Re: Mein Weg zu mir selbst
Verfasst: Sa 11. Jul 2026, 18:25
weiterhin viel Erfolg fuer deine Reise die Du noch vor dir hast
gruesse Anika
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Dann ist die Entscheidung gefallen, und es ist nur noch eine Frage der Zeit, bis du als Sabrina rausgehst?Sabrina-Eileen hat geschrieben: Sa 11. Jul 2026, 17:22 Und sie machte mir Mut, ich solle doch einfach rausgehen, die Nachbarn ignorieren und mich nicht um die Blicke der anderen Menschen kümmern. Das hat jetzt wieder das Nachdenken angestoßen zumal meine Psychologin ins gleiche Horn tutete. Mal sehen, wann ich mich traue. Ich werde berichten.
Klar kannst du das aussitzen, bis du in Norwegen bist. Ich würde es aber nicht so machen. Schon allein deswegen, weil du dir damit die Möglichkeit vergibst, dort von Anfang an überzeugend als Frau in der Öffentlichkeit auftreten zu können. Das ist nämlich ein Prozess, der einige Zeit beansprucht. Und was wäre besser, als die verbleibenden Monate in der alten Heimat zu nutzen, um im öffentlichen Auftreten Sicherheit zu gewinnen? Um Erfahrungen zu machen, wie du mit unterschiedlichen Reaktionen umgehst? In welcher Form du dich da draußen selbst am wohlsten fühlst? Wie es wirklich ist, wenn du tatsächlich und selbstverständlich als Frau gesehen wirst?Sabrina-Eileen hat geschrieben: Sa 11. Jul 2026, 18:16 Es kann sein, dass meine Nachbarn es gut aufnehmen, die ostfriesische Gelassenheit an den Tag legen oder aber solche Reaktionen wie bei dir kommen, was mir sehr leid tut. Man schaut den Menschen ja nur vor den Kopf und da meine Zeit hier absehbar ist, muss ich hier nichts mehr erzwingen. Ich habe jetzt so lange gebraucht, mich zu finden, da kommt es auf ein paar Monate eh nicht mehr drauf an. Die schaffe ich auch noch.
Ja, die Entscheidung ist gefallen. Ich hatte am Montagvormittag meinen Termin im Urologicum Osnabrück und habe die Hormone verschrieben bekommen und heute Nachmittag kam das Paket aus der Versandapotheke.Lana hat geschrieben: Di 14. Jul 2026, 11:25 Dann ist die Entscheidung gefallen, und es ist nur noch eine Frage der Zeit, bis du als Sabrina rausgehst?
Genau diese Gedanken kamen mir beim Warten auf die Züge auch. Irgendwann gehe ich raus? Und bis dahin? Das Doppelleben führen, wie all die Jahre? Genau das hat mich ja mit krank gemacht. Und du hast Recht, der Schwung ist da und vielleicht wird es gar nicht schlimm, vielleicht auch doch. Aber da muss ich durch und die Zeit hier ist endlich.Lana hat geschrieben: Di 14. Jul 2026, 11:25 Ich möchte dich ermutigen, den aktuellen Schwung zu nutzen und es nicht länger vor dir herzuschieben. Mach es einfach, und, um mal den Kontrast zu Manuelas Erfahrungen aufzuzeigen, hoffe darauf, dass die Nachbarn sich gar nicht groß äußern werden. So war es nämlich bei mir. Völlig unspektakulär, und nicht mehr Aufregung als hätte ich eine neue Haarfarbe. Also ziemlich entspannt.
Ich finde es ganz wichtig, dass wir unserem Umfeld nicht dabei helfen, unsere eigenen Gefängnismauern zu bauen, indem wir uns wegen befürchteten Reaktionen einschränken lassen und nicht so leben, wie es uns eigentlich bekömmlich wäre. Das beginnt im Kleinen, vielleicht damit, dass du einfach mal als die Person aus dem Haus gehst, die du bist: als Sabrina.
Da hast du es wirklich auf den Punkt gebracht. So habe ich es noch nicht gesehen, daher vielen Dank für diesen Gedanken. Es ist wirklich leichter, hier, in einer doch recht vertrauten Umgebung, anzufangen wieder zu leben. Das wäre ich Norwegen sicher auch möglich, aber du hast Recht. Dieses Lernumfeld kenne ich, und ich gehe mit viel mehr Sicherheit nach Norwegen. Dort würde dann ja alles zusammen kommen, neue Identität, neuer Job, neue Nachbarn und bei meiner Psyche könnte das schnell zu viel werden und dann klappt der Neuanfang nicht.Lana hat geschrieben: Di 14. Jul 2026, 11:25 Klar kannst du das aussitzen, bis du in Norwegen bist. Ich würde es aber nicht so machen. Schon allein deswegen, weil du dir damit die Möglichkeit vergibst, dort von Anfang an überzeugend als Frau in der Öffentlichkeit auftreten zu können. Das ist nämlich ein Prozess, der einige Zeit beansprucht. Und was wäre besser, als die verbleibenden Monate in der alten Heimat zu nutzen, um im öffentlichen Auftreten Sicherheit zu gewinnen? Um Erfahrungen zu machen, wie du mit unterschiedlichen Reaktionen umgehst? In welcher Form du dich da draußen selbst am wohlsten fühlst? Wie es wirklich ist, wenn du tatsächlich und selbstverständlich als Frau gesehen wirst?
Ich möchte dir wirklich Mut und Kraft zusprechen, diese Chance zu nutzen. Weil du hier ein "Lernumfeld" hast, das du nach ein paar Monaten zurück lässt, mit all den Fettnäpfchen, in die du bis dahin vielleicht getreten bist. Es ist also ziemlich "unverbindlich", weil du die meisten deiner Nachbarn danach nur noch sehr selten oder gar nicht mehr sehen wirst.
Gut, hier werde ich wahrscheinlich nicht unbedingt herkommen, aber man weiß ja nie und da gibt es ja noch das berühmte Pferd und die Apotheke.Lana hat geschrieben: Di 14. Jul 2026, 11:25 Und, zweiter wichtiger Punkt:
Vielleicht kommst du irgendwann doch mal zu Besuch in deine alte Heimat zurück und triffst dann Menschen, die du von damals kennst. Wenn ich ein Nachbar von dir wäre, würde ich mich freuen, wenn du mir das noch vor deiner Auswanderung gesagt hättest.
Ja, es ist mein Leben und ich muss für mich den Weg finden, der sich richtig anfühlt. Aber für genau solche Anregungen, Kommentare und Vorschläge schätze ich diesen Austausch hier. Ich stehe am Anfang, ihr seid zum Teil deutlich weiter und ihr teilt eure Erfahrungen. Das ist einfach toll und dafür möchte ich mich noch einmal bei euch allen von ganzemLana hat geschrieben: Di 14. Jul 2026, 11:25 Aber mach wie du möchtest, nur du allein entscheidest. Es ist dein Leben. Von mir kommen nur ein paar Gedanken dazu, die du für dich nutzen kannst, oder auch nicht![]()
Vielen lieben DankSabrina-Eileen hat geschrieben: Mi 15. Jul 2026, 18:06 Genau diese Gedanken kamen mir beim Warten auf die Züge auch. Irgendwann gehe ich raus? Und bis dahin? Das Doppelleben führen, wie all die Jahre? Genau das hat mich ja mit krank gemacht. Und du hast Recht, der Schwung ist da und vielleicht wird es gar nicht schlimm, vielleicht auch doch. Aber da muss ich durch und die Zeit hier ist endlich.
Ich selbst habe in meinem Trans*Lebenslauf geschrieben, den ich für meine Psychologin verfasst habe und auch hier, glaube ich, schon einmal geäußert:Violetta-TransFlower hat geschrieben: Do 2. Jan 2025, 13:09 Violetta stürmt heut' in die Welt
Auch wenn manchen in der Welt das nicht gefällt
Das ist ihr absolut egal
Denn die Welt, der das nicht gefällt, die kann sie heute mal.
genau darauf wollte ich hinaus. Ein Neuanfang in einem fremden Land kann ganz schnell überfordern, aus den unterschiedlichsten Gründen. Das beginnt mit der Bürokratie, und endet noch lange nicht bei der fremden Sprache. Plötzlich gibt es völlig unerwartete kleine Schwierigkeiten, die sich im Laufe der Zeit zu einem ganz schönen Berg auftürmen können. Und meistens fehlt gerade am Anfang ein Netzwerk vor Ort, das dich in solchen Situationen unterstützen könnte.Sabrina-Eileen hat geschrieben: Mi 15. Jul 2026, 18:06 Es ist wirklich leichter, hier, in einer doch recht vertrauten Umgebung, anzufangen wieder zu leben. Das wäre ich Norwegen sicher auch möglich, aber du hast Recht. Dieses Lernumfeld kenne ich, und ich gehe mit viel mehr Sicherheit nach Norwegen. Dort würde dann ja alles zusammen kommen, neue Identität, neuer Job, neue Nachbarn und bei meiner Psyche könnte das schnell zu viel werden und dann klappt der Neuanfang nicht.
Ich hatte hierzu gestern ein sehr gutes Gespräch mit meiner Psychologin und sie hat mir für die nächsten 3 Wochen, wenn meine Termine in der Gefäßchirurgie ausfallen, eine Aufgabe mitgegeben. In dieser Zeit soll ich mich fragen, was Sabrina jetzt tun möchte. Ich soll in mich reinhören und dann probieren, es umzusetzen. Und wenn ich nur bis zur Haustür komme, dann ist das auch in Ordnung. Ich weiß, dass meine größte Blockade gerade in meinem Kopf sitzt und ich mir da selber im Weg stehe. Aber das bekomme ich auch hin, da bin ich mir sicher. Denn ihr habt Recht, warum soll ich mich nach anderen Menschen richten, von denen ich nicht mal weiß, wie sie reagieren?Violetta-TransFlower hat geschrieben: Do 16. Jul 2026, 19:09 Liebe Sabrina,
Auch ich möchte Dir Mut zusprechen, neben Lana, die es wirklich absolut auf den Punkt gebracht hat, daß Du es mit dem Rausgehen versuchst.
Ich habe mich Ende 2024 ziemlich schnell dazu entschieden obwohl ich es einen oder zwei Monate davor noch kategorisch ausgeschlossen habe.
Klar war das am Anfang auch alles aufregend, aber lange nicht so dramatisch wie ich es mir selbst vorgestellt habe.
So geht es mir auch. Ich finde dieses Forum klasse, zumal es hier wirklich freundschaftlich und wertschätzend zugeht, was ja leider nicht mehr selbstverständlich ist. Ich habe gar nicht so viel Zeit, alles zu lesen, jede persönliche Geschichte, jeden Beitrag über Hormone etc. Dafür ist es einfach zu vielVioletta-TransFlower hat geschrieben: Do 16. Jul 2026, 19:09 Ich selbst habe in meinem Trans*Lebenslauf geschrieben, den ich für meine Psychologin verfasst habe und auch hier, glaube ich, schon einmal geäußert:
" Nichts hat mich so geprägt in meiner Entwicklung,
wie das Crossdresser Forum".
Ich weiß nicht, wie mein Weg ohne dieses wertvolle Forum verlaufen wäre, wahrscheinlich ziemlich anders.
Dieser Satz gefällt mir in der tat sehr gut. Daran arbeite ich jetzt. Heute früh kam mir dazu die Idee, dass ich meinen direkten Nachbarn, es sind 6 an der Zahl, einen Brief schreibe und ihnen von Sabrina erzähle. So habe ich die Kontrolle, was das Outing angeht und es kommen keine komischen Blicke und unverhoffte Kommentare, wenn ich aus dem Haus gehe. Das bringt mir, so hoffe ich, mehr Sicherheit und Freiheit. Aber der Gedanke kann erst einmal reifen und ich bespreche das nächste Woche mit meiner Psychologin.Violetta-TransFlower hat geschrieben: Do 16. Jul 2026, 19:09 Lana findet sowieso fast immer die richtigen Worte.
Zu mir hat sie mal ziemlich am Anfang gesagt:
"Werde, die Du bist !"
Ein Schlüsselsatz für mich in meiner Entwicklung, für den ich ihr neben vielen anderen Worten und Beiträgen für immer dankbar sein werde.
Ich glaube, diese Worte passen auch für Dich.
Dafür ganz lieben Dank.Violetta-TransFlower hat geschrieben: Do 16. Jul 2026, 19:09 Ich wünsche Dir für Deinen zukünftigen Weg alles erdenklich Liebe und Gute und natürlich auch viel Glückund Erfolg in Norwegen.
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Ich bin dir für deine offenen ehrlichen Worte sehr dankbar. Ich habe mittlerweile für mich erkannt, dass hier meine Angst die Vernunft besiegt hat. Ich wollte vor dem Micherklären, Michrechtfertigen müssen einfach davon laufen. Das ist sicherlich ein gangbarer Weg, aber ich weiß nun, dass dieser Weg nicht wirklich zielführend ist. Daher fand ich deinen Vergleich mit dem Lernumfeld passend. Und da bin ich so froh, dass ich so eine tolle Psychologin gefunden habe, die mir hilft, mit meiner Angst umzugehen, meinen Selbstwert durch Erfahrungen zu steigern.Lana hat geschrieben: Do 16. Jul 2026, 19:40 genau darauf wollte ich hinaus. Ein Neuanfang in einem fremden Land kann ganz schnell überfordern, aus den unterschiedlichsten Gründen. Das beginnt mit der Bürokratie, und endet noch lange nicht bei der fremden Sprache. Plötzlich gibt es völlig unerwartete kleine Schwierigkeiten, die sich im Laufe der Zeit zu einem ganz schönen Berg auftürmen können. Und meistens fehlt gerade am Anfang ein Netzwerk vor Ort, das dich in solchen Situationen unterstützen könnte.
Und dann noch gleichzeitig die ohnehin emotional sehr anstrengende (aber auch bereichernde) Phase des erstmaligen "Ernstfalls" als Frau aufzutreten und zu leben? Ohne Probe, einfach so, direkt ins kalte Wasser springen? An einem Ort, wo du die Menschen viel weniger einschätzen kannst als in deiner alten Umgebung?
Mir wäre das viel zu viel, ich wäre total überfordert mit der neuen Umgebung und mit meinem neuen Selbst. Eins davon ist für durchschnittliche Charaktere (zu denen ich mich zählen würde) schon genug. Das kann ich dir aus eigener Erfahrung in beiden Bereichen versichern.
Wenn du wüsstest, was gerade alles für Gedanken durch meinen Kopf geistern.Lana hat geschrieben: Do 16. Jul 2026, 19:40 Rausgehen und zu sich stehen ist am Anfang immer von Angst besetzt und sehr anstrengend. Es kostet die ersten paar Mal große Überwindung. Daher ist es gut, wenn du deine Energie und Aufmerksamkeit am Anfang vollständig darauf verwenden kannst, dich zu motivieren, vorzubereiten und dann tatsächlich die Haustür aufzumachen und rauszugehen. Möglichst ohne Ablenkung, ohne einen Kopf voller Gedanken an andere (wichtige) Dinge.
Ich hatte hier mal einen Beitrag eingestellt für einen gemeinsamen Spaziergang. Nur hier in der Gegend ist es alles recht einsam. Es gibt zwar in Emden einen monatlichen Treff, aber so weit war ich noch nicht. Das wäre dann der nächste Schritt.Lana hat geschrieben: Do 16. Jul 2026, 19:40 So lange du noch in Deutschland bist, hast du es zudem einfacher, dir Unterstützung zu holen, wenn es dir allein doch zu viel wird. Hier in diesem Forum findet sich vielleicht eine Person in deiner Nähe, die dich beim ersten Mal begleiten würde, wenn du das möchtest.
Ebenso findest du hier Adressen und Termine von Stammtischen und Beratungsstellen, die dir behilflich sein können.
Mich zieht es nach Agder, in den Süden. Ich kenne die Gegend um Arendal sehr gut und auch rüber bis nach Flekkefjord. Über verschiedene Facebook-Gruppen und einem Discord-Server habe ich mich schon vernetzt. In Norwegen ist die Gesellschaft da sehr tolerant und es gibt in Kristiansand eine sehr gute Anlaufstelle die in allen medizinischen und rechtlichen Fragen hilft. Da bin ich also schon fleißig.Lana hat geschrieben: Do 16. Jul 2026, 19:40 All das gibt es in Norwegen sicher auch. Je nachdem, wo du hinziehst, kann die nächste Anlaufstelle aber auch ganz schön weit weg sein. Und du musst sie erstmal finden, wenn du sie brauchst. Nicht zuletzt kannst du dort nicht auf Deutsch kommunizieren, was bei sensiblen und schwierigen Themen ein großer Nachteil sein kann, selbst wenn du sehr gut Englisch oder Norwegisch sprichst. Die Feinheiten deines Befindens wirst du in der Regel dennoch nur ungenügend ausdrücken können.
LGL
Herzlichen Glückwunsch diesen Weg geschafft zu haben. Damit bricht ein neues Kapitel an im Leben was auf eine ganz eigene Art wunderbar wird. Viel Erfolg dir in Norwegen.Sabrina-Eileen hat geschrieben: Mi 15. Jul 2026, 18:06 Ich hatte am Montagvormittag meinen Termin im Urologicum Osnabrück und habe die Hormone verschrieben bekommen und heute Nachmittag kam das Paket aus der Versandapotheke