Rausgehen und verstecken ?
Rausgehen und verstecken ? - # 4

Crossdresser, Transgender DWT... Plauderecke - was sonst nirgendwo passt
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Knäckebrötchen
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Re: Rausgehen und verstecken ?

Post 46 im Thema

Beitrag von Knäckebrötchen »

Tira hat geschrieben: Do 6. Feb 2025, 20:10 Und warum setzt du CD mit einem Hobby gleich? Ich glaube bei dieser Pauschalisierung könnte ein Fehler liegen. Gild übrigens auch für trans, was wir da letztens lesen mussten^^
Flora hat geschrieben: Di 4. Feb 2025, 18:57 Nachdem das aufgrund der zeitlichen Nähe vermutlich (auch) auf mich gemünzt ist: zunächst mal muss man den Unterschied sehen, ob man offen als Frau leben und anerkannt werden möchte oder eben nur ein gesellschaftlich bekanntlich leider nicht ganz anerkanntes "Hobby" namens Crossdressing gelegentlich ausleben möchte... [...]
chris hat geschrieben: Mi 5. Feb 2025, 12:50 Hi,
[...]
Ich bin mit meinem Crossdresser-Hobby in den 4 Wänden sehr zufrieden.
[...]
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Re: Rausgehen und verstecken ?

Post 47 im Thema

Beitrag von Knäckebrötchen »

HeikeCD hat geschrieben: Do 6. Feb 2025, 20:15
Knäckebrötchen hat geschrieben: Do 6. Feb 2025, 20:02 Hobby Crossdressing
Ein Hobby kann man aber aufgeben wenn einem die Lust oder Freude dran vergeht, eine Neigung kann man schlecht aufgeben. Die steckt in einem drin. Und kann man dieser Neigung nicht nachkommen, wie es ja vielen von uns leider manchmal geht, wird diejenige unleidlich, es schlägt auf die Psyche, psychosomatisch...seelisch.
Und wenn ich z.B. heute nicht angeln gehen kann, weil das Wetter mir nicht passt, dann verschiebe ich das eben auf morgen oder übermorgen, ohne Probleme.
Ich hatte dummerweise so ähnliche Gedanken wie Liv beim Lesen des Textes gestern Abend, aber auch keine Lust mehr darauf einzugehen.
Und seitdem ich mein "Hobby", vulgo Neigung, zuhause sowieso und sporadisch öffentlich ausleben kann geht es mir gesundheitlich, >Psychosomatik<, erkennbar besser, weil ich mich wohler fühlen kann. Solche Sorgen hätte ich bei einem Hobby nicht.
Ihr habt den Begriff eingeführt, nicht ich.

Ich würde eine Neigung halt nie als "Hobby" bezeichnen. Sorry. Käme mir nicht in den Sinn. Ist es für mich ein so ernsthaftes Anliegen, dann entwerte es doch nicht durch "Anführungszeichen".

Das ist so wie eine Predigtpraktikantin in unserer Gemeinde: hält eine tolle Predigt, und meint dann kurz vor Schluß "...so, jetzt habe ich euch genug vollgelabert mit..." und entwertet damit die ganze Arbeit, ihre Arbeit als "Gelaber"...
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Re: Rausgehen und verstecken ?

Post 48 im Thema

Beitrag von HeikeCD »

Knäckebrötchen hat geschrieben: Do 6. Feb 2025, 21:12 ...
Aber daher habe ich auch das Wort 'Hobby' in " " gesetzt und nicht Neigung. Nun hat ja EINE Person das Wort Hobby benutzt, warum auch immer, viele andere eben aber nicht. Und ich würde das auch nicht so bezeichnen. Und wenn ich an den seelischen Druck denke den ich über Ewigkeiten hatte und ihn nur kurz lindern konnte durch gestohlene Zeit und selbst das waren da nur winzige Dosen um kurzfristig einigermaßen das innere Gleichgewicht ins Lot zu bekommen, nein, nur ein Hobby ist das wahrlich nicht.
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Re: Rausgehen und verstecken ?

Post 49 im Thema

Beitrag von Anja61 »

Hallo Knäckebrötchen,

wer wie wo was hat den Begriff eingeführt - komme gerade nicht ganz mit.

Wo liegt das Problem?

LG
Anja














,

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Re: Rausgehen und verstecken ?

Post 50 im Thema

Beitrag von Flora »

Knäckebrötchen hat geschrieben: Do 6. Feb 2025, 20:02 Warum das so ist, das weiß ich nicht.
Ich kann nur für mich sprechen: Formulierungen wie "sorry, dann seid ihr...", "wenn ich das schon höre", "Männer erklärt mir die Welt" haben den Beitrag insgesamt auf mich etwas despektierlich wirken lassen. Da ich aber genau lese und mir in dieser Interpretation nicht hundertprozentig sicher war, habe ich extra noch dieses "oder auch nicht" in Klammern hinzugefügt, um auf gar keinen Fall jemandem zu nahe zu treten. Insofern verwundert mich die vehemente und teils abwertende Reaktion jetzt etwas.

Was den Begriff "Hobby" angeht, zumal in Anführungszeichen -

"in der Freizeit aus Neigung, Freude an der Sache mit einem gewissen Eifer betriebene Beschäftigung auf einem bestimmten Gebiet"

"Freizeitbeschäftigung, die der Ausübende freiwillig und regelmäßig zum eigenen Vergnügen oder der Entspannung betreibt. Es trägt zum eigenen Selbstbild bei und stellt einen Teil seiner Identität dar."

"Liebhaberei, angenehme Neben-, Freizeitbeschäftigung"

- da dürften sich doch schon einige hier mehr oder weniger in den Definitionen wiederfinden?
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Re: Rausgehen und verstecken ?

Post 51 im Thema

Beitrag von Knäckebrötchen »

Wally hat geschrieben: Do 6. Feb 2025, 11:09 Wirklich zufriedengestellt und in Ruhe gelassen hat mich das alles erst, seit ich 24/7 als Frau lebe. Seitdem spielt Crossdressing auch in meinen sexuellen Fantasien keine Rolle mehr: in meinem - auch sexuellen - Selbstverständnis bin ich seitdem einfach Frau, ich brauche das endlich nicht mehr zu simulieren (obwohl ich es körperlich nach außen jeden Tag tue). Erst in der Kommunikation konnte ich zu meinem jetzigen Ich-Bewusstsein finden - genau so, wie Watzlawik es postuliert hat.

Im Alltag ist das für mich inzwischen selbstverständlich geworden. Dass ich damit endlich zufrieden leben kann, dass diese ständige, bohrende Sehnsucht nach einem anderen Dasein endlich weg ist, bin ich inzwischen gewöhnt. Bewusst wird mir das wiederum fast ausschließlich in sozialer und kommunikativer Interaktion: eben nicht, wenn ich ohne merkliche Reaktionen meiner Umwelt durch den Alltag gehe, sondern genau dann, wenn ich z. B. ein Kompliment für mein Outfit bekomme, oder wenn ich mal wieder erfreut feststelle, dass Männer mir galanter und hilfsbereiter und Frauen offener und spontaner begegnen, als das früher der Fall war. Dann fühle ich mich einfach pudelwohl und weiß auch wieder, warum ich seit Jahren so zufrieden bin und nicht um alles in der Welt wieder in die männliche Rolle zurück will.
Auch wenn sich meine Phantasie häufig eher um soziale Interaktion gedreht hat und Sexualität zwar Bestandteil aber nie dominant war, so kann ich dir nur zustimmen: seit ich offen zu meiner Transidentität stehe, ist dieser seelische Druck einfach weg. Krasser noch: da wo ich jeden Abend über dem Traum als Frau zu leben (wie wäre wohl mein Verhältnis zu meiner Frau, meinen Kindern, meinen Freund*innen und Kollg*innen?) eingeschlafen bin, war dieser Traum ab dem Tag weg, an dem ich mich meiner Frau gegenüber geoutet habe. Allein das Aussprechen dieser Tatsache hat enorm viel Erleichterung gebracht.

Was ich spannend finde, so viele von euch schreiben, dass ihr irgendwie die Bestätigung durch andere sucht. Das Wahrgenommen werden, auch unter Menschen irgendwie "gesehen" zu werden. Das geht mir gar nicht so. Also ja, klar freue ich mich über ein Kompliment und wenn ich als "Frau/die Frau/die Kundin" angesprochen werde ist das wundervoll. Aber die Zufriedenheit als bewusste Wahrnehmung, die stellt sich ein, ob ich jetzt in Gesellschaft bin, unter Menschen, oder ganz alleine. Einfach weil ich spüre, dass ich sein kann wie meine Persönlichkeit sein möchte. Ich muss das nicht mehr verstecken, unterdrücken und versuchen, es in eine unpassende Schablone zu pressen. Für diese Zufriedenheit kann ich auch einfach durch die Fußgängerzone laufen ohne merkliche Reaktionen meiner Umwelt. Aber ich bin da auch merkwürdig, die Anerkennung durch andere ist mir einerseits gleichgültig und trotzdem nehme ich sie gerne mit.

Was ich vorallem damit unterstreichen möchte ist Wallys implizite Ermutigung: Es lebt sich so viel zufriedener, die eigene Identität offen zu zeigen (pudelwohl, exakt). Wie sich das dann hinterher manifestiert, ob in der Interaktion mit Menschen oder ohne - das ist sehr individuell und egal wie: alles besser als die Seele im Käfig zu halten.

Ahso, das wurde weiter oben auch geschrieben: das soziale Stigma für Angehörige... das muss jede für sich entscheiden, aber am Ende steht eure Gesundheit gegen eventuelle (und vielleicht nur vermutete) Probleme anderer. Vielleicht habt ihr das ja schon ausprobiert, aber könntet ihr nicht versuchen, über unverfängliche Gespräche die Stimmung bezüglich trans*-Personen vor zu fühlen? So gerade in der Nachbarschaft? Vielleicht vermutet ihr nur Ablehnung und Stigmatisierung? Wie geschrieben, ich habe diese Ablehnung und vermutete Stigmatisierung ja selbst in der Familie. Ich würde so gerne mal zu meinem Onkel fahren und herausfinden ob der Ort wirklich so hinterwäldlerisch ist. Ich hab so das Gefühl, nein.
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Re: Rausgehen und verstecken ?

Post 52 im Thema

Beitrag von Knäckebrötchen »

Hey,
Flora hat geschrieben: Do 6. Feb 2025, 22:30 Ich kann nur für mich sprechen: Formulierungen wie "sorry, dann seid ihr...", "wenn ich das schon höre", "Männer erklärt mir die Welt" haben den Beitrag insgesamt auf mich etwas despektierlich wirken lassen.
Ja. Weil es einfach schlich absurd ist, wenn ein Mensch, der sich selbst als "Biomann" identifiziert einen Satz schreibt wie "Wenn schon Frau, dann richtig Frau" - das wäre selbst für eine Biofrau unsinnig. Aber von einem Mann? Und dann auch noch in Bezug auf Kleidung... die in der Wortbeziehung "schöne Kleider" - "richtige Frau" im Weiteren dann als Gegensatz zur grauen Masse der Flared-Jeans-mit-Sneakern-Frauen gesetzt wird.

Das sind so Attitüden, die sind mir in meinem Leben häufig begegnet - bei Männern, die meinten, sie müssten mir die Welt erklären. Ja, auch als nicht-geschlüpfte transfrau bekommt man viel männliches Weltwissen zu hören.

Gegenfrage: wie ist denn so eine "richtige Frau" gekleidet? Nochmal: was versteht ihr unter "schöne Kleider"?
Flora hat geschrieben: Do 6. Feb 2025, 22:30 Was den Begriff "Hobby" angeht, zumal in Anführungszeichen -

Hier werden so viele unterschiedliche Schreibstile und Schreibweisen geführt, ob das nun in Anführungszeichen gesetzt ist oder nicht. Also nehme ich es als gemeint wie geschrieben: Hobby.
Flora hat geschrieben: Di 4. Feb 2025, 18:57 zunächst mal muss man den Unterschied sehen, ob man offen als Frau leben und anerkannt werden möchte oder eben nur ein gesellschaftlich bekanntlich leider nicht ganz anerkanntes "Hobby" namens Crossdressing gelegentlich ausleben möchte...
Das wird für mich vor dem Hintergrund der expliziten Distinktion "offen als Frau leben" versus "Crossdressing" als "Hobby" eben nicht klar. Für mich sind das in diesem Kontext merkwürdig genutzte Anführungszeichen, die man auch als Hervorhebung verstehen kann.
Flora hat geschrieben: Do 6. Feb 2025, 22:30 "in der Freizeit aus Neigung, Freude an der Sache mit einem gewissen Eifer betriebene Beschäftigung auf einem bestimmten Gebiet"

"Freizeitbeschäftigung, die der Ausübende freiwillig und regelmäßig zum eigenen Vergnügen oder der Entspannung betreibt. Es trägt zum eigenen Selbstbild bei und stellt einen Teil seiner Identität dar."

"Liebhaberei, angenehme Neben-, Freizeitbeschäftigung"
Ja was ist es denn jetzt? HeikeCD schrieb weiter oben, dass "Hobby" (das in Anführungszeichen) eben genau das ja nicht ist: eine Freizeitbeschäftigung, der man nachgehen kann oder halt auch nicht. Sondern Ironie. Jetzt sagst Du, dein "Hobby" (das in Anführungszeichen) sei ganz unironisch Liebhaberei, angenehme Neben-, Freizeitbeschäftigung? Also das, was Heike als Hobby bezeichnen würde (das ohne Anführungszeichen)
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Re: Rausgehen und verstecken ?

Post 53 im Thema

Beitrag von Lana »

Ach, jetzt beißt euch doch nicht an diesem Wort fest. Zudem sind hier Menschen unterwegs, die nicht immer messerscharf formulieren, also tut man sich und ihnen einen Gefallen, wenn man ihre Aussagen großzügig interpretiert. Das schließt (unvoreingenommene) Verständnisfragen nicht aus.

Im Prinzip ist doch klar, was hier mit "Hobby" (mit oder ohne Anführungszeichen :wink:) gemeint ist, vor allem im Gegensatz zum komplett "Als-Frau-leben":

Stelle ich mal diese beiden Schubladen gegenüber, dann ist die Teilzeitfrau (=Hobby) zwar nicht in der Lage, ihr Crossdressing komplett einzustellen, sehr wohl besteht aber die Möglichkeit, zeitweise freiwillig darauf zu verzichten. Eine gewisse Wahlmöglichkeit ist immer gegeben.

Das geht nicht, wenn es um die eigene Identität geht. Wenn jemand dauerhaft als Frau lebt, dann ist es unmöglich, das mal abzustellen. Die Verbindlichkeit ist in diesem Fall ungleich größer, Kompromisse werden schwierig oder unmöglich.

In diesem Kontext würde ich den Begriff "Hobby" sehen.

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Re: Rausgehen und verstecken ?

Post 54 im Thema

Beitrag von Lana »

Knäckebrötchen hat geschrieben: Do 6. Feb 2025, 22:44 Ahso, das wurde weiter oben auch geschrieben: das soziale Stigma für Angehörige... das muss jede für sich entscheiden, aber am Ende steht eure Gesundheit gegen eventuelle (und vielleicht nur vermutete) Probleme anderer.
Danke, dass du das nochmal aufgreifst. Das ist in der Tat ein besonderes Problem, weil in diesem Fall Menschen mitbetroffen sind, die sehr wohl eine Wahl haben. Nämlich, ob sie unser Auftreten in ihrem Vorhof akzeptieren oder es nicht tolerieren. Das mag uns zwar nicht schmecken, aber grundsätzlich kann ich niemanden dazu zwingen, uns so anzunehmen, wie wir sind.

Es geht wieder mal um Angst. Angst vor sozialer Ausgrenzung, z.B. in der Nachbarschaft. Eines der wichtigsten menschlichen Bedürfnisse ist das nach Bindung. Ohne können wir nicht überleben, deshalb löst dieses Szenario mitunter sehr starke Gefühle aus. Da helfen die besten Argumente nichts, zumal jeder Fall anders gelagert ist und man als Gast die sozialen Zusammenhänge oft nicht nachvollziehen kann.

Letztlich ist es eine Abwägung, die (auf beiden Seiten!) viel mit Respekt zu tun hat. Ignoriere ich den Wunsch der Anderen, ihre Nachbarschaft nicht mit mir zu "behelligen", dann fühlen die sich zu recht nicht ernst genommen (weil, Toleranz sei schon wichtig, aber in diesem besonderen Fall müsse man doch Verständnis für ihre Bedenken haben, ganz ausnahmsweise).
Umgekehrt verleugne ich einen wichtigen Teil meiner Persönlichkeit, wenn ich auf die Bedenken der anderen eingehe.

Es scheint ein klassisches Dilemma zu sein, für das es keine gute Lösung gibt, mit der beide Seiten zufrieden sein können. Damit muss man im Einzelfall wohl leben.

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Re: Rausgehen und verstecken ?

Post 55 im Thema

Beitrag von Lana »

Vielleicht noch als Ergänzung, zum Mutmachen (smili)

Ich möchte hier mal eine Lanze für die Landbevölkerung brechen. Die lebt heute Dank Internet und Fernsehen nicht mehr hinterm Mond, und kennt das Thema trans grundsätzlich. Natürlich nicht im Detail, und vieles ist da durcheinander, aber es hat keinen großen Neuigkeitswert mehr.

Das sind zumindest meine Erfahrungen in ländlichen Gebieten Süddeutschlands, der Schweiz und Griechenlands.

Da gab es jeweils die konkret geäußerten Bedenken, wie wohl die Nachbarschaft im Dorf damit umgehen würde, wenn ich plötzlich im Kleid auftauchen würde. Natürlich konnte ich leicht behaupten, alles kein Problem, aber wissen konnte ich es nicht. Ich war nach ein paar Tagen oder Wochen wieder weg, die Anderen wohnten aber dauerhaft dort und mussten ggf. mit den Nachwirkungen meines Auftritts klarkommen.

Ich bin sehr behutsam mit diesem Problem umgegangen, habe versucht, im Gespräch Möglichkeiten auszuloten. Das dauerte einige Zeit, aber irgendwann sprangen alle über ihren Schatten und legten ihre ursprünglichen Bedenken ab. Nicht ganz ohne Bauchschmerzen in einzelnen Fällen, aber die Diskrepanz zwischen dem, was sie richtig fanden, und dem, wie sie sich verhielten, wurde irgendwann zu groß. Das heißt aber auch, dass es nur dann funktionieren kann, wenn die Leute grundsätzlich positiv gegenüber uns eingestellt sind. Und das ist die große Mehrheit, auch auf dem Land.

Um es kurz zu machen:
Es ist nichts wesentliches passiert. Klar gab es den ein oder anderen verwunderten Blick (vor allem im Ausland), aber nirgendwo gab es negative Reaktionen aus dem Umfeld, mit denen sich meine Freunde oder Verwandten auseinandersetzen mussten.

Ich würde also behaupten, dass dieses Problem in den meisten Fällen gar keins ist, weil die negativen Reaktionen entweder gar nicht stattfinden oder nicht gezeigt werden.

LGL
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Re: Rausgehen und verstecken ?

Post 56 im Thema

Beitrag von HeikeCD »

Knäckebrötchen hat geschrieben: Do 6. Feb 2025, 23:17 Ja was ist es denn jetzt? HeikeCD schrieb weiter oben, dass "Hobby" (das in Anführungszeichen) eben genau das ja nicht ist: eine Freizeitbeschäftigung, der man nachgehen kann oder halt auch nicht. Sondern Ironie.
Moin, (moin)

nein, ich benutze diese Tüddelchen nur als Zitaterkennung, weil das Wort Hobby hier erwähnt wurde. Aber ich meine auch das dieses Wort nicht den Kern trifft, auch wenn die Beschreibungen über das Wort Hobby teils zutreffend sind. Denn diese Neigung habe ich mir ja eben nicht ausgesucht. Als ich gaaanz früher vor der Strumpfhose und anderen Klamotten aus der Frauenabteilung stand war ja nicht mein Gedanke das Anziehen als Freizeitbeschäftigung zu betreiben. "Ich lauf lieber in diesen Sachen rum, scheiß aufs bolzen mit den Jungs draußen, und dann erzähl ich allen davon, die werden das schon cool finden". :D Warum das in dem Moment so war kann man nur mit Psychoanalyse (vielleicht) herausfinden.
Im Gegensatz zum Modellbau oder als Freizeitkicker usw. Dort lacht ja niemand über jemanden der auf dem Feld seinen Flieger ferngesteuert in die Lüfte bringt, oder der ein ums andere mal am Wochenende auf dem Platz einnetzt. Die einzigen Lacher gäbe es vielleicht wenn der Flieger blöderweise abstürzt oder jemand aus 2m freistehend das leere Tor nicht trifft.
Aber als Mann in weiblicher Kleidung und dementsprechend zurechtgemacht? Da gibts von Kopfschütteln bis Gelächter, oder schlimmeres, die unterschiedlichsten Reaktionen. Normalerweise sind doch viele auf ihr Hobby stolz, auf die Modellbahnlandschaft, aufs Oldtimerschrauben, Motorradfahren. Dein Opa hat sich extra in die Bahnkluft geschmissen sogar. Und das fühlt sich alles ja nicht seltsam an. Mit der Neigung Crossdressing muß man aber leben lernen. Ich selbst bin froh das mir das gelungen ist und das Versteckspiel somit zuende war.
Lana hat geschrieben: Do 6. Feb 2025, 23:38 Ach, jetzt beißt euch doch nicht an diesem Wort fest. Zudem sind hier Menschen unterwegs, die nicht immer messerscharf formulieren, also tut man sich und ihnen einen Gefallen, wenn man ihre Aussagen großzügig interpretiert. Das schließt (unvoreingenommene) Verständnisfragen nicht aus.
Was das angeht drücke ich mich vielleicht hier und da immer etwas unglücklich aus. In einem anderen Beitrag, anderes Thema neulich hab ich das Problem auch gehabt. Bitte allgemein um Nachsicht. (flow)

Liebe Grüße

Heike
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Re: Rausgehen und verstecken ?

Post 57 im Thema

Beitrag von Sophia69 »

Vicky_Rose hat geschrieben: Do 6. Feb 2025, 13:01 Uff, so viele tolle Beiträge, danke schön (ap)

Ich will nur kurz antworten, auch wenn's schwer fällt ... ;-)
Sophia69 hat geschrieben: Do 6. Feb 2025, 08:36 teil von euch niemand die Sorge, dass wenn wir auch hier in einem mehr oder weniger geschützten Raum des Forums sind, dass das World Wide Web Schindluder mit unserem Bildern betreiben könnte?
Ich habe damit überkaupt kein Problem (mehr). Das war früher anders. Meine innere Einstellung zu mir selber gegenüber hat sich sehr positiv verändert.

Hallo Vicky,
den Zusammenhang verstehe ich nicht, was deine innere Einstellung damit zu tun hat, dass du unbesorgt im Internet persönliches Preis gibst, wobei du zuvor eben darum auch Sorge hattest? Magst du das kurz erklären?

Liebe Grüße
Sophia
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Re: Rausgehen und verstecken ?

Post 58 im Thema

Beitrag von lexes »

Juliane hat geschrieben: Do 6. Feb 2025, 19:42

Die meisten Menschen sind offensichtlich so sehr mit sich selbst beschäftigt, als das sie auf
so etwas wie uns achten. Vorausgesetzt wir sind einigermaßen alltagstauglich in unserer Erscheinung.

LG, Juliane
Ja... das stimmt ...
wir denken da zu viel nach : wie wirke ich gerade
.. und das macht unsicher
.. und das führt zu unsicherem Verhalten
.. und DAS nehmen andere Menschen dann wahr

Dankeschön Juliane
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Re: Rausgehen und verstecken ?

Post 59 im Thema

Beitrag von ExUserIn-2026-04-08 »

Moin,
lexes hat geschrieben: Fr 7. Feb 2025, 08:48 wir denken da zu viel nach : wie wirke ich gerade
ich denke auch, dass es das ist. Dazu kommt, dass Du als Nachtschwärmerin besonders auffällig unterwegs bist. Tagsüber mit Jeans, Bluse/Top, dezent geschminkt etc. ist das grundlegend anders. Aber die Frage "Wie wirke ich" habe ich mit der Zeit ersetzt durch "ich bin durch und durch eine gestandene Frau" und auf andere achte ich kaum noch. Da kommt es schon vor, dass ich auch als Frau angesprochen werde. Da ist kaum zu spüren, was mein Gegenüber denkt. Es ist die (selbstverständliche) innere Haltung des Frauseins, das den Unterschied macht. Teenie-Mädchen machen sich vielleicht noch Gedanken um ihre Wirkung, aber keine Frau. Sie sind Frau, ... ich auch.
Sophia69 hat geschrieben: Fr 7. Feb 2025, 08:46 was deine innere Einstellung damit zu tun hat, dass du unbesorgt im Internet persönliches Preis gibst, wobei du zuvor eben darum auch Sorge hattest? Magst du das kurz erklären?
Es ist ähnlich wie im Ansatz oben. Früher hatte ich immer das Gefühl, ich mache etwas Unrechtes. Scham und Angst standen im Mittelpunkt. Ich habe in weiten Bereichen zu mir gefunden. Es ist nichts Falsches daran, mich weiblich zu fühlen. Das Grundgefühl durchzieht mich immer mehr. Warum sollte ich also heute Probleme damit haben, mich im Netz zu zeigen ? Im Gegenteil, je mehr ich das tue und auch in der Öffentlichkeit präsent bin, um so sicherer bin ich mir. Mit dem, was ich hier schreibe, bezwecke ich zweierlei. Zum einen weiß ich, dass viele noc Probleme haben, zu sich selber zu finden. Hier möchte ich durch Offenheit zeigen, dass daran gar nichts schlimmes ist. Und andererseits kann ich meine eigenen Thesen durch die Diskussion überprüfen. Dabei fällt mir immer wieder auf, wie sehr auch wir in Klischees verwoben sind. Einer meiner Fragen lautet: Was macht eine Frau aus ? Aber das ist ein anderes, sehr vielschichtiges Thema.
Zuletzt geändert von ExUserIn-2026-04-08 am Fr 7. Feb 2025, 10:58, insgesamt 1-mal geändert.
Viele Grüße
Vicky

Respekt ist nicht teilbar.
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Re: Rausgehen und verstecken ?

Post 60 im Thema

Beitrag von ExUserIn-2026-04-08 »

Desiree Maxima hat geschrieben: Do 6. Feb 2025, 20:51 ...Ich muß ehrlich zugeben, der erste Beitrag von Vicky hat mich schon etwas geärgert. Darum war es wahrscheinlich gut, dem Thread mal beim Wachsen zuzusehen und nicht gleich, wie es leider manchmal meine Art war/ist, als beleidigte Leberwurst gepfeffert zu reagieren ;-) Mittleweile sind auch schon einige Antworten gekommen, in denen ich mich gut wiederfinden konnte.
Liebe Maxima,

mea culpa, Du hast Recht. Ich wollte verärgern. Um Dinge anzustoßen, sie anders zu sehen. Das Problem ist doch hauptsächlich im eigenen Kopf. Da nehmen viele (ich früher auch) vermeintlich Rücksicht auf andere und verbiegen sich bis zum selber Nichtwiedererkennen. Ich versuche nur ein Nachdenken und Nachspüren zu provozieren. Weil ich aus eigener Erfahrung weiß, dass das nur Mist ist.

Sind wir uns so wenig wert, dass wir uns selber verleugnen ?

Ich rufe nicht dazu auf, in die Öffentlichkeit zu gehen. Das ist dann wieder Interpretation. Nebenbei: wenn Du Dich ärgerst, sind das Deine Gefühle und die Ursache dafür liegt bei Dir, denn ich habe niemanden angegriffen. Es könnte sich lohnen, dem auf den Grund zu gehen. Und wenn Du "gepfeffert" reagiert hast, ist das für mich kein Problem. Ich hätte mich früher auch geärgert ...
Desiree Maxima hat geschrieben: Do 6. Feb 2025, 20:51 Liebe Vicky, Du schreibst sinngemäß, daß Du selbst lange gebraucht hast, bis Du Dich zeigen konntest. Darum verstehe ich nicht, warum Du anderen nicht auch die Zeit, sich zu entwickeln, zugestehst, um so weit zu kommen wie Du. Bei mir kommt Dein erster Beitrag in diesem Thread ein wenig wie "Drängen" an. Fast so wie "Macht Euch nicht in die Hosen." Bei all der Entwicklung, die Du durchgemacht hast - in DEINEM Tempo - kann ich diesen Beitrag nicht nachvollziehen.
Ich gestehe jeder die Zeit zu, die sie braucht. Und wenn gar nichts passiert, ist das auch i.O. Ich bin auch nicht mit jedem Beitrag einverstanden. Ich suche mir das heraus, was mir wichtig ist. Ja, "macht Euch nicht in die Hosen" und geht vor die Tür. Wenn Euch danach ist. Aber jammert nicht herum, man würde Euch nicht lassen. Nichts ist ohne Konsequenzen, handeln oder auch nichthandeln. Wenn jemand in der Stube zufrieden ist, super. Aber wenn das nicht reicht, was dann ?

Alle Argumente, die ich so im Laufe der Zeit gelesen habe und die ich auch früher mir selber vorgebracht habe, sind nur Scheinargumente, die zeigen, dass man selber nicht genug Selbstbewußtsein, um nicht zu sagen Selbstliebe, hatte, sich wirklich wichtig zu nehmen. Es sind wir selber, die sich in die Opferrolle begeben. Und es sind wir selber, die sich daraus befreien können. Ich weiß, dass das bei einigen heftiges Magengrummeln verursacht. Ich habe weit über 50 Jahre (seit der ersten Strumpfhose meiner Mutter) gebraucht, bis ich an dem Punkt stand, an dem ich stehe.

Verschwendet nicht die Zeit. Es ist Eure Zeit.
Viele Grüße
Vicky

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