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Re: Als hätte man einen Schalter umgelegt...Erkenntnis.
Verfasst: Sa 26. Mai 2018, 20:25
von Violetta Arden
Kim hat geschrieben: Mo 21. Mai 2018, 14:48
Hi ihr lieben
Der rote faden der mich schon mein ganzes Leben begleitet, scheint am Ende angekommen zu sein.
Und mit ihm die "Erkenntnis "für mich ...da ist mehr als nur crossdressing.
Das was ich nie wahrhaben wollte und verdrängt habe , scheint bei mir einzutreten.
Mir ist als ob von einer Sekunde auf die andere mein Weg klar ist....als hätte ich einen Schalter umgelegt.
Auf der einen Seite kroch Angst und Panik in mir hoch "was passiert mit mir "aber auf der anderen, hatte ich das Gefühl als würden Tonnen an Last von mir abfallen.
Ist es so wenn einem plötzlich die Erleuchtung kommt, und alles scheint richtig zu sein ?
Ich werde auf jeden Fall ärztliche Hilfe in Anspruch nehmen, als erstes ein Gespräch mit meiner Hausärztin suchen.
Im Moment muss ich meine Gedanken ordnen, ob das was sich in meinem Kopf abspielt verfestigt.
Mein innerstes weiß schon längst Bescheid, aber es umzusetzen war immer unvorstellbar .
Glg Kim
Liebe Kim,
auch wenn Dir viele zu diesem weiteren Schritt gratulieren - überlege gut ob das wirklich in Dir drin ist.
Ich habe auch immer wieder Momente wenn ich dieses Hochgefühl des Frauseins auskosten darf wenn mir Gedanken kommen ob da doch mehr wäre. Ja ich hätte - wenn Wünsche in Erfüllung gehen könnten - auch einen für eine gewisse Zeit mal komplett die Seiten zu wechseln -aber das sind nur Wunschvorstellungen. Für mich bin ich zur Erkenntnis gekommen dass ich diesen weiblichen Teil in mir nicht bekämpfen sondern auch ausleben will - aber eben nicht immer. Deshalb kann ich aber auch emotional nicht nachvollziehen wenn das Wechseln des Geschlechts als der einzige Ausweg gelten soll. Wenn die sexuelle Vorliebe für das eigene Geschlecht vorherrschen würde wäre das für mich eher nachvollziehbar. Aber die meisten die den Wechsel anstreben sind wenn ich mich nicht ganz irre -"lesbisch". Es hat auch Vorteile wenn man/frau beide Seiten in sich vereinigt hat.
Aber das muss jede(r) für sich selbst herausfinden.
Ich wünsche Dir alles Gute - aber überlege genau was für Dich der richtige Weg ist.
Alles Liebe Gerda Joanna
Re: Als hätte man einen Schalter umgelegt...Erkenntnis.
Verfasst: So 27. Mai 2018, 07:00
von Kim
Liebe Gerda-joanna
Du triffst den Nagel auf den Kopf.
Ich versuche mich langsam an das Thema heranzutasten.
Bin mir auch voll der Verantwortung mir gegenüber, aber vor allem meiner Familie bewusst.
Gewisse Äußerungen meiner Frau, haben mich sehr zum Nachdenken gebracht.
Kleine Schritte führen auch zum Ziel. ..den ersten werde ich jetzt machen.
Glg Kim
Re: Als hätte man einen Schalter umgelegt...Erkenntnis.
Verfasst: Sa 2. Jun 2018, 15:34
von Kim
Hi ihr lieben
Geschafft. ..den ersten Schritt habe ich hinter mir.
Mein gespräch mit meiner Hausärztin war völlig unaufgeregt .
Als wäre es völlig normal für sie, es war einfach ein sehr entspanntes Gespräch.
Ich hatte erwartet, dass ich total nervös werde. .Aber keine Spur. ..warum auch, was sollte schon passieren .
Sie hat mir erstmal eine Überweisung zur Gynäkologie und zum Physchotherapeuten(Verdacht auf 64.0) gegeben.
Es soll eine Hormonbestimmung gemacht werden.
Zum Schluss habe ich ihr noch Bilder von mir gezeigt. ..ihr Kommentar...Okaaay das haben sie gut hingekriegt.
Mir wurde mir, von ihr ein Gynäkologe ganz ihn meiner Nähe empfohlen ..Ich meine es ist der gleiche bei dem Manu66 ist.
Glg Kim
Re: Als hätte man einen Schalter umgelegt...Erkenntnis.
Verfasst: Sa 2. Jun 2018, 16:48
von ChristinaF
Glückwunsch und alles Gute auf deinem Weg. Die erste Hürde scheint immer die schlimmste zu sein und die haste ja nun gemeistert.
LG
Christina
Re: Als hätte man einen Schalter umgelegt...Erkenntnis.
Verfasst: So 3. Jun 2018, 14:11
von Violetta Arden
Alles Gute und eine erfolgreiche Findung deiner wahren Natur, vielleicht sind es ja wirklich zwei, Lg Gerda Joanna
Re: Als hätte man einen Schalter umgelegt...Erkenntnis.
Verfasst: Mo 4. Jun 2018, 14:25
von ExUserIn-2026-04-08
gerda joanna hat geschrieben: Sa 26. Mai 2018, 20:25
Für mich bin ich zur Erkenntnis gekommen dass ich diesen weiblichen Teil in mir nicht bekämpfen sondern auch ausleben will - aber eben nicht immer. Deshalb kann ich aber auch emotional nicht nachvollziehen wenn das Wechseln des Geschlechts als der einzige Ausweg gelten soll. ... Es hat auch Vorteile wenn man/frau beide Seiten in sich vereinigt hat.
Aber das muss jede(r) für sich selbst herausfinden.
Hallo Kim,
ich möchte Gerda Joanna voll zustimmen. Mir geht es auch in dieser Weise ähnlich und ich komme in der Frage auch nur deshalb zu mehr Ruhe, weil ich beide Seiten akzeptiere. Das ist manchmal heute noch schwierig, aber für mich macht es die Sache tragbarer. Gelegentlich lebe ich für ein paar Tage auch komplett en femme. Aber nach ein bis zwei Wochen erreiche ich einen Punkt, an dem mein weiblicher Part sich freiwillig in den Schrank zurück zieht. Ich kann und will den Wechsel in meiner Biografie nicht komplett durchführen.
Ich finde das gut, wenn Du Dich auf den Weg machst und Unterstützung suchst, denn das Umlegen eines Schalters ist mMn noch nicht ausreichend für so weit reichende Entscheidungen. Wenn ich von mir ausgehe und ich einen solchen Moment habe, stelle ich oftmals fest, dass sich mein Blickwinkel drastisch auf diese Erkenntnis verengt und andere Optionen verdrängt werden. Letztlich suche ich meinen inneren Frieden, aber es ist nicht einfach ihn zu finden und vielleicht gibt es ihn nur für kurze Augenblicke. Die Suche danach ist jedenfalls spannend, aber auch aufreibend.
Ich wünsche Dir viel Erfolg bei Deinen Bemühungen. Vielleicht hilft auch der Satz:
Zu lohnenden Zielen gibt es keine Abkürzungen ...
Re: Als hätte man einen Schalter umgelegt...Erkenntnis.
Verfasst: Di 31. Jul 2018, 08:48
von Kim
Guten morgen ihr lieben
Ein kleiner Zwischenstand. .
Heute abend steht mein Gespräch mit dem Frauenarzt an.
Er möchte mit mir die Ergebnisse der Hormonuntersuchung besprechen.
Ehrlich gesagt habe ich totalen Bammel davor.
Was ist wenn er mich fragt, ob ich eine HET machen möchte.
Mein innerstes würde Jaaaaaaa... heraus schreien .
Doch mein Verstand, würde mir sagen, was machst du da.
Es zerreißt mich förmlich .
In den letzten Wochen bin ich sehr nachdenklich geworden.
Wenn ich morgens etwas Zeit für Kim habe, geht es mir gut.
Am liebsten würde ich einfach so ins Leben gehen, mich so zeigen wie ich bin.
Leider müssen dann wieder die Männerklamotten an.
Obwohl ich dann auch versuche, so feminin wie möglich zu wirken.
Das Ding zwischen den Beinen wird mit 2 miederslips versteckt, damit man auch ja nichts sieht.
Getönte Tagescreme, ein unauffälliger lidschatten, die Haare schön gestylt, ist schon an der Tagesordnung.
So kann ich es einigermaßen aushalten.
Im Moment ist mir wichtiger das meine Nägel nicht abbrechen, als wenn der Rasen gemäht werden muss.
Man kann sagen, ich verleugne meine Männlichkeit .
Ich weiß nicht wie viele Physchologen ich schon angerufen habe, um einen Therapieplatz zu bekommen.
Keine Chance, wartezeiten von über 2 Jahren sind normal .
Dabei brauche ich unbedingt einen Menschen dem ich mich total öffnen kann, der meine Probleme versteht.
Ihr werdet sagen, sprich mit deiner Frau.
Ich möchte sie jedoch nicht noch mehr belasten.
Fühlt euch gedrückt
Re: Als hätte man einen Schalter umgelegt...Erkenntnis.
Verfasst: Di 31. Jul 2018, 09:34
von Joe95
Kim hat geschrieben: Di 31. Jul 2018, 08:48...
Mein innerstes würde Jaaaaaaa... heraus schreien .
Doch mein Verstand, würde mir sagen, was machst du da...
Wenn er schon fragt gib ihm Antwort:
"Ich sag ja zu dem, was mir gut tut".
Nicht das ich deinem Psychiater vorgreifen will, aber das musste jetzt mal raus...
Re: Als hätte man einen Schalter umgelegt...Erkenntnis.
Verfasst: Di 31. Jul 2018, 10:31
von Stefanie1963
Liebe Kim,
der Druck im Kessel wird glaube ich immer höher und er droht zu platzen. Das ist dann aber eine Explosion, die Frau nicht mehr wirklich steuern kann. Du suchst ja nach einem Sicherheitsventil.
Das du deine Liebste nicht noch zusätzlich belasten willst verstehe ich sehr gut. Natürlich musst du sie irgendwann in den Prozess einbeziehen, denn deine Entwicklung geht euch ja beide an. Aber solange du noch nicht genau weißt, wohin du wirklich gehen willst und in welchem Tempo möchtest du sicherlich nicht die Pferde vorzeitig scheu machen.
Auch meine Frau kennt Stefanie noch nicht, wohl ihren Mann im Frauenmodus. Auch hier bin ich glücklich, dass diese Entwicklung von ihr bisher mitgegangen wird. War in der Vergangenheit nicht immer einfach. Aber ich scheue mich auch, das Thema zu forcieren, weiß ja auch nicht wirklich, wohin ich will.
Ich hoffe, dass wir in nächster Zeit mal persönlich darüber sprechen können. Ich fände es sehr schön, sich mit jemandem auszutauschen, der weiß worum es geht, dem Ganzen vorurteilsfrei gegenübersteht und die Gefühle versteht, die Frau im Innersten bewegt.
Für deinen Termin heute drücke ich dir alle Daumen. Wenn die Frage nach einer HET kommt, musst du vllt. nicht sofort drauf antworten, sondern nimmst nur das Rezept und lässt das in Ruhe noch mal sacken.
Liebe Grüße und sei herzlich gedrückt
Stefanie
Re: Als hätte man einen Schalter umgelegt...Erkenntnis.
Verfasst: Di 31. Jul 2018, 10:48
von ExuserIn-2018-12-30
Liebe Kim,
ich glaube, mehr oder weniger ging/geht es uns allen ähnlich wie Dir. Ich weiß, wie es einen zerreißt, denn man muss Entscheidungen treffen, die in den seltesten Fällen einen nur selber betreffen. Und auch der Partner, der gern Unterstützung geben möchte, ist oftmals nicht in der Lage, dem zu folgen, was er emotional empfindet und eigentlich gern tun würde. Nicht selten wendet er sich irgendwann ab, weil er es selber nicht schafft, den Weg mitzugehen. Und dann sind da oft auch noch Kinder. Und das eigene schlechte Gewissen, alles zu zerstören, was aufgebaut wurde.
Andererseits kann man den Geist, der sich da gelöst hat, auch nicht wieder einfangen, ohne selber großen Schaden zu nehmen.
Ich persönlich halte es für unumgänglich, frühzeitig den Partner mit ins Boot zu nehmen, also Ehrlichkeit nicht nur gegenüber sich selber, sondern auch mindestens gegenüber dem Partner. Dann finde ich es wichtig, einen passenden Arzt (Psychotherapeuten) zu finden, der sich mit dem Thema auskennt und einem hilft, zu sich zu finden. Alles weitere wird man sehen.
Ein zu frühes Outing schafft nach meiner Meinung möglicherweise verbrannte Erde, man kommt nur schwer wieder in die Welt zurück, aus der man kommt und die möglicherweise am Ende dann doch akzeptabel ist.
Viel Erfolg, Glück auch, Selbsterkenntnis, Mut und Hoffnung wünsche ich Dir! Und Ehrlichkeit Dir selber gegenüber. Und laß Dich nicht verunsichern, wenn Du hörst, es gibt keinen Weg als denn, den Du begonnen hast. Verläßt Du ihn, wirst Du auf ewig unglücklich und wählst vielleicht irgendwann den Freitod. Ich habe das sehr oft gehört. Das stimmt aber so nicht.
Re: Als hätte man einen Schalter umgelegt...Erkenntnis.
Verfasst: Di 31. Jul 2018, 11:59
von ChristinaF
Liebe Kim,
mach dir bitte heute beim Arzt keine großen Sorgen. Ich finde, dass es dir auch guttut mit jemanden über deine Situation zu sprechen. Und wenn schon die Frage nach einer HET auftaucht, dann denke daran, dass das Bauchgefühl (also die Emotionen) immer stärker sein wird, als die Ratio (Gedanken). Es kann dir auch nichts passieren. Und wenn der Arzt keine medizinischen Einwände findet, die dagegen sprechen, nimm das Rezept. Zum Einlösen haste noch Zeit und du kannst in Ruhe noch mal nachdenken.
Liebe Grüße
Christina
Re: Als hätte man einen Schalter umgelegt...Erkenntnis.
Verfasst: Di 31. Jul 2018, 12:21
von Kim
Hi ihr lieben
Vielen Dank für eure Hilfe.
Es ist vieles dabei was mir weiterhilft. .
Bei mir ist es im Moment so, als würde ich an meinen Gefühlen ersticken.
Ich suche ein Ventil. .aber finde keins.
Meine Gefühlswelt fährt seit Monaten Achterbahn, in meinen Gedanken rotiert immer wieder die Frage.
Ist es richtig was du tust?
Ist eine HET das Allheilmittel für meinen Seelenschmerz ???
Seit Jahren dreht sich bei mir alles nur noch um dieses Thema.
Ich mag nicht mehr, ich möchte einfach nur ganz normal Leben können.
Glg Kim
Re: Als hätte man einen Schalter umgelegt...Erkenntnis.
Verfasst: Di 31. Jul 2018, 12:24
von ExuserIn-2018-12-30
Das mit der HET verstehe ich jetzt noch nicht so ganz. Es macht doch nur Sinn, wenn man ganz sicher ist, das Richtige zu tun. Aber ist man das, ohne je einen Psychotherapeuten gesehen zu haben?
Re: Als hätte man einen Schalter umgelegt...Erkenntnis.
Verfasst: Di 31. Jul 2018, 12:28
von Anne-Mette
Guten Tag,
das ist unterschiedlich: es gibt Menschen, die es einfach wissen und keine Selbsterfahrungshilfe durch einen Psychologen benötigen.
Garantie gibt es sowieso NIE; auch ein fähiger Psychologe kann nicht mit 100% Sicherheit sagen, dass es sich um Transsexualität handelt (oder nicht).
Weiterhin: eine Hormongabe kann, wenn noch keine Op (Entfernung der hormonproduzierenden Körperteile) erfolgt ist, wieder eingestellt werden - und es sind Fälle bekannt, dass "die vorherigen Funktionen sich wieder entwickelten".
Gruß
Anne-Mette
Re: Als hätte man einen Schalter umgelegt...Erkenntnis.
Verfasst: Di 31. Jul 2018, 12:36
von Kim
Hallo Maria
Ich für mich weiß das ich eine Hormontherapie machen will.
Gleichzeitig würde es aber auch das Ende meiner Ehe bedeuten.
Die Worte meiner Frau haben sich bei mir eingebrannt. ..ich bin doch nicht Lesbisch.
Darum fällt es mir so schwer, die richtige Entscheidung zu treffen.
Glg Kim