Zuerst dachte ich, blödes Thema, interessiert mich nicht. Aber dann habe ich doch einmal hineingeschaut und fand doch einige Anregungen. Meine Anmerkungen beziehen sich auf mich und sind deshalb nicht verallgemeinerbar.
Aria hat geschrieben: Do 3. Nov 2022, 18:38
Ich behaupte mal, dass dir dann irgendwas fehlen würde. Dir würde der gewisse Reiz fehlen. Der Reiz gegengeschlechtliche Kleidung tragen zu können, um deine Weiblichkeit auszudrücken. Und genau darum geht es. Es liegt nicht an der Kleidung selbst, sondern an dem Drang weiblich zu sein und sich so zu fühlen. Man zieht sich dieses Gefühl quasi an und erhält mit dem Wissen darum, dass es aus der anderen Abteilung kommt die Befriedigung.
Das ist vielleicht das Problem an dieser Aussage. Sie ist verallgemeinernd. Aber auf mich passt sie ziemlich gut, vor allem, wenn man hinter "Reiz" und "Befriedigung" primär keine sexuellen Motive vermutet. Früher habe ich auch im Büro mich in männlicher Kleidung bewusst teilweise ein wenig provokativ verhalten. Da ging der Blick unseres Verwaltungschefs schon einmal an mir auf und ab. In den 1990er Jahren war in meinem Beruf seriöses Auftreten gewünscht. Bei offiziellen Anlässen war das ein Anzug in phantasievollem Dunkelblau, Schwarz oder Grau. Ich bevorzute u.a. hellgrün bis türkis. Dieses Einheitspinguingehabe ging mir auf den Geist. Übrigens war die Buisiness-Dame ähnlich langweilig gekleidet, allerdings gelegentlich im Rock. Der Stil sah zwar einigermaßen elegant aus, aber wenn das Jede/r trägt, ist die Langeweile vorprogrammiert. Da trage ich doch lieber auch mal ein rosa Herrenhemd oder rote Jeans.
Heute ist Männerkleidung für mich uninteressnt geworden, da ich mich nicht als "Mann" präsentieren mag. Das ist mir nicht wichtig. Da ist der normale Jeanslook mit Poloshirt oder T-shirt ausreichend. Sogar auf Konferenzen hat der Einfachlook z.T. Einzug gehalten. Das reicht mir im Alltag. Ich habe schlicht keine Lust, mich mit Männermode zu beschäftigen.
Wenn ich mit Kleidung etwas ausdrücken möchte, ist das Weiblichkeit. Dazu stehe ich und dafür brauche ich keine versteckten Argumente wie "mehr Vielfalt" oder "schönere Stoffe". Es ist die Konnotation mit dem Weiblichen, das mich anspricht. Einen Männerrock würde ich wahrscheinlich nie tragen, mag er noch so bequem sein. Würde man die gleiche Konfektion in den gleichen Schnitten und Farben getrennt in einer Damen- und Herrenabteilung anbieten, würde ich bei den Damen einkaufen wollen. Es ist ein Bekenntnis zum Weiblichen in mir.
Aber ich möchte das gar nicht so eng und starr sehen. Weiblichkeit auszudrücken ist auch "nur" ein Spiel.
Noch einen Nachsatz zur sexuellen Motivation. Warum ist es "schändlich", wenn sich Mann in Strapsen sexy fühlt. Frauen, die das tun, fühlen sich meines Wissens nach ziemlich sexy. Warum wird einer Transfrau immer wieder unterstellt, sie handle aus fetischistischen Motiven ? Ich liebe Damenkleidung, weil sie etwas von mir ausdrückt und sie kann mich manchmal darüber hinaus auch in andere Stimmungen versetzen. Das ist bei den meisten Frauen, die ich kenne nicht anders.
Wenn ein Mann seine Männlichkeit ausdrückt, kann das sehr interessant und spannend sein. Wichtig ist dabei, dass er seinen Stil ausdrückt und nicht irgendwelchen Trends oder Anforderungen von außen nachläuft. Vernachlässigter oder übertriebener Look ist für mich in allen Geschlechtern nicht attraktiv ...
Vielleicht beschäftige ich doch einmal wieder mit männlicher Kleidung. Dann wäre das Folge dieses Freds. Nur wäre das ein Spiel für mich und spielen kann sehr viel Spaß machen ...