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Die Erpressung - Teil 17: Versteckspiel, Intoleranz und Verständnis
Die Zeit war ins Land gezogen — der Sommer war kein so richtiger und der Herbst lag in seinen letzten Zügen — es würde wohl bald Kalt werden.
Was war passiert in all der Zeit !
Nichts das sehr Erwähnung bedürfte — wir hatten ein harmonisches zusammen Leben.
Wir waren öfters noch gemeinsam Aus — Michele war mittlerweile auch eine gute Freundin geworden und meine zwei Damen waren nicht mehr eifersüchtig.
Wir leben also unser Leben und ich genoss es — für mich gab es nichts besseres — ich lebte als Frau und ich liebte es — in meiner Umgebung sah mich nun keiner mehr merkwürdig an — OK ich viel ja auch nicht so sehr als Kerl in Frauenklamotten auf .
Nach Axel fragte eigentlich kaum noch einer — denn meine alten Kontakte hatte ich mehr oder weniger schleifen oder abbrechen lassen — ich wollte einfach nicht mehr mit saufenden und grölenden Typen rumhängen und Frauen belästigen — ich hatte ja nun schon mehrmals erleben müssen wie ekelhaft das sein kann.
Ich muss ja zu meiner Schande gestehen auch ich war mal so aber ich bin der Meinung das ist der Herdentrieb — wenn mehrere Männer zusammen sind dann noch Alkohol dann füllen Sie sich stark und unnahbar — die Krönung der Schöpfung — wenn die wüssten wie armselig das ist was die da abziehen.
Nein dann wollte ich lieber so sein wie ich bin — ich hatte auch meinen Spaß und es gab mehr als Saufen, Sex und großes Gehabe, in der Welt.
Klar gab es auch Themen von Frauen die ich nicht verstand — aber ich akzeptierte es einfach.
Ach ehe ich es vergesse ich hatte mir mittlerweile meine Harre lang wachsen so das sie hab meinen Rücken bedeckten.
Endlich keine Perücken mehr denn mit der Zeit wurden die doch sehr unangenehm.
So wurde der morgendliche aufwand immer weniger aber mehr war nun nicht mehr machbar.
Schminken und Rasieren gehörten hat immer noch dazu — auch wenn ich zum Glück auch hier nicht mit so einem Starken Haarwuchs kämpfen musste — deshalb hatte es auch so lange gedauert bis ich meine Haare so hatte wie ich es gerne wollte.
Irgendwie waren Beate und Marina aber immer drauf aus mitzuhalten , den Trio Effekt den wir so genossen nicht zu verlieren hatte sie auch ihre Mähnen wachsen lassen.
Gut Beate hatte das am schnellsten hinter sich bekommen hatte sie doch sowieso vorher schon die längsten.
So waren wir drei dann ein Durchschnitt einmal Schwarz, hell und dunkelbraun — schön war es wenn Steffi die Blond und Michele uns als Rotschopf ergänzten.
Doch dann klingelte mein Telefon und es folgte etwas das mein Leben wieder total in aufruhr brachte.
"Hallo hier ist "¦." weiter kam ich nicht da platzte es mir schon entgegen "Was Treibt ihr da eigentlich ?" ich verstand erst gar nichts denn die Stimme schrie fast.
"Kannst du mir das erklären ?" war das nächste das ich hörte .. erst jetzt erkannte ich die Stimme es war meine Mutter.
"Was denn" fragte ich "beruhige dich doch erstmal um was geht es überhaupt ?"
"Ich will mich aber nicht beruhigen und tu nicht so als wenn du es nicht wüstes — ich ach das hat keinen Sinn....." und es wurde aufgelegt.
Was war das ?
Ich wusste nicht was sollten wir machen ?
Ich ging zu Beate und Martina ins Nachbarbüro und berichtete von dem Anruf.
"Und mehr hat Sie nicht gesagt" fragte Beate
"Nein ich habe wortwörtlich wiedergegeben was ich gehört hatte"
Wir waren eigentlich ratlos denn wir verstanden das WIR nicht das sie gesagt hatte — was hatten wir gemacht.
Martina war es dann die eine Vermutung äußerte "Hast du Beate nicht gesagt das deine Mutter zu einer Hochzeit einer Freundin gehen würde ?"
Beate erwiderte "Ja eine Schulfreundin wollte nochmal Heiraten und unsere Mutter sollte Brautjungfer sein — ich fand es albern....."
Sie brach ab und wir schauten uns verdutzt an bis Martina das aussprach was wir wohl nun alle dachten "Sie wird die Homepage gesehen haben und eine Mutter wir auch Ihren Sohn in Brautkleidern erkennen."
"Nein" rief ich , und mir sackten die Beine weg — warum jetzt warum das es war doch alles so schön.
"Was soll ich nun machen" fragte ich in den Raum.
Ratlosigkeit und schweigen lag schwer in der Luft.
Wir fuhren zusammen als wir Krach von draußen hörten — jemand hämmerte und Klingelte wie wild an unserer Tür.
Ich hörte Mutter schreien "ich weiß das du da bist mach die Tür auf"
Ich schaute Beate an — "das beste wird sein du hohlst sie erstmal rein — ich gehe mit Martina nach neben an."
"wir werden wohl um die Wahrheit nicht mehr drum herum kommen."
Martina und ich verschwanden in mein Büro.
Wir hörten wie Beate die Tür öffnete und rief "Mutter wir sind hier drüben" - ihre stimme klang in diesem Moment schrecklich.
"Was machst du da drüben ich denke Ihr wohnt hier und warum bist du und Axel zuhause ich habe mit euch zu reden." sie war laut und energisch.
Ich schaute Martina an — "meinst du ich sollte mich schnell umziehen"
"Ich denke das wird nichts bringen — denke auch an deine Haare denke dran wann wart du den das letzte mal Axel"
"Stimmt es war eine Ewigkeit her" ich hielt inne in meinem Kopf drehte sich alles.
Beate hatte meine Mutter inzwischen ins Büro geschoben — und sie dazu gebracht sich zu setzen.
Sie hatte die Gegensprechanlage des Teflons aktiviert und so konnten wir in meinem Büro alles hören was dort drüben abging.
"Kannst du mir mal erklären was ihr hier so treibt ?"
"Warum bist du hier in dieser Wohnung"
"Was macht du und vor allem die Bruder in Brautkleidern auf einer Homepage oder wie das Heißt"
"Ich dachte mich trifft der schlag als ich Ihn und später auch dich auf den Seiten sah"
"Wie konntest ihr so was machen und warum machst du da mit"
"Weißt du was passiert wenn dein Vater das mitbekommt"
"Das darf doch alles nicht war sein"
"und wenn Martina das mitbekommt da kann Axel was erleben"
Das war wohl das Stichwort für Martina — sie ging nach neben an.
"Martina hat es schon mitbekommen und Ich bin es auch gewesen die dafür verantwortlich ist"
hörte ich sie nun durch die Gegensprechanlage.
Meine Mutter war verstummt — schweigen — dann sagte Beate "Und ich bin auch nicht ganz unschuldig"
Ich hatte genug gehört — ging in die Küche und schenkte Kaffee in 4 große Becher — nahm diese und ging damit zu den drei ins Büro.
"Meine Mutter stand der Mund offen als Sie mich sah und ich erwiderte "Nicht aufregen Mama Ich glaube ich sollte endlich Farbe bekennen und alles aufklären"
"Wieso trägst du" "¦.. quoll es schon wieder aus ihr raus und ich für ihr ins Wort:
"Bitte sei still, du wirst nun etwas zu hören bekommen was auch mir nicht leicht fällt aber es wird zeit das Versteckspiel aufzugeben — lasse mich erstmal erzählen , dann kannst du gerne Fragen"
Es war soweit dachte ich — dieser Zeitpunkt musste ja irgendwann mal kommen — es war vorbei — jetzt musste ich dazu stehen wie ich es schon Michele selbst erklärte — Ich musste mich vor meiner restlichen Familie Outen.
Ich stellte das Tablett mit den Kaffee auf dem Tisch und verteile die Becher — dann begann ich meine Geschichte zu erzählen.
"Alles fing damit an das ich heimlich Beates Sachen probierte "¦........"
"... und das ist in der Zwischenzeit alles passiert."
"Du hast also gehört wie ich dazu stehe Frau zu sein"
"Du hast mitbekommen das Beate und was mir noch viel wichtiger ist auch Martina es verstehen und die beiden mich dabei unterstützen."
"Ich habe mittlerweile als Frau mehr Beachtung gefunden als als Mann."
"Ich werde auch immer Mann bleiben ich möchte aber gerne als Frau leben es gibt mir den Alltag wie ich ihn als Mann wohl nie hatte."
"Ich habe nette Freundinnen gefunden mit denen man Frei sprechen kann wie ich es als Mann wohl nie gekonnt hätte."
Ich schluckte, es war mir unangenehm das meine Mutter so ruhig war — sie hatte nur ab und an an ihrem Kaffee genippt.
"Mir ist klar das es ein Schock für dich ist und Vater das nun überhaupt nicht verstehen wird.
Aber ich hoffe doch das wenigsten du mir etwas Verständnis gegenüber aufbringen kannst."
Mutter war während meiner Erzählung immer ruhiger geworden , und Beate sowie auch Martina hatten ihre stand punkte mit einfliegen lassen.
Es war vorbei, schoss es mir durch den Kopf , jetzt war alles gesagt worden was zu sagen war.
Es war schwer , sehr schwer dies alles meiner Mutter zu unterbinden.
Sie wirkte aber gefasst — wir alle warteten auf eine Reaktion , doch sie stand nur wortlos auf und ging.
Ich blickte Beate und Martina an.
Beate meinte "ich denke wir müssen Ihr zeit geben das alles zu verkraften, aber ich werde mir bestimmt bald etwas von Meinem Vater anhören dürfen — sei froh das du nur sein Stiefsohn bist"
Ich sagte "Ich danke euch das ihr mir so beisteht — ich denke die Lawine ist ins rollen gekommen und wohl nun nicht mehr aufzuhalten"
"Das Versteckspiel ist vorbei"
"¦
Nichts !
Zwei tage waren vergangen aber keine Reaktion von seitens Unserer Eltern.
Selbst Beate war beunruhigt — aber es reagierte auch keiner auf unsere Anrufe.
Ich hatte heute schon einen wichtigen schritt gemacht und war positiv überrascht worden.
Ich hatte meinem Chef reinen wein eingeschenkt und ihm auch erklärt warum ich eigentlich von Zuhause aus Arbeiten wollte.
Dazu war ich seit langem mal wieder als Axel unterwegs.
Mein Chef zeigte sich in dem Gespräch verständnisvoll und es endete damit das er keine Probleme damit hätte nur sollte es zu einem Geschäftstermin kommen so sollte ich solange ich noch offiziell als Mann gelte auch als solcher erscheinen — was ich in meinem Homeoffice , zuhause oder Privat machen würde wäre ihn egal nur die Arbeit dürfte deswegen nicht leiden.
Ich denke er hatte wohl eher damit gerechnet das ich mehr Geld haben wollte als ihm mein Outing zu unterbinden.
Zuhause angekommen sprach ich mit Martina: Sie war erfreut darüber das es doch auch positiv ausgehen könnte.
Solange wir von unseren Eltern aber keine Reaktion bekommen wollten wir im Familienkreis nichts weiter verlauten lassen — alle anderen sollten uns egal sein — die die Axel bisher nicht vermisst haben die werden ihn auch in Zukunft nicht vermissen.
Das mit dem Arbeitgeber war geklärt, alles weiter war nun nur noch Familie und somit stand nun endlich dem Dauerhaften Frau sein nicht mehr im Wege, so unsere Vorstellung.
Es war bisher besten so gelaufen warum sollte wir nun etwas ändern.
Beate Nahm mich dann aber zu Seite und fragte: "Meinst du ich sollte mal zuhause vorbeifahren ?"
Im ersten Moment wollte ich sagen "Warum es ist unser Leben ob es ihnen gefällt oder nicht", aber ich besann mich eines besseren und meinte "Wenn dir danach ist — versuche es, aber ich denke es wird nicht schön werden, denn sonst hätten wir schon lange etwas gehört."
Wir alle drei versuchten in den Kommenden vier Wochen es mehrmals , einen Kontakt zu Beate und meiner Eltern herzustellen — vergeblich.
Wenn jemand da war wurde uns nicht geöffnet , wenn wir anriefen wurde aufgelegt.
Der Letzte versuch war ein gemeinsamer Brief.
Wir versuchten nochmal klar zu stellen das wir nur das machten nach dem es uns war — wir wollten So leben wie es uns gefallen hat und nicht wie man es uns auferlegen wollte.
Der Brief kam unbeantwortet zurück mit dem Vermerkt "Annahme verweigert"
Das war der Punkt für mich wo wir endgültig einsehen mussten — hier war soviel Intoleranz die uns entgegen stand und wir begruben diesen teil unseres Lebens.
Vielleicht wurde die Zeit etwas bringen !
Betrübt saßen wir also zusammen bei einem Kaffee.
Dann wurde mir etwas klar und ich sagte "Martina, Beate — was wird nun mit uns denn jetzt ist der Punkt erreicht dem ganzen ein Ende zu setzen" die beiden Schauten mich mit großen aufgerissenen Augen an.
"Schaut nicht so verwundert — ab jetzt habt ich nichts mehr in der Hand um mich zu Erpressen!"
ENDE