Also Verpackung und Nutella, gerne bleiben wir dabei.
(Ich weiß dass das Thema nicht so schön ist wie FSH, aber es geht uns ja trotzdem alle an - zwinker)
Plastikmüll und Microplastik aufgrund von Verpackungen wie sie eben auch bei Nutella vorkommen.
Quellnachweis: Wikipedia/ungeprüft.
Bis zu 4.000 Tonnen, die im Meer landen, sind das jedes Jahr allein in Schweden. Der entsprechende Anteil des Autoverkehrs — vorwiegend durch Reifenabrieb — wird auf 13.500 Tonnen geschätzt. Zum Vergleich: Mikroplastik aus Hygiene- und Kosmetikartikeln steht hier für jährlich 66 Tonnen.[11] In Norwegen werden Kunstrasenanlagen mittlerweile als zweitgrößter landbasierter Mikroplastik-Verursacher eingeordnet — hinter Autoreifen aus Kunststoff. Rund 1600 entsprechende Sporteinrichtungen gibt es dort, die bis zu 3000 Tonnen Mikroplastik pro Jahr abgeben, die letztlich im Meer landen.[12]
Nochmal also, egal ob Nutella oder Elektroauto, es macht einfach keinen Unterschied. Die Menge an Plastikmüll ist immer und überall, allgegenwärtig.
Ob die nun Singleverpackungen oder Großfamiliencontainer herstellen, zum Kauf anbieten, es macht ganz hinten in der Kette überhaupt keinen Unterschied. Auch ob der Glascontainer effektiv oder uneffektiv gefüllt wird durch seine Beladung, macht auch keinen Unterschied. Die Menge an recyclingfähigen Produkten bleibt gleich.
Hier noch eine Darstellung, es geht um die Frage was Effizienter ist.
Quelle:
https://utopia.de/0/gutefragen/fragen/g ... giebillanz
Ich studiere Produktdesign, habe gerade ein Gastsemester im Glasdesign hinter mir und einiges gelernt, aber selbst ich tu mich schwer das zu entscheiden...
Glas:
+ ein Vorteil ist auf jeden Fall die Recyclingfähigkeit, Glas wird in Europa zu mindestens 80% recycled und es gibt funktionierende Mehrwegsysteme (Pfandflaschen werden tatsächlich so wie sie sind gründlich gereinigt und wieder verwendet, währen Pfand auf Plastikflaschen nur für ordentliche Entsorgung sorgt).
+ Glas wird beim recyclen auch nicht nennenswert schlechter, Altglas wird in relevanten Mengen in der Neuglasherstellung gebraucht, eine Lebensmittelverpackung aus Glas kann wieder eine Lebensmittelverpackung werden.
+ Glas ist zudem chemisch inert (bei Bleiglas könnte man das diskutieren, aber das ist ja denk ich nicht das worums dir geht). Das ist erstens ein großer Vorteil bei der Verpackung von Lebensmitteln, du brauchst dich schlicht nicht um Weichmacher und irgendwelche Zusatzstoffe zu kümmern, weil aus normalem Glas einfach nichts mehr rauskommt (wie gesagt, Bleiglas und historisches Buntglas kann da anders aussehen). Zweitens richtet Glas - wenn es nicht fachgerecht entsorgt wird, keinen übermäßigen Schaden an. Ja klar, jeder Radfahrer kennt das Scherbenproblem, aber Glas fliegt nicht rum und wird im Laufe der Jahre einfach so fein gemahlen, dass es wieder zu (mehr oder weniger) Sand wird. Im Meer versinkt es und kein Seevogel erstickt daran.
- Negativ ist natürlich der hohe Energieverbrauch. (Schmelztemperaturen liegen je nach Zusammensetzung etwas höher als 1000-°C) Und auch wenn Glas im Großen und Ganz aus Sand, Kalk und Natron (also mehr oder weniger harmlosen Substanzen) besteht, werden zur Verbesserung der Fertigungseigenschaften diverse schräge Zusätze eingesetzt. Die zwar im fertigen Zustand nicht mehr gelöst werden, aber halt irgendwann im Produktionsprozess mal vorkommen.
- Ein weiterer Nachteil ist das Gewicht: ein LKW voller Glasflaschen wiegt mehr als ein LKW voller PET-Flaschen und braucht daher mehr Benzin. Wenn man noch mit einrechnet, dass es bei Glas immer eine gewisse Bruchgefahr gibt und möglicherweise nicht immer alles ankommt ist Plastik natürlich die ökonomisch sinnvollere Lösung.
Plastik
+ hier punktet Plastik: niedriges Gewicht, und bruchfest.
+ Nächster Vorteil, egal was für ein Plastik, man hat immer Bearbeitungsthemperaturen von maximal ein paar hundert Grad, der Energieaufwand ist da also deutlich niedriger.
+ Vielleicht für Lebensmittelverpackungen nicht sooo interessant, aber ein großer Vorteil ist, dass Kunststoffe für jeden erdenklichen Zweck "maßgeschneidert" werden können. Vom harten Gehäuse von irgendwas, über faserverstärkte Kunststoffe im sagen wir Flugzeugbau, weiche Webpelze, elastische Materialien, und das alles in jeder erdenklichen Form und Farbe bei überschaubarem Herstellungsaufwand.
o Neutrale Feststellung: Kunststoff ist nicht gleich Kunststoff. Während Thermoplaste verformt und recycled werden können, werden Duroplaste verbrannt. Viele Kunststoffe verbrennen "harmlos" zu CO2, aber PVC zum Beispiel (PolyvinylCHLORID - der Stoff aus dem die Schallplatten sind) setzt bei der Verbrennung Salzsäure frei.
- Negativ ist im Bereich Lebensmittel natürlich, dass nicht so richtig klar ist, was aus diesen Kunststoffen so rausdünstet. Stichwort Weichmacher oder Bisphenol A.
- Kunststoffe sind - trotz aller Bemühungen zum Thema Bioplastik - in der Regel aus Erdöl, das ist begrenzt und wächst nicht nach
- Kunststoffe haben bei aller Bruchfestigkeit oft eine begrenzte Lebensdauer, werden spröde und verfärben sich. Im Bereich Lebensmittel wieder eher nicht so relevant, aber bei "dauerhafteren" Anschaffungen zu überlegen. Es sind Gläser erhalten die über 2000 Jahre alt sind, das heißt Glas hält - solangs nicht runterfällt erstmal länger.
- Kunststoffe sind ein Recyclingproblem. Wie gesagt, manche kann man einschmelzen, andere werden (zum Teil hochgiftig) verbrannt, auf Deponien passiert mit Kunststoff im besten Falle lange gar nichts, im schlimmsten Fall fliegts rum und wird zu einer großen Umweltbelastung. Auch Kunststoffe die eingeschmolzen werden (PET-Flaschen) werden immer in einem "downcycling" wieder verwertet. Lebensmittel dürfen nicht in Recyclingkunststoffe verpackt werden, daher wird die eingeschmolzene PET-Flasche im besten Falle eine Plastiktüte, oder aber eben Granulat o.Ä.
All das bringt mich persönlich zu dem Schluss, dass ich das von Fall zu Fall entscheiden muss. Im Falle von Trinkwasser kommt für mich nur Leitungswasser in Frage, bei Lebensmitteln bevorzuge ich Glasverpackungen. Ich kaufe die meisten Lebensmittel sowieso im Bioladen, da ist fast alles in Glas verpackt und ich hab meist gar keine Wahl. Obst und Gemüse versuche ich unverpackt zu kaufen, scheitere aber oft daran und ärgere mich regelmäßig darüber, dass immer alles eingeschweißt ist.
Interessant, aber es dreht sich im Kreise, nach wie vor.
Noch ein Problemfall: Vlies!
Quelle:
http://www.dwa.de/dwa/shop/shop.nsf/Pro ... ZELARTIKEL
In den letzten Jahren werden als Ergänzung und Alternative zu herkömmlichen Reinigungs- und Hygienetüchern für Haushalt und Pflege Vliesstoffmaterialien angewandt, die reißfeste, wringfeste und nassfeste Eigenschaften aufweisen. Ca. 80 Prozent der in der Anwendung verfügbaren Vliesstoffe bestehen aus Kunststofffasern. Diese Materialien werden offensichtlich ins Abwasser gespült, denn die kostenrelevante Beseitigung von Betriebsstörungen in Kanalnetz, an Abwasserpumpen und an Rechenanlagen wird durch Vliestücher verursacht. Das wirft abfall- und satzungsrechtliche Fragen auf. Lösungen erfordern Betrachtungen rund um den Lebenszyklus von Pflege- und Hygienetüchern, also auch auf der Seite von Hersteller, Einzelhandel und Verbraucher.