Wie kommst Du denn darauf ? Ich bin schon seit 50 Jahren am experimentieren und habe für mich etwas entdeckt, als es noch kein Begriff dafür gab. In der Pubertät habe ich mir einmal vorgestellt, was ich den für einen Wunsch hätte, wenn eine Fee vorbei käme. Mir fiel nur einer ein: Ich wollte je nach Stimmung und Befindlichkeit mein Geschlecht wechseln können. Das war um 1975 herum und noch 20 Jahre vom Internet entfernt. Transsexualität war nur extrem entfernt ein Thema in der Öffentlichkeit und für mich nicht erreichbar. Aber gespürt habe ich den Wunsch damals und das ist bis heute so geblieben. Der Unterschied ist, dass ich es heute fast so leben kann, wie ich es mir wünsche.Lina hat geschrieben: Di 6. Dez 2022, 16:34 Hoffentlich machst du nichts von der Terminologie abhängig.
Ich fühle mich, als wäre ich eine Marionette ... - # 3
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Re: Ich fühle mich, als wäre ich eine Marionette ...
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Re: Ich fühle mich, als wäre ich eine Marionette ...
Wieder Zeit für eine Nabelschau ...
Araia hatte in einem Beitrag mein Selbstverständnis vom Frausein hinterfragt (viewtopic.php?p=366042#p366042). Zuerst war ich verärgert, da ich das Gefühl hatte, sie wolle mir mein Frausein absprechen. Aber das mein Nerv, den sie unwillkürlich getroffen hat. Also muss ich mich mit meinem Thema beschäftigen. Dafür bin ich ihr dankbar und nicht mehr verärgert. Also schreibe ich mir jetzt wieder einmal meine Innensicht vom Leibe, um klarer sehen zu können. Ein wenig habe ich im aktuellen "Passing"-Fred geschrieben (viewtopic.php?p=366652#p366652). Hier nun die Teile, die nicht dorthin gehören.
Gestern abend hatte Zeit und Gelegenheit, ein paar Interviews mit Frauen aus der Filmbranche in Fernsehen anzuschauen (https://www.zdf.de/kultur/international ... g-108.html, Rubrik "FilmFrauen reden Klartext"). Wie sehr ich mich mit Frauen und nicht Männern verbunden fühle, weiß ich ja schon eine Weile. Aber jetzt komme ich an einen neuen Punkt. Ich stelle mir einige Fragen:
- Ist der internationale Frauentag auch ein Frauentag für mich ?
- Kann ich mich mit den Frauen im Interview so identifizieren, dass wir das gleiche Geschlecht haben, dass ich eine von ihnen bin ?
Bei diesen Fragen spüre ich einen Schmerz in mir. Mir ist bewusst, dass mein Körper immer eine Grenze darstellen wird. Ich wünsche mir als Frau sehnlichst die Solidarität von Frauen und fürchte, sie niemals zu bekommen. Aber wie viel Frau bin ich wirklich ?
Da ist eine Erziehung, die ist männlich orientiert. Ich wurde als Junge und später als Mann gelesen und habe mich nicht dagegen gewehrt. In der Pubertät habe ich die Haare wachsen lassen. Das war damals Mode. Den Satz "Lasse Dir die Haare schneiden, Du siehst ja aus wie ein Mädchen" habe damals öfters gehört. Ich konnte ihn nicht einsortieren. Er war keine Provokation für mich, aber was davon meine Wahrheit ist, habe ich nicht erkannt. Die Erwartungen an mich waren stärker. Ich glaube, dass ist ein gutes Stück weit noch heute so. Angst und Scham dominieren noch immer mein Verhalten, auch wenn ich mir eine Menge Freiräume geschaffen habe. Die Kernfrage ist ungelöst. Bei allem Selbstbewusstsein, dass ich an den Tag lege, ist da auch eine Menge Unsicherheit. Wie tief steckt dieses Frausein wirklich in mir ? Könnte ich das leben, wenn ich es wollte, Tag für Tag ?
Ich glaube, was mich mit den Frauen am Frauentag verbunden hat, war das Bewusstsein, dass es mir um den "Traum von Freiheit, Frieden und Selbstbestimmung" geht, wie es in einem Film über Frauen im Iran heißt. Mir kamen fast die Tränen als ich diese Worte gelesen habe. Aber bei mir ist es nicht ein Regime, dass mich unterdrückt, sondern ich spüre nur die Begrenzungen in mir selber. Die Scham, nicht akzeptiert zu werden und die Angst vor dem Ausgeschlossensein sind mein inneres Gefängnis. Und da ist der innere Druck, so zu sein, wie ich es mir wünsche. Der innere Konflikt wird immer massiver. Ich hatte gehofft, er würde geringer werden, wenn ich mich mit dem Thema auseinander setze. Aber das Gegenteil ist der Fall. Je mehr ich mich mit meiner Weiblichkeit beschäftige, um so mehr Raum nimmt sie ein. Sie lässt mich nicht in Ruhe. Sie drängt und schiebt gegen die Schale, die ich nach außen krampfhaft versuche zu erhalten. Aber die Risse in der Schale werden immer größer. Ich habe das Gefühl, dass ich unkontrolliert falle und möchte mich festhalten. Aber kein Mensch gibt mir den Halt den ich brauche. Es ist klar, ich muss mir erst selber den Halt geben, damit auch andere mich halten können.
Ich weiß nicht, wie es anderen geht, aber ich habe den Eindruck, vielen geht es ähnlich. Es ist schön, dass es ein Forum wie dieses gibt, in dem ich Solidarität erfahre und auch geben kann. Hier kann ich über die "undenkbaren" Dinge schreiben. Hier kann ich mich dem Gefühl hingeben, eine Frau zu sein. Aber das ist auch nur eine Blase. Das Leben findet draußen statt.
Soweit für heute ...
Araia hatte in einem Beitrag mein Selbstverständnis vom Frausein hinterfragt (viewtopic.php?p=366042#p366042). Zuerst war ich verärgert, da ich das Gefühl hatte, sie wolle mir mein Frausein absprechen. Aber das mein Nerv, den sie unwillkürlich getroffen hat. Also muss ich mich mit meinem Thema beschäftigen. Dafür bin ich ihr dankbar und nicht mehr verärgert. Also schreibe ich mir jetzt wieder einmal meine Innensicht vom Leibe, um klarer sehen zu können. Ein wenig habe ich im aktuellen "Passing"-Fred geschrieben (viewtopic.php?p=366652#p366652). Hier nun die Teile, die nicht dorthin gehören.
Gestern abend hatte Zeit und Gelegenheit, ein paar Interviews mit Frauen aus der Filmbranche in Fernsehen anzuschauen (https://www.zdf.de/kultur/international ... g-108.html, Rubrik "FilmFrauen reden Klartext"). Wie sehr ich mich mit Frauen und nicht Männern verbunden fühle, weiß ich ja schon eine Weile. Aber jetzt komme ich an einen neuen Punkt. Ich stelle mir einige Fragen:
- Ist der internationale Frauentag auch ein Frauentag für mich ?
- Kann ich mich mit den Frauen im Interview so identifizieren, dass wir das gleiche Geschlecht haben, dass ich eine von ihnen bin ?
Bei diesen Fragen spüre ich einen Schmerz in mir. Mir ist bewusst, dass mein Körper immer eine Grenze darstellen wird. Ich wünsche mir als Frau sehnlichst die Solidarität von Frauen und fürchte, sie niemals zu bekommen. Aber wie viel Frau bin ich wirklich ?
Da ist eine Erziehung, die ist männlich orientiert. Ich wurde als Junge und später als Mann gelesen und habe mich nicht dagegen gewehrt. In der Pubertät habe ich die Haare wachsen lassen. Das war damals Mode. Den Satz "Lasse Dir die Haare schneiden, Du siehst ja aus wie ein Mädchen" habe damals öfters gehört. Ich konnte ihn nicht einsortieren. Er war keine Provokation für mich, aber was davon meine Wahrheit ist, habe ich nicht erkannt. Die Erwartungen an mich waren stärker. Ich glaube, dass ist ein gutes Stück weit noch heute so. Angst und Scham dominieren noch immer mein Verhalten, auch wenn ich mir eine Menge Freiräume geschaffen habe. Die Kernfrage ist ungelöst. Bei allem Selbstbewusstsein, dass ich an den Tag lege, ist da auch eine Menge Unsicherheit. Wie tief steckt dieses Frausein wirklich in mir ? Könnte ich das leben, wenn ich es wollte, Tag für Tag ?
Ich glaube, was mich mit den Frauen am Frauentag verbunden hat, war das Bewusstsein, dass es mir um den "Traum von Freiheit, Frieden und Selbstbestimmung" geht, wie es in einem Film über Frauen im Iran heißt. Mir kamen fast die Tränen als ich diese Worte gelesen habe. Aber bei mir ist es nicht ein Regime, dass mich unterdrückt, sondern ich spüre nur die Begrenzungen in mir selber. Die Scham, nicht akzeptiert zu werden und die Angst vor dem Ausgeschlossensein sind mein inneres Gefängnis. Und da ist der innere Druck, so zu sein, wie ich es mir wünsche. Der innere Konflikt wird immer massiver. Ich hatte gehofft, er würde geringer werden, wenn ich mich mit dem Thema auseinander setze. Aber das Gegenteil ist der Fall. Je mehr ich mich mit meiner Weiblichkeit beschäftige, um so mehr Raum nimmt sie ein. Sie lässt mich nicht in Ruhe. Sie drängt und schiebt gegen die Schale, die ich nach außen krampfhaft versuche zu erhalten. Aber die Risse in der Schale werden immer größer. Ich habe das Gefühl, dass ich unkontrolliert falle und möchte mich festhalten. Aber kein Mensch gibt mir den Halt den ich brauche. Es ist klar, ich muss mir erst selber den Halt geben, damit auch andere mich halten können.
Ich weiß nicht, wie es anderen geht, aber ich habe den Eindruck, vielen geht es ähnlich. Es ist schön, dass es ein Forum wie dieses gibt, in dem ich Solidarität erfahre und auch geben kann. Hier kann ich über die "undenkbaren" Dinge schreiben. Hier kann ich mich dem Gefühl hingeben, eine Frau zu sein. Aber das ist auch nur eine Blase. Das Leben findet draußen statt.
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Re: Ich fühle mich, als wäre ich eine Marionette ...
Hallo,
es gibt rund um den Weltfrauentag auch etliche Veranstaltungen unter dem Motto: "feministischer Kampftag"
um alle mit einzuschließen, die sich mit einer weiblichen Seele angesprochen fühlen.
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Das beste Make-up einer Frau ist Glücklich sein
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Re: Ich fühle mich, als wäre ich eine Marionette ...
Hi Tira, das finde ich auch sehr schön. Es fällt mir manchmal nur schwer zu glauben, dass ich von Frauen als ihresgleichen gesehen werde könnte. Ich will lernen, das für mich anzunehmen.Tira hat geschrieben: Do 9. Mär 2023, 10:14 es gibt rund um den Weltfrauentag auch etliche Veranstaltungen unter dem Motto: "feministischer Kampftag"
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Re: Ich fühle mich, als wäre ich eine Marionette ...
Für mich ein schönes Beispiel ist Jasmine. Sie schreibt ja immer, das sie von ihren cis-Freundinnen voll akzeptiert wird. Es kommt somit wohl auch immer auf das Gegenüber und deine eigene Zuordnung an.Vicky_Rose hat geschrieben: Do 9. Mär 2023, 13:36 ....Es fällt mir manchmal nur schwer zu glauben, dass ich von Frauen als ihresgleichen gesehen werde könnte. Ich will lernen, das für mich anzunehmen.
Nicht das schwarze Schaf ist anders, die Weißen sind alle gleich
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Re: Ich fühle mich, als wäre ich eine Marionette ...
Das stimmt. Ich freue mich für sie, wenn sie über Manalee schreibt. Aber bedeutet das nicht auch, dass der Trans-Zustand, trotz des Frauengefühls, ständig präsent ist ? ich erträume mir noch mehr. Ich möchte einfach vergessen, dass ich Trans bin. Wie schrieb Schiller so treffend:

Das magische Lebensgefühl als beständiger Zustand, das wäre ein Lebensziel! Sich unentwegt vom Leben verzaubert zu fühlen: Welch ein Seiltanz. Welch ein faszinierendes Spiel um Glück und Schönheit. Ein wahrer Zeitvertreib mit der Aussicht auf Ewigkeit..."
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Re: Ich fühle mich, als wäre ich eine Marionette ...
Hallo Vicky,
das Leben ist kein Ponyhof oder anders Formuliert gibt es keine durch die Geburt begründete Verheißung auf ein glückliches und sorgenfreies Leben.
Wir können von einer heilen Welt träumen, versuchen unser eigenes Leben zu gestalten, mit uns ins reine zu kommen und glücklich zu sein. Auch wenn die menschliche Entwicklung eine großen Teil der Lebensgefahren inzwischen "in den Griff bekommen hat"...so ist jeder Tag ein mehr oder weniger starker Kampf ums Überleben - sowohl körperlich wie auch geistig.
Auch wenn du Menschen wie oben im Schiller Zitat begegnest, ich denke nicht, daß diese immer zu 100% hinter ihrer Fassade gegenüber anderen Menschen stehen. Ein Leben ohne Selbstzweifel (Selbsterkenntnis) wird nicht möglich sein.
Für mich bedeutet dies, immer auf dem Lebensweg die Augen, die Sinne und das Herz offen zu halten und für Morgen aus dem Heute zu lernen.
...es kam gerade so über mich....
Malvine
das Leben ist kein Ponyhof oder anders Formuliert gibt es keine durch die Geburt begründete Verheißung auf ein glückliches und sorgenfreies Leben.
Wir können von einer heilen Welt träumen, versuchen unser eigenes Leben zu gestalten, mit uns ins reine zu kommen und glücklich zu sein. Auch wenn die menschliche Entwicklung eine großen Teil der Lebensgefahren inzwischen "in den Griff bekommen hat"...so ist jeder Tag ein mehr oder weniger starker Kampf ums Überleben - sowohl körperlich wie auch geistig.
Auch wenn du Menschen wie oben im Schiller Zitat begegnest, ich denke nicht, daß diese immer zu 100% hinter ihrer Fassade gegenüber anderen Menschen stehen. Ein Leben ohne Selbstzweifel (Selbsterkenntnis) wird nicht möglich sein.
Für mich bedeutet dies, immer auf dem Lebensweg die Augen, die Sinne und das Herz offen zu halten und für Morgen aus dem Heute zu lernen.
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Re: Ich fühle mich, als wäre ich eine Marionette ...
Liebe Vicky,
mein persönlicher Eindruck ist, dass wohl fast allen von uns der Trans-Hintergrund immer präsent sein wird. Diesen Eindruck habe ich ich, da sogar für Saskia van Bargen (Teilnehmerin der Miss Germany Wahl) und auch Kim Petras (Sängerin und Grammy Gewinnerin) dieser Hintergrund immer da ist, trotz Transition noch vor der Pubertät. Aber ist die Präsenz dieses Hintergrunds wirklich so maßgebend? NEIN!
Ich lebe inzwischen so wie ich es möchte und werde bei Frauen zu 99% auch als Frau akzeptiert. Es kann also funktionieren, wenn man es selbst mit Überzeugung nach außen auch ausstrahlt. Klar hat jede von uns zwischenzeitlich ein paar nachdenkliche Phasen und darf sie sogar mit Frauen teilen, ohne gleich als nicht dazugehörig gesehen zu werden. Aber ein Leben als Frau unter Frauen ist definitiv in der heutigen Gesellschaft möglich.
Liebe Grüße, Sandra
mein persönlicher Eindruck ist, dass wohl fast allen von uns der Trans-Hintergrund immer präsent sein wird. Diesen Eindruck habe ich ich, da sogar für Saskia van Bargen (Teilnehmerin der Miss Germany Wahl) und auch Kim Petras (Sängerin und Grammy Gewinnerin) dieser Hintergrund immer da ist, trotz Transition noch vor der Pubertät. Aber ist die Präsenz dieses Hintergrunds wirklich so maßgebend? NEIN!
Ich lebe inzwischen so wie ich es möchte und werde bei Frauen zu 99% auch als Frau akzeptiert. Es kann also funktionieren, wenn man es selbst mit Überzeugung nach außen auch ausstrahlt. Klar hat jede von uns zwischenzeitlich ein paar nachdenkliche Phasen und darf sie sogar mit Frauen teilen, ohne gleich als nicht dazugehörig gesehen zu werden. Aber ein Leben als Frau unter Frauen ist definitiv in der heutigen Gesellschaft möglich.
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Re: Ich fühle mich, als wäre ich eine Marionette ...
Moin,
Das kann aber nur erreicht werden, wenn du dich selbst als zugehörig siehst und "ins kalte Wasser springst" und an Treffen/Veranstaltungen teilnimmst - dich in den Reihen bewegst, die sich an Frauen richten.
Natürlich kann es auch mal "Gegenwind" geben; aber so schlimm wie in der "Regenbogen-Community" wird es wohl nicht werden
Andere Menschen - und die Frauen, zu denen du gehören möchtest, können deine Gedanken und Gefühle nicht einfach aus der Entfernung lesen und in deinem Sinne positv erwidern, aber wenn sie dich wiederholt
im praktischen Umgang erleben, dann lernen sie dich besser kennen und sicherlich auch schätzen.
Mach dich nicht klein, sondern versuche es eher so: "Ich mag/liebe die Frau, die ich bin" (mit allen Stärken und Schwächen).
Herzliche Grüße
Anne-Mette
das ist sehr schade, aber diese Begrenzung in dir selbst und durch dich selbst sollte und könnte recht bald entmachtet werden.Vicky_Rose hat geschrieben: Do 9. Mär 2023, 07:54 Aber bei mir ist es nicht ein Regime, dass mich unterdrückt, sondern ich spüre nur die Begrenzungen in mir selber. Die Scham, nicht akzeptiert zu werden und die Angst vor dem Ausgeschlossensein sind mein inneres Gefängnis.
Das kann aber nur erreicht werden, wenn du dich selbst als zugehörig siehst und "ins kalte Wasser springst" und an Treffen/Veranstaltungen teilnimmst - dich in den Reihen bewegst, die sich an Frauen richten.
Natürlich kann es auch mal "Gegenwind" geben; aber so schlimm wie in der "Regenbogen-Community" wird es wohl nicht werden
Andere Menschen - und die Frauen, zu denen du gehören möchtest, können deine Gedanken und Gefühle nicht einfach aus der Entfernung lesen und in deinem Sinne positv erwidern, aber wenn sie dich wiederholt
im praktischen Umgang erleben, dann lernen sie dich besser kennen und sicherlich auch schätzen.
Mach dich nicht klein, sondern versuche es eher so: "Ich mag/liebe die Frau, die ich bin" (mit allen Stärken und Schwächen).
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Re: Ich fühle mich, als wäre ich eine Marionette ...
Danke für Deine Worte. Ganz ehrlich ? Ich liebe diese Frau schon lange. Sie muss es nur noch richtig spüren. Das Außen kommt dann von alleine ...Anne-Mette hat geschrieben: Do 9. Mär 2023, 15:45 Mach dich nicht klein, sondern versuche es eher so: "Ich mag/liebe die Frau, die ich bin" (mit allen Stärken und Schwächen).
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Re: Ich fühle mich, als wäre ich eine Marionette ...
Das ist wirklich das wichtigste, ich würde sogar sagen es reicht sich als Mensch zu lieben in allen Aspekten.Vicky_Rose hat geschrieben: Do 9. Mär 2023, 18:39
Danke für Deine Worte. Ganz ehrlich ? Ich liebe diese Frau schon lange. Sie muss es nur noch richtig spüren. Das Außen kommt dann von alleine ...
Ich hatte das große Glück in meiner Jugend mehr wie ein Mädchen auszusehen, was spätestens beim Badegehen mit Badehose mehr zum Fluch wurde.
Das Glück aber war, das dadurch ich von allen Alterskameraden/innen auch als Mädchen wahr genommen wurde und für mich eine weibliche Sozialisierung normal war. Höchstens die Erwachsenen begrenzten solches mit ihren starren Regeln.
Als mit 17 sich dann doch eine teils männliche über die halbe weibliche Pupertät drüberlegte, war ich mit viel Training nach Jahren nicht mehr von einem normalen Mann zu unterscheiden. Optisch, aber ansonsten? Ich erinnere mich an viele Situationen, in denen ich mich ganz normal in Frauengruppen bewegt habe. Auch dort wurde manches intime gesprochen neben vielem üblichen gequatsche, so wie es in meiner Jugend völlig normal unter uns Mädels war.
Gestört habe ich nie, sowas entwickelt sich einfach mit der Zeit, wenn man einfach so ist wie man sein kann, wenn der feministische Anteil so hoch ist.
Heute ist es nach langer Krankheit irgendwie wieder so ähnlich, ich darf so sein wie ich bin und ich glaube das strahle ich dann meist so aus. Vielleicht bin ich deswegen zu Beginn ohne Perücke, ohne Sillis trotz 10mm Frisur in Damen-Outfit rumgelaufen. Nett rüber zu kommen ist manchmal vielleicht wichtiger als besonders weiblich, zumindest wenn es ums Miteinander geht. Nicht immer bin ich sicher ob ich weiblich gelesen werde, aber ein Lächeln sagt mehr als tausend Worte^^
Liebe Grüße,Tira
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Re: Ich fühle mich, als wäre ich eine Marionette ...
Hallo Vicky,Vicky_Rose hat geschrieben: Do 9. Mär 2023, 07:54 Aber bei mir ist es nicht ein Regime, dass mich unterdrückt, sondern ich spüre nur die Begrenzungen in mir selber. Die Scham, nicht akzeptiert zu werden und die Angst vor dem Ausgeschlossensein sind mein inneres Gefängnis.
der Mensch ist ein soziales Wesen, und genau dieses "innere Gefängnis" wird uns allen schon in frühester Kindheit anerzogen. Je nach Abweichung von der "Norm" erleben wir dieses "innere Gefängnis" unterschiedlich stark. Darum leiden wir stärker, weil uns unsere Abweichung tagtäglich unzählige Male bewusst gemacht wird. Ausgeschlossen zu sein, kam früher einem Todesurteil gleich, und so viel anders ist es auch heute noch nicht, und wie haben das tief verinnerlicht.
Wir müssen uns aber nicht selbst die Schuld dafür geben, zumindest nicht ausschließlich.
Liebe Grüße
Michi
Wenn dir jemand auf den Fuß tritt, schreist du "Aua" und erwartest eine Entschuldigung.
Mir treten andere dauernd auf die Füße und erwarten, dass ich mich dafür entschuldige, dass es mir weh tut.
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Re: Ich fühle mich, als wäre ich eine Marionette ...
Moin und vielen Dank für Eure Beiträge.
Mich erinnert das an eine Situation, die ich als Jugendlicher mehrfach erlebt habe. In der Zeit, in der ich mich für Mädchen auch in Liebesdingen zu interessieren begann, hörte ich des öfteren, dass ich zu "nett" sei. Damals war ich traurig und wütend, aber heute sehe ich das in einem anderen Licht. Instinktiv haben diese Mädchen begriffen, dass ich dem "Ideal" eines Jungen nicht entsprochen habe. Auf freundschaftlicher Ebene habe ich mich damals recht gut verstanden.
Die Schuld in Erziehung, Gesellschaft oder was auch immer zu suchen ist einfach, aber nicht zielführend, denn damit bleibe ich in meiner "Schale" gefangen. Es geht für mich darum, endlich die Verantwortung für mein Leben zu übernehmen. Was will ich wirklich ? Das fühlt sich ziemlich frisch und lebendig an.
Bingo, im Miteinander zählen andere Werte. Ich bin davon überzeugt, je mehr man selber ist, um so mehr wird man von den Menschen akzeptiert, die zu einem passen. Eigentlich simpel, aber Menschen verhalten sich oft anders. Und da spielt das innre Gefängnis eine wichtige Rolle. Wenn ich glaube, jemand anderes sein zu müssen, muss ich mich nicht wundern, wenn die falschen oder gar keine Leute auf mich ansprechen. Theoretisch einfach, aber praktisch schwierig, wenn tiefe Ängste eine Rolle spielen.Tira hat geschrieben: Do 9. Mär 2023, 20:25 Nett rüber zu kommen ist manchmal vielleicht wichtiger als besonders weiblich, zumindest wenn es ums Miteinander geht. Nicht immer bin ich sicher ob ich weiblich gelesen werde, aber ein Lächeln sagt mehr als tausend Worte^^
Mich erinnert das an eine Situation, die ich als Jugendlicher mehrfach erlebt habe. In der Zeit, in der ich mich für Mädchen auch in Liebesdingen zu interessieren begann, hörte ich des öfteren, dass ich zu "nett" sei. Damals war ich traurig und wütend, aber heute sehe ich das in einem anderen Licht. Instinktiv haben diese Mädchen begriffen, dass ich dem "Ideal" eines Jungen nicht entsprochen habe. Auf freundschaftlicher Ebene habe ich mich damals recht gut verstanden.
Nochmals Bingo. Genau das meinte ich. Aber ich habe einen Schritt aus der Theorie in die Praxis gemacht. Frausein für sich selber ist einfach zu wenig. Kleidung und Accessoires sind zwar schön, aber im Kern geht es mir um etwas anderes. Es geht darum, dass ich mich zeige und weiter entwickle. Und das geht alleine nur sehr begrenzt. Seit Jahrzehnten verstecke ich mich hinter dem, was von mir (scheinbar ?) gefordert wird. Mich in der anonymen Öffentlichkeit en femme zu zeigen, ist schon lange nicht mehr das Problem. Das Problem wird da akut, wo man mich schon lange und/oder gut kennt.MichiWell hat geschrieben: Do 9. Mär 2023, 21:24 Je nach Abweichung von der "Norm" erleben wir dieses "innere Gefängnis" unterschiedlich stark.
Die Schuld in Erziehung, Gesellschaft oder was auch immer zu suchen ist einfach, aber nicht zielführend, denn damit bleibe ich in meiner "Schale" gefangen. Es geht für mich darum, endlich die Verantwortung für mein Leben zu übernehmen. Was will ich wirklich ? Das fühlt sich ziemlich frisch und lebendig an.
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Re: Ich fühle mich, als wäre ich eine Marionette ...
Zeit für ein neues Avatarbild ...
Wenn jemand für Theorie empfänglich ist, dann habe ich gerade einen Text gefunden, der zum aktuellen Thema passt:
"Relationale Realität - oder wie Wirklichkeit gemeinsam entsteht"
von Gustav Bergmann, Uni Siegen. Das pdf gibt es hier:
https://www.google.com/url?sa=t&rct=j&q ... yJXTd5WMMQ
Ein Auszug:
"Wer es als Leser bis hier geschafft hat, ..."
Wenn jemand für Theorie empfänglich ist, dann habe ich gerade einen Text gefunden, der zum aktuellen Thema passt:
"Relationale Realität - oder wie Wirklichkeit gemeinsam entsteht"
von Gustav Bergmann, Uni Siegen. Das pdf gibt es hier:
https://www.google.com/url?sa=t&rct=j&q ... yJXTd5WMMQ
Ein Auszug:
Klingt theoretisch, ist aber sehr passend, wie ich finde. Er hat sogar etwas Humor in den Text einfließen lassen. Der nächste Absatz beginnt mit:Die übliche Sichtweise auf die Welt ist eine rationale. Es wird von einer objektiv beschreibbaren Wirklichkeit ausgegangen, die frei gestaltbar erscheint. Die Wahrheit beginnt jedoch mit Zweien, wie es Nietzsche einmal formuliert haben soll. Eine relationale Sichtweise beschreibt Wirklichkeit als
Realität, die von den jeweiligen Kontexten und den Beziehungen der Akteure abhängig, verschiedenartig wirkt. Wirklichkeit wird in sozialen Systemen manifestiert, die sich aus kommunikativen Handlungen von Akteuren bilden. Für die Diagnose, Veränderung und das Lernen
hat das gravierende Konsequenzen. Die vergleichsweise banale Erkenntnis, dass sich Wirklichkeit je nach Austauschpartner anders darstellt, kann in praxi eine ganze Welt verändern, da man nicht mehr von Fakten, Sachzwängen, Objektivität, messbaren Ergebnissen usw. sprechen kann, die Umwelt
autobiografisch wahrgenommen wird und nur gemeinsam beschrieben und gestaltet werden kann.
Die Diagnose von Situationen und Systemen richtet sich dabei auf die strukturellen Kontexte und die Interaktionsweisen von Menschen. Es existieren in der relationalen Weltsicht keine eindeutigen Kausalzusammenhänge, keine Schuldigen und klaren Ursachen, keine (genetisch oder sonst wie) fixierten Persönlichkeiten und Charaktere. Jeder Mensch wirkt je nach Kontext und Situation anders. Die Therapie oder Veränderung besteht in der Beeinflussung von Kommunikationsweisen und Beziehungen mit kontextuellen Interventionen, also in einer Kontextvariation. Das reflexive Lernen besteht in dem Versuch, im Dialog etwas über die Prozessdynamik und die Systemstruktur in Erfahrung zu bringen, um Muster des Gelingens zu ermitteln. Die relationale Vorgehensweise wird sodann in Beispielkontexten wie Gesellschaft, Schule, Management und anderen verdeutlicht.
"Wer es als Leser bis hier geschafft hat, ..."
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Re: Ich fühle mich, als wäre ich eine Marionette ...
Ja genau diese Situationen kenn ich nur zu Genüge.Vicky_Rose hat geschrieben: Fr 10. Mär 2023, 08:03
Mich erinnert das an eine Situation, die ich als Jugendlicher mehrfach erlebt habe. In der Zeit, in der ich mich für Mädchen auch in Liebesdingen zu interessieren begann, hörte ich des öfteren, dass ich zu "nett" sei. Damals war ich traurig und wütend, aber heute sehe ich das in einem anderen Licht. Instinktiv haben diese Mädchen begriffen, dass ich dem "Ideal" eines Jungen nicht entsprochen habe. Auf freundschaftlicher Ebene habe ich mich damals recht gut verstanden
Ich habe mich so manches mal gefragt was passiert wäre, wenn ich nicht unbedingt versucht hätte mich anzupassen. Es gab Situationen in denen ich vielleicht die vorsichtigen "Einladungen" schüchternder Mädels nicht so hätte beantworten müssen, wie ich dachte, das ein Kerl darauf antworten sollte. Stattdessen mit ähnlicher "Einladung" zu Antworten, was eigentlich meinem Naturell entsprochen hätte, hätte neue Möglichkeiten für beide Seiten geschaffen. Ich wollte unbedingt mehr, wollte alles richtig machen, anstatt erstmal das "du bist voll Nett" zu akzeptieren. Sicherlich war damit dann oft nur Freundschaft gemeint und eigendlich wollte ich garnicht so viel mehr und das was dann noch gefehlt hätte? Ich glaube wirklich das in ein paar Fällen das auch möglich gewesen wäre.
Heutzutage bin ich freier, weniger angespannt und weniger Zielorientiert und das tut mir gut. Vielleicht ist es das was ich gelernt habe, auch die kleinen Dinge des Lebens können Glücklich machen.
Liebe Grüße, Tira
Das beste Make-up einer Frau ist Glücklich sein