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Re: Doku Soap

Verfasst: Mi 19. Aug 2015, 21:01
von Joeline
Hallo Sandra,

Wahnsinnig spannend und eine wunderbare Geschichte...!!! (ap) )))(:

Re: Doku Soap

Verfasst: Mi 19. Aug 2015, 23:45
von sandra93
Aber bevor ich reagieren kann ergreift Lisa das Wort und erklärt uns den weiteren Ablauf. Vier von uns —Der "Jungstisch" wird in Köln bleiben und direkt geschult. Das heißt Sprachtraining, Gestig, ein solides Wissen was Mode betrifft und ein knackiges Sportprogramm um möglichst schnell Modelmaße zu erreichen. Wir anderen acht werden an den Bodensee fliegen und dort chirurgisch optimiert entsprechend unserer "Wunschlisten". Es wird ca. drei Wochen dauern bis alles so weit verheilt ist, dass wir entlassen werden können. Wir werden während dieser Zeit aber schon mit unserer Schulung beginnen. Nach insgesamt fünf Wochen werden wir dann zu unseren Gastfamilien gebracht. Dann beginnt die eigentliche Show. Wir werden vom Filmteam regelmäßig reihum besucht, es sei den irgendetwas Besonderes steht an. Es werden nur unsere Gastfamilien direkt über unser kleines Geheimnis informiert. Wenn unsere Tarnung auffliegt, sind wir draußen und erhalten nur für die erfolgreiche Zeit die Gage. Allerdings zählt unsere Ausbildungszeit mit, aber der Bonus für die OPs wird ebenfalls gekürzt. Ich schlucke, das bedeutet, ich muss möglichst das ganze Jahr durchhalten, damit eine ordentliche Summe für das Studium zusammenkommt.
Dann werden wir gebeten, noch unsren Familien Bescheid zu sagen, was wir das nächste Jahr tun werden. Wir können selbst entscheiden, wie viel wir erzählen wollen, aber unsere Familien dürfen sonst niemanden etwas sagen. "Am besten ist es", wenn ihr erzählt ihr macht ein Jahr Work and Travel im Ausland und der Sender begleitet euch dabei. Denn wenn vorher etwas durchsickert, dann kann der Sender uns schlimmstenfalls Schadensersatzpflichtig machen.
Ich beschließe kurz mit meiner Schwester Julia zu telefonieren und versuche ihr die Geschichte mit dem Work and Travel zu verkaufen. Sie ist total begeistert und stellt zig Fragen wie das alles im einzelnen abläuft. Ich versuche zu antworten, aber sie wird schnell stutzig. Schließlich gebe ich auf und erzähle ihr die Wahrheit. "Wow, so viel Mut hätte ich dir gar nicht zugetraut. Das ist bestimmt total spannend und schauspielerisches Talent hast du ja. Und hinterher bist du der perfekte "Frauenversteher". Wie heißt du jetzt eigentlich?" Ihre Fragen und Neugierde hauen mich irgendwie um und es macht mir Mut, dass sie es zumindest gut findet, wo ich mir selber doch nicht mal sicher bin. "Du musst mich unbedingt mal besuchen, wenn du mit den OPs durch bist. Ich habe keine Ahnung wie du als Mädchen aussiehst und ich bin total neugierig. Wenn du jetzt schon sagst, du hast dich kaum im Spiegel erkannt, da müssen die Filmleute ja tolle Arbeit geleistet haben. Also dann Viel Erfolg, Laura."
Etwas erleichtert bin ich schon. Dann werden wir aber auch schon direkt auf unsere Zimmer zum Kofferpacken geschickt. Eine viertel Stunde später sitzen wir im Bus, der uns zum Flughafen bringen soll. Ich hatte kurz versucht mit Hannah zu sprechen, aber sie hat direkt weggeschaut und sich so weit wie möglich von mir weggesetzt. Ich habe ein echt schlechtes Gewissen, weil ich sie verletzt habe. Sie ist die einzige in diesem Irrenhaus, mit der man sich vernünftig unterhalten kann.
Um mit niemanden reden zu müssen, schaue ich was in dem kleinen, schicken Lederrucksack ist, den ich mitbekommen habe. Neben der Mappe mit dem Vertrag sind dort einige Modemagazine und Frauenzeitschriften drin und ein Roman: "Looking for Hope" Etwas erleichtert bemerke ich das das Buch auf deutsch ist, aber es ist halt ein echtes Frauenbuch.
Trotzdem bin ich froh, irgendwie abtauche zu können. Ich muss eh noch viel Lernen, wie Frauen empfinden, das kann so ein Schmachtfetzen nur helfen. Als wir am Flughafen ankommen werden wir an der normalen Schlange vorbei zu einem abseits liegenden Checkin Schalter gebracht. Lisa ruft uns einzeln nach vorne und ich muss meinen Ausweis vorzeigen. Dann zeigt sie eine Fotoserie von meinem Umschminken. Eine Stewardess und eine Polizeibeamtin betrachten sorgfältig mein Gesicht.
Dann bekomme ich meine Bordkarte: Hansen Laura Mrs. Dann führt die Beamtin einen Sicherheitscheck durch und wir werden an der normalen Kontrolle vorbei in den Abflugbereich geschleust. Als wir am Gate angekommen sind, setzte ich mich etwas abseits von den anderen und lese. Das Buch ist gar nicht mal schlecht geschrieben und nach einiger Zeit fällt es mir gar nicht mal schwer, mich mit der weiblichen Hauptperson zu identifizieren.
"Hallo Laura, aufwachen!", spricht mich Lisa an. Da bemerke ich, dass ich die letzte bin. Eilig packe ich meinen Rucksack, nehme meine Handtasche und meine Bordkarte und laufe zum Schalter. Mit einem entschuldigen Lächeln reiche ich sie dem Flugbegleiter, der freundlich zurücklächelt. Dann laufe ich den Gang entlang. Etwas aus der Puste, versuche ich meinen Rucksack in der Gepäckablage zu verstauen. Dann setze ich mich und schnalle mich an.
Dann habe ich irgendwie das Gefühl, dass etwas nicht stimmt. Krampfhaft denke ich nach, dann wird es mir mit einem Mal klar. In der Eile habe ich zum ersten Mal vergessen, dass ich kein echtes Mädchen bin. Wie selbstverständlich bin ich losgelaufen, meine etwas Absätze haben mich beim Laufen nicht gestört und das Wippen meiner künstlichen Brüste habe ich auch nur unterbewusst wahrgenommen. Das ich den Flugbegleiter angelächelt habe und er zurück habe ich als selbstverständlich empfunden. Keine Sekunde habe ich in der Eile darüber nachgedacht, ob mich jemand erkennt. Genauso hätte eine normale Frau die Situation auch empfunden. Zum ersten Mal in meinem Leben bin ich für einige Minuten auch gefühlsmäßig eine Frau gewesen.

Re: Doku Soap

Verfasst: Mi 19. Aug 2015, 23:48
von sandra93
Hallo,

also nochmal ein ganz großen Danken für die vielen netten Kommentare.
Es freut mich total, wenn euch die Geschichte gefällt.

Sandra

Re: Doku Soap

Verfasst: Do 20. Aug 2015, 00:17
von larissa22tv
Mach weiter so, deine Geschichte ist total spannend.
Wäre gern an Lauras stelle.

Re: Doku Soap

Verfasst: Do 20. Aug 2015, 06:27
von SteffiCD
Hallo Sandra,

vielen Dank, Du schreibst echt super,
Freue mich auf mehr.

LG Steffi

Re: Doku Soap

Verfasst: Do 20. Aug 2015, 13:54
von Magdalena
Hallo Sandra,


wieder eine tolle Fortsetzung. Bitte schreib
bald weiter.

LG. Magdalena

Re: Doku Soap

Verfasst: Do 20. Aug 2015, 15:25
von aisha_cd92
wow da wird man ja richtig neidisch auf die Laura ( bezogen auf ihr gefühl ) !!! man man bin begeistert

Re: Doku Soap

Verfasst: Mi 26. Aug 2015, 08:14
von sandra93
Als wir in Stuttgart gelandet sind, muss ich ewig auf meinen Koffer warten. Die anderen sind schon lägst weg. Da erhalte ich eine SMS von Lisa: "Sind draußen vor dem Eingang. Dort steht ein kleiner Bus mit der Aufschrift Privatklinik Seeblick." Als ich den Bus schließlich erreicht habe, ist der letzte freie Platz neben Hannah. "Darf ich mich setzen?", frage ich etwas verunsichert. Sie lächelt mich ganz leicht an. Eine zeitlang sagen wir beide nichts und lesen. Irgendwann schaue ich zu ihr herüber; sie schaut mich ebenfalls lange und ein bisschen vorwurfsvoll an. "einfach nur Freunde?", frage ich ganz vorsichtig. Sie schaut mich immer noch mit ihrem etwas traurigen Blick an. "Wenn du willst auch beste Freunde. Aber nur wenn DU das willst.",füge ich schnell hinzu um sie nicht zu bedrängen.
Aber sie schüttelt den Kopf: "Beste FreundINNEN." Dann lächelt sie. Vor Freude umarme ich sie und den Rest der Fahrt sind wir wieder unzertrennlich. Als wir ankommen werde ich nervös. Die Klinik liegt zwar wunderschön am Bodensee aber sie ist von einer hohen Mauer umgeben. Architektonisch zwar eine sehr schöne Mauer, aber eben eine Mauer. Das ändert sich aber sofort, als wir durch das Tor fahren. Das Gebäude ist eine fast Schlossartige Villa und top gepflegt. Wir halten an und sofort eilen zwei Gepäckträger in Pagenuniform herbei.
Lisa erklärt uns, dass die nächsten drei Stunden für die Eingangsuntersuchungen reserviert sind. Wir werden Doppelzimmer haben. Hannah und ich fragen ob wir ein Zimmer teilen dürfen. Den anderen scheint das egal zu sein. Nachdem die Zimmereinteilung geklärt ist werde ich von einem jungen Arzt. Nein er ist eigentlich viel zu jung. Dann lese ich sein Namensschild "Robert Personal Health Assistant"
Also eine vornehme Variante eines Krankenpflegers. Er bittet mich, ihm zu den Untersuchungsräumen zu folgen. Als wir um die Ecke sind schaut er mir für so einen vornehmen Laden recht frech ins Gesicht. "Wir dürfen unsere Patientinnen, ja eigentlich nichts privates Fragen. Aber du machst mich schon etwas neugierig. Klar die anderen Mädels, das sind Transsexuelle, die hier auf Kosten des Fernsehsenders operativ aufgepimpt werden sollen. Aber du und deine Freundin. Was machen zwei süße Mädels, denen wir operativ kaum helfen können in so einem schrägen Haufen?" Irgendwie freue ich mich über das Kompliment. Trotzdem versuche ich ihn aufzuklären. Aber trotz meiner etwas rauen Stimme will er mir kaum glauben. "Ich habe immer gedacht, Transsexuelle sind so überdrehte Typen, die so weiblich aussehen wollen, dass jeder sofort sieht, dass da etwas nicht stimmen kann. Aber du. Du bewegst dich ganz natürlich, hast ganz normale Sachen an und ein Lächeln, wenn du rot wirst. Glatt zum verleiben." Jetzt stockt er und wird selber etwas rot. "Da war ich wohl etwas zu frech". "Kann sein," antworte ich und lächle ihm zu.

Re: Doku Soap

Verfasst: Mi 2. Sep 2015, 08:05
von sandra93
Dann erreichen wir den Untersuchungsraum. Er sieht eher aus wie ein schicker Büroraum und man hat durch das Fenster einen fantastischen Blick auf den See. Hinter dem Schreibtisch sitzt ein Arzt und hinter ihm stehen noch einige andere Personen in weißen Kitteln. Dann sehe ich eine von Ihnen ist Lisa. Sie zwinkert mir zu. Dann kommt der Arzt auf mich zu. "Karlson", stellt er sich vor. Er sieht genauso aus, wie man sich einen Schönheitschirugen vorstellt. Groß, sehr sportliche Figur, aber schon ein wenig älter was man an den grauen Schläfen erkennen kann. Sein freundlich warmherziges Lächeln wirkt ein wenig zu perfekt.
Ich darf mich setzen und dann wird mein Blutdruck gemessen und etwas Blut wird mir abgenommen. Dr. Karlson schaut sich zusammen mit Lisa mein Gesicht sehr lange an. Dann werde ich gebeten mich auszuziehen. Ich fühle mich etwas verunsichert, aber bei Ärzten ist das ja eigentlich nichts Ungewöhnliches. Trotzdem drehe ich mich etwas weg, ziehe meine Bluse aus und meinen Rock. Meine Strumpfhose bereitet mir immer noch etwas Schwierigkeiten. Dann drehe ich mich um zum Ärzteteam, aber ich werde gebeten auch noch meinen BH und meinen Slip auszuziehen. Das fällt mir irgendwie schwer, obwohl ich genau weiß, dass der Busen und die Veränderungen zwischen den Beinen nicht echt sind.
Dann werde ich gebeten auf einen kleinen Podest mit einigen merkwürdigen Anbauten zu steigen. Man erklärt mir, dass es sich um einen hochauflösenden 3D-Scanner handelt, mit dem meine Körperdaten für die Op aufgenommen werden. Dann muss ich die Augen schließen und ich höre ein leises Summen während ich gescannt werde. Dann darf ich mich wieder anziehen. Inzwischen schauen Dr. Karlson und Lisa sehr konzentriert auf den Bildschirm. Anschließend werde ich zum Röntgen gebracht. Als ich wieder zurückkomme sind die beiden immer noch über dem Bildschirm vertieft. Sie bemerken mich erst gar nicht und ich erhasche einen Blick auf den Bildschirm. Ich sehe dort ein unbekanntes Gesicht einer sehr attraktiven Frau. Etwas enttäuscht wende ich mich wieder ab. Aber dann bemerken sie mich und bitten mich hinzu. "Das ist ihr neues Gesicht", erklärt Dr. Karlson. "Wir müssen in ihrer besonderen Situation, nicht darauf achte, dass sie wieder zu erkennen sind. Etwas eingeschränkt sind wir natürlich durch die Tatsache, dass wir das alles wieder rückgängig machen müssen, was ich als Chirurg natürlich etwas schade finde. Aber ich denke das zu erwartende Ergebnis ist doch recht eindrucksvoll." "Fasziniert schaue ich auf das Bild im Computer. Erst jetzt erkenne ich leichte Ähnlichkeiten mit meinem Gesicht. Ganz entfernt sehe ich meiner Schwester ähnlich. Insgesamt ist der Eindruck sehr zart und mädchenhaft.

Re: Doku Soap

Verfasst: Mi 2. Sep 2015, 08:57
von Vanessa93
Eine wunderbare Geschichte (he) (he) ich würde sofort mit Laura tauschen :mrgreen:

Re: Doku Soap

Verfasst: Mi 2. Sep 2015, 22:54
von sandra93
Plötzlich erscheint mir die ganze Schönheitschirurgie wie schwarze Magie. Das Mädchen im Computer ist unglaublich attraktiv. Ich möchte mich sofort mit ihr treffen. Aber es erscheint mir total absurd, dass ich dieses Mädchen sein soll. Klar habe ich sofort eine Vorstellung, wenn ich mir dieses Gesicht anschaue. Wie sie sich verhält, wie sie sprechen sollte. Als Rolle wird es funktionieren. Mein Körper ist dann wie eine Marionette die ich selbst steuere. Aber so etwas habe ich bis jetzt erst für ein bis zwei Stunden als Theateraufführung gemacht. "Klappt das auch wirklich mit dem wieder rückgängig machen?", frage ich etwas ängstlich. Aber die beiden klären mich dann ausführlich über jedes Detail auf. Ujnd wenn ich will kann ich mein Gesicht auch mehr männlich als vor rekonstruieren lassen. Dann zeigen Sie mir einige Beispiele von männlichen Gesichtern, die Dr. Karlson operativ optimiert hat. Es beruhigt mich sehr, dass er auch in die andere Richtung sein Handwerk zu verstehen scheint. Trotzdem habe ich keine Ahnung wie ich in diesem bald völlig fremden Körper ein Jahr durchstehen soll. Ich werde wohl auf Beziehungen und Sex völlig verzichten müssen. Welches Mädchen wird sich von solch einem Engelsgesicht verführen lassen. Höchstens Lesben oder Hannah, aber, da habe ich ja gerade schon erste schlechte Erfahrungen gesammelt. Und im Kopf habe ich mich ja nicht verändert. Nur weil ich auf einmal wie ein Mädchen aussehe fange ich ja nicht plötzlich an Jungs attraktiv zu finden. Zum ersten Mal ahne ich, wie sich Transsexuelle vielleicht fühlen. Man ist einfach im falschen Körper, aber für die Außenwelt erscheint alles in Ordnung. So ähnlich wird es mir im kommenden Jahr auch gehen, denke ich.
Noch völlig in Gedanken, werde ich in ein Behandlungszimmer geführt. Dort steht eine Art Friseurstuhl. Man bittet mich Platz zu nehmen und erklärt mir das nun die erste vertragsgemäße Laserepilation meiner Barthaare vorgenommen wird. Ich bekomme eine Art Sonnenbrille aufgesetzt zum Schutz gegen das Laserlicht.

Re: Doku Soap

Verfasst: Sa 5. Sep 2015, 11:07
von sandra93
Ich schließe die Augen, weil ich doch ein wenig Angst vor dem Laserlicht habe. Dann höre ich ein Brummen und es riecht etwas nach verbranntem Haar. Das Ganze dauert einige Minuten und am Schluss werden noch meine Augenbrauen behandelt. Anschließend habe ich das Gefühl, mein ganzes Gesicht brennt so wie nach einem starken Sonnenbrand, aber ich werde mit einer angenehm kühlenden Creme behandelt. Anschließend muss ich mich wieder ausziehen. Dabei bemerke ich eine dicke Laufmasche in meiner Strumpfhose. Aber bevor ich mich weiter damit beschäftigen kann, muss ich meine Hüftpolster ausziehen und meine künstlichen Brüste werden entfernt. Das ist etwas langwierig und schmerzhaft, da der Kleber doch sehr fest sitzt. Auch das kleine "Kunstwerk" zwischen den Beinen wird wieder entfernt. Dann darf ich meinen Slip wieder anziehen, der nun deutlich schlechter sitzt. Ich werde nochmals zum 3D-Scanner geführt.
Dann kommt eine Schwester herein. "Die Blutwerte sind in Ordnung und wir haben die Dosis auch schon berechnet. Dann bekomme ich zwei Spritzen in meine Pobacken. Man erklärt mir, dass seien weibliche Hormone in Form einer Depotspritze. Dann bekomme ich einen roten Trainingsanzug gereicht. Schnell ziehe ich ihn an. Das mit den Hormonen macht mich nun doch etwas nervös. Zwar spüre ich im Moment rein gar nichts, aber man hat mir gesagt, des die Hormone auch mein Gefühlsleben beeinflussen können. Stärkere Stimmungsschwankungen z.B. Dann reicht man mir ein kleines Päckchen mit Tabletten. Die Einnahme sei freiwillig, aber sie würden dafür sorgen, dass die weiblichen Hormone besser wirken. Als ich nachfrage was für Pillen das seien, erklärt man mir, dass dadurch die Produktion meiner männlichen Hormone unterdrückt wird. Sobald ich sie absetzte hört die Wirkung dann nach einigen Tagen auf. Aber sie können auch helfen den Sexualtrieb in den Griff zu bekommen. Das kann u.U. sehr hilfreich sein, um sich auf die neue Rolle zu konzentrieren. Mir sind die Dinger unheimlich und ich beschließe sie zunächst nicht einzunehmen.
Dann bekomme ich noch eine Creme ausgehändigt, mit der ich vor allem meinen Brustbereich einreiben soll. Das seien auch weibliche Hormone und sie würden die Fettverteilung im Brustbereich optimieren.
Dann werde ich in mein Zimmer gebracht. Es ist ein Zweibettzimmer, aber das Bett erscheint noch unberührt. Aus dem Fenster hat man einen fantastischen Blick über den See. Heute sind viele Segelboote unterwegs. Ich lasse meine Gedanken schweifen. "Laura?" höre ich da auf einmal eine vertraute Stimme. Es ist Hannah. Ich umarme sie kurz. Obwohl auch sie ohne künstliche Hüften und Brüste ist und ebenfalls den scheinbar obligatorischen roten Trainingsanzug trägt, wirkt sie trotzdem sehr weiblich. Ob ich ähnlich wirke, frage ich mich und suche nach einem Spiegel. Mit einer Entschuldigung gehe ich ins Bad. Dort muss allerdings zu meiner Verwunderung feststellen, dass dort kein Spiegel hängt. Als ich einige Minuten später wieder aus dem Bad komme und dies Hanna verwundert mitteile, erzählt sie mir, das das bei Gesichtsoppatientinnen normal sei. Die ersten Tage schaut man angeblich sehr wüst aus. Wenn dann nach ca. einer Woche die Schwellungen weg sind, dann kann man das Ergebnis in Ruhe bewundern. Der Gedanke, dass mein gesamtes Gesicht sich bald in eine Art Kraterlandschaft verwandeln wird beunruhigt mich. Ich versuche mir nichts anmerken zu lassen, denn Hannah berichtet voller Begeisterung, was sie allen erfahren hat. Wir beide werden direkt morgen früh operiert und wir und Miss "Frozen Jogurt" sind die einzigen, die alles gebucht haben. Zwei andere haben noch eine Nasen OP. Der Rest begnügt sich mit Brustimplantaten und aufgespritzen Lippen. Bei einer soll noch eine Haaransatzkorrektur gemacht werden. "Woher weißt du das alles?", frage ich. Von Lina; sie hat bei mir die Laserbehandlung gemacht. Sie ist selber auch transsexuell und als ich ihr gestanden habe dass ich mich "eingeschlichen" habe sind wir aus dem Reden nicht mehr rausgekommen.

Re: Doku Soap

Verfasst: Mo 14. Sep 2015, 22:37
von Miley
Hey Sandra,

schade dass es hier momentan nicht weiter geht.
Ich freue mich so sehr auf die nächste Fortsetzung.

Liebe Grüße,
Miley

Re: Doku Soap

Verfasst: Di 15. Sep 2015, 07:51
von sandra93
Dann bekommen wir beide einen dicken Stapel Papier gebracht. Dort werden wir noch einmal ganz genau auf die möglichen Risiken einer Operation hingewiesen. Ich überfliege das Ganze nur noch und setze schnell meine Unterschrift darunter. Eine halbe Stunde später kommt Dr. Karlson zusammen mit einer neuen Kamerafrau. Luci stellt sich kurz vor. Dann erklärt uns Dr. Karlson noch mal ausführlich wie morgen alles ablaufen wird. Ich versuche interessiert zu gucken und hoffe, dass es schnell zu Ende ist. Am liebsten wäre ich jetzt mit meinen Gedanken alleine. Aber stattdessen läßt Luci uns die Szene dreimal durchspielen. Als es endlich vorüber ist, versuche ich zu lesen. Hannah merkt, dass ich nicht viel reden möchte und schaltet den Fernseher an: "Verbotene Liebe". Nach einer Weile schaue ich mit. Auf einmal scheint mich dieser ganze "Beziehungskram" doch zu interessieren. Irgend ein Typ gesteht gerade einer sehr schlanken Brünetten in extrem engen Jeans seine verzweifelte Liebe. Sie weist ihn aber auf die mitleidige Tour ab. Von wegen Freunde sein usw.
Dann wird mir mit einem Mal klar, dass ich kommenden Jahr so etwas auch öfter erleben werde. Jungs verlieben sich in hübsche Mädchen, und ich werde wohl den einen oder anderen Verehrer abweisen müssen. Jungs werden sich nach mir umdrehen und mir wird klar sein, welche Gedanken sie dabei haben. Aus meinem Roman weiß ich, dass Frauen sich dadurch oft geschmeichelt und in ihrem Selbstwertgefühl bestärkt fühlen; solange der Typ nicht zu plump oder zu hässlich ist.
Ich fühle mich bei dem Gedanken, dass andere mich angaffen nur extreme Unsicherheit. Auch wenn ich mir einrede, dass das alles nur eine Rolle ist. Ich weiß ja selber, was ich denke wenn ich einer hübschen Frau hinterhersehe. Das ist teilweise alles andere als jugendfrei. Aber auch das werde ich in dieser Form zukünftig nicht mehr machen können stelle ich fest. Frauen beobachten Frauen, aber irgendwie ganz anders.
Dann fange ich wieder an zu lesen. Alles dreht sich um Beziehungen und es gelingt mir nicht, mich zu entspannen. Schließlich schlafe ich dann doch ein. Am nächsten Morgen werden wir wieder gefilmt. Ich muss mit Hannah zusammen unsere Aufregung nochmal für die Kamera spielen. Solange wir nicht irdendeine Szene wiederholen, bemerke ich die Kamera kaum.
Schließlich bekommen wir ein Beruhigungsmittel gespritzt und werden gemeinsam in den OP gefahren. Als wir ankommen sehe ich in einem Dämmerzustand nur noch Hannah, wie sie selig zu mir rüberlächelt. Ich versuche zurückzulächeln, um ihr und mir selber Mut zu machen. Dann merke ich, wie man mir eine Atemmaske über das Gesicht legt"¦
Das nächste, was ich wahrnehme ist der Fernseher in unserem Zimmer. Irgendeine Kochsendung läuft. Aber es erscheint mir sehr weit weg. Alles nehme ich ein wenig wie durch einen Nebel wahr. Neben meinem Bett sitzt eine Schwester. Sie hält den Finger vor den Mund und will mir zeigen, dass ich nicht sprechen darf. Dann spüre ich den Verband oder eine Art Pflaster an meinem Hals, dann merke ich, dass ich fast überall irgendwie verbunden und bandagiert bin. Ich will mein Gesicht ertasten, aber überall sind irgendwelche Pflaster und Verbände und jede Berührung verursacht einen gedämpften Schmerz. Um meine Brust habe ich eine Art gigantischen BH der wahrscheinlich meine neuen Brüste stabilisieren soll. Ich wandere mit meinen Händen zu Hüfte und spüre eine Art riesie Miederhose. Dann wandere ich mit den Händen wieder zu meinem Oberkörper. Es schmerzt etwas, aber viel merkwürdiger ist das Gefühl insgesamt. Da scheint ein riesiger Fremdköper in meinem Oberkörper zu sein. Jede Berührung tut mehr oder weniger weh. Dann habe ich das Gefühl mein ganzer Körper zieht und scherzt und juckt. Die Schwester schein es zu bemerken und gibt mit eine Schmerztablette. Nach einiger Zeit wird es wieder etwas erträglicher, aber ich nehem alles nur wie durch Watte wahr.

Re: Doku Soap

Verfasst: Di 15. Sep 2015, 09:39
von Magdalena
Hallo Sandra,


wieder gut und spannend geschrieben. Ich freue mich schon auf den nächsten Teil, wenn beide ihre Veränderung richtig wahrnehmen.

LG Magdalena