Vielleicht noch als Ergänzung, zum Mutmachen
Ich möchte hier mal eine Lanze für die Landbevölkerung brechen. Die lebt heute Dank Internet und Fernsehen nicht mehr hinterm Mond, und kennt das Thema trans grundsätzlich. Natürlich nicht im Detail, und vieles ist da durcheinander, aber es hat keinen großen Neuigkeitswert mehr.
Das sind zumindest meine Erfahrungen in ländlichen Gebieten Süddeutschlands, der Schweiz und Griechenlands.
Da gab es jeweils die konkret geäußerten Bedenken, wie wohl die Nachbarschaft im Dorf damit umgehen würde, wenn ich plötzlich im Kleid auftauchen würde. Natürlich konnte ich leicht behaupten, alles kein Problem, aber wissen konnte ich es nicht. Ich war nach ein paar Tagen oder Wochen wieder weg, die Anderen wohnten aber dauerhaft dort und mussten ggf. mit den Nachwirkungen meines Auftritts klarkommen.
Ich bin sehr behutsam mit diesem Problem umgegangen, habe versucht, im Gespräch Möglichkeiten auszuloten. Das dauerte einige Zeit, aber irgendwann sprangen alle über ihren Schatten und legten ihre ursprünglichen Bedenken ab. Nicht ganz ohne Bauchschmerzen in einzelnen Fällen, aber die Diskrepanz zwischen dem, was sie richtig fanden, und dem, wie sie sich verhielten, wurde irgendwann zu groß. Das heißt aber auch, dass es nur dann funktionieren kann, wenn die Leute grundsätzlich positiv gegenüber uns eingestellt sind. Und das ist die große Mehrheit, auch auf dem Land.
Um es kurz zu machen:
Es ist nichts wesentliches passiert. Klar gab es den ein oder anderen verwunderten Blick (vor allem im Ausland), aber nirgendwo gab es negative Reaktionen aus dem Umfeld, mit denen sich meine Freunde oder Verwandten auseinandersetzen mussten.
Ich würde also behaupten, dass dieses Problem in den meisten Fällen gar keins ist, weil die negativen Reaktionen entweder gar nicht stattfinden oder nicht gezeigt werden.
LGL
Das Herz hat seine Gründe, die der Verstand nicht kennt.
Blaise Pascal