Liv hat geschrieben: Sa 3. Mai 2025, 09:37
Ich kann für mich jedoch sagen (und auch für eine ganze Reihe von crossdressenden Bekannten) das die sexuelle Komponente rapide an Relevanz verliert, sobald man seinen, wie auch immer gearteten, weiblichen Anteilen den benötigten Raum gibt. Was das für Dich heißt musst Du selbst herausfinden. Für mich heißt das: zeitweise aus Frau leben (und gelesen werden!) und weibliches Körperempfinden bewusst zulassen z.B. durch Tanz oder Sport.
"Als Frau gelesen werden." Das ist der Stichpunkt.
Liv hat geschrieben: Sa 24. Okt 2020, 22:06
Und überhaupt: Ich kann mich als Frau über mehrere Tage alleine durch eine fremde Großstadt (inkl. ÖPNV) bewegen, ohne nennenswert aufzufallen! Wahnsinn!!
Seitdem bin ich wesentlich ruhiger geworden, ja würde sogar fast sagen, dass ich mit meiner Neigung meinen Frieden gemacht habe. Ich bin gerne ein Mann und mag meinen männlichen Körper. Aber wenn ich will, kann ich mich mit ein paar Tricks in eine attraktive Frau verwandeln. That's my superpower.
"Ohne nennenswert aufzufallen." und "Aber wenn ich will, kann ich mich mit ein paar Tricks in eine attraktive Frau verwandeln. That's my superpower." Das sind auch Stichpunkte, die wehtun.
Liv hat geschrieben: Mo 5. Mai 2025, 20:00
Nun rühre gerade in meinem Starbucks-Kaffeebecher, auf dem fett Liv drauf steht. Mein Name wurde einmal quer durch den Shop gerufen und mir der Becher, als ich mich dann zur Theke gedrängelt habe, mit den Worten "Da ist sie ja… ein Caramel Macchiato für Mademoiselle" in die Hand gedrückt. Solche Situationen passieren mir oft und sie lassen mein Herz höher springen - großes Resonanz-Gendereuphorie-Sinfonieorchester! Zumal ich "nur" Jeans, Pullover, Sneakers und ein leichtes Makeup trage. Meine eigenen Haare habe ich zu einem Pferdeschwanz gebunden. Ich gebe zu, ich mag zwar von Natur aus einen Startvorteil haben ... Ob andere mich wirklich als Frau lesen oder mir einfach nur den Gefallen tun, weiß ich nicht, aber Misgendering kommt erstaunlich selten vor. Letztendlich ist mir das auch egal.
Ja, ich wünsche, mir wäre das auch egal !!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!
Ich habe aber dauernd Angst, weil ich en femme dauernd als "er" angesprochen werde, bespuckt, angefeindet werde. Ich will nicht mehr diskriminiert werden, ich wurde das schon mein ganzes Leben lang!
Wenn ich mich selber im Spiegel ansehe (trotz vieler verschiedener Stylingversuche) sehe ich das Männliche und erhalte einfach kein Passing. Das merke ich jetzt einige Monate später seit meinem ersten Beitrag hier im Forum.
Wenn ich lese, wie gut es Liv geht, ohne HRT oder FFS, tut es mir weh. Natürlich will ich dich nicht angreifen, Liv. Du bist großartig und sehr belesen. Warum lese ich das dann? Weil ich hoffe, dass ich eine Lösung finde, wie ich ohne Crossdressing und der damit verbundenene Neigung, Cis zu passen, glücklich werden kann - mit eurer Hilfe. Eigentlich geht es mir auch wie von Liv, oder Maura.Masqurin hier geschildert wird, nur, ich habe das im Vorstellungsbeitrag völlig unpassend AGP genannt.
Andererseits bin ich mit einer tiefen Sehnsucht hin zum Passing erfüllt. Dieses Resonanz-Gendereuphorie-Sinfonieorchester, wie Liv es
hier beschreibt, kann einfach nicht mehr spielen! Es hatte, als ich 17 war (siehe Avatarfoto) seinen großen Auftritt. Nun will ich es unbedingt wieder hören! Höchstens mit einer Gesichtsoperation kann es wieder spielen.
Ich denke auch schon seit mehr als 10 Jahren nach zu dem Thema, seit mien Gesicht vermännlichte. Es ist so, dass die Hormonersatztherapie mir nicht hilft, zu "passen", weil die genetisch codierten Knochen die Vermännlichung (die Dysphorie) herbeiführen. Ich nehme schon zehn Jahre lang Hormone. Trotzdem ist es wie verhext! Als ob in mir eine Hexe sitzt, die sagt: "Jetzt mach´die Gesichts-OP endlich! Geh´wieder arbeiten, damit du auch die letzten 4000€ zusammen hast!"
Als ob ich mit 17 "Blut geleckt" habe und nun wie ein Vampir danach dürste !!!!
Da könnt ihr euch jetzt denken: Dann mach´ doch einfach die OP.
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Aber es geht noch schlimmer: Ein intellektueller Untergrundkünstler, der mehrere spirituelle Lehren unterschiedlicher Glaubenssysteme (Mahabharata, Bardo Thödröl, Ägyptisches Totenbuch) gelesen hat, hat gesagt, dass ich mit der OP in die Hölle komme !!!!
Ich könnte jetzt einfach, um mein Gewissen zu beruhigen, einfach denken, dass es Gott nicht gibt und die Operation machen. Aber bislang habe ich kein triftiges Argument erhalten, dass es Gott nicht gibt. Woher wollen wir Menschen wissen, dass es Gott nicht gibt? Die Menschen können mir nicht mal erklären, mit welcher Zahl das Zählen aufhört, oder wo das Weltall zu Ende ist, oder, was eben passiert, wenn wir sterben. Sie wissen auch nicht alles.
Der Glaube an Gott sitzt tief. Ich habe Angst vor der Dunkelheit. Jedes Mal kurz vor dem Schlafengehen und nach dem Aufwachen sehe ich Schatten. Jedes verdammte Mal seit ich lebe! Mangels Erklärung nenne ich sie "Wesen aus dem Jenseits". Ich fürchte, dass sie mich holen, wenn ich sterbe, falls ich eine zu große "Sünde" begehe, und diese Sünde ist die Gesichts-OP. Wenn ich also die OP habe, hätte ich Geld nur für mich ausgegeben, für mein Ego. Also scheint diese OP nicht zu meinem in diesem Leben vorbestimmten Weg zu gehören.
Diese Schatten waren auch keine Mini-Paralyse und mich auf den Atem konzentrieren half auch nicht. Nur Licht anmachen. Es ist keine Schlafparalyse, oder vielleicht nur eine sehr sanfte.
Ich bin zum Glück nicht der Einzige mit dem Scheiß: "Bisher konnten Wissenschaftler nicht eindeutig erklären, was genau die schaurigen Gestalten in unseren Träumen und Gedanken auslösen und warum sie uns in der Nacht offenbar gezielt angreifen."
Quelle:
https://www.betten.de/magazin/schlafpar ... chlaf.html
Und woher kommt meine Angst? Vielleicht durch meine Lebenserfahrung. In meiner Kindheit gingen mehrere andere Kinder auf mich los und warfen Steine. Ich wurde rassistisch beleidigt. Rund um die Uhr, im Kinderheim, für drei Jahre. Nachdem ich mich ins Bett lag und einschlafen wollte und auch schon eine Weile lag, hatte sich bespielsweise einer von denen zu mir in ins Bett gelegt, oder sie hatten mich getreten. Ich hatte Prellungen und Narben. Ich war mal froh, wenn ich einen Schultag in Ruhe gelassen wurde. Den Pädagogen war alles scheiß egal, als ich es ihnen erzählte. Vor meiner Mutter hielt ich alles geheim, aus Angst, dass sie sich umbringt, weil sie sonst schon so in ihrem Leben verzweifelt war. Ich hatte keine Verwandten oder Geschwister und sonst keine vertrauenswürdigen Freunde. Ich war immer misstrauisch zu Männlein und Weiblein und der reinste Misanthrob, ich hasste Menschen. Ich fürchtete, dass man mich ständig betrügen wolle. Ich mobbte sogar andere Außenseiter, um bei den Mobbern beliebt zu sein. Ich war total abhängig, auf Gedeih und Verderb den anderen Kindern ausgesetzt! Ich schrieb eigentlich gute Noten, aber durch das ständige draufhämmern ging gar nichts mehr, die Realschule war nicht mehr zu schaffen. Dann bin ich geflohen. Vielleicht sidn die Schatten die nahezu tagtäglichen Attacken der anderen bei Nacht. Ich war mit sieben anderen Kindern zusammen in einem Zimmer. Im Heim waren wir Hunderte. Immer wurde was geworfen, oder jemand stand direkt neben mir, um mir ins Gesicht zu spucken. Oder Kinder von nebenan kamen herübergerannt, manche brachten sogar Mädchen mit.
Mit 16 lag ich im Bett des jugendheims und wünschte mir, als eine echte Frau wahrgenommen zu werden. Warum wollte ich das? Es war und ist einfach nur ein Gefühl. Ich verstand es nicht und verstehe es bis heute nicht. Ich lernte im Jugendheim einen coolen Betreuer kennen, der mich heimlich verkleidet hatte und ich ging als Frau durch! Ich machte als Frau Touren durch die Stadt, war in Bars und als andere Leute meine Stimme hörten, überraschte sie es. Die fanden das witzig und mich brachte das in Euphorie. Ich war eine sogenannte "Trap". Ich liebte es auch, als Frau wahrgenommen auszurasten, zum Spaß Leute zu schubsen und mir passierte nichts. In meinen Zeichnungen aus der Zeit stilisierte ich ausrastende Frauen zu Heldinnen! Sie waren Mörderinnen, brachten Männer um, überall floss Blut.
Verdammt, was sollte das?
Als Frau wurde mein Ausrasten als "Empowerment" bezeichnet, als Mann ein "Problemfall".
Frausein war absolut geil! Ich hätte alles zuwichsen können! Irgendwie war diese Zeit eine Fackel in der pechschwarzen Düsternis.
Noch was: Mein weiblicher Name hat Geschichte. Ich wünschte mir als 16-Jähriger, als ich im Heim war, ich könnte die Gestalt eines bestimmten Mädchens annehmen (etwas, womit man mich nicht erkennt), um mich unter die Mobber zu mischen und ihnen eine Lektion zu erteilen! Die Beschwörungstexte der elfischen Baeramaela.