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Re: Humanismus und Satanismus
Verfasst: So 27. Aug 2017, 18:45
von Mina
Nein Andrea, sicher, ich habe vorwiegend die "bremsende" Seite der Glaubensfrage beleuchtet.
Ich möchte nicht in das Individuum eingehen, denn Pädophile gehen auch nur ihrer inneren Zufriedenheit nach. (Knabenchor)
Wir erachten das als falsch und strafbar, der Betroffene nicht. Er erachtet es als notwendig hinsichtlich seiner inneren Mitte.
Versteht mich nicht falsch, ich möchte den Glauben nicht auf die gleiche Stufe wie einen "interdisziplinär fehlgeleiteten Menschen" stellen. Nur ein Vergleich.
Das ein Glaube schon immer da war ist richtig. Gewitter waren auch schon immer da. Früher dachten die Leute das es die Strafe Gottes ist. Heute wissen wir das es statische Entladungen in der Atmosphäre sind. Wir haben hinzugelernt.
In der Religion nicht. Jede Religion übersetzt Frieden und Liebe. Nur davon merkt man sozialgesellschaftlich nicht viel.
Von jeher hat der Mensch gelernt, das seine Überlebenschancen höher sind, wenn er sich einer Gruppierung anschließt. Das Verhaltensmuster kann in jeder Situation erkannt werden und eben auch für die Gruppe zu kämpfen.
Anders wäre es wenn der Mensch begreift: Hey, ich hab eine Nase im Gesicht und wenn ich mich ausziehe bin ich nackt, so wie jeder andere Mensch auf diesem Planeten. Diese blaue Insel des Lebens tief im schwarzen Nichts.
Statt das jeden Tag zu feiern, nehmen wir es als selbstverständlich hin hier zu sein und fangen an Ansprüche für unsere "Gruppe" zu stellen.
Das ist falsch. Denn nur Leben und Frieden wäre der Anspruch.
Re: Humanismus und Satanismus
Verfasst: Mo 28. Aug 2017, 02:15
von dunkles_sternchen
Ich bin immer irgendwie ein Mensch, der Dinge auf ein Prinzip, auf ein Grundmuster, runterkocht. Die Leute meinen dann oft, man solle etwas nicht schwarz oder weiß sehen - wobei da oft die Erkenntnis fehlt, dass man Dinge einfach mal reduzieren muss, um zu entscheiden, ob sie "taugen" oder nicht ...
Wenn ich das Thema Religion "runterkoche", bleibt letztendlich ein Regelwerk (Gebote), dass Menschen, die diesem Regelwerk folgen, in einer gewissen Weise ein Gefühl von Zugehörigkeit und Gruppengeborgenheit zuteil wird. Das ist nichts neues, denn jede Gruppe funktioniert exakt auf diese Weise. Selbst meine "Metal-Gruppe". Ob und inwiefern ein jeder sich mit den Rahmenregeln einer Gruppe indentifizieren kann, ist immer unterschiedlich. Das Thema is psychologisch völlig banal, so funktioniert eine Partei, eine Sekte, Nazis oder eben auch Millionen Christen. Es geht immer um einen Gruppengedanken, der einem suggeriert nicht allein dazustehen. Und das ist allzu menschlich, denn es ist in uns drin ...
... nur denke ich, dass 2017 ein gutes Jahr wäre, um eben um diese Gruppenideale zu diskutieren. Inwiefern ist denn "kein Sex vor der Ehe" z.B. noch zeitgemäß und legen wir uns nicht mit dem Verbot der Stammzellenforschung selbst ein Ei? Verantwortung für etwas übernehmen wollen wenige - aber nur so kommen wir voran. Wenn niemand den Arsch in der Hose gehabt hätte Dinge und Menschen in das All zu schießen gäbe es heute vieles einfach nicht ... anstatt ständig zu predigen wir sollen Regeln einhalten, wäre es sehr positiv Menschen zu animieren diese zu überschreiten.
Kriminell passiert das ja täglich - von Banken, Managern - nur geistig nicht. Da bekehren sich eben diese wieder auf die Kirche und auf die Gebot. Ich meine, ich trage unseren älteren Menschen aus dem Haus die Einkäufe hoch, spende für gute Zwecke mein weniges Geld und trage dabei ein umgedrehtes Pentagram - die Menschen mit dem Kreuz am Hals zocken mich mit 0,05% Zinsen ab, berechnen meine Steuern und fahren einen Audi - ich laufe, sie haben ein schickes Haus - ich eine überteuerte Mietwohnung.
So läuft das natürlich nicht!

Re: Humanismus und Satanismus
Verfasst: Mo 28. Aug 2017, 10:18
von Nicole Fritz
Hallo dunkles_Sternchen,
Du sprichst mir in vielen Punkten aus der Seele. Ich bin Heide geworden, weil ich es nicht mehr ertragen kann, wenn diese ganzen Ungerechtigkeiten und diese Gier nach Geld und Macht als Gottes Wille hingestellt werden. Da haben ganz viele ganz schreckliche Angst vor denen, die jetzt so langsam wach werden. Deshalb verteidigen sie ihre alten eingefahrenen und ungerechten Regeln auch so vehement. Am liebsten hätten die noch Inquisition und Hexenverbrennung. Davor habe ich dann wieder Angst. Ich wäre wohl eine der ersten Hexen, die sie verbrennen.
Ich könnte hier nun einiges darüber schreiben, wie ich die Welt aus einer Mischung aus Heide und Wissenschaftler heraus sehe. Das ist kompliziert und reicht bis in die Atomphysik, Quantenmechanik und Relativitätstheorie hinein. Im Moment beschäftigt mich aber mein Depressionsloch aus dem ich einen Weg hinaus suche. Ich muss mir jetzt als Nicole das Leben so gestalten, dass ich mich als Frau wohl fühle. Und Gott wird mir dabei nur helfen, wenn es mir gelingt mir selbst zu helfen.
Ob es Gott gibt, ist letztlich eine Frage der Sichtweise. Ich sehe da ein telepathisch-geistiges Netzwerk, mit dem alle Lebewesen im Unterbewusstsein - mit unserer Seele - miteinander verbunden sind. Eine Seele kann wiederum von einem Körper zum anderen wechseln, was im Buddhismus und Hinduismus mit der Reinkarnation erklärt wird. Andere Religionen sehen da ein Jenseits oder Totenreich. Wer sich einen Zugang zu diesem Netzwerk verschafft - wie es Hexen, Druiden und Schamanen praktizieren - kann sich von den Gedanken darin leiten lassen. Es besteht dabei allerdings eine große Gefahr in die Irre geleitet zu werden. Im schlimmsten Fall endet das dann in der geschlossenen Psychiatrie. Davor kann man sich nur mit einem großen Wissen und viel Erfahrung schützen. Deshalb folgen viele Menschen lieber einem Priester. Und von denen nutzen dann viele ihre Überlegenheit aus und vertreten die Interessen der Reichen und Mächtigen.
Was ist gut und was ist Böse? - Das hängt davon ab, wo ich mich in der Gesellschaft befinde. Was für den einen gut ist, ist für den anderen schlecht. Wenn es Gutes gibt, MUSS es zwangsläufig auch Böses geben. Ohne den Kontrast zur Dunkelheit würden wir das Licht nicht sehen. Ein Paradies kann es nur geben, wenn es auch eine Hölle gibt. Und je schöner dieses Paradies ist, desto grausamer muss die Hölle sein. Im Universum befindet sich alles im Gleichgewicht. Das "Paradies" der Reichen und Mächtigen tut meiner Seele nicht gut. Da fühle ich mich in der "Hölle" der Randgruppen dieser Gesellschaft wohler. Diene ich damit aber jetzt dem Teufel? - Ein Priester würde es sicherlich so sehen - deshalb kommt wohl auch die Kirche mit Trans* nicht klar. Als Heide diene ich jedenfalls lieber einem "Teufel", der Menschlichkeit und Gerechtigkeit fordert, als einem ungerechten "Gott". Statt mit gut und böse nur schwarz und weiß zu sehen, sollten wir als Gesellschaft einen bunten und vielfältigen Mittelweg suchen, mit dem wir alle möglichst zufrieden leben können. Dann bekommt ein dunkles Sternchen auch hoffentlich mehr Licht ab. Das ist das Prinzip der Symbiose, das wir überall in der Natur beobachten können. Unsere Gesellschaft funktioniert aber leider weitgehend nach den Darwinschen Prinzip der Auslese.
Nun habe ich doch ein wenig geschrieben. Ich hoffe, es war halbwegs verständlich.
Liebe Grüße
Nicole