Re: Wie fühlt sich der Wunsch nach dem anderen Geschlecht an ?
Verfasst: Mo 17. Sep 2018, 07:27
Hi Frieda,
ich muss Dir doch deutlich widersprechen. Ich finde nicht, dass Deine Beiträge hier fehl am Platz sind.
Ganz im Gegenteil, sie bringen in mir eine Saite zum Schwingen.
Interessant war Deine Beschreibung des Unterschieds von Emotion und Gefühl. So habe ich das bisher noch nicht gesehen. Und Du hast Recht, mir geht es hier um Emotionen, aber auch die Gefühlsebene ist hier willkommen. Ich habe viel zu lange beide Ebenen vernachlässigt und ich gewundert, dass das Leben immer stumpfer wird. Auch der Sex brauchte immer stärkere Dosen, sprich extremere Praktiken, um zu wirken. Seit dem ich meinen Fokus auf Emotionen und Gefühle gelegt habe, ist meine Welt wieder sehr viel bunter geworden. Da dauerte es auch gar nicht lange, bis ich meine jetzige Frau kennen lernte. Der Sex ist sehr viel ruhiger und schöner geworden. Vor allem, seit ich mich auf der weiblichen Ebene sehr viel mehr einbringe. Ich glaube, es wäre ein Fehler, den Zusammenhang zwischen meinem Trans-Dasein und der Sexualität zu leugnen.
Aus meiner Sicht haben viele einfach nur Angst, wenn sie schreiben, ihr Trans-Dasein hätte nichts mit Sexualität, sprich einem Fetisch zu tun. Ich denke aber, dass sie damit einen Teil ihrer Lust verdrängen, auch wenn ich verstehen kann, dass sie nicht als Freak gesehen werden wollen. Aber viel wichtiger ist doch, dass man sein Leben so gestaltet, dass es für einen selbst gut tut. Für mich kann ich nur sagen, dass seit ich auch in meiner Sexualität meine weibliche Ebene leben kann, ist die Sexualität erfüllter geworden. Ich fühle mich in meiner Haut einfach "runder".
Ich bin Dir sehr dankbar für Deine Gedanken. Du sprichst viel aus, was ich ich auch empfinde. Da Du sie als eine Biofrau schreibst, öffnen sie mir die Tür wieder etwas weiter zu meinem inneren Wesen als Frau. So etwas zu denken und zu schreiben, ist für mich noch nicht selbstverständlich. Zu sehr hänge ich noch in den von Dir beschriebenen Schablonen. Jetzt genieße ich noch ein wenig die Stimmung, eine Schwester im Geiste zu sein zu können.
ich muss Dir doch deutlich widersprechen. Ich finde nicht, dass Deine Beiträge hier fehl am Platz sind.
Das bringt es doch sehr gut auf den Punkt. So habe ich es schon immer empfunden und es ist schön, wenn so etwas auch ausgesprochen wird. Meine Frau drückt es auch aus, aber mehr in ihrer Haltung als in ihren Worten. Auf der anderen Seite hat sie für mich spürbar noch am Thema zu "knabbern".Für mich werdet Ihr Alle hier (und keine ausgenommen!) immer eine viel viel viel sensibelere, feinfühligere Emotions- und auch Gefühlsebene haben (egal in welchem Bereich),
Interessant war Deine Beschreibung des Unterschieds von Emotion und Gefühl. So habe ich das bisher noch nicht gesehen. Und Du hast Recht, mir geht es hier um Emotionen, aber auch die Gefühlsebene ist hier willkommen. Ich habe viel zu lange beide Ebenen vernachlässigt und ich gewundert, dass das Leben immer stumpfer wird. Auch der Sex brauchte immer stärkere Dosen, sprich extremere Praktiken, um zu wirken. Seit dem ich meinen Fokus auf Emotionen und Gefühle gelegt habe, ist meine Welt wieder sehr viel bunter geworden. Da dauerte es auch gar nicht lange, bis ich meine jetzige Frau kennen lernte. Der Sex ist sehr viel ruhiger und schöner geworden. Vor allem, seit ich mich auf der weiblichen Ebene sehr viel mehr einbringe. Ich glaube, es wäre ein Fehler, den Zusammenhang zwischen meinem Trans-Dasein und der Sexualität zu leugnen.
Aus meiner Sicht haben viele einfach nur Angst, wenn sie schreiben, ihr Trans-Dasein hätte nichts mit Sexualität, sprich einem Fetisch zu tun. Ich denke aber, dass sie damit einen Teil ihrer Lust verdrängen, auch wenn ich verstehen kann, dass sie nicht als Freak gesehen werden wollen. Aber viel wichtiger ist doch, dass man sein Leben so gestaltet, dass es für einen selbst gut tut. Für mich kann ich nur sagen, dass seit ich auch in meiner Sexualität meine weibliche Ebene leben kann, ist die Sexualität erfüllter geworden. Ich fühle mich in meiner Haut einfach "runder".
So empfinden das viele Menschen, nicht nur Frauen. Es tut niemandem gut, sich in irgend etwas pressen zu lassen. Und wenn ich umschaue, lassen sich viele Menschen pressen. Das Erstaunliche ist jedoch, dass sie das auch verteidigen, da es scheinbar keine Alternative gäbe. Und weil sie es sich nicht selber gönnen, nämlich sich selber zu leben, müssen sie es bei Anderen verteufeln. Ich weiß wovon ich rede, ich habe es früher selber genug praktiziert und wenn ich den Mut habe hinzuschauen, muss ich feststellen, ich bin auch heute nicht frei davon. Nicht im Transbereich, aber in anderen Bereichen. Das ist nicht gut für meinen inneren Frieden und ich arbeite daran. Carl Zuckmayer schrieb einmal, dass im Gefühl für die eigene Produktivität Glück läge. Damit hat er aus meiner Sicht Recht. Was er nicht meinte, war der Leistungsgedanke in einer solchen Gesellschaft. Das passt mMn bis in den Bereich der Sexualität, wobei hier ich die Kreativität, also das Leben dessen, was einem in den Sinn kommt, als "produktiv" verstehe. So nebenbei: Kreativität ist für mich nicht das ständige Schaffen von etwas Neuem, sondern das Wirken lassen der eigenen Gedanken/Gefühle/Emotionen.als die Frau die sich Jahrzehnte vor der Trennung, sich selbst verdrängend als etwas gaga empfand und sich in Schablonen pressen lies.
Ich bin Dir sehr dankbar für Deine Gedanken. Du sprichst viel aus, was ich ich auch empfinde. Da Du sie als eine Biofrau schreibst, öffnen sie mir die Tür wieder etwas weiter zu meinem inneren Wesen als Frau. So etwas zu denken und zu schreiben, ist für mich noch nicht selbstverständlich. Zu sehr hänge ich noch in den von Dir beschriebenen Schablonen. Jetzt genieße ich noch ein wenig die Stimmung, eine Schwester im Geiste zu sein zu können.