Hallo meine Lieben,
Ich hatte ja schon angekündigt, daß ich für ein paar Tage wieder - wie fast jedes Jahr in den letzten drei Jahrzehnten - auf die Schwäbische Alb fahren würde. Da mein Sohn auch dieses Mal wieder nicht mitfuhr, durfte wieder Violetta mit. Damit war sie in den letzten drei Jahren immer mit. Und natürlich wieder in die kleine schnuckelige Hütte im Wald, die Schwabenhütte genannt wird. Die liegt auf der Ostalb bei Bad Urach im Gemeindegebiet von Römerstein. Sie steht seit 1908 und wurde damals von einer Gesellschaft gutsituierter Herren der Stuttgarter Gesesellschaft mit Wanderlust auf einem Hügel bei Donnstetten gebaut, da sie einen Stützpunkt für ihre Wanderungen suchten. Unter denen war auch mein Urgroßvater...und deshalb kann ich auch immer wieder dort hinauf. Eigentlich wegen Kindheitserinnerungen, da es dort keinen Komfort gibt. Kein Strom, kein Fließwasser, nur Plumpsclo und eine Gasflasche mit der Licht und Herdplatten gespeist werden können. Also, das muß man mögen. Meine Liebste war vor Jahren ein paarmal mit....verzichtet jetzt aber liebend gerne. Vor vielen Jahren unternahm ich dort noch namenlos erste enfemme Outdoorversuche....und wenn ich nun alleine oben bin, verbringe ich - bis auf Verwandten-und Bekanntenbesuche abends - die meiste Zeit enfemme. Diesmal war ich mit der Outfitauswahl sparsam und überlegte mir schon vorab, was ich ausführen könnte. Das Zurechtmachen ist mit den Verhältnissen auf der Hütte nicht ganz einfach, aber im Laufe der Zeit habe ich da schon Übung.
Eigentlich wollte ich heuer zuerst gar nicht fahren, denn der Wetterbericht war ziemlich mäßig...und dort oben kann es ziemlich kühl werden. Und Dauerregenwetter in der Hütte ist auch kein Vergnügen. Ich entschloß mich dann doch zur Reise und wurde (wieder) nicht enttäuscht - es war einfach eine wunderbare Zeit. Gleich nach der Ankunft, Besorgungen und Wasserauffüllen richtete ich mich ein und begann die erste Verwandlung. Dabei stellte ich fest, daß ich einiges vergessen hatte - unter anderem Linsenaufbewahrungsmittel - sodaß ich den ersten Abend mit Brille verbrachte. Wie jedes Mal auch zum Abendessen nach Westerheim ins Rössle ...auf Kässpätzle. Diesmal aufgrund der Temperaturen wieder mal innen. Die nette Kellnerin machte das Foto. Den Besuch beim Römersteinturm ließ ich dieses Jahr wettermässig aus.
Am nächsten Tag hatte ich aufgrund des Wetters einen Ausflug nach Stuttgart zum Porsche Museum geplant. Vor Jahren war ich mal im Daimler Museum - diesmal war endlich Porsche dran. Ein toller moderner Bau mit vielen interessanten Wagen. Dort fand ich auch wieder einge nette Menschen, die Fotos machten. Da ich am Abend bei Bekannten zum traditionellen Maultaschenessen eingeladen war, dauerte der Besuch nicht so lange, denn ich wollte noch nach Stuttgart ein paar der vergessenen Dinge besorgen.
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Mittwoch war es dann wettermässig einigermaßen. So konnte ich die erste Wanderung zum ehemaligen Truppenübungsplatz in Münsingen starten. Auf die zwei Aussichtstürme, den Hursch und Waldgreut, die früher als Beobachtungstürme dienten, bin ich auch hinaufgestiegen. Beide in Stahlkonstruktionen, bei denen man durch die Gitter nach unten sieht. Der erste, der Hursch mit 42 Metern ist nichts für Leute, die nicht schwindelfrei sind. Die Aussicht ist wirklich toll, leider waren beim ersten noch ziemlich viele Wolken am Himmel.
Nach diesem Ausflug wechselte ich das Outfit und fuhr nach Bad Urach, das nicht allzu weit entfernt ist. Eine schöne Altstadt mit vielen Fachwerkhäusern. Dort konnte ich in einem Gasthaus mit Schwäbischer Küche und türkischer Bedienung einen köstliches Champignonschnitzel mit Spätzle genießen. Und die Kellnerin war auch wieder so nett und lichtete mich ab. Und dann gab´s noch etwas unterhalb der Hütte einen schönen Sundowner.
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Das Wetter hielt sich dann am Donnerstag an die Vorhersagen - es war sonnig und fein warm. Schön für eine Wanderung vom Hofmeisterhaus in Schopfloch durch die Torfgrube zum Breitenstein und über das Randecker Maar wieder zurück. Auch hier beim Breitenstein eine tolle Aussicht, denn der liegt am Albtrauf...und da geht´s ganz schön in die Tiefe. Auch hier einige nette Menschen, die ich um Ablichtung bat. Ein wunderschöner Ausflug wieder. Wieder bei der Hütte habe ich noch das ärmellose Strickkleid übergeworfen, damit auch dieses nicht unnötig mitgenommen wurde.
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Abends gab´s dann -und auch das ist schon Tradition eine Nudelsuppe mit gutem schwäbischen Brot vor der Hütte.
Ja, und auch eine liebgewonnene Tradition und eigentlich das wahre Highlight der Tage auf der Alb (außer natürlich das Violettasein) ist - wenn das Wetter mitspielt - das Feuer in der Feuerschale vor der Hütte wenn es langsam dunkel wird. Da kann ich stundenlang davor sitzen, ins Feuer schauen, ein paar Scheite nachlegen, ein paar Bierchen genießen und nebenbei im Radio SWR1 mit einem tollen Programm, das mir allerdings früher noch besser gefiel, hören. Zum Glück konnte ich es, wie letztes Jahr alle vier Abende vor der Hütte genießen.
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Damit ging dann auch die wunderschöne Zeit auf der Alb zu Ende. Freitag fuhr ich, nachdem alles wieder im Auto verstaut und die Hütte gefegt und geputzt war, wieder Richtung Süden.
Trotz anfänglicher Zweifel war es wieder wunderschön und tat meiner weiblichen Seele so unheimlich gut.
Mal schauen, wie es nächstes Jahr wird - gerne würde ich auch wieder meinem Sohn (nun auch schon 40) mitnehmen, wenn er möchte....aber Violettatage sind auch wunderschön.
Wünsche Euch noch eine gute Zeit
Violetta