Re: Andrea — meine Erlebnisse
Verfasst: Fr 26. Jun 2015, 22:55
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Danke erstmal für die Glückwünsche! Damit habe ich an dieser Stelle gar nicht gerechnet, aber wenn ich schon den berühmten Wink mit dem Zaunpfahl gebe "¦
23.6.2015
Vor ein paar Tagen hatte ich bei einer Geburtstagsfeier eine (Bio-)Frau kennengelernt, die gern mal in die Oper gehen würde, aber nicht allein. So hatten wir uns für die heutige Vorstellung im Chemnitzer Opernhaus verabredet, für die wir ein Sonderangebot nutzen konnten: Zwei Karten zum Preis von einer, doch dazu später mehr!
Vormittags hatte ich zu Hause zu tun und dazu mein blaues Langarmshirt, einen blau-weiß gestreiften kurzen Rock, blaue Strumpfhosen und weinrote Hausschuhe angezogen (siehe Galerie BILD65). Zuerst nahm ich mir die Toilettenspülung vor, die nicht mehr das machte, was sie soll. Ein Loch in einer Dichtung glaubte ich als Ursache gefunden zu haben. Doch so etwas hatte ich nicht zu Hause. Da musste ich mal in einen Baumarkt am Rande der Stadt.
Kein Problem, ich war ja bereits geschminkt und bräuchte mir nur etwas anderes anzuziehen. Doch selbst darauf verzichtete ich, indem ich mir einfach meinen neuen blauen Mantel und schwarze Pumps anzog. Die blaue Stumpfhose passte da ganz gut dazu und das andere sah man ohnehin nicht.
Weil es schneller ging, beschloss ich, mit dem Bus zum Baumarkt zu fahren. An der Haltestelle traf ich einen jungen Mann, der einige Fragen zum Fahrplan hatte, die ich hoffentlich zu seiner Zufriedenheit beantworten konnte. Danach wollte der junge Mann wissen, ob er mal eine persönliche Frage stellen dürfe. "Ja, bitte", entgegnete ich und er fragte: "Kann es sein, dass Sie früher mal ein Kerl waren?" "Ja, das kann sein" antwortete ich. Das bin ich zwar auch heute mitunter noch, aber so weit wollte ich nicht ins Detail gehen. Daraufhin sagte der Mann: "Das sieht aber gut aus! Außer an der Stimme hätte ich das nie erkannt." Leider musste ich das Gespräch an dieser Stelle beenden, weil mein Bus kam. Nach diesem Erlebnis brauche ich die berühmte Frage, wer eventuell etwas gemerkt haben könnte, heute nicht zu stellen.
Im Baumarkt hatte ich nach einer kurzen Suche Dichtungen für Toilettenspülungen gefunden. Aber das war ein anderes Fabrikat, welches bei mir nicht passte. So blieb mir nichts anderes über, als ein komplettes Spülkastenventil zu nehmen.
Es war bereits Mittagszeit und ich beschloss, gleich neben dem Baumarkt an einem Imbissstand etwas zu essen. Dieser befindet sich in einer Holzhütte und bietet eine ganz ordentliche Auswahl an warmen Speisen, sodass man fast schon von einem kleinen Gasthaus sprechen könnte. Mein Problem dabei: Drinnen war es so warm, dass es blöd ausgesehen hätte, mich im Mantel dort hinzusetzen. Diesen abzulegen wollte ich aber vermeiden, weil ich darunter ja nur meine "Hausarbeitssachen" trug. Ich hab ihn dann aber doch ausgezogen, weil ich mir dachte, dass ja manche Biofrau noch weniger passend angezogen draußen herumläuft. Es hat dann auch niemand blöd geschaut.
Zu Hause war es dann eine Kleinigkeit, das Spülkastenventil zu wechseln. Jetzt funktioniert alles wieder perfekt.
Noch schnell einen anderen Einkauf erledigt, dann galt es, mich für den kulturellen Höhepunkt des Tages zurechtzumachen. Ich schminkte mich noch einmal neu und zog mein dunkelgrünes knielanges Kleid an, dazu hautfarbene Strumpfhosen, weiße Pumps und für draußen eine weiße Jacke darüber.
Inzwischen erreichte mich ein Anruf, dass meine Begleitung für die Oper erkrankt sei. Schade, aber da ich die Karten einmal hatte und die Aufführung in jeden Fall sehen wollte, machte ich mich allein nach Chemnitz auf den Weg.
Ich wartete noch etwa 20 Minuten vor dem Opernhaus und fragte die Leute, die hereinwollten, ob sie noch eine Karte bräuchten, aber die hatten alle bereits den Vorverkauf genutzt. Ein finanzieller Verlust war das für mich nicht, denn die zweite Karte gab"˜s ja gratis.
Heute stand "Der Graf von Luxemburg", eine Operette von Franz Lehár auf dem Spielplan: https://de.wikipedia.org/wiki/Der_Graf_von_Luxemburg Das Stück spielt Anfang des 20. Jahrhunderts, was sich vor allem in den Kostümen widerspiegelte. Das heißt, es bot sich das hinlänglich bekannte Bild: Die Damen in schönen bunten Kleidern und die Herren im tristen schwarzen Einheitsfrack. Dass sich daran bis heute nichts geändert hat, zeigte ein Blick auf die Kleidung der Besucher(innen).
Die Handlung, wie bei Operetten üblich, nicht sehr tiefgreifend, aber sonst ganz witzig. Dazu eine angenehm zu hörende Musik ohne besondere Glanzlichter. Mit anderen Worten: Für meine Begriffe ein Werk mit durchschnittlichen Qualitäten. Beifall gab es am Ende trotzdem reichlich.
Nach diesem sehr abwechslungsreichen Andrea-Tag war es fast ein wenig verwunderlich, dass auf der Heimfahrt nichts außergewöhnliches mehr passierte.
Danke erstmal für die Glückwünsche! Damit habe ich an dieser Stelle gar nicht gerechnet, aber wenn ich schon den berühmten Wink mit dem Zaunpfahl gebe "¦
23.6.2015
Vor ein paar Tagen hatte ich bei einer Geburtstagsfeier eine (Bio-)Frau kennengelernt, die gern mal in die Oper gehen würde, aber nicht allein. So hatten wir uns für die heutige Vorstellung im Chemnitzer Opernhaus verabredet, für die wir ein Sonderangebot nutzen konnten: Zwei Karten zum Preis von einer, doch dazu später mehr!
Vormittags hatte ich zu Hause zu tun und dazu mein blaues Langarmshirt, einen blau-weiß gestreiften kurzen Rock, blaue Strumpfhosen und weinrote Hausschuhe angezogen (siehe Galerie BILD65). Zuerst nahm ich mir die Toilettenspülung vor, die nicht mehr das machte, was sie soll. Ein Loch in einer Dichtung glaubte ich als Ursache gefunden zu haben. Doch so etwas hatte ich nicht zu Hause. Da musste ich mal in einen Baumarkt am Rande der Stadt.
Kein Problem, ich war ja bereits geschminkt und bräuchte mir nur etwas anderes anzuziehen. Doch selbst darauf verzichtete ich, indem ich mir einfach meinen neuen blauen Mantel und schwarze Pumps anzog. Die blaue Stumpfhose passte da ganz gut dazu und das andere sah man ohnehin nicht.
Weil es schneller ging, beschloss ich, mit dem Bus zum Baumarkt zu fahren. An der Haltestelle traf ich einen jungen Mann, der einige Fragen zum Fahrplan hatte, die ich hoffentlich zu seiner Zufriedenheit beantworten konnte. Danach wollte der junge Mann wissen, ob er mal eine persönliche Frage stellen dürfe. "Ja, bitte", entgegnete ich und er fragte: "Kann es sein, dass Sie früher mal ein Kerl waren?" "Ja, das kann sein" antwortete ich. Das bin ich zwar auch heute mitunter noch, aber so weit wollte ich nicht ins Detail gehen. Daraufhin sagte der Mann: "Das sieht aber gut aus! Außer an der Stimme hätte ich das nie erkannt." Leider musste ich das Gespräch an dieser Stelle beenden, weil mein Bus kam. Nach diesem Erlebnis brauche ich die berühmte Frage, wer eventuell etwas gemerkt haben könnte, heute nicht zu stellen.
Im Baumarkt hatte ich nach einer kurzen Suche Dichtungen für Toilettenspülungen gefunden. Aber das war ein anderes Fabrikat, welches bei mir nicht passte. So blieb mir nichts anderes über, als ein komplettes Spülkastenventil zu nehmen.
Es war bereits Mittagszeit und ich beschloss, gleich neben dem Baumarkt an einem Imbissstand etwas zu essen. Dieser befindet sich in einer Holzhütte und bietet eine ganz ordentliche Auswahl an warmen Speisen, sodass man fast schon von einem kleinen Gasthaus sprechen könnte. Mein Problem dabei: Drinnen war es so warm, dass es blöd ausgesehen hätte, mich im Mantel dort hinzusetzen. Diesen abzulegen wollte ich aber vermeiden, weil ich darunter ja nur meine "Hausarbeitssachen" trug. Ich hab ihn dann aber doch ausgezogen, weil ich mir dachte, dass ja manche Biofrau noch weniger passend angezogen draußen herumläuft. Es hat dann auch niemand blöd geschaut.
Zu Hause war es dann eine Kleinigkeit, das Spülkastenventil zu wechseln. Jetzt funktioniert alles wieder perfekt.
Noch schnell einen anderen Einkauf erledigt, dann galt es, mich für den kulturellen Höhepunkt des Tages zurechtzumachen. Ich schminkte mich noch einmal neu und zog mein dunkelgrünes knielanges Kleid an, dazu hautfarbene Strumpfhosen, weiße Pumps und für draußen eine weiße Jacke darüber.
Inzwischen erreichte mich ein Anruf, dass meine Begleitung für die Oper erkrankt sei. Schade, aber da ich die Karten einmal hatte und die Aufführung in jeden Fall sehen wollte, machte ich mich allein nach Chemnitz auf den Weg.
Ich wartete noch etwa 20 Minuten vor dem Opernhaus und fragte die Leute, die hereinwollten, ob sie noch eine Karte bräuchten, aber die hatten alle bereits den Vorverkauf genutzt. Ein finanzieller Verlust war das für mich nicht, denn die zweite Karte gab"˜s ja gratis.
Heute stand "Der Graf von Luxemburg", eine Operette von Franz Lehár auf dem Spielplan: https://de.wikipedia.org/wiki/Der_Graf_von_Luxemburg Das Stück spielt Anfang des 20. Jahrhunderts, was sich vor allem in den Kostümen widerspiegelte. Das heißt, es bot sich das hinlänglich bekannte Bild: Die Damen in schönen bunten Kleidern und die Herren im tristen schwarzen Einheitsfrack. Dass sich daran bis heute nichts geändert hat, zeigte ein Blick auf die Kleidung der Besucher(innen).
Die Handlung, wie bei Operetten üblich, nicht sehr tiefgreifend, aber sonst ganz witzig. Dazu eine angenehm zu hörende Musik ohne besondere Glanzlichter. Mit anderen Worten: Für meine Begriffe ein Werk mit durchschnittlichen Qualitäten. Beifall gab es am Ende trotzdem reichlich.
Nach diesem sehr abwechslungsreichen Andrea-Tag war es fast ein wenig verwunderlich, dass auf der Heimfahrt nichts außergewöhnliches mehr passierte.