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Re: was bedeutet eigentlich "als Frau leben"
Verfasst: Sa 12. Jan 2013, 16:47
von Caira
Hallo ab,
was meinst Du denn mit Einzelfällen? Die, die wieder abspringen? Lässt sich wohl nicht verhindern, oder? Es wird immer solche Fälle geben! Ich sage mal so: Jeder Mensch ist für das, was er tut allein verantwortlich. Wir können nicht immer erwarten, dass uns Entscheidungen abgenommen werden. Ich finde es viel verantwortungsloser eine TS auf die Folter zu spannen und hinzuhalten. Nur weil von 10 TS ein oder zwei dabei sind, die später merken, dass es nicht das "richtige" war, darf man den anderen 8 nicht das Leben schwer machen. Dies wird aber defintiv durch unzählige Auflagen getan.
Ich bin auf mein Endo-Gespräch in 2 Wochen gespannt. Ich habe mir ein halbes Jahr intensiv darüber Gedanken gemacht, was ich tun möchte und und was auch nicht, nehme komplett jede Verantwortung auf mich - bin bereit alles zu opfern. Und mit alles meine ich alles. Hier ist auch nichts mal eben entschieden - es geht seit meinem Outing um nichts anderes. Ich meine, wie deutlicher muss denn eine Entscheidung, ein Wille, ein Lebensentwurf für den Arzt ausschauen?? Ich habe mit der Bart-Epi begonnen - was weg ist weg und dessen bin ich mir absolut bewusst. Es soll ja weg sein - genauso wie bei allem anderen stellt sich für mich die Frage erst gar nicht. Es gibt nichts zu entscheiden, denn das würde heißen, dass es einen anderen Weg gibt.
Beim Test stimme ich Julia und ab zu bzw. hatte das ja erörtert. Test mag schön und gut sein - allerdings wird er doch auf falschen Randbedingungen ausgeführt. Darum gehts doch, Claudia. Wenn man den Test unter "realen" Bedingungen ausführen könnte, wäre das wirklich ein Test mit Sinn und Hintergrund. So ist es lediglich eine Mutprobe, ob man auch als "Freak" abgebrüht ist sich draußen zum Affen zu machen. Jede TS, die ich bisher kenne, schaut mit Augenrollen auf dieses erste Jahr zurück - viele mit Perücke, tonnenweise Camouflage im Gesicht - grottiges Passing. Da wird drüber gelacht und nicht sinnvoll debattiert, dass das eine tolle Zeit war. Ich kenne das doch aktuell alles selbst. Soviel Makeup kann man sich nicht auf den Bart schmieren, dass der weg ist - es geht nicht. Und der blinkt schon von 10m im Discounter. Das degradiert dich sofort zum Kerl. Da kannst Du zehnmal weiblicher als jede Frau auf der Welt sein - Bartschatten - bumms, Zwangsouting - und das an jeder Kasse, an jedem Regal. Und wenn es mal nicht der Bart war, dann ist es das Gesicht, die Stimme, die Haare - mal kippts, mal nicht. In einem Jahr schaut das auch für mich anders aus. Es kann nur einfacher werden - schwieriger ganz sicher nicht. Das ist das einzig gute an dem Test. Schlechter schaust du nie wieder aus!
LG Nika
Re: was bedeutet eigentlich "als Frau leben"
Verfasst: Sa 12. Jan 2013, 17:11
von exuser-08-07-2013
oh je nika,
jetzt muss ich glaub mal zickig werden.
ich glaube du bist zu sehr auf äußerlichkeiten fixiert und hast deshalb diese negative einstellung.
ich bin gerne der freak, den du beschreibst und kann damit im alltag ganz gut leben - ich mach mich gerne zum affen - nettes kompliment übrigens.
wenn dies deine meinung ist bist du glaub im falschen forum.
ganz liebe grüßle
lucy f
Re: was bedeutet eigentlich "als Frau leben"
Verfasst: Sa 12. Jan 2013, 17:39
von ab08
Nika hat geschrieben:Hallo ab, was meinst Du denn mit Einzelfällen? Die, die wieder abspringen?
Liebe Nika,
entschuldige bitte, dass ich mich unklar ausdrückte ..

aber das meinte ich nun wirklich nicht.
Die mag es zwar geben, aber mir persönlich begegnete (es mag Zufall sein) so eine Person, die 'wieder absprang' noch nie.
Was ich meinte,
- aber da möchte ich wirklich nicht ins Detail gehen, - sind Personen, die durch unglückliche Umstände & familiäres oder berufliches Mobbing in Schwierigkeiten kamen.
Es gibt leider Menschen, die deswegen ausgegrenzt werden, keine Arbeit finden, bzw. arbeitslos werden, extrem vereinsamen und in finanziell große Schwierigkeiten haben.
Daher die Hinweise auf mein Engagement und das berufliche Umfeld...
Meine Erfahrungen werden übrigens gestützt durch 'offizielle' Untersuchungen:
Die Europäische Kommission - Generaldirektion Justiz veröffentlichte letzten Herbst ein Buch über die
Diskriminierung von "Trans- und intersexuellen Menschen" (Titel), das Privatpersonen kostenlos als Einzelexemplar unter
http://bookshop.europa.eu/en/trans-and- ... DS3212033/ bestellen können. *)
(Bei Interesse bitte die Sprache einstellen: Es ist in deutsch/englisch/französisch erhältlich)
Liebe Grüße
ab
*) Unser Alltagstest wird dort als Teil der Diskriminierung gesehen. Über UN oder EU ist so durchaus Besserung in Sicht...
P.S. Einen Alltagstest, wo die Ausklammerung des beruflichen Umfeldes garantiert wäre, halte ich für eine Fiktion. -Wenn die Entarnung dann z.B. hintenrum erfolgt, wird es schwieriger. - Oft wird eben nur die psychische Stabilität des Probanden / der Probandin vor HRT etc. getestet...
@Julia,@Nika, @lucy f & @anni:

Danke für Eure verständnisvollen Beiträge...

Re: was bedeutet eigentlich "als Frau leben"
Verfasst: Sa 12. Jan 2013, 17:41
von Anni
Alltagstest hin oder her - es ist die innere Einstellung zum " als Frau leben " und in diesem Sinne liegt der Fokus nicht auf das " Wollen " , sondern auf das " Tuen " .
Und das täglich und in allen Lebenslagen ohne Kompromisse und Ausreden - besonders vor sich selber !
Dazu bedarf es keiner Schminke , tollen Klamotten und Schuhen , für die ein Waffenschein zu fordern wäre
Wenn Ihr so wollt , leb ich seit gut 4-5 Jahren im Alltagstest , schminke mich nicht , bin berufsbedingt 80 % des Tages in Arbeitsklamotten , verstelle meine Stimme nicht , hab meine Ansichten nicht geändert , bin nicht zickiger als vorher auch

und lebe dennoch als Frau
Ich fand in einem anderen Thread es sooo passend - beim Psycho sein , nicht um Frau zu werden , sondern als Hilfe , um als Solche rechtlich Anerkannt zu werden
Die , die die Hilfe zu sich selbst in Form des Alltagstestes brauchen , sollten diese Hilfe auch annehmen und nicht ständig dran rum mäkeln .
Alle anderen haben Ihren Weg wohl ohnehin schon gefunden und müssen diesen " nur " noch bewältigen
... wobei - so ich gerade hier schreibe , frag ich mich : wenn ich schon so lange im Alltagstest bin , wann bekomme ich endlich mein
Zertifikat " bestanden " ?!
LG von frecher
Anni
Re: was bedeutet eigentlich "als Frau leben"
Verfasst: Sa 12. Jan 2013, 18:27
von Marielle
Hallo, Guten Tag zusammen,
vorausgeschickt: Ich kann zum Thema Alltagstest im Sinne der Vorschriften nichts fachlich fundiertes beitragen, weil ich mich zu einem früheren Punkt gegen jede körperliche Veränderungen (auch bei schlichten Äusserlichkeiten) entschieden habe. Trotzdem möchte ich etwas anmerken und eine Frage loswerden:
Nika schrieb:
Man ist schlichtweg eine Persiflage einer Frau und mehr nicht.
ob man auch als "Freak" abgebrüht ist sich draußen zum Affen zu machen
Das degradiert dich sofort zum Kerl
Ich erkenne natürlich an das du in einer anderen Situation bist als ich und ein paar andere hier es sind Nika. Könntest du bitte trotzdem versuchen nachzuvollziehen, dass jemand, der nicht von der Mehrheit der Leute als Frau gesehen wird, trotzdem nicht gern als "Persiflage", "Freak" oder "degradiert" bezeichnet werden will? Dein Posting würde sich für mich wesentlich angenehmer lesen, wenn du z.B. schreiben könntest:
"Ich fühle mich dann wie eine Persiflage..... Ich hätte das Gefühl als Freak gesehen zu werden...... Ich würde mich degradiert fühlen... . Wobei die Degradation m.E. schon insgesamt harter Tobak ist. Degradiert (von lat. degrado "herabsetzen") passt m.E. hier nicht hin. "Das macht mich als Mann erkennbar..." würde doch auch gehen und hätte die gleiche Aussage, da hier alle wissen, dass man in diesem Stadium des eigenen Weges eben genau das nicht will, als Mann erkannt werden.
@ AB:
Ich hatte die von dir verlinkte Veröffentlichung früher schon mal gespeichert und angelesen; Kannst du ohne lange suchen zu müssen (das würd ich sonst auch selbst machen) sagen, wo sich darin Hinweise auf Zahlen oder Fälle von "Abbrechern /-innen" finden?
Ich fände es sehr wichtig Information darüber in diese Debatte aufzunehmen; Nicht um irgendwem einen langwierigen Zwangstest aufzuzwingen, sondern um ganz neutral zu sehen ob er / wie wichtig er ist. Oben hat jemand ein Zahlenbeispiel gebracht, das ich erstmal ganz andersrum beurteilen würde. Wenn Zwei von Zehn vor irreversiblen Folgen bewahrt würden, wäre es meiner Meinung nach den anderen Acht zumutbar einen solchen Test quasi umsonst gemacht zu haben. In welcher Form und Länge der Test stattfindet und mit welchen anderen Sachen er parallel laufen kann, kann ich nicht beurteilen.
Gruß
Marielle
Re: was bedeutet eigentlich "als Frau leben"
Verfasst: Sa 12. Jan 2013, 21:21
von ab08
Marielle hat geschrieben:
@ AB:
Ich hatte die von dir verlinkte Veröffentlichung früher schon mal gespeichert und angelesen; Kannst du ohne lange suchen zu müssen (das würd ich sonst auch selbst machen) sagen, wo sich darin Hinweise auf Zahlen oder Fälle von "Abbrechern /-innen" finden?
Liebe Marielle,
nein, kann ich Dir nicht sagen. Meiner Erinnerung nach, gibt es in der Veröffentlichung keine solche Stelle. Es geht ja dort um tatsächliche Fälle der Diskriminierung von Trans- und Intermenschen. Wie gesagt, persönlich kenne ich auch niemand.
Fälle, von denen die Presse berichtete, stellten sich oft als Betrug heraus. (Oft waren Sekten oder radikale Katholiken die Quelle.)
Vgl. "Ich war homosexuell, aber der Glaube an Gott
heilte mich..." Es mag Fälle geben, aber die 'Rückfallquote' ist in dem Bereich sicher sehr niedrig!!*)
Mehr kann und will ich dazu nicht sagen.
Liebe Grüße
ab
P.S. Dass ständig nach Fehlerquellen und reuigen Rückkehrern gesucht wird, betrachte ich übrigens als Teil der Diskriminierung. Ich vermute hier ideologischen bzw. religiösen Ursprung.
Man
will einfach nicht zur Kenntnis nehmen, dass es Menschen wie uns halt gibt. Wichtiger wäre, auf konkrete Probleme der Betroffenen einzugehen...
Übrigens, wie in anderen Bereichen auch, spielt unsere Meinung bzw. die Meinung der Bevölkerung zum Alltagstest im Grunde keine Rolle. Früher oder später müssen hier Gerichte oder Gesetzgeber entscheiden. Daher setze ich hier ja, wie oben erwähnt, auf die Organe von UN und EU. Genauso wie Missbrauchsfälle nur durch staatliche Organe korrekt bearbeitet werden können...
*) Weil vorher mit Zahlen gearbeitet wurde und ich Mathematikerin bin, hier mal ein konkreter Schätzwert: Z < 0.1%.
Re: was bedeutet eigentlich "als Frau leben"
Verfasst: Sa 12. Jan 2013, 21:58
von Caira
lucy f hat geschrieben:oh je nika,
jetzt muss ich glaub mal zickig werden.
ich glaube du bist zu sehr auf äußerlichkeiten fixiert und hast deshalb diese negative einstellung.
ich bin gerne der freak, den du beschreibst und kann damit im alltag ganz gut leben - ich mach mich gerne zum affen - nettes kompliment übrigens.
wenn dies deine meinung ist bist du glaub im falschen forum.
ganz liebe grüßle
lucy f
Lucy, ich bitte Dich dies nicht persönlich zu nehmen. Es war eine allgemeine, ungeschönte Darstellung. Davon abgesehen befinde ich mich ebenso in dieser "Freak-Rolle". Und ich fühle mich schon ab und an dazu degradiert! Es gibt ganz sicher genug andere TS, die über genau das stolpern, was ich angesprochen habe. Und die Gesellschaft da draußen ist auf Äußerlichkeiten fixert - nicht ich. Man kann davor die Augen verschließen und einer Moral hinterherlaufen, aber die interessiert sonst niemanden. Ich hätte es auch gern anders, aber in dem Falle machen die Regeln andere und ich muss mich dem fügen, um das sein zu dürfen, was ich eigentlich bin. Das ist ziemlich paradox, aber meine einzige Chance im Leben da anzukommen, wo ich hingehöre.
Letztlich stolpern wir hier immer über die selbe Problematik. Es gibt Mädels, die sagen, dass die Optik zweitrangig ist - die den Fokus auf das Verhalten, das innerliche Frau-Sein legen und die, denen das primär wichtig ist. Nicht weil sie der Gefühlswelt keine Beachtung schenken, sondern weil es für die allgemeine Wahrnehmnung im Alltag eine sekundäre Rolle spielt. Wenn an mir ein Sportwagen mit Golf-Motor vorbei fährt, würde ich auch nicht im selben Moment denken: Ach klar, nur nen Golf. Da muss ich mir das Fahrzeug schon sehr genau angucken. Genauso funktioniert das Frau-Sein - man ist nicht Frau für sich allein. So egozentrisch kann niemand sein. Man wird immer von anderen an einen gesellschaftliche Position gestellt. Man definiert das mit, aber wie es letztlich draußen aufgenommen wird, entscheiden dann andere. Wir leben das tatäglich unbewusst - allein schon, dass wir arbeiten gehen oder uns nicht umbringen ist doch eine gewisse gesellschaftliche Regel für unser Zusammenleben.
So funktioniert nun mal "unser" Leben und dem muss man sich fügen, wie bei so vielen Dingen. Und die Regel fürs allgemeine Frau-Sein heißt "Sieh wie eine Frau aus und du wirst wie eine behandelt". Kann sein, dass ich das falsch sehe, aber ich erkenne andere Frauen an ihrem Aussehen - ich gehe ja nicht hin und frage danach oder ob sie sich so zu fühlen. Ich meine, wenn das alles kein Sinn hätte, wäre die HRT komplett überflüssig und auch eine GAOP. Ja, das sind "nur" Äußerlichkeiten, aber GENAU DARUNTER leide ich ja. Eine Frau im Mannkörper - jeder Tag "kotzt" mich aufs neue an - nur wegen so einer Lappalie wie ein paar Äußerlichkeiten. Ob nun irgendwo paar Rundungen mehr sind oder nicht oder der Busen echt ist. Ist das wirklich so egal? Mir nicht - ich würde alles dafür tun, dass es anders wird. Bin ich jetzt kleinlich und oberflächlich???
LG Nika
Re: was bedeutet eigentlich "als Frau leben"
Verfasst: Sa 12. Jan 2013, 22:56
von exuser-12-02-2013
Die Äußerlichkeiten sind viel wichtiger als manche denken. Innere Werte sind schön und gut, aber ich kann nicht in die Seele von anderen Menschen sehen. Das Äußere ist der Spiegel des Inneren. (Glückskeks Nr.13)
Die körperlichen veränderungen sind auch nicht das Problem. Wenn der Bart weg ist, naja damit kann man leben. Auch HRT ist in der Anfangsphase mehr oder weniger reversibel. Es springt ja auch keiner gleich zu beginn des Alltagstests in den OP-Saal hinein.
Es geht doch vielmehr um die sozialen Umstände. So ein Outing lässt sich nie wieder rückgängig machen. Entweder man zieht es durch, oder man bleibt gebrandmarkt als "typ der wo eine frau sein wollte" (bzw umgekehrt). Wenn man drüber steht, wenn man sowieso die Geschlechtergrenzen durchbrechen will, ist das in Ordnung, meinen ehrlichen Respekt dafür. Aber nicht alle können oder wollen das.
Ich zum beispiel kann es nicht. Und ich bitte das nicht als ein zeichen eines schwachen Charakters auszulegen, wenn ich damit eigentlich die heteronormativität unterstütze.
nachdenkliche Grüße aus Sophies Welt
Re: was bedeutet eigentlich "als Frau leben"
Verfasst: Sa 12. Jan 2013, 23:24
von Marielle
Hallo AB, Guten Abend zusammen,
P.S. Dass ständig nach Fehlerquellen und reuigen Rückkehrern gesucht wird, betrachte ich übrigens als Teil der Diskriminierung. Ich vermute hier ideologischen bzw. religiösen Ursprung.
Da magst du recht haben; Welches Beispiel wäre besser zu nutzen, als das des gescheiterten Gegners? Schrecklich. Du glaubst aber hoffentlich nicht, ich würde versuchen jemanden auf diese Weise zu diskriminieren? Dann hättest du mich völlig missverstanden. Ich war und bin nicht auf der Suche nach "reuigen Rückkehrern" und ich diskriminiere niemanden absichtlich. NIEMALS!! Ich war, mangels eigenen Wissens, auf der Suche nach Informationen.
Im Gegenteil: Ich freue mich wenn jemand mit sich glücklich wird, fast egal auf welche Weise; Wer das nicht glaubt, kennt mich nicht gut genug.
Wenn es so ist wie Du sagst (was ich nicht anzweifle), dass die "Abbrecherquote" im Promillebereich liegt, dann kehrt sich meine obige Beurteilung fast vollständig um. Ein einzelner Rückzug rechtfertigt m.E. keine 999 verlängerten Leidensgeschichten; Dann sind/wären alle zugehörigen Regeln wirklich diskriminierend.
alles Gute zur Nacht
Marielle
Re: was bedeutet eigentlich "als Frau leben"
Verfasst: So 13. Jan 2013, 11:51
von Sabrina Verena
Sophie_90 hat geschrieben:Die Äußerlichkeiten sind viel wichtiger als manche denken. Innere Werte sind schön und gut, aber ich kann nicht in die Seele von anderen Menschen sehen. Das Äußere ist der Spiegel des Inneren. (Glückskeks Nr.13)
nachdenkliche Grüße aus Sophies Welt
Hallo Sophie!
Leider können nur die wenigsten aus dem Äußeren die richtigen Schlüsse ziehen. Erfahrungsgemäß liegen die Meisten mit ihren Schlüssen daneben.
Liebe Grüße
Verena
Re: was bedeutet eigentlich "als Frau leben"
Verfasst: So 13. Jan 2013, 15:18
von ab08
Marielle hat geschrieben:Hallo AB, ... Du glaubst aber hoffentlich nicht, ich würde versuchen jemanden auf diese Weise zu diskriminieren?...

Hallo Marielle
keine Sorge, das weiß ich doch! Übrigens spürte ich meist sofort, wie etwas gemeint ist. Mir war nur den Hinweis wichtig.
Übrigens ich empfinde mich als, durchaus kampfeslustige, Emanze.
Aber ich behalte mir vor, zu entscheiden, wo ich aktiv werde.
Wenn mich jemand ärgern will und ich keine Lust habe, schalte ich auf Durchzug und reagiere halt nicht.*)
Danke für Deinen lieben Beitrag!
ab
*) Anmerkung: Wenn ich wenig Zeit habe, mache ich mich natürlich auch rar.
Re: was bedeutet eigentlich "als Frau leben"
Verfasst: So 13. Jan 2013, 15:45
von Caira
Auf die Gefahr hin, dass ich mich wieder unbeliebt mache, ein letzter, kurzer Beitrag zu dem Thema, der lediglich meine PERSÖNLICHE Meinung wiedergibt:
"Lebst Du schon deine soziale Rolle als Frau?" ... gute Frage, aber habe ich denn überhaupt darauf Einfluss? Seit gefühlten 100 Posts versuche ich das zu erklären. Man lebt nicht allein als Frau, sondern - sozial gesehen - macht einen die Gesellschaft dazu. Von daher habe ich doch nur bedingt auf meine soziale Rolle Einfluss. "Wie ich angesprochen werde?" ... ganz einfach, so, wie die Leute mich sehen und mich zuordnen. Natürlich kann ich denen irgendwann mein Pass unter die Nase reiben oder darauf aufmerksam machen "Bitte sagen sie jetzt Frau ...". Aber werde ich so dann als Frau gesehen? Ganz sicher nicht, ich bin dann maximal der Typ, der mit Frau angesprochen werden möchte.
Und es sind leider hier wieder die Äußerlichkeiten ... schaut man irgendwann wie eine Frau aus, zumindest in dem Rahmen, dass es da keine offensichtliche Zweifel gibt, dann wird man automatisch mit Frau angesprochen - in den Geschäften, Kunden, etc. - und irgendwann wirds auch den Kollegen zu blöd sein eine optische Frau mit Herr anzusprechen. Das mag meine kleine, heile Fantasiewelt sein, aber dennoch glaube und arbeite ich daran.
Daher also in puncto Alltagstest: Man lebt nicht von heute auf morgen seine soziale Rolle als Frau. Das braucht viel Zeit, um beim Umfeld die vielen Mann-Jahre auszubleichen. Man bestimmt das nicht allein - das sagt ja schon das Wort "sozial". Das man wahrscheinlich im Alltagstest nie so wirklich ankommt, dürfte klar sein - dafür reicht 1 Jahr einfach nicht und schon gar nicht, wenn da körperlich nix passiert. Und "erwarte nicht zu viel der HRT" habe ich auch schon tausend mal gehört. Was erwarte ich denn "zuviel" ?
LG Nika
Re: was bedeutet eigentlich "als Frau leben"
Verfasst: So 13. Jan 2013, 17:51
von Caira
darialena hat geschrieben:Die Antwort ist: Nein. Ich brauche diesen körperlichen Fake nicht, um mich als Frau zu fühlen. Den Unterschied zum Frausein macht nicht das knappe Pfund Fleisch zwischen den Beinen aus. Frausein entsteht im Kopf.
Alles bisschen radikal, aber im Grunde ist (leider) viel Wahres dran. Das Problem an der Sache ist, Darialena, dass Du auf diese Weise lediglichen deinen Teil des Frau-Seins erfüllt hast. Was ist mit den anderen? Sollen die deine Gedanken lesen? Zum Punkt "falschen Körper" werde ich nicht schmalllippig, sondern erst warm. Ich betrachte mich übrigens als "richtige" Frau. Das mag nicht deinem Bild entsprechen, aber was sonst würde mich denn in den ganzen "Angleichungswahnsinn" treiben? Es ist für mich der einzige Weg als Frau im gesamten leben zu dürfen. Und ja, ich strebe ein 100%-Passing an! Warum? Weil ich es nie erreichen werde. Aber zumindest sollte man nach dem höchsten Ziel streben, um das bestmögliche zu erreichen.
Und sowieso ... was hat denn die Transsexualität mit Damenoutfits oder Strumpfhosen zu tun ???
darialena hat geschrieben:geradezu Angst davor haben, öffentlich als Frau aufzutreten
Dazu hatte ich mich bereits geäußert, weil einige mein androgynes Übergleiten wahrscheinlich als Selbsttrug ansehen. Genau der Punkt "als Frau" ist für mich ein sehr wunder Punkt. Ich bin eine Frau und muss mich "als Frau" verkleiden, um als eine solche wahrgenommen zu werden. Gerade das erachte ich als Selbsttrug und zudem gaukel ich anderen noch etwas vor. Das ist aber nur meine Meinung, die ich für mich gefällt habe. Ich möchte auch früh nach dem Aufwachen eine Frau sein und nicht erst, wenn ich 2h im Badezimmer war. Das mag für einige vielleicht eine Fußnote oder ein Umstand sein, für mich hat das sehr viel mit Frau leben dürfen und sein zu tun. Ich möchte einfach nur so sein, wie ich fühle und nicht immer an der Hürde scheitern, dass man ja im Kopf alles ist und das Spiegelbild einem egal sein kann. Nein, kann es nicht - nicht in meinem Leben!
LG Nika
Re: was bedeutet eigentlich "als Frau leben"
Verfasst: So 13. Jan 2013, 20:23
von ExuserIn-2022-05-28
Julia65 hat geschrieben:
Denn, besonders wenn man beispielsweise sehr markant männlich ist, mit starkem Bartschatten, markanten Zügen usw, ist der "Test" überhaupt nicht möglich.
Denn dann testet man nicht, wie sich das Leben in der "Rolle einer Frau" anfühlt, sondern wie sich das Leben in der "Rolle eines totalen Freaks" anfühlt. Das ist was vollkommen anderes.
Und: Wenn man die HRT BEGONNEN hat und IPL BEGONNEN hat, gibt es sehr wohl noch einen Weg zurück.
LG
Julia
Hallo Julia,was soll das denn bringen? Wenn Du mit IPL und HRt gerade begonnen hast wirst Du ca 1 bis 2 Jahre Zeit bemötigen bis soviel Veränderung vorhanden ist, dass Du keine markanten Züge und Bartschatten mehr hast.
Und was die Rolle eines totalen Freaks betrifft: Warst Du überhaupt schon mal draussen? Es wird - wenn Du in der Kleidung und bei der Schminke nicht übertreibst und Deine Haare entweder als Damenkurzhaarfrisur oder eine gute Perücke trägst, keiner einen Freak sehen sondern eine Frau, manche ahnen vielleicht beim zweiten Blick den Mann dahinter, aber mehr passiert nicht. Ich war schon so oft draussen und mich hat noch keiner angemacht oder auch nur blöd geschaut und dass obwohl ich mit 205cm sicher auffalle. Selbst wenn ich dann mit meiner männlichen Kreditkarte bezahle passiert nichts , höchstens mal ein Kompliment für mein Aussehen.
LG Chrissie
Re: was bedeutet eigentlich "als Frau leben"
Verfasst: Mo 14. Jan 2013, 00:09
von Julia65
Hallo Crissie,
nun, 1 bis 2 Jahre muss es nicht dauern. Das ist ja von Fall zu Fall unterschiedlich. Einige machen in den ersten 3 bis 9 Monaten während der HRT und IPL schon enorme Fortschritte. Andere brauchen eben länger. Aber gerade deshalb, gerade WEIL es ja so lange dauern kann, finde ich , muss man nicht da noch ein ganzes Jahr Alltagstest vorschalten. Dennoch finde ich den Alltagstest, nämlich genau aus den Gründen, die Darialena oben nannte, wichtig und sinnvoll. Nur eben muss man nach dem Start des Alltagstestes ja nicht ein ganzes Jahr warten, bis man mit den anderen Dingen beginnt. So war das gemeint.
Bist du denn der Meinung, dass man erst nach 12 Monaten Alltagstest in die HET dürfen sollte? Wirklich? Warum?
Und: ja, ich war schonmal draussen.
LG
Julia