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Re: Restaurant Mohrenkopf, oder was wirklich rassistisch ist
Verfasst: Mi 26. Aug 2020, 10:58
von steffiSH
gagalady hat geschrieben: Di 25. Aug 2020, 15:10
Nur mal so zum Spaß gefragt: wie fühlt es sich an, wenn man "die Sauerkrauts" oder "die Krauts" genannt wird?
Dann denke ich einfach auf den gleichen Niveau:
Was Du wollen ?
Re: Restaurant Mohrenkopf, oder was wirklich rassistisch ist
Verfasst: Mi 26. Aug 2020, 11:09
von Marlene K.
steffiSH hat geschrieben: Mi 26. Aug 2020, 10:48
Ralf-Marlene hat geschrieben: Sa 22. Aug 2020, 13:35
Trotzdem stehe ich hinter den Schwarzen Menschen in Deutschland, die die Umbennnenung der Mohrenstraße in Berlin in die Anton Wilhelm Amo-Straße durchgesetzt haben.
Ich bin 100 Mal an der Mohrenstrasse vorbei gefahren und habe dabei Nie an Farbige gedacht - am ehesten an den kleinen Mohr den mit meine Oma schenkte als ich 4 Jahre alt war ( vor ü. 50 Jahren)
Heizen die selbsternannten Rassismusgegner die Stimmung nicht selbst auf?
Für mich war Rassismus schon immer ein Fremdwort was ich nicht verstehe - so ungefähr wie den Zusammenhang zwischen Mondgestein und Bakelit, den verstehe ich auch nicht.
So wie ich, wenn mir gesagt wird, ich sei ja nur ein Kerl in Frauenkleidern oder wenn mir eine wohlwollende Christin ein Pamphlet in die Hand drückt in dem mir gesagt wird ich habe die Wahl zwischen ernsthaftem Bereuen und Buße oder ewigen Qualen?
Es ist doch nicht wichtig, ob ich die Herabsetzung von Menschen, die sich von mir unterscheiden wahrnehme oder nicht. Die Frage ist, ob diese Menschen es wahrnehmen. Manche Reaktion von Frauen kann ich erst jetzt verstehen, wo ich häufiger als Frau wahrgenommen und behandelt werde.
Das ist dann oft ein widersprechendes Gefühl: Ich freue mich, dass ich als das wahrgenommen werde was ich bin. Ich ärgere mich über das Denken, dass Frauen weniger fähig und durchsetzungsfähig sind...
was ich aber auch als schwuler Mann( als "weibisch" gelesen ) schon erlebt habe.
Liebe Grüße

Re: Restaurant Mohrenkopf, oder was wirklich rassistisch ist
Verfasst: Mi 26. Aug 2020, 11:21
von Jaddy
steffiSH hat geschrieben: Mi 26. Aug 2020, 10:48Für mich war Rassismus schon immer ein Fremdwort was ich nicht verstehe
Das finde ich völlig verständlich. Interessant an Deinem Beitrag finde ich die Ich-Perspektive. Du hast Dir keine Gedanken gemacht, weil der Begriff Dich nicht betrifft, klar. Aber eigentlich geht es darum, wie er bei denen ankommt, die nicht nur dadurch, sondern auch durch viele andere, scheinbar kleine und für Nichtbetroffene unbemerkte Dinge immer wieder daran erinnert werden, dass sie für viele Mehrheitspersonen "nicht dazugehören".
Vermutlich braucht es leider mindestens eigene Diskriminierungserfahrung durch irgendein ständiges Merkmal, um das Gefühl der Ausgrenzung durch stetige Mückenstiche wie Blicke, Mimik, Sprache, Bilder, usw. zu verstehen. Als relativ unauffälliges Mitwesen der Mehrheitsgesellschaft ist das einfach nicht nachvollziehbar. Deshalb berührt die meisten von uns nicht, gelegentlich "Krauts", oder im Auslandsurlaub "Nazi" genannt zu werden. Wir können ja die Umgebung jederzeit verlassen, sind daheim unter unseresgleichen vernetzt und haben dort die Deutungshoheit der Mehrheit. Sprich: Wer uns da dumm kommt kriegt von unserer Mehrheitsgruppe kontra.
Und dann fehlt sogar vielen Betroffenen trotz eigener Erfahrung die Transferleistung, die Diskriminierung anderer als ebenso valid zu betrachten, bzw Mehrfachdiskriminierung zu verstehen.
Re: Restaurant Mohrenkopf, oder was wirklich rassistisch ist
Verfasst: Mi 26. Aug 2020, 12:03
von ExuserIn-2020-10-20
Der im Englischen gebrauchte Ausdruck "Nazi" steht im weitesten Sinne für übertriebenes / hohes Engagement in einer Sache.
( Eher Gassenenglisch )
Bleibt aber negativ besetzt. Der sogenannte Besserdeutsche, der auf Grund seines Fachwissens auffällt, leider ist wegen seiner besseren Berufsausbildung der Fall. Dann bekommt er schnell das Prädikat " Der Nazi regelt das schon ".
Das ist aber wirklich kein Kompliment, sondern Amerikaner fühlen sich da mangels Berufsausbildung herabgestuft. Eine Situation die Amerikaner nicht gut verkraften. Sie bringen manchmal ihren Unmut recht drastisch zum Ausdruck.
Im Umgang mit Amerikanern ( besonders Afro-Amerikanern ) braucht man sehr großes Fingerspitzengefühl.
LG
Petra Sofie
Re: Restaurant Mohrenkopf, oder was wirklich rassistisch ist
Verfasst: Mi 26. Aug 2020, 16:33
von gagalady
steffiSH hat geschrieben: Mi 26. Aug 2020, 10:58
Dann denke ich einfach auf den gleichen Niveau:
Was Du wollen ?
Oh, shit, ich hätte wohl besser in "leichter" Sprache schreiben sollen, sorry...
Re: Restaurant Mohrenkopf, oder was wirklich rassistisch ist
Verfasst: Mi 26. Aug 2020, 17:52
von Doreen
Der Mohr war für mich seit meiner frühesten Kindheit immer präsent und ein toller
Typ der Schokolade verteilte. Ich habe ihn geliebt und schaute mir gern im Schwarzweissfernsehen
die Sarotti-Werbung an. Als kleiner Junge war ich fasziniert von den Zeichentrick-Filmchen. (Ich bin 1952 geboren und bin damit aufgewachsen)
Gerne schaue ich mir aus dieser Zeit bei You-Tube hin und wieder diese Filmchen an, auch die HB Werbung gehörte dazu mit dem HB-Männchen
das immer in die Luft ging.
Auch habe ich gern die Geschichen von Dr. Heinrich Hoffmann im "Der Struwwelpeter" angeschaut, und als ich lesen konnte auch gelesen.
Hier kommt in "Die Geschichte von den schwarzen Buben" ein Mohr vor. Noch heute habe ich dieses Buch und finde nichts rassistisches dabei,
im Gegenteil, denn hier wird schon den Kindern aufgezeigt dass man sich über schwarze Menschen nicht lustig machen soll.
LG Doreen
Re: Restaurant Mohrenkopf, oder was wirklich rassistisch ist
Verfasst: Mo 31. Aug 2020, 13:54
von Jaddy