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Re: Crossdresser sind meisst feige

Verfasst: Sa 10. Dez 2016, 19:32
von Christiane
Entschuldigung, aber ich stoße mich sehr an dem Ausdruck Feige.

Eigentlich wollte ich gar nicht darauf reagieren (eigentlich!) - aber ich ersticke gleich dran. (ag)

Feige sind für mich Mitmenschen die an einer Unfallstelle lieber Handybilder machen und verbreiten statt selbst Hilfe zu leisten.
Feige wäre ich gewesen, wenn ich nicht mitgeholfen hätte, die Verletzen aus dem brennenden Auto zu holen und erste Hilfe zu leisten - behindert von Handy-Idioten !! (ag)
Feige wäre ich gewesen, wenn ich nicht erste Hilfe geleistet hätte, beim Amoklauf in unserer Firma am 27.02.2013. (wo) (wo)
Da knabber ich heute noch dran......... . :cry: :cry:

Und jetzt soll ich Feige sein, weil ich nicht in Frauenkleidung auf die Straße gehe?
Ganz einfach ausgedrückt - meine Frau möchte das nicht - Punkt! :((a
Vielleicht mal wo anders? Vielleicht will ich auch gar nicht?

Ich liebe meine Frau auch nach nun schon fast 30 Jahren immer noch und werde nichts tun, was sie verletzen könnte.
Ich will ihre Liebe nicht verlieren. (he) (he)
Das dürfte wohl Grund genug sein, oder?

Ich glaube, da hat Jemand einen Stein in den Tümpel geworfen, nur um zu sehen, wie hoch die Wellen denn schlagen.
Entschuldigt bitte, wenn ich (in stark gedrosselter Form !) so emotional reagiert habe. (Grrrrmpffff !!)

Christiane

Re: Crossdresser sind meisst feige

Verfasst: So 11. Dez 2016, 14:54
von Manu.66
Hi!

Ich habe absolut kein Problem damit, meine Damenkleidung in der Öffentlichkeit zu tragen und tue es täglich- da bin ich ganz bei Dolores59.
Nur, ich bin auch ehrlich, als ich noch im aktiven Dienst als Lehrer am Gym in meinem norddeutschen Nest tätig war, hätte ich mich das nicht gewagt.
Insofern kann ich alls CDs verstehen, die aus entsprechender Vorsicht/Rücksicht/Angst darauf verzichten(müssen), ihre weibliche Art in der Öffentlichkeit zu leben.

Aber eines noch: In der Nazizeit, die ich absolut verabscheue und als Historiker eigentlich nur negativ bewerten kann, gab es eine Menge CDs, die toleriert wurden und nicht befürchten mussten, in eine Irrenanstalt oder schlimmeres gesteckt zu werden. Angst haben und Diskriminierung bis zur Zerstörung ihrer Existenz befürchten mussten Homosexuelle - nicht Lesben (denn die konnten dem "Führer" ja noch tapfere Soldaten gebären!) - Soviel nur dazu!

Liebe Grüße an Alle und einen schönen dritten Advent!
Gerhard

Re: Crossdresser sind meisst feige

Verfasst: So 11. Dez 2016, 19:10
von Jaddy
Gerhard hat geschrieben:In der Nazizeit, die ich absolut verabscheue und als Historiker eigentlich nur negativ bewerten kann, gab es eine Menge CDs, die toleriert wurden und nicht befürchten mussten, in eine Irrenanstalt oder schlimmeres gesteckt zu werden.
Es ist wohl keine explizit _staatliche_ Trans*feindlichkeit belegbar, aber wie viele Transpersonen wurden damals wohl von Behörden und Organisationen mit anderen Begründungen schikaniert - so wie in vielen anderen Ländern?

Dein Statement bezieht sich auf staatliche Repression, ob nun mit expliziten Gesetzen/Verordnungen, oder implizit durch Machtmissbrauch von transfeindlich eingestellten Beamten oder Staatsbediensteten. Ersteres haben wir hier heute glücklicherweise nicht. Letzteres taucht doch ab und zu immer mal wieder auf. Genau so wie Diskriminierung aus anderen Gründen durch Offizielle. Darum geht es aber den meisten von "uns" gar nicht.

Was viele hier aber davon abhält, sich offen zu zeigen, ist die simple Ablehnung durch ihre Mitmenschen im Alltag. Und da wirst Du wohl kaum behaupten wollen, dass die Menschen in Deutschland zwischen 1933 und 45 toleranter und transfreundlicher waren als heute.