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Re: Androgyne Mode?

Verfasst: So 3. Dez 2023, 00:21
von Nora_7
Viggy hat geschrieben: Sa 2. Dez 2023, 18:00 Also ich finde, es ist überhaupt kein Problem, im Mädelsregal zu wildern, ohne gleich zu feminin auszusehen.
Ich trage nur noch Sachen aus der 'Damenabteilung', da gibt z. B. es immer Streifenshirts mit ovalem Ausschnitt zu finden. Ich wurde noch nie angesprochen, ob ich da ein Damenshirt an mir habe. Obwohl ich beizeiten auch mal Farben wähle, die nicht unbedingt männlich aussehen.
Dazu hatte ich auch gerade ein Erlebnis: Ich hatte eine Steppjacke (Männer) in einem irren Türkis in einer kleinen Boutique auf Sylt entdeckt. Leider war sie in meiner Größe nicht mehr da. Sagte die Verkäuferin: Dann nehmen sie doch die Damengröße, ist schlanker geschnitten. Sie hatte vollstes Verständnis, als ich aus einem anderen Grund ablehnte: Das Türkis der Männerversion war deutlich leuchtender als der für Frauen. Normalerweise ist es genau umgekehrt. Sie fand es aber toll, dass ich auf mehr Farbe stand.

Liebe Grüße Nora

Re: Androgyne Mode?

Verfasst: So 3. Dez 2023, 09:23
von ExUserIn-2026-04-08
Ich gerade heute über den Aspekt nachgedacht, warum wir tun, was wir tun. Ich kann dabei in zwei Kategorien unterscheiden: es gibt das was wir wollen und das was andere von uns erwarten bzw. was wir glauben, das andere von uns erwarten. Ich denke, beides ist wichtig, aber die erste Kategorie darf nicht zu kurz kommen.
Nora_7 hat geschrieben: So 3. Dez 2023, 00:21 Dazu hatte ich auch gerade ein Erlebnis
Dazu kann ich auch eine Geschichte beitragen. Ich habe jetzt wieder neue Brillen gebraucht. Die Männergestelle waren mir auch zu langweilig und außerdem wollte ich unbedingt Gestelle aus dem Damenregal. Jetzt habe ich eine knallrote für's Büro und eine gold-rote für draußen. Reaktionen ? Fehlanzeige. Mein Credo: einfach machen und wenn es in der Salamitatik ist: immer ein bischen mehr. Die Welt gewöhnt sich daran.

Re: Androgyne Mode?

Verfasst: So 3. Dez 2023, 15:09
von Lana
Liebe Vicky,
Vicky_Rose hat geschrieben: So 3. Dez 2023, 09:23 Ich gerade heute über den Aspekt nachgedacht, warum wir tun, was wir tun. Ich kann dabei in zwei Kategorien unterscheiden: es gibt das was wir wollen und das was andere von uns erwarten bzw. was wir glauben, das andere von uns erwarten. Ich denke, beides ist wichtig, aber die erste Kategorie darf nicht zu kurz kommen.
das ist doch der zentrale Konflikt, oder auch unser andauerndes Dilemma:
Wie kann ich mir selbst gerecht werden, ohne die Erwartungen meines Umfeldes zu sehr zu enttäuschen?

Erschwerend kommt hinzu, dass die Erwartungshaltung unserer Mitmenschen in der Regel nicht klar ist. Wir vermuten also, in welchem Rahmen wir uns bewegen können, ohne allzu viel Aufsehen zu erregen. Daraus folgt unser Verhalten, und letztlich auch die Wahl der Kleidung (der Gedanke lässt sich ebenso auf körperliche Veränderungen übertragen, angefangen mit langen Haaren, bis hin zur OP).
Immer schwingt bei der Entscheidung die Erwartungshaltung unserer Umgebung mit und wird je nach Tagesform mal mehr, mal weniger, von uns berücksichtigt.

Das beantwortet nicht deine Frage, warum wir das tun, aber es erklärt ein wenig, warum dieses Tun viel Aufmerksamkeit verlangt, und dadurch anstrengender ist, als einfach die Erwartungen zu erfüllen, die an eine Cis-Person gerichtet werden. Die muss sich "nur" Gedanken machen, ob ihr Outfit dem Anlass angemessen ist oder nicht.

LGL

Re: Androgyne Mode?

Verfasst: So 3. Dez 2023, 19:29
von ExUserIn-2026-04-08
Lana hat geschrieben: So 3. Dez 2023, 15:09 aber es erklärt ein wenig, warum dieses Tun viel Aufmerksamkeit verlangt, und dadurch anstrengender ist, als einfach die Erwartungen zu erfüllen, die an eine Cis-Person gerichtet werden.
Genau so ist es, aber es zielt auch ein wenig weiter. Das Bewusstsein, wann ich mir selber etwas Gutes te oder wann ich Erwartungen erfülle, machte mir klar, wie viel Bedeutung ich fremden Erwartungen widme und wie wenig meinen eigenen Bedürfnissen. Das hat in meinem Kopf und damit auch meinen Denkweisen und Handlungen einiges verändert. Damit war u.a. der Weg frei zu langen Haaren und Damenbrille im Alltag und einiges andere mehr. Ich denke im Alltag gar nicht mehr darüber nach.

Re: Androgyne Mode?

Verfasst: So 19. Mai 2024, 15:53
von gabo
krapfkapf hat geschrieben: Mo 4. Jul 2022, 19:20 Hi!

Ich wusste nicht, wie ich den Titel genau wählen soll...derzeit nervt es mich mal wieder, dass ich bis auf wenige Ausnahmen nur Herrenkleidung besitze. Ich laufe zwar gerne damit rum und würde meinen Look schon als individuell bezeichnen, allerdings fußt das auf der Tatsache, dass ich überwiegend schwarz angezogen bin und sehr enge Hosen trage. Damit falle ich schon mitunter auf. Jedoch bestehen meine Kleider eben maßgeblich aus T-Shirts, Jeanshosen, Pullovern. Für Männer gibt es einfach nicht viel mehr Auswahl. Ich würde mir einfach mal ein etwas besonderes Oberteil wünschen. Für die Damen gibt es da soviel mehr Auswahl. Ich muss dazu sagen, dass ich die meiste Damenkleidung, die ich bisher trug, für meinen alltäglichen Look too much finde. In einem Rock und einem engen Oberteil für Damen fühle ich mich deutlich overdressed, wenn ich als Mann unterwegs sein möchte.
Versteht jemand, was ich meine? Gibt es auch Bekleidung für Männer, die bewusst etwas eher im androgyneren Bereich angesiedelt ist? Oder muss ich so lange in der Frauengarderobe wildern, bis ich etwas finde, was nicht so sehr nach "Mann in Frauenkleidung" wirkt?

Falls es irgendwie unklar ist, kann ich gerne nochmal versuchen, es genauer zu beschreiben, oder finde vielleicht Beispielbilder...

Viele Grüße :)
Du sprichst mir so aus dem Herzen. Auch ich trage im Altteg Immer Blaue Jeas, T-Shirt und dazu einen schwazen Hoody. Und schwarze Snekers.

Ich würde so gerne Blusen (auch mit etwas Rüschen) Bunte damenhosen und Ballerinas Tragen. Gertaue mich aber garnicht. Schon garnicht, seit meine Arbeitkollegen über einen Kollgene (aus einem Anderen Team/und Stadort) sich lustig und sehr abschätzige bemerkungen gemacht haben. Und so, trge ich die schönen sachen nur zu hause wenn ich alleine bin.

Liben Gruss

gabo

Re: Androgyne Mode?

Verfasst: So 19. Mai 2024, 21:57
von Nicole Fritz
gabo hat geschrieben: So 19. Mai 2024, 15:53 Ich würde so gerne Blusen (auch mit etwas Rüschen) Bunte damenhosen und Ballerinas Tragen. Gertaue mich aber garnicht. Schon garnicht, seit meine Arbeitkollegen über einen Kollgene (aus einem Anderen Team/und Stadort) sich lustig und sehr abschätzige bemerkungen gemacht haben. Und so, trge ich die schönen sachen nur zu hause wenn ich alleine bin.
Hallo Gabo,

ich wüsste auch nicht recht, was ich für das Büro anziehen sollte, wenn ich noch werktätig wäre. In einem konservativ geprägten Ingenieurbüro wäre wohl selbst das auf meinem Foto etwas zu gewagt.

Auf dem Simmerner Maimarkt meinte letztlich die Toilettenfrau ziemlich ironisch, als ich wegen einer langen Schlange bei den Damen in die Herren-Toilette wollte: "Das ist ja ein hübsches Kleid, was Sie da tragen. ... ".

LG Nicole

Re: Androgyne Mode?

Verfasst: Mo 20. Mai 2024, 13:41
von Steff
An der Arbeit kann ich höchstens bei der Unterwäsche etwas spielen, da ich meine Zustelleruniform tragen MUSS (die ist zwar weder besonders robust, noch besonders funktionell, bequem oder praktisch, aber mein AG ist da ziemlich empfindlich). Ich könnte da höchstens eine braune Bluse anziehen, die dem Hemd der Uniform ähnelt - aber da sehe ich wenig Sinn darin, höchstens, die wäre atmungsaktiver (und robust).

Ansonsten kaufe ich Sachen aus der Damenmode nicht, weil es Damenmode ist, sondern weil es mir gefällt (Material, Schnitt). Wobei ich da halt darauf achten muß, daß es auf den ersten Blick eben nicht nach Damenmode aussieht. Nicht wegen "was würden die Leute sagen" (ist mir ziemlich egal, außerdem fällt es meist sowieso nicht groß auf), sondern wegen meiner Frau. Die akzeptiert das nicht (geschweige denn toleriert es). Und da ich selten dazukomme, was zu unternehmen, ziehe ich das halt zuhause an. Ein ärmelloses Satintop geht dann halt schlecht. Aber ein T-Shirt, das nicht allzustark glänzt, in dunkelblau oder schwarz, das geht.
Macht natürlich das Klamotten einkaufen nicht leichter.

Erschwerend kommt noch dazu, daß es nichts enganliegendes/figurbetonendes sein darf - weder mag ich das Tragegefühl, noch habe ich die Figur dazu (1,85 m / 100 kg). Enge Hosen mag ich überhaupt nicht, und bei Herrenhemden ist slim fit ein absolutes no-go. Es muß alles locker - leger sein.