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Re: Bleibt man für immer ein Crossdresser?

Verfasst: Sa 28. Dez 2013, 15:58
von exuserIn-2014-10-05
Hallo zusammen,
ich kann mich auch nur der Mehrheit hier anschließen. Ich habe seit je her eine Affinität zu weiblicher Kleidung. Da es früher viel um Schuhe ging, dachte ich auch lange, dass es ein Fetisch ist. Dann vielen mir aber wieder die Phantasien ein in denen ich zur Frau "umgewandelt" wurde und die hatte ich schon im Alter von ca. 5 oder 6. Die ganzten Jahre über habe ich mit mir gehadert und mich als pervers empfunden, da mein Umfeld mir dies vorgab. Nun will ich ganz sein und arbeite stark daran meine eigenen Verurteilungen los zu werden und zu der Frau in mir zu stehen.
Da ich nun ca. 42 Jahre damit zu tun habe, denke ich auch, dass es nicht mehr weg geht und ich finds (mittlerweile) auch gut so. :-)

LG

Tine

Re: Bleibt man für immer ein Crossdresser?

Verfasst: Sa 28. Dez 2013, 17:38
von Tatjana_59
Vor fast genau 2 Jahren habe ich mich hier im Forum angemeldet, etwa 14 Tage nach meinem Outing.
Angemeldet habe ich mich als Gerharddwt, damals konnte ich mit den Begriffen, Cd/TS/TG/DWT usw, trotz wochenlangem mitlesen, nicht sehr viel anfangen.
Ich habe wie viele hier Jahrzehnte das versteckte CD gelebt, habe immer mal wieder um **normal** zu werden meine Klamotten entsorgt.

Ich konnte und durfte meinen Weg nach meinem Outing weitergehen.
Schrittchen für Schrittchen bewegte ich mich voran, oder waren es Schritte? Manchmal ging es mir fast zu schnell.

Irgendwann, ich weiß nicht nach dem wievieltem Gendenti Test, der mich irgendwie in den Begriffen voranschob, vom DWT zu CD, vom CD zum TG, vom TG zur TS, ähnlich so wie es Cybill ausdrückte, erging es mir.
Natürlich ist nicht der Test schuld daran, es war meine Entwicklung.

Ich habe hier meinen Namen geändert in Tatjana.
Ich fühle mich besser denn je.
Ich habe in meinem Profil stehen, zunehmend Frau.
Ich lebe mein Leben seit etwa einem halben Jahr vollkommen als Frau.
Ich fühle, ich lebe, ich bin Frau.

Somit mein Fazit auf mich zutreffend: CD für immer, NEIN! Für mich ging der Weg weiter, wie weit er noch geht, kann ich selbst nicht sagen. Zum einen, die GaoP kommt für mich aus gesundheitlichen Gründen leider nicht in Frage, zum andern, meine Frau möchte mich gewissermaßen als Mann behalten. Ein Wunsch den ich ihr gerne erfülle, weil ich sie liebe, und sie mit mir meinen Weg auch ohne Op geht.

Ein Danke auch an dieses wundervolle Forum, und an unsere Admin Anne Mette. Das Forum hat mir in vielen Situationen geholfen mich weiter zu entwickeln.
Ich habe sehr viel mehr gelesen und in mir aufgenommen, wie ich mich als Schreiberin beteiligte.

Einmal CD immer CD.......oder eben mehr.

Herzliche Grüße Tatjana

Re: Bleibt man für immer ein Crossdresser?

Verfasst: Sa 28. Dez 2013, 17:46
von Drea
Tinka hat geschrieben: Wir haben es doch nicht umsonst 42 Jahre reifen lassen, damit wir es jetzt wieder loswerden wollen :-)
Schön gesagt, Tinka. Bei mir bezieht sich das Crossdressen hauptsächlich nur auf Schuhe, insbesondere Stiefel, und diese Vorliebe ist seit Kindheitstagen geblieben. Spielte in der Pubertät die sexuelle Erregung und der Reiz "etwas Verbotenes" zu tun eine Rolle, so ist es für mich mittlerweile zum Wohlfühl-Schuhwerk geworden. Es ist das angenehme Gefühl, wenn sich der Schaft ans Bein schmiegt, die Zehen in spitzen Schuhen leicht aneinandergepreßt werden, den Untergrund in den meist dünneren Sohlen bewußter wahrzunehmen und natürlich die Höhe der Absätze zu spüren. Das alles können Herrenschuhe nicht vermitteln und die sexuelle Erregung hat sich sogar verflüchtigt. - Aus Fetisch wurde Leidenschaft, ich genieße es und will daran auch nichts ändern.

Im Gegenteil, nach einem halben Jahr hier im Forum ahne ich das vielleicht noch mehr in mir schlummert und ich überlege wie ich nicht nur unauffällige Damenstiefel und Westernboots, sondern auch eindeutig als feminin zu identifizierende Schuhe und vielleicht auch einen Kilt in mein ansonsten männliches Alltags-Outfit integrieren kann. - Wer weiß, vielleicht ist der von Tinka angesprochene "Reifeprozeß" damit bei mir noch nicht am Ende.

Re: Bleibt man für immer ein Crossdresser?

Verfasst: Sa 28. Dez 2013, 18:51
von Exuser-2014-02-18
.
Hallo
.....und mich als pervers empfunden, da mein Umfeld mir dies vorgab. Nun will ich ganz sein und arbeite stark daran, meine eigenen Verurteilungen los zu werden.....
Das finde ich sehr schön geschrieben. :()b

Ich habe ja nun auch seit mindestens vierzig Jahren einen ausgesprochenen Faible für schicke hochhackige Schuhe.
Allerdings hab ich das kaum jemandem erzählt ( bis auf wenige Ausnahmen ), wozu auch ??
Daß die meisten Menschen mich für "nicht normal", abartig, pervers gehalten hätten, war mir wohl klar.
Ich selbst wäre aber nie auf die Idee gekommen, mich selbst für pervers zu halten.

Den meisten Menschen sollte man sowieso nicht alles erzählen.
Ein kleines Geheimnis kann doch auch sehr reizvoll sein. (smili)

elgetina ))):s

Re: Bleibt man für immer ein Crossdresser?

Verfasst: Sa 28. Dez 2013, 22:10
von Lina
Aber "pervers" bedeutet ja streng genommen nichts anders als, dass man sexuell auf etwas zündet, was anders ist als bei der Mehrheit der Menschen. Was soll daran eigentlich so schlimm sein. Es ist doch nur ein Wort, das einen bestimmten Zustand beschreibt. Nicht mehr und nicht weniger.

Re: Bleibt man für immer ein Crossdresser?

Verfasst: Sa 28. Dez 2013, 23:26
von sascha
Hallo,

ich stimme dem auch zu, wenn man die Anlage für Damenklamotten in sich hat, kommt man davon nicht mehr los und warum auch?

Was das Auftreten in der Öffentlichkeit betrifft (ich lebe auf dem Lande, wo man ziemlich konservativ ist), habe ich keine Probleme. Ich glaube, wenn man sich ganz selbstverständlich gibt und Stil, sowie die Farben der Klamotten seiner Umgebung anpasst, fällt man gar nicht weiter auf, weil die Menschen viel zu sehr mit sich selbst beschäftigt sind.
O.K. mit einem Rock, Kleid und Stilettos würde ich hier schon auffallen, aber meine 60mm Blockabsätze registriert kaum eine(r), selbst wenn es klack, klack macht.

Mein Werdegang ist der, dass meine Mutter (die sich vehement ein Töchterchen gewunschen hatte) mich einst in langen Strümpfen mit Haltern (!) in die Schule schickte, wo man mich deshalb auch verlachte. Nichts desto trotz empfand ich diese Strümpfe als weitaus angenehmer als etwa lange Unterhosen mit Eingriff. Später lernte ich die Vorzüge von Seidenunterwäsche kennen usw. und so fort.

Heute trage ich grundsätzlich keine Männersachen mehr und das ist gut so.

Gruß Sascha

Re: Bleibt man für immer ein Crossdresser?

Verfasst: Mi 22. Jan 2014, 23:35
von Exuserin-2015-09-09
Auch Ich finde mich in vielen Geschichten hier wieder. Zur Frage, ob Crossdressing bleibt: Nun, ich habe mittlerweile den Mut, komplett auch draussen und an der Arbeit in Damenklamotten, dezent geschminkt und mit hohen Absätzen als Mittelding zwischen Daniel und Daniela durch die Gegend zu stöckeln. Das verwirrt, aber mein Schritt, als echte Frau an der Arbeit zu erscheinen, mag nur noch von Brüsten und Rasur abhängen. Und das geht beruflich leider nicht.
Ich denke, wer sich irgendwann komplett für die andere Seite entscheidet, der ist kein Crossdresser mehr. Ich würde mich zur Zeit noch als Teilzeitfrau bezeichnen, ansonsten als androgyner Mensch, der mittels Crossdressing äußerlich auch mal wieder gerne ein echter Mann sein möchte. Und dann reiben sich einige Menschen um mich herum die Augen... Genau dieses Wandeln in beiden Welten macht es ja aus, daher werden wir das nur schwer aufgeben...

Re: Bleibt man für immer ein Crossdresser?

Verfasst: Do 23. Jan 2014, 08:58
von Angelique
Ja, ich glaube man(frau) wird es nicht mehr los.
Ich bin auch in der Kindheit damit angefangen, hatte Phasen in denen ich alles entsorgt habe und später wieder alles neu gekauft habe. Das zieht sich durch mein ganzes Leben.
Es gab eine Veränderung:
Vor dem Outing, gegenüber meiner Frau, war ich der Meinung es ist ein reiner Fetisch. Besonders erregend fand ich Seide.
Durch die (wochenlangen) Gespräche mit meiner Frau hat sich bei mir was verändert. Es war irgendwann nicht mehr (nur) ein Fetisch, ich stellte fest, dass mir das Tragen von Frauenkleidung und das Zurechtmachen mit Perücke und Make-up mehr gab als nur einen sexuellen Kick. Ich fühlte mich entspannt, befreit und schön!
Ich mag mich selbst, wenn ich Frau bin. Ich kriege den Kopf frei und der Stress oder der Ärger der Woche fällt von mir ab. Das Wichtigste in diesem Moment ist, wie seh ich aus, ist mir mein Make-up gelungen, passen Rock und Bluse zusammen, welche Schuhe zu dem Kleid und, und, und...
Das ist allerdings auch die einzige Veränderung, ich habe bislang keinen Bedarf ganz in die Rolle einer Frau zu schlüpfen. Ich bin eine Teilzeitfrau.

Aber: Mein Leben wäre sicher einfacher gewesen, wenn ich dieses Bedürfnis nie gehabt hätte. Es gab, und gibt, Zeiten in denen ich an fast nichts anderes denken kann. Es gab Situationen in denen mich der Drang zum Dressen so stark beschäftigt hat, dass ich keine Lust für andere Tätigkeiten hatte, Treffen mit Freunden, Kurzurlaube mit meiner Frau oder was auch immer.
Deswegen würde ich mir fast wünschen, es würde irgendwann aufhören.

Angelique

Re: Bleibt man für immer ein Crossdresser?

Verfasst: Do 4. Dez 2014, 15:53
von LanaX
Drea hat geschrieben:
Tinka hat geschrieben: Wir haben es doch nicht umsonst 42 Jahre reifen lassen, damit wir es jetzt wieder loswerden wollen :-)
Schön gesagt, Tinka. Bei mir bezieht sich das Crossdressen hauptsächlich nur auf Schuhe, insbesondere Stiefel, und diese Vorliebe ist seit Kindheitstagen geblieben. Spielte in der Pubertät die sexuelle Erregung und der Reiz "etwas Verbotenes" zu tun eine Rolle, so ist es für mich mittlerweile zum Wohlfühl-Schuhwerk geworden. Es ist das angenehme Gefühl, wenn sich der Schaft ans Bein schmiegt, die Zehen in spitzen Schuhen leicht aneinandergepreßt werden, den Untergrund in den meist dünneren Sohlen bewußter wahrzunehmen und natürlich die Höhe der Absätze zu spüren. Das alles können Herrenschuhe nicht vermitteln und die sexuelle Erregung hat sich sogar verflüchtigt. - Aus Fetisch wurde Leidenschaft, ich genieße es und will daran auch nichts ändern.

Im Gegenteil, nach einem halben Jahr hier im Forum ahne ich das vielleicht noch mehr in mir schlummert und ich überlege wie ich nicht nur unauffällige Damenstiefel und Westernboots, sondern auch eindeutig als feminin zu identifizierende Schuhe und vielleicht auch einen Kilt in mein ansonsten männliches Alltags-Outfit integrieren kann. - Wer weiß, vielleicht ist der von Tinka angesprochene "Reifeprozeß" damit bei mir noch nicht am Ende.

Bei mir hat auch alles mit der Vorliebe für hohe Schuhe begonnen! Und das ist bis heute geblieben. Flache Schuhe lehnt die Frau in mir völlig ab, dann kann ich ja gleich Mann bleiben :D Die Schuhe sind auch heute noch das Wichtigste am ganzen Outfit und deine Beschreibung beim Tragen hoher Schuhe trifft für mich den Kern!

Schuhe wären auch das einzige, was ich in mein männliches Alltagsoutfit integriere(n würde). Ansonsten lebe ich nach der Devise "ganz oder gar nicht" ;)
Also entweder, bin ich äußerlich komplett Frau oder komplett Mann (Ausnahme sind manchmal die Schuhe) und dieser Grundsatz funktioniert für mich sehr
gut.

Hochhackige Grüße
Lana

Re: Bleibt man für immer ein Crossdresser?

Verfasst: Do 4. Dez 2014, 16:46
von ExUserIn-2026-04-08
Ich glaube, dass es zumindest für Einige die Möglichkeit gibt, mit dem Dressen aufzuhören. Ich habe schon bewusst darauf für Monate teilweise Jahre verzichten oder extrem stark reduzieren können. Ich bin aber der Meinung, dass man einen "Kampf" dagegen immer verliert. Aus meiner Sicht ist CD etwas, was mit verdrängten oder nicht gelebten Charaktereigenschaften zu tun hat. Da diese häufig mit "weiblich" konnotiert sind, liegt eine Identifikation nahe. Deshalb ja auch das Gefühl der Entspannung beim Dressen. Wenn ich diese Eigenschaften in mein männliches Leben integriere und lebe, lässt der Drang zum Dressen rapide nach und taucht auch für längere Zeit nicht mehr auf. Es gibt kein Bedürfnis und kein Leiden. Unter starkem Druck mit der Notwendigkeit die "männlichen" Fähigkeiten zu leben, taucht der Drang wieder auf, was ich als notwendigen Ausgleich oder Balance betrachte.

Grüße
Vicky

Re: Bleibt man für immer ein Crossdresser?

Verfasst: Do 4. Dez 2014, 17:05
von Plisseedreher70
Hallöchen zusammen,
das ist sehr unterschiedlich, für die werdenden Frauen ist es meist eine Brücke, für mich als bleibender Mann ist es ein lebenslanges Spiel. Davon werde ich nie abrücken!
Liebe Grüße aus dem Süden

Re: Bleibt man für immer ein Crossdresser?

Verfasst: Do 4. Dez 2014, 17:20
von LanaX
Plisseedreher70 hat geschrieben:
für mich als bleibender Mann ist es ein lebenslanges Spiel.
Das hast du schön gesagt, so fühlt es für mich auch an. Allerdings ist diese Erkenntnis auch erst gekommen, als ich Lana nahezu ganz rausgelassen
habe. Daher ist meine Empfehlung: Alle Fantasien so gut wie möglich einmal umsetzen. Dabei merkt man dann, wie viel Wahrheit in der Fantasie steckt.
Ich bin noch dabei, diese Fanatasien zu verwirklichen. Und bisher habe ich Spaß dabei, mir wird aber auch immer mehr bewusst, dass ich immer Mann bleiben werde! Vielleicht lässt es bei mir auch nach, wenn alle "Herausforderungen" gemeistert sind, das wird sich zeigen. Verschwinden wird die Frau im Manne
aber wohl nicht mehr, dafür mag ich hohe Schuhe viel zu sehr :)

Liebe Grüße
Lana

Re: Bleibt man für immer ein Crossdresser?

Verfasst: Fr 5. Dez 2014, 21:14
von Lukretia
Vor knapp 40 Jahren habe ich mit dem Crossdressen aus sexuellen Gründen angefangen und habe es aus sexuellen Gründen und neuerdings auch aus nicht-sexuellen Gründen bis heute beibehalten, allerdings in unterschiedlichem Grad. Im Laufe einer zweijährigen sexuellen Beziehung zu einer Frau und einer langjährigen Therapie habe ich für jeweils etwa ein Jahr (in der Summe geschätzte fünf bis sechs Jahre) darauf verzichten können. Mir ist klar, dass diese Neigung, was mir auch eine Psychologin gesagt hat, nicht mehr von alleine für den Rest meines Lebens weg geht. Sie hat insgesamt zehn Jahre Therapie überlebt.
Was Vicky schreibt, halte ich für sehr bedenkenswert: Es ist ein schwankendes Spannungsverhältnis von männlichen und weiblichen Anteilen, in dem mal die eine, das andere Mal die andere Seite überwiegt. Der Psychologe hat Recht mit seiner "Spannungsregulation". Geringste Anstöße oder Anlässe können ausreichen, um den Impuls auszulösen oder abzutöten. Also auf jeden Fall eine reaktive Sache. So habe ich es erlebt und hatte zum Beispiel den Verdacht, dass erlebte oder eingebildete Demütigungen bei mir den Impuls zur weiblichen Unterwerfung und zum Crossdressen auslösten.
Alles in allem ein sehr fragiles, leicht ins Gegenteil umkippen könnendes männlich-weibliches Spannungsverhältnis, anders als bei in ihrer Weiblichkeit fest zementiert erscheinenden Personen wie Cybill und VivianCologne.
Ich habe in einem gewaltigen Crossdressing-Schub Ende Oktober/Anfang November, zeitgleich mit meiner Anmeldung im Forum, einen Riesen-Haufen Frauensachen zusammengekauft. Bisher hatte ich jahrzehntelang nicht viel, in der Hauptsache einige Dessous. Inzwischen lässt die Neigung zum Crossdressen wieder nach. Aber ich werde mich hüten, die Sachen wegzuschmeißen. Die werde ich mit Sicherheit noch gebrauchen können. Es geht eben auf und ab.

Lukretia

Re: Bleibt man für immer ein Crossdresser?

Verfasst: Fr 5. Dez 2014, 23:28
von Lina
Lukretia hat geschrieben:... Im Laufe einer zweijährigen sexuellen Beziehung zu einer Frau und einer langjährigen Therapie habe ich für jeweils etwa ein Jahr (in der Summe geschätzte fünf bis sechs Jahre) darauf verzichten können. Mir ist klar, dass diese Neigung, was mir auch eine Psychologin gesagt hat, nicht mehr von alleine für den Rest meines Lebens weg geht. Sie hat insgesamt zehn Jahre Therapie überlebt.
...
Lukretia
EEhhh, ja, natürlich. Was hättest du eigentlich sonst erwartet - oder anders gefragt: Warum wolltest du denn darauf verzichten? Wozu, was hast du dir davon erwartet? Was sollte in deinem Leben denn dadürch besser werden, dass du es nicht tust?

Re: Bleibt man für immer ein Crossdresser?

Verfasst: Sa 6. Dez 2014, 08:54
von LanaX
Lukretia hat geschrieben:Vor knapp 40 Jahren habe ich mit dem Crossdressen aus sexuellen Gründen angefangen und habe es aus sexuellen Gründen und neuerdings auch aus nicht-sexuellen Gründen bis heute beibehalten, allerdings in unterschiedlichem Grad. Im Laufe einer zweijährigen sexuellen Beziehung zu einer Frau und einer langjährigen Therapie habe ich für jeweils etwa ein Jahr (in der Summe geschätzte fünf bis sechs Jahre) darauf verzichten können. Mir ist klar, dass diese Neigung, was mir auch eine Psychologin gesagt hat, nicht mehr von alleine für den Rest meines Lebens weg geht. Sie hat insgesamt zehn Jahre Therapie überlebt.
Als ich mich anfänglich mit meiner Leidenschaft auseinandergesetzt habe und diese nicht akzeptieren konnte, habe ich auch nach Therapiemöglichkeiten
gesucht. Dabei hat sich schnell herausgestellt, dass dies der falsche Weg ist und man sich eben selbst entdecken muss. Bis vor ca. einem Jahr habe ich
das Crossdressen auch noch als "Macke" bezeichnet, im Nachhinein erscheint mir diese Bezeichnung wie ein erster Schritt von "Fehler" zu "Leidenschaft".
Jedenfalls klingt es so, als hättest du sehr lange versucht deine weibliche Seite verschwinden zu lassen und bist immer noch nicht ganz mit "ihr" im Reinen?
Daran solltest du arbeiten, sodass du es einfach genießen kannst, wenn so ein "Schub" kommt.
Lukretia hat geschrieben: Es ist ein schwankendes Spannungsverhältnis von männlichen und weiblichen Anteilen, in dem mal die eine, das andere Mal die andere Seite überwiegt. Der Psychologe hat Recht mit seiner "Spannungsregulation". Geringste Anstöße oder Anlässe können ausreichen, um den Impuls auszulösen oder abzutöten.

Ich habe in einem gewaltigen Crossdressing-Schub Ende Oktober/Anfang November, zeitgleich mit meiner Anmeldung im Forum, einen Riesen-Haufen Frauensachen zusammengekauft. Bisher hatte ich jahrzehntelang nicht viel, in der Hauptsache einige Dessous. Inzwischen lässt die Neigung zum Crossdressen wieder nach. Aber ich werde mich hüten, die Sachen wegzuschmeißen. Die werde ich mit Sicherheit noch gebrauchen können. Es geht eben auf und ab.
Das Konzept des "schwankenden Spannungsverhältnisses" passt für mich sehr gut. Danke für diesen Denkanstoß! Ich habe an mir auch schon beobachtet, dass geringste Anstöße dazu führen können, dass Lana das Zepter übernimmt. Das kann manchmal auch nur der Anblick einer schönen und gut gekleideten Frau sein. Da freut sich der Mann in mir über den Anblick und dann kommt Lana eifersüchtig um die Ecke und will auch! Diese "doppelte Reaktion" in mir hat mich lange fertig gemacht, weil sie für mich sehr verwirrend war. Der Mann in mir will zum Flirt ansetzen und die Frau will wissen wo die Frau die Schuhe gekauft hat :D

Über den Punkt, wo ich alles wegschmeißen möchte, bin ich mittlerweile auch hinaus. Ich habe da eine Schublade und die wird bei Bedarf geöffnet ;)

Liebe Grüße
Lana