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Re: »Heidenspaß-Partys« an Karfreitag

Verfasst: Sa 30. Mär 2024, 12:36
von ExUserIn-2026-01-22
Violetta Arden hat geschrieben: Fr 29. Mär 2024, 23:59 ....christlich geprägt?. Ja schon, aber ich denke da an die Verbrechen, Unmenschlichkeiten, Verfolgungen, Anhäufung von ungeheuren Vermögen, Verhetzung, Unterdrückung und vieles mehr, das die Kirche - vor allem die katholische Kirche durch die Jahrhunderte und auch noch bis weit ins 20. angerichtet hat. An die Grundsätze des christlichen Glaubens hat sie sich vor allem selbst nicht gehalten....
Richtig! Ich halte absolut nichts von Religion und frage mich, wie Leute an was glauben können, wozu es null Beweise gibt.

Jennifer

Re: »Heidenspaß-Partys« an Karfreitag

Verfasst: Sa 30. Mär 2024, 13:03
von Jaddy
Lady Jennifer hat geschrieben: Sa 30. Mär 2024, 12:36 Richtig! Ich halte absolut nichts von Religion und frage mich, wie Leute an was glauben können, wozu es null Beweise gibt.
Frage ich mich auch - und blende dabei natürlich meine Ecken aus, in denen ich wie die meisten Menschen auch seltsame Glaubenssätze habe, nur nicht so formalisiert und institutionalisiert ☺️

Aber das ist auch nicht das Problem, solange andere nicht übermässig beeinträchtigt werden. Soweit ich das verstanden habe, ist das sogar die Grundlage unserer Gesellschaftsordnung. Das verteidige ich auch sehr als Fan von Popper. Auch die Freiheit für eigene Ignoranz und Unfug. Egal ob Religion oder Hobbies. Ich finde realistische Kritik auch nicht falsch. Trotzdem sollen möglichst alle Menschen mit oder ohne Glauben glücklich werden. Aber eben alles einigermassen fair, mit Wohlwollen, Minderheitenschutz und Unterstützung für Menschen, die es aus irgendeinem Grund schwieriger haben als andere.

Kritik an Feiertagsgesetzen hat für mich nichts mit Religion oder Religionskritik zu tun. Weder allgemein noch spezifisch. Sondern mit Macht, Ungleichbehandlung und Übergriffigkeit.

Re: »Heidenspaß-Partys« an Karfreitag

Verfasst: Sa 30. Mär 2024, 20:16
von conny
Lady Jennifer hat geschrieben: Sa 30. Mär 2024, 12:36 ...und frage mich, wie Leute an was glauben können, wozu es null Beweise gibt.
Gäbe es Beweise, wäre es kein Glauben mehr.
Die Einen glauben, dass es Gott gibt, die Anderen glauben es nicht.

Re: »Heidenspaß-Partys« an Karfreitag

Verfasst: Sa 30. Mär 2024, 22:21
von Lavendellöwin
conny hat geschrieben: Sa 30. Mär 2024, 20:16 Gäbe es Beweise, wäre es kein Glauben mehr.
Die Einen glauben, dass es Gott gibt, die Anderen glauben es nicht.
Ja...

und überhaupt glaubt der Mensch sehr vieles ohne zu wissen und ohne Beweise.
Der Mensch ist eben nicht nur Ratio.
Und es gibt Mesnchen die andere Menschen glaubend machen.

Manchen Menschen kann man nichts glauben und anderen sollte man nichts glauben.
So vieles beruht nur auf dem Gefühl von Glauben oder auch Unglauben.

Entscheidend ist trotzdem allen ihren Raum zu lassen.

Alles Liebe Marie (flo)

Re: »Heidenspaß-Partys« an Karfreitag

Verfasst: So 31. Mär 2024, 17:09
von Dolores59
Das Jahr hat 365 Tage, dieses Jahr sogar 366 Tage. Seltsam, dass um einen der stillen Feiertage so ein Bohei gemacht wird. Als wenn die ca. 360 "lauten" Tage (je nach Bundesland gibt es Unterschiede) nicht für Partys ausreichen.

Rücksicht auf andere Menschen hat etwas mit Respekt zu tun. Und daran scheint ein zunehmender Mangel zu herrschen. In allen Bereichen, nicht nur im Bezug auf religiöse Befindlichkeiten.

Re: »Heidenspaß-Partys« an Karfreitag

Verfasst: Mo 1. Apr 2024, 12:06
von Jaddy
Dolores59 hat geschrieben: So 31. Mär 2024, 17:09 Das Jahr hat 365 Tage, dieses Jahr sogar 366 Tage. Seltsam, dass um einen der stillen Feiertage so ein Bohei gemacht wird. Als wenn die ca. 360 "lauten" Tage (je nach Bundesland gibt es Unterschiede) nicht für Partys ausreichen.
Rücksicht auf andere Menschen hat etwas mit Respekt zu tun. Und daran scheint ein zunehmender Mangel zu herrschen. In allen Bereichen, nicht nur im Bezug auf religiöse Befindlichkeiten.
Kann es sein, dass du die meisten Beiträge oben nicht gelesen hast? Dass es vor allem mir darum geht, dass Respekt bitte gegenseitig ist, also nicht eine Religion alle Feiertage hat (Ungleichbehandlung) und über ihre eigenen Gäubigen hinaus tiefer als nötig ins Leben anderer eingreift (Übermass)?

Beklagt wird nämlich genau dieser Mangel an Respekt der dominanten Gruppe gegenüber anderen und zwar ausschliesslich "weil sie's kann", also ohne legitime Begründung. Wir haben also mal wieder eine Frage der Rücksicht ... ach nein, die christlichen sind ja gar keine Mehrheit mehr. Aber die Gesetze aus vergangenen Zeiten sind noch da und werden von (überproportional vorhandenen, häufig Schein-) Christ*innen verteidigt. "Weil sie's können".

Und "stellt euch nicht so an" - so nehme ich deinen Beitrag wahr - ist meiner Ansicht nach keine adäquate Antwort auf die Kritik daran.

Re: »Heidenspaß-Partys« an Karfreitag

Verfasst: Mo 1. Apr 2024, 12:39
von Christiane
Mal ganz locker:
Die mit dem Kreuz waren einfach eher da, als die mit dem Teppich - fertig.
Ungerecht? Ja - stimmt!
Aber die mit dem Teppich dürfen nicht erwarten, dass sich nur alles für sie jetzt ändert. Warum auch? Sie haben mit ihrer Ankunft hier, die Verhältnisse akzeptiert.
Wie schon im alten Rom - die, die zuerst da waren haben den "Adel" gestellt und der Rest war halt dann nur Bürger, egal wie reich und einflussreich er war.

Konsequenz - keine Feiertage für Niemand - fertig.
Alle gehen brav an diesen Tagen arbeiten - es lebe das Bruttosozialprodukt - unsere Ersatzreligion.
Und - wir sparen einen Haufen Geld - keine Osternester - keine Weihnachtsgeschenke - keine Grabschmück-Orgien.
Der Schaden für gewisse Erwerbszweige wäre zwar verheerend, aber die Leute können sich ja woanders eine Arbeitsstelle suchen - wir haben ja Fachkräftemangel.
Der Schaden beim Nachwuchs - zu vernachlässigen - die vergessen so was echt schnell.
Laut Pisa sind sie ja eh nicht die hellsten Lichter am Baum.

Sollten wir nicht lieber gegen andere Ungerechtigkeiten kämpfen, anstatt uns in solchen "Nebenkriegsschauplätzen" zu verzetteln?
- der immer noch bestehende Unterschied bei der Bezahlung von Männern und Frauen z.B.
- das immer noch vorhandene Lohngefälle von West nach Ost z.B.
- das immer noch nicht vorhandene wirkliche Mitspracherecht der Bürger in relevanten Entscheidungen - die uns zum Teil Milliarden kosten (unser Geld - nicht das der Hofschranzen in Berlin!)

Das nur so auf die Schnelle - mir würde bestimmt noch so einiges einfallen.

Geht in ein islamisches Land und versucht dort einen christlichen Feiertag als gesetzlichen zu etablieren.
Auf die Reaktionen dort wäre ich gespannt. Zumindest würden sie wahrscheinlich deutlicher und härter ausfallen als hier. :wink:
Christiane

Re: »Heidenspaß-Partys« an Karfreitag

Verfasst: Mo 1. Apr 2024, 13:21
von edeka
Leute, in dieser Sache bin ich ganz bei Jaddy, hat doch jetzt schon x mal geduldig erklärt, daß es um gegenseitigen Respekt und Gleichberechtigung geht , bei andern scheint mir das Wort 'Respekt' nur noch eine Worthülse, das man einfach so mal schnell raus haut, weil es gut klingt.
Jaddy hat geschrieben: Mo 1. Apr 2024, 12:06
Dolores59 hat geschrieben: So 31. Mär 2024, 17:09 Rücksicht auf andere Menschen hat etwas mit Respekt zu tun. Und daran scheint ein zunehmender Mangel zu herrschen. In allen Bereichen, nicht nur im Bezug auf religiöse Befindlichkeiten.
Kann es sein, dass du die meisten Beiträge oben nicht gelesen hast? Dass es vor allem mir darum geht, dass Respekt bitte gegenseitig ist, also nicht eine Religion alle Feiertage hat (Ungleichbehandlung) und über ihre eigenen Gäubigen hinaus tiefer als nötig ins Leben anderer eingreift (Übermass)?
...
und in dem früheren Beitrag viewtopic.php?p=385233#p385233 hat Jaddy erklärt, daß es nicht nur um Feiertage , sondern um Privilegierung der christlichen Religion in mehreren , relevanten Bereichen. Also falls jemand tatsächlich an der Sache interessiert ist (???), kann ja nochmal nachlesen.
Christiane hat geschrieben: Mo 1. Apr 2024, 12:39 Mal ganz locker: ...
Geht in ein islamisches Land und versucht dort einen christlichen Feiertag als gesetzlichen zu etablieren.
Auf die Reaktionen dort wäre ich gespannt. Zumindest würden sie wahrscheinlich deutlicher und härter ausfallen als hier. :wink:
sowas schreibt sich "ganz locker". Früher sagte man "geh doch rüber". So eine üble Absicht unterstelle ich dir nicht, Christiane ! Will nur zur Vorsicht raten.
Zum Beispiel: im mehrheitlich islamischen Land Syrien gibt es die christlichen Feiertage Ostern und Weihnachten.

dann geniesst mal noch den Rest vom langen Wochenende (smili) (so)
(moin) ascona

Re: »Heidenspaß-Partys« an Karfreitag

Verfasst: Mo 1. Apr 2024, 14:35
von Lea Michele
Da sieht frau mal wieder was der Mensch daraus macht!

Glaube= Hoffnung nur so kann der Mensch überleben ❣️

LG Lea Michele (he) (ki) (he)

Re: »Heidenspaß-Partys« an Karfreitag

Verfasst: Mo 1. Apr 2024, 17:22
von Jaddy
Da stecken einige seltsame Annahmen drin, Christiane.
Christiane hat geschrieben: Mo 1. Apr 2024, 12:39 Die mit dem Kreuz waren einfach eher da, als die mit dem Teppich - fertig.
...
Aber die mit dem Teppich dürfen nicht erwarten, dass sich nur alles für sie jetzt ändert. Warum auch? Sie haben mit ihrer Ankunft hier, die Verhältnisse akzeptiert.
...
Geht in ein islamisches Land und versucht dort einen christlichen Feiertag als gesetzlichen zu etablieren.
Auf die Reaktionen dort wäre ich gespannt. Zumindest würden sie wahrscheinlich deutlicher und härter ausfallen als hier. :wink:
Es geht nicht um einzelne Religionen, sondern um generelle Fairness und anderen möglichst wenig in ihr Leben einzugreifen. Es geht um staatliche Regelungen, die hochgradig einseitig sind.

Abgesehen davon waren die mit dem Gebetsriemen auch schon vor der gesetzlichen Festschreibung da. Die ohne Religion auch. Weimarer Reichsverfassung von 1919, übernommen ins Grundgesetz 1949. Das ist das, was heute gilt. Älter ist das nicht. Dort wird aber nur die Freiheit zur Festlegung garantiert. Feiertage sind Ländersache. Nur der 3.Oktober wurde bundesweit festgelegt im Einigungsvertrag.

Die Sache ist aber, dass sich die Bundesrepublik als Staat weltanschaulich neutral definiert. Keine Religion soll bzw. darf bevorzugt werden. Die Kirchen sind Körperschaften des öffentlichen Rechts und damit absichtlich möglcihst weit von staatlichen Institutionen weg. Ebenso wie der Zentralrat der Juden, die Zeugen Jehovas, die Ahmadiyya Muslim Jamaat, die Israelitischen Kultusgemeinden, die Christian Science, die Bahai, einige Landesverbände des Humanistischen Verbands Deutschland, der Bund für Geistesfreiheit Bayern usw. Alle haben den gleichen Rechtsstatus und die gleichen Rechte und Pflichten. Eigentlich dürfte es also entweder keine oder nicht nur christliche Feiertage geben.

Heisst: Erstens geniessen die christlichen Kirchen spätestens seit 1949 eigentlich keine gesetzliche Sonderstellung, zweitens gilt eigentlich ein Gleichbehandlungsgrundsatz. Grundgesetz usw. Und zwar für alle Menschen und alle Weltanschauungen, egal wann sie angekommen sind, sogar egal welche Staatsbürgerschaft sie haben. Alle haben die gleichen Rechte und Pflichten.

Und das ist, was Menschen, die nach Deutschland einwandern akzeptieren (müssen/sollen/wollen). Gleichstellung und Fairness, garantiert durch den Staat. Nicht die Dominanz einer Religion. Satz Nummer zwei ist deshalb vollkommen an der Sache vorbei.

Ich glaube langsam, diese freiheitlich-demokratischen Prinzipien sind vielen Menschen nicht klar - oder sie wollen sie nicht akzeptieren. Denn was du anführst, Christiane, ist das absolute Gegenteil. "Wir waren früher da, wir sind mehr, deshalb machen wir uns Gesetze, die uns bevorzugen. Weil wir's können. Eure Bedürfnisse sind uns egal, denn wir haben die Macht". Das widerspricht völlig den juristischen, philosophischen und politischen Grundlagen der FDGO Deutschlands spätestens seit 1949 (aber weit vorher hergeleitet und gut durchdacht). Es ist autoritär, chauvinistisch und undemokratisch in der Art von "Christians first", mit völlig aus blauem Himmel geholter Feindlichkeit gegenüber bestimmten Religionen.

Und völlig daneben finde ich die letzte Bemerkung. Dass es anderswo noch unfairer ist, kann ja wohl kein Massstab sein. Dass andere Menschen übles tun rechtfertigt ja nicht eigenes Fehlverhalten.

Dass überhaupt von islamischen Feiertagen angefangen wurde, finde ich auch erstaunlich. Darum geht es überhaupt nicht. Selbst mit weiteren jüdischen, islamischen, hinduistischen oder auch säkularen "stillen" Feiertagen wäre nichts besser. Im Gegenteil. Es geht nicht um mehr Übergriffigkeit, sondern um weniger.

Also: Feiertage okay. Auch ruhig weitere. Welche und wie lässt sich ja aushandeln. Etwas mehr Fairness wäre mE eine integrationsförderliche Sache. Aber was die Menschen damit machen (ohne sich gegenseitig auf die Nerven zu gehen), sollte ihnen überlassen bleiben. Wenn Anders- und Nichtgläubige statt stillem Gedenken lieber in die Disko gehen wollen, dann sollen sie diese Freiheit haben.

Aber diese autoritär-chauvinistische Grundhaltung macht mir wirklich Sorgen.

Re: »Heidenspaß-Partys« an Karfreitag

Verfasst: Mo 1. Apr 2024, 21:30
von Jaddy
Den hier wollte ich noch getrennt kommentieren, weil anderes Thema
Christiane hat geschrieben: Mo 1. Apr 2024, 12:39 Sollten wir nicht lieber gegen andere Ungerechtigkeiten kämpfen, anstatt uns in solchen "Nebenkriegsschauplätzen" zu verzetteln?
- der immer noch bestehende Unterschied bei der Bezahlung von Männern und Frauen z.B.
- das immer noch vorhandene Lohngefälle von West nach Ost z.B.
- das immer noch nicht vorhandene wirkliche Mitspracherecht der Bürger in relevanten Entscheidungen - die uns zum Teil Milliarden kosten (unser Geld - nicht das der Hofschranzen in Berlin!)
Die Punkte selbst sind alle richtig und ich könnte da auch noch viele auflisten, die alle wichtig und dringend sind. Das "sollten wir nicht stattdessen/zuerst" Argument geht aber zweifach fehl.

Erstens ist es keine Frage von Kapazitäten. Es gäbe genügend Ressourcen, sich um all diese Punkte parallel zu kümmern. Zumal zum Beispiel die ersten beiden Themen kein Gesetzesthema sind, sondern Sache der Gewerkschaften. Gesetzlich ist das längst geregelt. Für einen Eindruck, welche Menge an Themen allein durch den Bundestag gehen, empfehle ich mal die Bundestagsdrucksachen zu überfliegen.

Zweitens höre ich den gleichen Satz bei jedem Thema. Abwechselnd mit "nicht so schnell, wir müssen die Leute mitnehmen". Eine der beiden Universalausflüchte, um einfach abzubiegen, was tatsächlich nicht gewollt wird. Es folgt dann nämlich nie auch nur irgendweine Aktion, um irgendetwas davon umzusetzen, bzw wenn irgendetwas davon umgesetzt werden soll, kommt auch dagegen Abwehr und die beiden Universalausflüchte.

Übrigens zu Punkt Nummer drei: Wir hatten da neulich was zu. Ich bin da nämlich auch für. Aber für qualifizierte Beteiligung, nicht für BILD-gesteuerte Bauchgefühl-Voten. Wann immer ich mich nämlich in ein Thema einarbeite, wird das ganz schnell sehr komplex mit richtig vielen Querverbindungen zu anderen Themen, Gesetzen, Verträgen, Konsequenzen. Dann lese ich Medienberichte und bin erschüttert, dass nicht nur nichts von dieser Komplexität berichtet wird - das ist meist fahrlässig, sondern auch durchaus absichtlich verkürzt und falsch. Das gleiche in Gesprächen mit meinen Mitbürgys, online und offline. Erschütterndes Un- und Falschwissen, das sich leicht durch etwas Quellenstudium statt Kopfkino aufklären liesse. Das war mit dem Selbstbestimmungsgesetz so, mit dem Cannabisgesetz und sogar dem neuen Waldgesetz. Da ging es um die Kartierung von Waldwegen.

Vor irgendwelcher Mitsprache muss einfach sicherstellt werden, dass zwar "alle das Recht auch eigene Meinung haben, aber nicht auf eigene Fakten" (Harald Lesch) und von den grundlegenden Zusammenhängen.

Re: »Heidenspaß-Partys« an Karfreitag

Verfasst: Di 2. Apr 2024, 17:07
von Christiane
Jaddy hat geschrieben: Mo 1. Apr 2024, 21:30 Den hier wollte ich noch getrennt kommentieren, weil anderes Thema

Übrigens zu Punkt Nummer drei: Wir hatten da neulich was zu. Ich bin da nämlich auch für. Aber für qualifizierte Beteiligung, nicht für BILD-gesteuerte Bauchgefühl-Voten. Wann immer ich mich nämlich in ein Thema einarbeite, wird das ganz schnell sehr komplex mit richtig vielen Querverbindungen zu anderen Themen, Gesetzen, Verträgen, Konsequenzen. Dann lese ich Medienberichte und bin erschüttert, dass nicht nur nichts von dieser Komplexität berichtet wird - das ist meist fahrlässig, sondern auch durchaus absichtlich verkürzt und falsch. Das gleiche in Gesprächen mit meinen Mitbürgys, online und offline. Erschütterndes Un- und Falschwissen, das sich leicht durch etwas Quellenstudium statt Kopfkino aufklären liesse. Das war mit dem Selbstbestimmungsgesetz so, mit dem Cannabisgesetz und sogar dem neuen Waldgesetz. Da ging es um die Kartierung von Waldwegen.

Vor irgendwelcher Mitsprache muss einfach sicherstellt werden, dass zwar "alle das Recht auch eigene Meinung haben, aber nicht auf eigene Fakten" (Harald Lesch) und von den grundlegenden Zusammenhängen.
Hi Jaddy,

dann muss man das eben so aufbereiten, dass es auch alle verstehen können um eine Entscheidung für oder wider treffen zu können.
Hier sehe ich vor allem auch unsere Berichterstatter (Medien) in der Pflicht - nämlich sachlich zu berichten und nicht alles auf die emotionale Ebene runterzuziehen.
Mit einer 2-6 Wort-Schlagzeile wird dann nur der "Bauch" angesprochen. Den Rest des Artikels kann man sich meist eh sparen. Und das was online so erscheint - öörks. (ko)
Wobei ich sagen muss, dass man auch Bauchentscheidungen nicht verteufeln darf. Sie haben durchaus ihre Berechtigung. Hunger zum Beispiel. :mrgreen:

Deine Argumentation geht meiner Meinung aber auch in die Richtung, dass der Durchschnitt eh nicht durchblickt.
Das habe ich von so manch einer Seite schon gehört, meist von Menschen, die sich ihrer Bildung rühmen, bzw. sich etwas darauf einbilden.
Auch da hakt es - auch hier im Forum schon mehrfach erlebt - nur weil eine*r sich was auf ein werweiswas Studium einbildet - sind die anderen gleich alle doof und sollten kein Mitspracherecht haben.
Dann muss man sich halt bemühen und es dem anderen so nahebringen, dass auch er eine fundierte Entscheidung treffen kann. Jo - macht eine Heidenarbeit.
Würde sich aber lohnen - weil der andere sich dann auch ernst genommen und nicht abgehängt fühlt.

LG
Christiane

Re: »Heidenspaß-Partys« an Karfreitag

Verfasst: Di 2. Apr 2024, 17:17
von Christiane
Jaddy hat geschrieben: Mo 1. Apr 2024, 17:22 Es geht nicht um einzelne Religionen, sondern um generelle Fairness und anderen möglichst wenig in ihr Leben einzugreifen. Es geht um staatliche Regelungen, die hochgradig einseitig sind.
Wie schon gesagt - dann keine Feiertage - fertig. Alle gleich behandelt.
Mehr und andere wird es nicht geben. Das dürfte Dir auch klar sein, oder?
Denn selbst der 3.10. ist kein zusätzlicher - dafür wurde der 17.Juni gestrichen.

LG
Christiane

Re: »Heidenspaß-Partys« an Karfreitag

Verfasst: Di 2. Apr 2024, 18:53
von Jaddy
Christiane hat geschrieben: Di 2. Apr 2024, 17:07 dann muss man das eben so aufbereiten, dass es auch alle verstehen können um eine Entscheidung für oder wider treffen zu können.
Hier sehe ich vor allem auch unsere Berichterstatter (Medien) in der Pflicht - nämlich sachlich zu berichten und nicht alles auf die emotionale Ebene runterzuziehen.
Mit einer 2-6 Wort-Schlagzeile wird dann nur der "Bauch" angesprochen. Den Rest des Artikels kann man sich meist eh sparen. Und das was online so erscheint - öörks. (ko)
Ja, das sehe ich grundsätzlich ähnlich. Einige Medien kriegen das auch hin. Ein Problem dabei ist, das echter Qualitätsjournalismus mehr kostet, als irgendwas zu erfinden oder Agenturmeldungen zu reproduzieren. Gute Artikel brauchen auch einfach mehr Zeit, in der andere bereits jeden Unfug einfach raushauen können. Und ausführlche Texte, die komplexe Sachverhalte darstellen, erzeugen in der Regel nicht die nötige Aufmerksamkeit bzw Aufregung, um sich durch Klicks und Abos von anderen abzuheben.

Und dann ist da noch das Problem, wie viele Menschen sich die Zeit nehmen oder überhaupt haben, sich einzulesen.
Christiane hat geschrieben: Di 2. Apr 2024, 17:07 Deine Argumentation geht meiner Meinung aber auch in die Richtung, dass der Durchschnitt eh nicht durchblickt.
...
Dann muss man sich halt bemühen und es dem anderen so nahebringen, dass auch er eine fundierte Entscheidung treffen kann. Jo - macht eine Heidenarbeit.
Würde sich aber lohnen - weil der andere sich dann auch ernst genommen und nicht abgehängt fühlt.
Schade, dass du es so wahrnimmst, denn ich meine nicht, dass "der Durchschnitt" es nicht durchblicken könnte. Ich vermute vielmehr, dass die meisten sich nicht die Mühe machen. Ob sie nicht wollen oder was anderes, keine Ahnung.

Das mit dem Bemühen... well, ich weiss nicht. Ich habe nicht den Eindruck, dass zum Beispiel meine Bemühungen viel bewirken. Egal wie viele nachprüfbare Fakten ich recherchiere und in Beziehung setze. Ich meine, ich bin da ja nicht di*er einzige. Weder hier im Forum noch ausserhalb. Was ich in zwei Minuten finde, können andere auch. Was ich mit ein bisschen Dreisatz und Prozent rechne, können andere auch. Und wenn Dinge zu unübersichtlich sind, können doch auch Fragen gestellt werden. Egal ob BSG Urteil, Pubertätsblocker oder Cannabis-Gesetz.

Meiner Meinung nach ist das nicht nur Bringschuld anderer. Insbesondere wenn es um Zukunftsentscheidungen geht. Es gehört auch Eigeninitiative dazu, oder? Nur wie lassen sich die Leute dazu motivieren?

Re: »Heidenspaß-Partys« an Karfreitag

Verfasst: Di 2. Apr 2024, 19:34
von Jaddy
Christiane hat geschrieben: Di 2. Apr 2024, 17:17
Jaddy hat geschrieben: Mo 1. Apr 2024, 17:22 Es geht nicht um einzelne Religionen, sondern um generelle Fairness und anderen möglichst wenig in ihr Leben einzugreifen. Es geht um staatliche Regelungen, die hochgradig einseitig sind.
Wie schon gesagt - dann keine Feiertage - fertig. Alle gleich behandelt.
Mehr und andere wird es nicht geben. Das dürfte Dir auch klar sein, oder?
Denn selbst der 3.10. ist kein zusätzlicher - dafür wurde der 17.Juni gestrichen.
Ich hab da keine detaillierten Ideen oder Meinungen zu. Pauschal ganz oder gar nicht finde ich nicht sinnvoll, weil total vereinfachend, rein autoritär und keine Spur von Konsensfindung.

Vielleicht wäre es am besten, wenn sich Vertretys der Weltanschuungsgemeinschaften, ein paar Fachkundige und eine Auswahl Bürger*innen mal zum Thema zusammensetzen und Ideen ausbrüten und abwägen. Damit könnte schon mal die Ungleichbehandlung diskutiert werden. Es gibt ja auch so Konstruktionen, dass Gläubige sich (bei Lohnverzicht) an einem für sie wichtigen Tag freinehmen können, ohne Urlaub einzubüssen. Vielleicht wäre ein gesetzliches Kontingent für alle eine Idee, zusätzlich zu einigen besonders wichtigen gemeinsamen Feiertagen, die mehr oder weniger paritätisch verteilt werden.

Es könnte vielleicht auch ein Thema für einen Bürger*innenrat sein, wenigstens als Gutachten.

Dann bliebe noch das Thema übermässigen Eingriffs. Auch da sollte mE offen diskutiert werden, wie Gläubige ihre Ruhe haben, ohne dass andere pauschal eingeschränkt werden.

Heisst: Bei solch einem emotionalen Thema würde ich immer möglichst breiten Konsens mit gegenseitigem Verständnis und Interessenausgleich anstreben wollen. Das wäre so ziemlich das Gegenteil der jetzigen Regelungen und der Art, wie sie zustande gekommen ist.