Hallo Myriam,
ich bin mir nicht sicher, ob Du mich meinst, aber ich antworte mal.
"Toleranz" "Kein Schubladendenken" Das seh ich genauso. Natürlich sollten wir uns alle darum bemühen, zunächst einander genau zuzuhören.
Oft ist es sogar sinnvoll, auch völlig gegensätzliche Positionen einfach nebeneinander stehenzulassen. Siehe ganz unten (*)
Du fragst:
"Die Ärztin, die ein Mann war" kann man das nicht einfach tolerieren als eine verkürzte Form für "Die Ärztin, die lange Zeit als Mann/im Körper eines Mannes gelebt hat/ gefangen war?
Sicher kann man das auch unwidersprochen stehen lassen und tolerieren. Es kommt auf die Situation an.
--> Ich bin Physikerin, wenn Leute "Gewicht" sagen und "Masse" meinen, sag ich im Alltag auch nix.
Nur in Prüfungen streich ich es an (
denn dazu bin ich verpflichtet!) und Schüler, die sich so ausdrücken, verbessere ich.
Natürlich dauerte es auch bei mir eine ganze Weile, bis mir meine persönliche Situation einigermaßen umfassend bewußt wurde.
Allerdings, wenn ich etwas als sachlich richtig erkannt habe, halte ich daran fest, bis mir jemand einen Gegenbeweis liefert.
Und, da Lehrerin, gebe ich Erkenntnisse auch weiter (Sei es auf Fortbildungen gegenüber Kollegen, gegenüber Schülern, oder anderen Menschen)
Zum Thema:
1.
Für mich gibt es im Grunde nur
ein Geschlecht bzw. ein Spektrum
"Biologisch gesehen gibt es nur ein Geschlecht und jede Person ist aufgrund der individuellen Ausprägung von fünf biologischer Faktoren, die das Geschlecht bestimmen, auf einem Kontinuum einzuordnen. Die meisten Menschen können biologisch deutlich dem männlichen oder weiblichen Pol des Kontinuums zugeordnet werden."
vgl. die Akademie in Dillingen
https://alp.dillingen.de/ Am Ende folgender Seite steht der zitierte*), weiter verlinkte, Abschnitt:
http://gendersensibel-unterrichten.alp.dillingen.de/
*)
Schreibfehler verbessert
2.
Meine persönliche Verortung beschrieb ich hier:
viewtopic.php?f=5&t=11380&start=45#p130841
Hier nochmal:
Ich bin der Überzeugung, dass Harry Benjamin das Wesentliche erkannte. Folgender Teil der Wikipedia-Seite (zu finden unter Definitionskritik) deckt sich daher mit meiner persönlichen Einstellung:
"In vielen Ländern außerhalb Deutschlands wird inzwischen mehrheitlich angenommen, dass Transsexualismus angeboren ist (und nicht anerzogen) und vielmehr eine Sonderform der Intersexualität darstellt. Dies steht im Einklang mit Aussagen Harry Benjamins (1885—1986), der als Pionier auf dem Gebiet der Transsexualismus-Forschung galt. Benjamin äußerte unter anderem, dass Intersexualität, sowohl körperlich als auch im Gehirn vorkommt." Meiner Auffassung nach war ich also bereits bei meiner Geburt transsexuell, also nicht eindeutig männlich.
Also kann ich über mich persönlich(!)
nicht mit gutem Gewissen behaupten: "Ich war ein Mann!"
Zwar erfüllte ich die geforderten Funktionen, aber mehr nicht.
Ich bin auch keine "normale" Frau, deshalb steht im Profil IS(Frau). --> Übersetzt intersexuell (bzw. transsexuell), weiblich verortet -- Das dürfte einigermaßen stimmen...
Aber nochmal, wie das andere für sich selbst sehen, das steht ihnen natürlich frei!!
Ich möchte informieren, so exakt, wie ich es vermag,
nicht überzeugen.--> Auch das schrieb ich hier öfter. (*) z.B. impliziert es der Beitrag
viewtopic.php?f=5&t=11380&start=45#p130737
Liebe Grüße
Andrea