Hallo Lisa
(hatte lang überlegt ob ich hier poste ....)
Ein spannende Thema !!!
Obwohl Du transidente Menschen ansprichst, mag ich mich dennoch (als Teilzeitfrau) gern dazu äußern, da mich dieser Gedanke in den letzten Wochen und Monaten sehr beschäftigt hat: "Wann ist eine Frau eine Frau ?" und muss dazu leider etwas ausholen.
ACHTUNG:- Die folgenden Zeilen sind in keiner Hinsicht verletzend oder wertend gemeint ! Ich schreibe das extra ! Ich möchte "nur" erklären und verstehen
Ich meine hiermit nicht die Diskussion über das biologische und rechtliche Geschlecht, sowie das was man ist, wie man sich selbst wahrnimmt, sieht, fühlt,"¦. (all das gibt es ja schon an anderer Stelle)
Als Teilzeitfrau kann ich mir durchaus den "Luxus" gönnen ganz viel Zeit in das Make-Up zu investieren, da ich das ja nicht so oft "praktiziere". Ich habe mir die Frage gestellt, wie ich das im Alltag lösen würde, wenn ich immer Frau wäre und kam zu dem Schluss, dass ich sicher viiiiiel weniger Zeit mit dem Make-up zubringen würde (vielleicht auch ganz ohne - das Passing wäre dann deutlich schlechter). Was das Outfit angeht: Sicher wären meine Outfits vermutlich oft alltagstauglicher (z.B. flachere Schuhe).
Neulich blieb mir keine Zeit für Yvi. Ich hatte dann eine Skinny Jeans an und dazu Uni-Sex Sneaker im Männermodus. (Ich weiß alles nur die Äußerlichkeiten). Ich fühlte mich dadurch zufriedener, habe es genossen
Im Forum habe ich gelernt, dass es T* Frauen (sorry für den Begriff !)- gibt, die, wie Du auch schreibst, sich nicht oder kaum schminken. Bei anderen ist das Outfit teilweise Unisex. Eine OP machen einige nicht, da sie keine Notwendigkeit sehen oder das Risiko (die eine OP immer mit sich bringt) nicht gehen wollen. Der Name ist den meisten wichtig, andere gehen damit entspannt um (z.B. wenn doch noch der Männername z.B. im Job genutzt wird). Die Stimme: Manche üben und lassen sich trainieren, andere sind ok mit der doch eher männlichen Stimme. Die Liste ließe sich beliebig erweitern "¦.. Doch ist irgendeine deshalb weniger oder mehr Frau ???
Ich denke nicht !
En Mädel, sie ist nun Frau, ich kenne sie persönlich und wir hatten ein gutes Gespräch: Sie sagte "Egal was ich mache, auch wenn mich niemand auf der Welt mehr als Mann erkennen würde, ich 100% Frau BIN, so WAR ich doch mal ein Mann. Trans. Ich kann das niemals ablegen." Ist das nun ein Nachteil oder sogar eine Bereicherung "¦.. Ich hatte hier im Forum auch gelesen "Ich DURFTE beides erleben: Mann und nun Frau !".
Ich selbst als Teilzeitfrau kann beides sogar relativ "beliebig" ausleben

In den Anfängen dachte ich nach den Pics beim Fotoshooting "Wooooow, ich bin soooo weiblich !". Ich wollte immer mehr und mehr um noch weiblicher zu werden

Doch die Wahrheit war: Auf den Hightech Fotos vom Profi mit Foto-Makeup und ganz viel Licht sehe ich sehr weiblich aus. In der Realität, von nahem und bei Tageslicht — sieht man immer den Mann in mir !
Doch nun schließt sich der Kreis (sorry für das lange Ausholen): Ich MUSS doch gar nicht wie die "klassische" Frau aussehen (was auch immer das sein mag) - ein tolles Passing haben um Frau zu sein !!!! Wie hier grad schon geschrieben, gibt es Frauen die auch nicht alle "typisch weiblichen Merkmale" (z.B. auch bezüglich der Stimme) erfüllen und das müssen sie doch auch gar nicht !
Lisa, Du schreibst "Geschlecht entsteht im Kopf !"
Ich möchte hinzufügen: "Zufriedenheit entsteht im Herzen !"
Letztendlich möchten wir (aus meiner Sicht egal ob transdient, Teilzeitfrau, "¦) doch so leben, wie es uns entspricht. Zufrieden sein. Sicher ist das leichter wenn Frau 100% aussieht wie Frau (sorry für die fast schon plumpe Formulierung). Jeder Mensch hat bzgl. T* hierbei bestimmte Eigenschaften, die besonders wichtig sind: Freilich das innere Fühlen, die Optik, der Name, usw. wie oben schon genannt.
Doch diese "Liste - was wirklich wichtig ist — für einen selbst", ist sehr individuell ! Es gibt "Bereiche" die man leicht ändern kann (z.B. Outfit), andere sind fix (die Körpergröße) und ganz viel dazwischen. Die Menge von dem was man sein möchte, macht uns zu dem Menschen, der wir sind — jede(r) für sich. Mit dem notwendigen und zugleich auch möglichem Aufwand.
Ich glaube wir Menschen — auch ich — sind immer noch viel zu starr gefangen in Gedankenmustern "Was macht eine Frau aus."
Wir sind MENSCHEN mit sooooo vielen Variationen. So individuell
Wenn wir mit uns zufrieden sind, uns so annehmen wie wir sind und sein möchten (Beispiel mitc oder ohne Make-U), dann strahlen wir diese Zufriedenheit aus und werden die Akzeptanz von anderen Menschen viel leichter bekommen.
Ich sehe mich, Yvi, nicht als eine "typische" Frau — ich bin anders !
Und ich hoffe der folgende Satz klingt nicht arrogant, doch er ist so wichtig und ich hoffe, dass jede(r) das fühlen kann:
Ich bin stolz auf das was ich bin
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