitungen von A nach B zu verlegen, wieso muss das alles Oberirdisch sein, jeder Mast kostet doch unsummen. Wir haben ein sehr groß ausgebautes Autobahnnetz. wieso können wir nicht am Rand der Autobahn oder in der Mitte die Leitungen verlegt werden (Es wird doch sowieso ständig an den Teilen gebaut, da könnte man für so einen Zweck das sogar mal ertragen das die Straße teilweise gesperrt ist).

Wieso wird nicht an alternativen Speicherformen gearbeitet, Ich bin leider kein Technicker, aber seit einiger Zeit frage ich mich, wenn ich Energie die ich zuviel habe in Pressluft umwandele und in grosen Druckbehältern speichere und bei bedarf mit diesem Druck dann wieder einen Generator antreibe wie hoch ist dabei der Verlust, wenn denn das überhaupt erheblich ist, da die Energie ja sowieso da ist.

Wieso hat noch niemand erforscht wieviel Strom eine Solarzelle produziert die unter einer Straßenlaterne steht, und welches Licht (einer Laterne) würde am meisten Energie abgeben. Klar würden dann Autos in Zukunft anders aussehen, aber wenn ich so ein "Null komma X verbrauchs Fahrzeug für die Stadt" hätte wäre das doch der Hammer.

Wieviel Windenergie wird durch vorbeifahrende Züge oder LKWS auf Autobahnen oder an Bahngleisen produziert.

Naja wiegesagt ich denke es sollte so schnell wie möglich gehen mit diesem Ausstieg. Und ich denke die Argumentation der Energiekonzerne, das es deswegen teuerer wird ist nur Geldmacherei, ich würde genau wie das Gesundheitswesen diese ganzen Dinge wieder verstaatlichen, denn man sieht ja was Private daraus machen (nur Kohle scheffeln für sich)

Ich wünsche Euch noch einen schönen Tag

Liebe Grüße

Sonja

Re: Politik: Energiewende...

Verfasst: Di 28. Aug 2012, 12:05
von Sonja Bernhardt
Danke Anja,

das ist es ja was ich Denke, oder schau Dir mal LKW's oder Busse an, die haben riesen Dachflächen, wieso sind da noch keine Solarzellen drauf die Strom produzieren? Oder schaut Euch den Fuhrpark auf so einem Flughafen an. Ich denke viele Fahrzeuge von denen könnten mit Solarstrom betrieben werden und die sogwirkung die beim Starten und Landen produziert wird, habe ich auch noch nicht bedacht. Echt blöd das ich kein Technicker bin der sowas mal erforschen könnte.

Und zum Thema Energie sparen, die scheint gerade für firmen noch viel zu billig zu sein, als ich noch Angestellte war, da brannte im Treppenhaus bei den Liften immer das licht, pro Etage zwei Halogenlampen im Lift permanent 8 Halogenlampen. und in jedem Gang brannte auch immer das Licht. Keine Bewegungsmelder und nichts. Und das war nur ein Büro, schaut euch andere an.

Re: Politik: Energiewende...

Verfasst: Di 28. Aug 2012, 14:56
von exuser-12-02-2013
Hallo
Sumpfhuhn hat geschrieben:Nach einem Bericht des Stern http://www.stern.de/wirtschaft/immobili ... 83192.html betragen die Mehrkosten zwischen konventionellem und Öko-Strom oft nur etwa 2 %;
Dazu lege ich folgenden beitrag zu: http://www.forbes.com/sites/jamesconca/ ... subsidies/
Demzufolge ist nur die Wasserkraft günstiger als die Kernenergie.
Wobei günstige Energie vielleicht gar nicht so gut sein könnte: http://www.final-frontier.ch/energieeffizienz
Sonja Bernhardt hat geschrieben:das ist es ja was ich Denke, oder schau Dir mal LKW's oder Busse an, die haben riesen Dachflächen, wieso sind da noch keine Solarzellen drauf die Strom produzieren?
Ich hab das mal im quick-and-dirty-Verfahren überschlagen: Durchschnittliche Globale solare Leistungsdichte q_punkt=740 W/m-² (laut Wiki). Fläche eines LKW-Dachs: A=12,5 m-² (korrigiert mich, das war ein schätzwert), Wirkungsgrad einer Solarzelle eta=0,2. Laut P=q_punkt*A*eta ist die Leistung 1850 W. Und das nur, wenn die Sonne im Zenit steht. Und auch das nur, wenn keine Wolken im Weg sind. Und das auch nur am Tag. Bei einem Sonnenstand von alpha ist die beschienene Fläche A'= A*sin[alpha]. Mein Föhn braucht 2 kW. Leider sind diese Leistungen auch nur Peanuts.
Sonja Bernhardt hat geschrieben: Ich bin leider kein Technicker, aber seit einiger Zeit frage ich mich, wenn ich Energie die ich zuviel habe in Pressluft umwandele und in grosen Druckbehältern speichere und bei bedarf mit diesem Druck dann wieder einen Generator antreibe wie hoch ist dabei der Verlust, wenn denn das überhaupt erheblich ist, da die Energie ja sowieso da ist.
Das gibt es bereits: http://de.wikipedia.org/wiki/Druckluftspeicherkraftwerk
Anja hat geschrieben:Oder nachts unter einer Laterne?
Angenommen, die Leistung einer solchen Lampe ist Q_punkt = 100W (korrigiert mich, wenn ich falsch liege). Höhe der Laterne, sagen wir mal r=4m. Angenommen, die Leistung wird Halbkugelförmig abgestrahlt: A= 0,5*4*pi*r-²= 100,53 m-². Demnach ist die leistungsdichte q_punkt=Q_punkt/A=0,995 W/m-². Diesen Wert bitte oben anstelle von q_punkt einsetzen. Aber der Großteil der strahlung ist thermischer Natur. Den genauen Anteil könnte ich hier auch vorrechnen, aber dass der sehr groß ist, ist wohl klar.
Sonja Bernhardt hat geschrieben:Wieviel Windenergie wird durch vorbeifahrende Züge oder LKWS auf Autobahnen oder an Bahngleisen produziert.
Da fällt mir kein spontane Lösung ein. Aber ich werde drüber nachdenken.
Das wars mal wieder vorerst von meiner Seite. So einfach ist das mit der Energie leider nicht.

liebe Grüße
Sophie

Re: Politik: Energiewende...

Verfasst: Di 28. Aug 2012, 15:22
von Inga
Heike40HH hat geschrieben:Hallo,
......habe neulig ein Beitrag bei Deutschland Radio gehört. Wie jetzt in Japan die Hääuser gekült werden. Nicht mehr so häufig mit Klimaanlagen sondern mit traditionellen Bambusmatten. Also : Back to the roots".
....
Heike
Hallo Heike,

leider hat es bisher nicht geklappt, in Hamburg von Angesicht zu Angesicht auch über dies Thema zu diskutieren. aber wenigstens hören wir dieselben Radioprogramme ...

Das Beispiel aus Japan fand ich so treffend und lässt sich im persönlich bewussten Energienutzen auch übertragen: Muss es immer der elektrische Rasierer sein und genügt auch mal die Nassrasur per Hand ... Muss ich mir einen motorisierten Rasenmäher teuer und vielleicht noch auf Raten kaufen oder kann ich den Jungs in der Nachbarschaft nicht ihr Taschengeld aufbessern lassen, indem sie mir regelmäßig per Hand den Rasen mähen ? ....

Grüße
Inga