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Re: Passing verbessern für Anfängerinnen (1x1)

Verfasst: Mi 21. Dez 2022, 13:29
von Petra N.
Malvine hat geschrieben: Mo 19. Dez 2022, 23:41 Tja, heute hatte wohl nicht so viel Erfolg mit meinem Passing. Als ich durch die Fußgängerzone lief.....
Liebe Malvine,

Ich finde das deine Outfit stimmig ist und gar nicht "unpassend"

Wünsche dir viel Spaß auf deine Ausflüge!

Liebe Grüße Petra..

Re: Passing verbessern für Anfängerinnen (1x1)

Verfasst: Fr 30. Dez 2022, 02:14
von Lina
Martina-NB hat geschrieben: Mo 19. Dez 2022, 11:14
Vicky_Rose hat geschrieben: Mo 19. Dez 2022, 10:27 Was ist denn mit der emotionalen Seite ? Wie drückt sich die aus ? Ohne die wird man (!) immer wie ein verkleideter Mann oder ein Schauspieler wirken.
Was meinst Du damit?

Wenn ich mir hier einiges so durchlese habe ich das Gefühl, dass manchmal zu viel theoretisiert wird oder zu viel Gedanken gemacht wird. Glaubt ihr wirklich, dass der Durchschnittsmensch auf solche Details achtet, die hier teilweise erwähnt werden? Oder ist das eher ein vermeintlicher Perfektionswahn in der Blase, den ansonsten gar niemand wahrnimmt.
Und ganz ehrlich, man weiß doch nicht wirklich, wie man "auf andere" wirkt. Erstens in Anführungszeichen, weil verschiedene Menschen einfach ganz unterschiedlich wahrnehmen und denken. Und außerdem, um dem Einwand zu vor zu kommen: Klar man bekommt Feedback von Freundinnen usw., aber das ist nicht objektiv. Denn die WISSEN ja von dem trans Hintergrund.

Dieses Argument, "glaubt ihr wirklich, dass der Durchschnittsmensch auf solche Details achtet ..." höre ich ständig, in diesem Zusammenhang, bei designmäßigen (meist graphisches Design) Sachen, und vielen anderen Zusammenhängen.

In allen diesen Fällen zeigt es, dass man nicht ganz begriffen hat, wie Menschen ticken oder Dinge wahrnehmen.

Nehmen wir um es erst zu vereinfachen das Beispiel mit dem Grafik Design: Jemand zeigt mir einen Werbeflyer, den er selber gemacht und bei Flyeralarm drucken lassen hat. Für eine recht einfache Mitteilung hat er drei verschiedene Schriftarten benutzt und die Farbe in seinem Logo ist zwar blau aber weicht deutlich von dem Blau auf seinem Lieferwagen ab. Ich mache darauf aufmerksam und erwähne dabei, dass die Wahl, Times und Garamond Schrift zusammen zu benutzen keine Gute Idee ist, weil sie oberflächlich und Grob betrachtet zwar ähnlich sind, aber doch grundverschieden.

Typische Antwort: "Darauf achtet doch keiner, wenn er nicht Fachmann ist ..."

Nein, EBEN!! Genau das ist doch das Problem. Ein Mensch achtet auf ca. 1% von dem was er alles unbewusst wahrnimmt. Die Farbe des Logos hat nicht den gleichen Wiedererkennungs wert wegen der abweichenden Farbe zu dem Logo auf dem Lieferwagen, das Schriftbild sieht zu unruhig aus weil irgendetwas nicht harmonisch aussieht, das ganze liest sich nicht leicht - und die 10-15 Sekunden die man hat, das Interesse des potentiellen Kunden zu fangen, ist evtl. verpasst.

Und das nur bei etwas, was relativ un-emotional und aus der Kultur geschaffen ist.

Und jetzt zur eigentlichen Sache - Menschen und wie sie Menschen betrachten: Das ist etwas, was Menschen gemacht haben, hunderttausende Jahre bevor Klempner daruf kamen, auf dem Computer ihre eigenen Werbeflyer zu erstellen. Menschen sind extrem gut drin, UNBEWUSST kleine Signale, körperliche Regungen, Variationen in der Stimme wahrzunehmen - und IRGENDETWAS daraus interpretieren. Ob es das Richtige ist, werden wir mal sehen.

Man kann geometrisch z.B. die typischen Merkmale männlicher und weiblicher Gesichter messen und daraus ein komplett geschlechtsneutrales Gesicht ohne Kleidungsstücke, Makup oder haar Computergrafisch erstellen. (Hat man auch gemacht) Das Gesicht wird dann mit unterschiedlichen emotionalen Regungen erstellt und 100 Studenten vorgelegt. Ihre Aufgabe ist, innerhalb wenigen Sekunden ob das dargestellte Gesicht männlich oder weiblich ist. Sie haben nicht mal die Zeit "auf so was zu achten". Ihre unterbewusten "Programme" sollen einfach beantworten, Mann oder Frau.
Und natürlich haben sie weitgehend die gleichen geschlechtsneutralen Gesichter als jew. Mann und Frau markiert.

Genau so wird es auch gehen wenn man Menschen begegnet. Irgend etwas Unterbewusstes in Gehirnteilen, die mega-schneller arbeiten, als die Teile, wo rationelles Denken abgeht, entscheidet soweit möglich, ob es sich um einen Mann oder einrer Frau handelt. Ob richtig geschätzt, ist was Anderes. Natürlich gibt es eine großer kultureller Oberbau auf den jeweiligen Geschlechtsmerkmalen, die diese unterbewussten Programme gelernt hat zu lesen - aber der wichtigste Teil des Prozesses läuft unbewusst ab. Und kommt in der Regel zu einem Ergebnis. Jedoch, aus denselben Gehirnteilen werden auch die Alarmsignale ausgesendet, wenn etwas ungewohnt, unsicher, uneindeutig oder in anderer Weise unklar ist. Z.B. wenn nicht klar ist ob die Person m oder w ist. Einigen ist das natürlich so egal, dass ihr Unterbewusstsein keine Alarmsignale aussendet.
Aber genau "die Durchschnittsperson, die nicht auf so was achtet" ist daher auch die Person, die am ehesten durch uneindeutigkeit verunsichert wird.

und in dem o.g. Experiment (leider habe ich nicht die Muse gehabt, die Quelle heute wieder auszusuchen) - in dem Experiment waren einzig die Gefühlsmimiken für die geschlechtliche Einschätzung entscheidend.

Viele Regungen der 43 Gesichtsmuskeln können gar nicht gefaked werden. Als Paul Ekman - Entdecker der Micro Expressions - das Handbuch über diese erstellte, wurden viele der Mimiken zusätzlich mit Elektrostimulation erzeugt. Nur "mach mal, du bist so ein guter Schauspieler" reichte einfach nicht. Nur so, oder reale Gefühle.

Dann stellt euch vor, dass euer Gegenüber nicht nur das Gesicht sondern den ganzen Körper sehen kann.


Und nun hoffe ich nicht, dass jemand glaubt, ich würde sagen, dass 100% Passing nicht möglich ist und damit "forget it, Baby".

Nein, ich sage 100%es Passing ist nicht möglich - und dass ist vielleicht auch nicht so schlimm, wenn etwas anderes 100% stimmt: Wenn alles zusammen - also Kleidung, Makeup + Körpersprache und all die anderen Anteile, die eine Persönlichkeit, also auch die Gefühle, ausmachen - wenn sie alle zusammen ein so starkes Übergewicht Richtung "weiblich" haben, dass sieses ultra-schnelle unterbewusste Programm "weiblich" sagt, dann hat man eigentlich schon gewonnen. Selbst wenn die Personen, mit denen man interagiert, rationell später wissen, dass man physiologisch männlich oder inter ist, macht das meistens auch keinen Unterschied mehr. Die sofortige Einschätzung ist immer die Wichtigste.

Dieses Phänomen kennt ihr vielleicht auch in umgekehrter Richtung - ich kenne es sogar in beiden Richtungen: Leute, die mich von Anfang an in männlicher Präsentation kennen, finden immer etwas was nicht passt in der weiblichen Präsentation. Irgend etwas, was zu männlich ist oder so. Und Leute, die mich erst in weiblicher Präsentation kennen gelernt haben, finden, dass die männliche Präsentation überhaupt nicht zu mir passt - einige sagen sogar "völlig falsch" und haben Probleme, normal mit mir zu reden - als wäre ich plötzlich eine fremde Person.

Das kennt ihr bestimmt auch irgendwie. Den Grund habe ich ja gerade beschrieben.

Re: Passing verbessern für Anfängerinnen (1x1)

Verfasst: Fr 30. Dez 2022, 09:11
von Salmacis
Also tatsächlich ist es so, dass ich viele trans Frauen und Crossdresser recht schnell auf der Straße erkenne. Das liegt aber nur daran, dass ich darauf sensibilisiert bin. Ich kenne unsere Techniken bspw. um den Bart abzudecken, bestimmte körperliche Merkmale und andere Kleinigkeiten. Es sind aber alles Dinge, die Otto Normal und Lieschen Müller nicht wahrnehmen.

Am Anfang meiner Transition habe ich auch so viel Zeit in Details gesteckt, die keinen am Ende interessiert haben - außer mich.

Wenn das Verbessern des Passings also hilft, damit man sich besser fühlt, tu es.
Wenn man es für andere macht obwohl man sich schon echt wohl fühlt, lass es. Dann ist es der falsche Grund, die falsche Motivation. Man ist sich nur selbst was schuldig, niemandem sonst.

Re: Passing verbessern für Anfängerinnen (1x1)

Verfasst: Fr 30. Dez 2022, 09:42
von Martina-NB
Salmacis hat geschrieben: Fr 30. Dez 2022, 09:11 Das liegt aber nur daran, dass ich darauf sensibilisiert bin.
Ja unsereiner achtet da sehr viel mehr drauf und macht sich mehr Gedanken, bei einem selbst und bei anderen.

Was ich bei Outings im Freundinnenkreis gerade wieder regelmäßig erlebe.
Es interessiert eigentlich niemanden. Im positiven Sinne.

Re: Passing verbessern für Anfängerinnen (1x1)

Verfasst: Fr 30. Dez 2022, 15:47
von ExUserIn-2026-04-08
Lina hat geschrieben: Fr 30. Dez 2022, 02:14 wenn sie alle zusammen ein so starkes Übergewicht Richtung "weiblich" haben, dass sieses ultra-schnelle unterbewusste Programm "weiblich" sagt, dann hat man eigentlich schon gewonnen.
Genau darum geht es mMn beim Passing und deshalb sehe ich es als wichtig an, dass man sich selber als Frau fühlt und nicht nur spielt. Es ist für mich wie eine Fremdsprache. Wenn ich in der fremden Sprache denke, spreche ich anders und man erkennt mich viel später als "Fremdsprachigen". Auch typische Floskeln helfen hierbei. Wenn ich als Frau n'in der Öffentichkeit bin, ist das ähnlich. Ich gebe mit Attributen wie Kleidung, Schminke, Körperformen etc. eine Richtung vor. Wenn mein Auftreten in Gestik, Mimik etc., dazu passen, werde ich i.d.R. als Frau akzeptiert, auch wenn ich nicht perfekt bin. Alles was extrem ist, läuft dem zuwider.

Anders herum gefragt: Achten Frauen im öffentlichen Auftreten darauf, dass sie Frauen sind und als solche erscheinen wollen ? Doch wohl eher nicht. Sie haben ein Repertoire, dass ohne Nachdenken eingesetzt wird. Warum sollten wir es anders machen ? Mein Repertoire fängt damit an, dass ich mich bewusst als Frau fühle. Mit etwas Übung kommen dann Dinge wie Gang, Kleidung etc. ganz automatisch dazu. Das ich mich zuerst einmal auf das Frau sein einlassen muss, liegt in der männlichen Sozialisation, die ich ablegen muss. Aber das wird zunehmend leichter und heute geht das fast von alleine.
Lina hat geschrieben: Fr 30. Dez 2022, 02:14 Leute, die mich von Anfang an in männlicher Präsentation kennen, finden immer etwas was nicht passt in der weiblichen Präsentation. Irgend etwas, was zu männlich ist oder so. Und Leute, die mich erst in weiblicher Präsentation kennen gelernt haben, finden, dass die männliche Präsentation überhaupt nicht zu mir passt - einige sagen sogar "völlig falsch" und haben Probleme, normal mit mir zu reden - als wäre ich plötzlich eine fremde Person.
.

Ganz tolle Sätze. Es zeigt auch, weshalb Partnerinnen damit so große Probleme haben, uns als Frauen zu sehen. Wenn Menschen uns einige Zeit kennen, sehen sie uns durch eine Art Brille und reagieren sensibel, wenn zwischen uns und dieser "Brille" Widersprüche entstehen. Es ist ein Stück Wahrnehmenspsychologie. Wir entsprechen nicht mehr den Gewohnheiten.

Re: Passing verbessern für Anfängerinnen (1x1)

Verfasst: So 1. Jan 2023, 22:11
von Lina
Salmacis hat geschrieben: Fr 30. Dez 2022, 09:11 Also tatsächlich ist es so, dass ich viele trans Frauen und Crossdresser recht schnell auf der Straße erkenne. Das liegt aber nur daran, dass ich darauf sensibilisiert bin. Ich kenne unsere Techniken bspw. um den Bart abzudecken, bestimmte körperliche Merkmale und andere Kleinigkeiten. Es sind aber alles Dinge, die Otto Normal und Lieschen Müller nicht wahrnehmen.

Am Anfang meiner Transition habe ich auch so viel Zeit in Details gesteckt, die keinen am Ende interessiert haben - außer mich.

Wenn das Verbessern des Passings also hilft, damit man sich besser fühlt, tu es.
Wenn man es für andere macht obwohl man sich schon echt wohl fühlt, lass es. Dann ist es der falsche Grund, die falsche Motivation. Man ist sich nur selbst was schuldig, niemandem sonst.
Filterst du gelegentlich welche aus, wo es sich herausstellt, dass sie doch nicht trans sind?
Das ist mir zumindest öfter passiert. Natürlich ist man sensibilisiert und sieht mehr - und die, man nicht bemerkt, kann man nicht in der persönlichen Statistik mit zähUnd die, die einach auffallen, weil sie noch nicht einen passenden Kleidungsstil gefunden haben, und deshalb ein bisschen over the top wirken - die sehen vielleicht in drei Jahren ganz anders aus und wir bemerken sie nicht. Einige fallen auf 30 m Entfernung auf, weil sie männliche Bewegungen drauf haben. Ist auch veränderbar.

Aber WENN du mit geübtem Blick Transfrauen auf der Straße erkennst - machst du dir auch mal die Mühe, die Menschen in den nächsten Umgebungen zu beobachten? Merken sie was?

Re: Passing verbessern für Anfängerinnen (1x1)

Verfasst: So 1. Jan 2023, 22:40
von Salmacis
Lina hat geschrieben: So 1. Jan 2023, 22:11 Filterst du gelegentlich welche aus, wo es sich herausstellt, dass sie doch nicht trans sind?
Das ist mir zumindest öfter passiert. Natürlich ist man sensibilisiert und sieht mehr - und die, man nicht bemerkt, kann man nicht in der persönlichen Statistik mit zähUnd die, die einach auffallen, weil sie noch nicht einen passenden Kleidungsstil gefunden haben, und deshalb ein bisschen over the top wirken - die sehen vielleicht in drei Jahren ganz anders aus und wir bemerken sie nicht. Einige fallen auf 30 m Entfernung auf, weil sie männliche Bewegungen drauf haben. Ist auch veränderbar.

Aber WENN du mit geübtem Blick Transfrauen auf der Straße erkennst - machst du dir auch mal die Mühe, die Menschen in den nächsten Umgebungen zu beobachten? Merken sie was?
Also es gibt natürlich keine Sicherheit. Vielleicht sind es manchmal tatsächlich manchmal cis Frauen. Und sicher sehe ich auch manche trans Frauen gar nicht. Will ich ja auch eigentlich nicht. Manche fallen mir nur eben auf, die aber cis Personen nie auffallen würden. Direkt beobachten tue ich niemanden. Ich werde diese Leute aber auch nie ansprechen denn das würde nur Unsicherheit schüren.

Re: Passing verbessern für Anfängerinnen (1x1)

Verfasst: Mo 2. Jan 2023, 04:15
von Dietlind
Was mir als nicht trans Frau bei recht vielen trans Frauen auffällt, ist die Tatsache, dass sie oft zu stark geschminkt sind, bzw., nicht der Situation oder ihrem Alter entsprechend geschminkt sind. Sie tragen oft für ihr Alter, oder dem Aussehen ihrer Beine nach, viel zu kurze Röcke. Wenn sie eine Perücke tragen, sieht die oft nicht natürlich aus, wenn sie Brutimplantate haben, sind die Brüste oft so gross, dass sie unnatürlich aussehen, und wenn sie Reden ist ihre Sprache recht männlich, und zu guter Letzt, sie gehen oft breitbeinig wie Männer typisch gehen.
Es gibt aber auch jede Menge trans Frauen, bei denen ich nicht erkennen kann, ob sie trans sind, und es gibt genügend ci Frauen, die recht männlich aussehen. Die Partnerin meiner Nichte, könnte vom Aussehen und ihrer Art sich zu kleiden, ohne Probleme als Mann durchgehen.
Aber alle diese zuletzt erwähnten Frauen haben damit kein Problem, und werden auch als Frauen gelesen, da sie sich bewusst sind, eine Frau zu sein. Ich glaube, dass ist fast die wichtigste Sache, die eine trans Frau lernen muss, sich bewusst zu sein, dass sie eine Frau ist, und nur aus einem biologischen Versehen eine Zeit als Mann gelebt hat.

Linde

Re: Passing verbessern für Anfängerinnen (1x1)

Verfasst: Mo 2. Jan 2023, 10:12
von Susi T
Hallo,
wie schon oft geschrieben findet das beste passing im Kopf stand. Die Freude über die Weiblichkeit schlägt dabei manchmal etwas über die Strenge und ist dann doch etwas mehr für Zuhause. :mrgreen:
Die nächste Sache wo ich noch dringend dran arbeiten möchte, ist dann das erweiterte Verhalten. Ich arbeite noch oft zu bewusst daran nicht aufzufallen, achte auf meine Stimme und will die dann auch nach aussen tragen, achte auf eine freundliche Ausstrahlung und merke dann gar nicht, das ich die Männer zu oft und lange anlächel, zu laut und freundlich rede und spätestens wenn die Frauen mich dann bemerken wie ich ihrem Partner schöne Augen mache, hab ich Signale gesetzt, die ich so ganz bestimmt nicht setzen wollte. Liegt dann aber an meiner eigenen Unsicherheit und dem mangelndem Verständniss. Mehr Zuwendung den Frauen, ein klein wenig Distanz zu den Männern und schon kippen solche Situationen nicht mehr. Da merke ich, das ich trotz ganz guter weiblicher Sozialisierung in Kindheit/Jugend und viel weiblicher Kontakte im Erwachsenenalter doch auch als Mann unterwegs war und noch einiges dazu lernen kann.
Das ist dann zwar schon etwas für den Fortgeschrittenenbereich, aber die Übergänge sind ja fließend und die Thematik besteht auch von Anfang an.
Alles eine Kopfsache, fühl ich mich als Frau und will nicht gleich vom nächst besten Mann flach gelegt werden, dann ist es gut meine Hormone etwas unter Kontrolle zu bekommen. Das macht dann nicht minder Freude und eröffnet eine Welt in der sich viel differenzierter agieren läßt.
Liebe Grüße Tira (flo)

Re: Passing verbessern für Anfängerinnen (1x1)

Verfasst: Mo 2. Jan 2023, 20:16
von Lina
@Dietlind

Weiträumig würde ich dir Recht geben. Jedoch würde ich es nicht so sehr auf Alter festlegen, sondern auf Typ allgemein.
Was ist man überhaupt für eine Person?
Wie ein Junge oder ein Mädchen schon als Kind ein Verhalten entwickelt, das die Gender Zugehörigkeit unterstreicht, kommt ja nicht aus dem Nichts. Irgendwelche Vorbilder, die man bewusst oder unbewusst als Modell benutzt hat, wird es geben. Und im erwachsenen Alter genau so. Irgend welche Personen oder sozialen Gruppen ... Und bei einem Erwachsenen Menschen wird das kaum Teenage Mädchen sein. Und wahrscheinlich auch nicht weder Prostituierte vom Autostrich noch Damen, die beim Besuch tagsüber bei Starbucks oder Aldi sich kleiden oder schminken als würden sie zu einer Abendparty gehen.
Damit meine ich: Irgendwie sollte man eine Idee haben, was für eine Person man ist und das einfach raus kommen lassen.

Re: Passing verbessern für Anfängerinnen (1x1)

Verfasst: Mo 2. Jan 2023, 21:47
von Dietlind
Lina hat geschrieben: Mo 2. Jan 2023, 20:16 @Dietlind

Damit meine ich: Irgendwie sollte man eine Idee haben, was für eine Person man ist und das einfach raus kommen lassen.
Da stimme ich dir so etwas von zu. Jeder Mensch ist anders, und jeder Mensch hat seinen eigenen Stiel. Den entsprechenden weiblichen Stiel zu finden, ist nicht so einfach, wenn man als Mann sozialisiert wurde, aber man kann es schaffen mit viel Liebe zum Detail, und mit dem beobachten von ähnlich alten cis Frauen, die sich in meiner Umwelt bewegen.

Linde

Re: Passing verbessern für Anfängerinnen (1x1)

Verfasst: Di 3. Jan 2023, 14:34
von Lina
Dietlind hat geschrieben: Mo 2. Jan 2023, 21:47
Lina hat geschrieben: Mo 2. Jan 2023, 20:16 @Dietlind

Damit meine ich: Irgendwie sollte man eine Idee haben, was für eine Person man ist und das einfach raus kommen lassen.
Da stimme ich dir so etwas von zu. Jeder Mensch ist anders, und jeder Mensch hat seinen eigenen Stiel. Den entsprechenden weiblichen Stiel zu finden, ist nicht so einfach, wenn man als Mann sozialisiert wurde, aber man kann es schaffen mit viel Liebe zum Detail, und mit dem beobachten von ähnlich alten cis Frauen, die sich in meiner Umwelt bewegen.

Linde

DAS stimmt! Vor allem, weil ein Teil von dem was man ist vermutlich auch mit dieser Männeridentität zurecht kam - natürlich! Wenn nicht hätte man es wahrscheinlch gar nicht so weit überlebt ... und das meine ich nicht nur metaphorisch.
Ich finde auch nicht, dass man die beiden - oder mehr Seiten voneinander völlig trennen kann oder sollte.

Ein Weg, es herauszufinden, finde ich, ist nach dem Persönlichkeits-Modell von Friedemann Schulz von Thun - "Das Innere Team" - eine Forera von hier hat mich darauf aufmerksam gemacht, dass einiges dazu auch inzwischen bei Landsiedel NLP auf der Website beschrieben wird - es ist auch mit NLP sehr kompatibel. Jedoch kann man auch direkt auf die Website des Urhebers gehen.

Aber kurz erzählt, was es ist: Man geht davon aus, man sich so unterschielich verhält und so unterschiedliche Seiten der Persönlichkeit zeigt, je nach Situation und Umgebung, das es fast wie unterschiedliche Personen ist. Das hat jetzt nichts mit Schizophrenie zu tun, weil man weiß ja, dass es ein Betrachtungsmodell und man weiß von der "Existenz" dieser "Personen".
Beispiel: Herr Meyer ist tagsüber Polizist bei der Autobahn-Polizei, wenn er nach Hause kommt, spielt er mit der 5-Jährigen Tochte. Es wäre verheerend, wenn da nicht zwei völlig unterschiedliche Persönlichkeitsanteile überwiegend zur Geltung kämen. Und es sind vermutlich mehr als zwei. Diese Persönlichkeitsanteile nennen wir jetzt Teammitglieder.

Problematisch ist es, wenn die "Teammitglieder" komplett unterschiedliche Ziele haben.

Was man tut:
Man identifiziert die erst und sie bekommen einen Namen - bei einem Klient von mir gab es z.B. den "Buchhalter" und den "Abenteurer" (!!!) + 4-5 andere.

Man macht eine Teamsitzung. Wenn man es alleine schafft - schreibt man alles auf Papier auf. Sonst, ist der Coach (z.B. ich) sozusagen die Moderatorin der Teamsitzung.
Und dann darf jedes Teammitglied, was es erreichen will, diskutieren und man findet (hoffentlich) ein Kompromiss. Das bringt Klarheit über eine Menge Sachen ... u.a.
Das konditioniert auch das Hirn dazu jedes Teammitglied zur Geltung kommen zu lassen, wenn es angebracht ist.

Nun, was wenn es ein gender-mäßig gemischtes Team ist? Wie mein Eigenes:

Ein paar sind eher Gender Neutral
Einer ist der Beschützer - der sich um die allgemeine Sicherheit kümmert, Träning in Kampftechniken etc., und wenn nötig, einschüchtern kann.
Einer ist der Verkäufer - einer der die Kunden und Kundinnen zum reden bringt, bis er weiß wovon träumen ...
EIne die Dame, die sich wahrhaft über schöne Kunstgegenstände freut, klassische Musik hört, andere Formen der Kreativität liebt, tut ihr Bestes selber lieb und elegant zu sein, sitzt gerne lange in Cafés und unterhält sich mit Freund*innen.
Eine ist wie eine italienische Mama, die zwar keine Kinder hat, gerne die Fähigkeit hätte (aber nicht hat) für eine ganze Familie zu kochen
es gibt weitere ...

Es leuchtet wohl ein, dass sie alle nicht völlig kompatibel sind. Wenn sie sich wahllos vermischen wäre es ein durcheinander - im Verhalten und Körpersprache z.B. die Dame und der Beschützer. Die Körpersprache des Beschützers ist nutzlos mit dem Aussehen der Dame. Lässt sie nur seltsam aussehen.
Aber wenn man sich die bewusst macht: Die Dame bleibt wie sie ist, der Beschützer schaltet sich dahingehend ein, dass er im Hintergrund bleibt die Umgebungen abscannt, Verhalten der Leute beobachtet, ihre Absichten antizipiert und vor Gefahrenquellen warnt. Die Dame bleibt den Gefahren fern. So können DIE Beiden zusammenarbeiten.
Es gibt übrigens auch keine Garantie, dass alle Teammitglieder sich mögen. Aber wie in jedem Team müssen sie zusammearbeiten. Man kann sie ja nicht feuern.

Ich sage nicht, dass dies der einzige Weg ist, herauszufinden was oder wer man ist. Aber es IST ein Weg, der sich immer wieder bewährt. Einige schaffen es alleine, andere holen sich Hilfe dazu. Mich z.B.

Re: Passing verbessern für Anfängerinnen (1x1)

Verfasst: Fr 3. Mär 2023, 16:04
von SonjaTransfrau
Also ich habe mit dem Passing keine Probleme mehr, versuche immer mein Gesichht so schma wie möglich zu halten. Gottseidank habe ich keinen Bart oder Bartschatten, ich nehme als Make up vom DM gute Produkte, nicht zu teuer aber trotzdem gut. Jetzt wo es kalt ist kann man mit einer Mütze ( Pink oder Weiß ) viel kaschieren. Ich habe Mittlerweile lange eigene Haare.. mache mal Zopf, mal offen.
Das wichtigtigste bei einem Passing finde ich das Gesicht muss feminin aussehen... es ist schwerer wenn man zu Männliche Gesichtszüge hat, aber da muss man sich irgend etwas einfallen lassen.

Liebe Grüße

Sonja

Re: Passing verbessern für Anfängerinnen (1x1)

Verfasst: Sa 4. Mär 2023, 07:30
von sbsr
SonjaTransfrau hat geschrieben: Fr 3. Mär 2023, 16:04 da muss man sich irgend etwas einfallen lassen.
Super Tipp :roll:

Re: Passing verbessern für Anfängerinnen (1x1)

Verfasst: Sa 4. Mär 2023, 09:29
von Account gelöscht
sbsr hat geschrieben: Sa 4. Mär 2023, 07:30 Super Tipp :roll:
Ja, quasi die Lösung aller Probleme (smili)
Ich persönlich finde da die Masken ganz hilfreich, die fast drei Jahre unser Leben begleitet haben. Für mich ist es ein wenig ein Schutz, ich gebe nicht alles von mir preis und es verdeckt vieles. Zudem, da es keine Maskenpflicht mehr gibt, kann man wieder auf die Stoffmasken zurückgreifen.