Re: Russische Gefängnisbehörde vermeldet Tod von Kremlgegner Alexej Nawalny
Verfasst: So 18. Feb 2024, 16:26
Im Corrective Spotlight am Wochenende vom 17.02.2024 schreibt Justus von Daniels:
"Die ganze Welt musste zusehen, wie Alexej Nawalny in den Straflagern zugrunde gerichtet wurde. Die seltenen öffentlichen Bilder zeigten einen unbeugsamen Kämpfer für ein freies Russland. Sein Tod war ein Mord auf Raten.
Der russische Präsident Putin hat uns allen seine Grausamkeit vorgeführt. Kleine Hoffnungsschimmer wurden sofort mit einer härteren Internierung gekontert.
Gestern rief Nawalnys Frau, Julija Nawalnaja, auf der Münchener Sicherheitskonferenz zum Kampf gegen das russische Regime auf.
Nawalny hatte 2021, kurz vor seiner Rückreise nach Russland, mit CORRECTIV für sein letztes Projekt zusammengearbeitet:
Als er damals nach seiner Vergiftung aus der Berliner Charité entlassen wurde, machte sich Nawalny sofort wieder an die Arbeit. Er recherchierte auch in Deutschland für seinen letzten investigativen Film über die Korruption des russischen Diktators "Ein Schloss für Putin" - . Mein Kollege David Schraven erinnert sich in unserem CORRECTIV.Inside am Ende des Newsletters an die kurze intensive Zeit, in der er Nawalny half, Putins Stasi-Akten zu besorgen. Ihm war klar, was ihm drohen würde, als er nur wenige Wochen später zurück nach Russland ging.
Es ist zu hoffen, dass die Zivilgesellschaft in Russland den Mut nicht verliert. Sie braucht jetzt jede Unterstützung, denn sie hat ihren Leuchtturm verloren. Ich empfehle Ihnen die ZDF-Dokumentation über Nawalny und seinen Kampf für die Freiheit in Russland. "
Und David Schraven ergänzt:
"Alexej Nawalny gehört zu den wenigen Menschen, der mit einem Lachen einen Raum füllen konnte. Als ich ihn in Freiburg treffen durfte und kurz später in Dresden, um ihm die Stasi-Akten des russischen Diktators Vladimir Putin zu geben, konnte ich wenige Stunden mit ihm zusammen sein. Er hatte gerade die Vergiftung mit Novitschok überstanden. War noch ein wenig wackelig auf den Beinen. Aber er lachte und war wieder bereit, es erneut mit dem Verbrecher Putin und dessen Geheimdienst aufzunehmen. In dieser Zeit überführte Nawalny gerade die Agenten, die ihn ermorden wollten, und produzierte mit Maria Pevchikh seinen erfolgreichsten Film: "Putins Schloss" — eine bahnbrechenche Recherche, die das ganze Ausmaß der Korruption in Russland offenlegte.
Alexej Nawalny war die Hoffnung auf ein modernes Russland. Aufgeschlossen, entschlossen demokratisch, kampfbereit. Er ignorierte die erfolgreichen Schmierkampagnen des russischen Geheimdienstes, denen er in Deutschland ausgesetzt war, er kooperierte mit russischen Nazis. Er gab nichts auf die westlichen Talk-Shows und die von russischen Einflussagenten verbreitete Kritik, die sich auf ihn konzentrierte.
Er fokussierte seine kurze Lebenszeit stattdessen lieber auf Recherchen für die Menschen in den russischen Groß- und Kleinstädten, versuchte, die Leute in den Dörfern und Provinzen zu erreichen — egal, was sie dachten. Sein Ziel war es, zuerst das System Putin zu stürzen und dann eine parlamentarische Demokratie zu errichten. Dafür verbündete er sich mit jedem Menschen, der helfen wollte, dieses Ziel zu erreichen. Er wollte Mehrheiten gegen Putin zusammenbringen.
Nach seiner vollständigen Genesung fuhr er zurück nach Russland. Er wusste, was ihn erwartete. Er war bereit, für sein Land zu leiden.
Nach seiner Verhaftung veröffentlichten seine Freunde seinen Film über Putins Schloss auf YouTube. Dieser Film wurde über 120 Millionen mal angesehen. Nahezu jeder Russe hat den Film gesehen. Das russische Volk weiß, wie korrupt sein Herrscher ist.
Alexej Nawalny ist nun ermordet worden. Sein Licht ist erloschen.
Seine Kameraden machen weiter. Sie setzen ihr Leben weiter ein, Putins Gewaltherrschaft zu beenden. Ihnen gilt unsere Solidarität. Sie kämpfen für uns alle."
"Die ganze Welt musste zusehen, wie Alexej Nawalny in den Straflagern zugrunde gerichtet wurde. Die seltenen öffentlichen Bilder zeigten einen unbeugsamen Kämpfer für ein freies Russland. Sein Tod war ein Mord auf Raten.
Der russische Präsident Putin hat uns allen seine Grausamkeit vorgeführt. Kleine Hoffnungsschimmer wurden sofort mit einer härteren Internierung gekontert.
Gestern rief Nawalnys Frau, Julija Nawalnaja, auf der Münchener Sicherheitskonferenz zum Kampf gegen das russische Regime auf.
Nawalny hatte 2021, kurz vor seiner Rückreise nach Russland, mit CORRECTIV für sein letztes Projekt zusammengearbeitet:
Als er damals nach seiner Vergiftung aus der Berliner Charité entlassen wurde, machte sich Nawalny sofort wieder an die Arbeit. Er recherchierte auch in Deutschland für seinen letzten investigativen Film über die Korruption des russischen Diktators "Ein Schloss für Putin" - . Mein Kollege David Schraven erinnert sich in unserem CORRECTIV.Inside am Ende des Newsletters an die kurze intensive Zeit, in der er Nawalny half, Putins Stasi-Akten zu besorgen. Ihm war klar, was ihm drohen würde, als er nur wenige Wochen später zurück nach Russland ging.
Es ist zu hoffen, dass die Zivilgesellschaft in Russland den Mut nicht verliert. Sie braucht jetzt jede Unterstützung, denn sie hat ihren Leuchtturm verloren. Ich empfehle Ihnen die ZDF-Dokumentation über Nawalny und seinen Kampf für die Freiheit in Russland. "
Und David Schraven ergänzt:
"Alexej Nawalny gehört zu den wenigen Menschen, der mit einem Lachen einen Raum füllen konnte. Als ich ihn in Freiburg treffen durfte und kurz später in Dresden, um ihm die Stasi-Akten des russischen Diktators Vladimir Putin zu geben, konnte ich wenige Stunden mit ihm zusammen sein. Er hatte gerade die Vergiftung mit Novitschok überstanden. War noch ein wenig wackelig auf den Beinen. Aber er lachte und war wieder bereit, es erneut mit dem Verbrecher Putin und dessen Geheimdienst aufzunehmen. In dieser Zeit überführte Nawalny gerade die Agenten, die ihn ermorden wollten, und produzierte mit Maria Pevchikh seinen erfolgreichsten Film: "Putins Schloss" — eine bahnbrechenche Recherche, die das ganze Ausmaß der Korruption in Russland offenlegte.
Alexej Nawalny war die Hoffnung auf ein modernes Russland. Aufgeschlossen, entschlossen demokratisch, kampfbereit. Er ignorierte die erfolgreichen Schmierkampagnen des russischen Geheimdienstes, denen er in Deutschland ausgesetzt war, er kooperierte mit russischen Nazis. Er gab nichts auf die westlichen Talk-Shows und die von russischen Einflussagenten verbreitete Kritik, die sich auf ihn konzentrierte.
Er fokussierte seine kurze Lebenszeit stattdessen lieber auf Recherchen für die Menschen in den russischen Groß- und Kleinstädten, versuchte, die Leute in den Dörfern und Provinzen zu erreichen — egal, was sie dachten. Sein Ziel war es, zuerst das System Putin zu stürzen und dann eine parlamentarische Demokratie zu errichten. Dafür verbündete er sich mit jedem Menschen, der helfen wollte, dieses Ziel zu erreichen. Er wollte Mehrheiten gegen Putin zusammenbringen.
Nach seiner vollständigen Genesung fuhr er zurück nach Russland. Er wusste, was ihn erwartete. Er war bereit, für sein Land zu leiden.
Nach seiner Verhaftung veröffentlichten seine Freunde seinen Film über Putins Schloss auf YouTube. Dieser Film wurde über 120 Millionen mal angesehen. Nahezu jeder Russe hat den Film gesehen. Das russische Volk weiß, wie korrupt sein Herrscher ist.
Alexej Nawalny ist nun ermordet worden. Sein Licht ist erloschen.
Seine Kameraden machen weiter. Sie setzen ihr Leben weiter ein, Putins Gewaltherrschaft zu beenden. Ihnen gilt unsere Solidarität. Sie kämpfen für uns alle."