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Re: CROSSDRESSING und GEFÜHLE der Ehefrau

Verfasst: Mi 4. Mär 2020, 09:41
von Carry
Menalee hat geschrieben: Di 3. Mär 2020, 19:23 Konkurrenz zur Partnerin??? Manche Sachen kann ich einfach nicht nachvollziehen. Seit meine Jasmine sich mir geouted hat, lebe ich mit einer Frau.
Hi liebe Menalee,

das ist ja auch mega schön, dass das bei euch so funktioniert und auch für Dich so "einfach" war, Dich von einem Mann auf eine Frau als Beziehungspartner umzustellen - das sei euch von ganzem Herzen gegönnt. Das ist m.E.n. aber sehr selten so der Fall - und ich denke, dass dann bei dir schon eine gewisse lesbische, oder bisexuelle Neigung vorgelegen hat - denke ich mir jetzt so?!?!?! Ich, als stockhetero Frau, kann mir das beim besten Willen nicht vorstellen - also wenn mein Mann transsexuell wäre und eine Transition anstreben würde, dann müsste ich mich von ihm, als Liebes-Partner trennen, denn die Sexualität in einer Beziehung spielt für mich schon eine große Rolle, insofern könnte ich das nicht leben, da ich ja aus meiner Haut auch nicht kann.
Das ist natürlich was anderes, ob der Mann nun Crossdresser ist, oder tatsächlich transsexuell.
Es ist ja Gott sei Dank so, das alle Menschen unterscheidlich ticken - und dass Du so bist, wie Du bist ist ja nun für Jassy auch ein mega Segen! (he)
Ich finde das unglaublich bewundernswert, wenn man so sehr den MENSCHEN lieben kann, dass das Geschlecht letztlich keine Rolle spielt - aber ich ticke eben anders, für mich spielt es eine Rolle - und auch das darf sein! (flow)

Re: CROSSDRESSING und GEFÜHLE der Ehefrau

Verfasst: Mi 4. Mär 2020, 09:54
von Carry
Saskia_lc hat geschrieben: Di 3. Mär 2020, 17:39 So argumentierte ich auch schon, aber bemerkte, dass ich damit gar nicht das erreichte, was ich im Grunde wollte. Saskia war mehr oder minder schon immer da, für meine Lebensgefährtin änderte sich aber schon einiges, wenn nicht gar alles. Sie zeigt es nicht aktiv mir gegenüber, aber ihre Gefühle werden natürlich anders sein. Das was Carry hier generell ins Forum einbringt, hilft mir sehr, das auch ich meine Lebensgefährtin besser verstehen kann! Es soll uns ja beiden gut gehen.
Liebe Saskia,

erstmal ganz herzlichen Dank für die Blumen (flow) ...ich bin ja hier im Forum doch eher "Anfeindungen" bezüglich meiner Ansichten gewohnt :wink: .
Ich schätze mal, dieses Argument "aber ich bin doch immer noch der gleiche Mensch" haben wohl die meisten schon gegenüber ihren Partnerinnen gebraucht - mein Männe ja auch. Und klar - letztlich stimmt das ja gewissermaßen - aber dabei wird leider allzu gerne "vergessen", dass wir bislang nur den Mann kannten - und diese Frau, die da in euch steckt, ist neu für uns - erstmal, wie ein "dritter" Mensch in der Beziehung. Logisch, ihr wisst natürlich, dass es diese Seite an euch gibt - wir wussten das in den meisten Fällen nicht - und diese Tatsache verändert tatsächlich erstmal alles für uns. (Also wenn ich "uns" schreibe, dann meine ich halt die "meisten" - es gibt ja auch andere Ansichten dazu - siehe Post von Menalee!)
Schön finde ich auf jeden Fall immer, wenn auch die Crossdresser sich Gedanken über die Gefühle ihrer Partnerinnen machen (he) ...und wenn man gemeinsam, offen und ehrlich an die Sache herangeht, dann kann man gemeinsam auch ganz bestimmt eine ganz tolle Beziehung "zu dritt" führen (smili)

Re: CROSSDRESSING und GEFÜHLE der Ehefrau

Verfasst: Mi 4. Mär 2020, 10:07
von Jasmine
Carry hat geschrieben: Mi 4. Mär 2020, 09:41 ......
Hi liebe Menalee,

das ist ja auch mega schön, dass das bei euch so funktioniert und auch für Dich so "einfach" war, Dich von einem Mann auf eine Frau als Beziehungspartner umzustellen - das sei euch von ganzem Herzen gegönnt. Das ist m.E.n. aber sehr selten so der Fall - und ich denke, dass dann bei dir schon eine gewisse lesbische, oder bisexuelle Neigung vorgelegen hat - denke ich mir jetzt so?!?!?! Ich, als stockhetero Frau, kann mir das beim besten Willen nicht vorstellen - also wenn mein Mann transsexuell wäre und eine Transition anstreben würde, dann müsste ich mich von ihm, als Liebes-Partner trennen, denn die Sexualität in einer Beziehung spielt für mich schon eine große Rolle, insofern könnte ich das nicht leben, da ich ja aus meiner Haut auch nicht kann.
Das ist natürlich was anderes, ob der Mann nun Crossdresser ist, oder tatsächlich transsexuell.
.........
Hi Carry, meine Menalee hat sich für "mich" verändert und das hat mit einer tiefen Liebe zu tun. Meine Menalee und ich sind eins, was spielt da Sexualität noch für eine Rolle wenn die Herzen und Seelen im Einklang schlagen? Wir bewegen uns in anderen Sphären wenn wir uns umarmen, die uns viel mehr zufriedenstellen. Dazu braucht es nichts was bei mir ohnehin nur eine Belastung darstellt und noch entfernt wird.
Aber ich verstehe auch deine Situation und Einstellung.
Liebe Grüße Jasmine

Re: CROSSDRESSING und GEFÜHLE der Ehefrau

Verfasst: Mi 4. Mär 2020, 10:07
von ExUserIn-2026-04-08
Carry hat geschrieben: Mi 4. Mär 2020, 09:33 Ich frage nicht "nur" nach meinem Vorteil.
Weiß ich, aber so wie Du an der Stelle so fragst, ist das auch berechtigt, denn es ist hilfreich, diesen Punkt zu hinterfragen. Mir geht es darum, darauf hinzuweisen, dass man das Thema "Vorteil" auch ganz anders sehen kann.
Carry hat geschrieben: Di 3. Mär 2020, 16:03 .Fragen wie: War das das Ende der Fahnenstange? Was kommt da noch? Wie ist die heutige Befindlichkeit? Hab ich heute einen Mann oder eine Frau? usw usw ....also das macht es tatsächlich nicht leicht, weil Du eben nie weißt, worauf Du Dich als Partnerin einstellen musst
Diese Fragen sind verständlich, aber sie gehen mit der "Vorteils-Denke" konform. Man nimmt sich selber in einer Weise in den Mittelpunkt, die verhindert, sich selbstreflektorisch zu sehen. Für mich würde sie Frage im Raum stehen, was macht das mit mir und warum ? Der Partner hat das uneingeschränkte Recht, sich so zu verhalten, wie es ihm richtig erscheint. Die Fragen, die Du stellst, entspringen mMn der Angst. Die Fragen, die ich stellen würde, sind auf konstruktive Entwicklung gerichtet. Wie heißt es bei "7 Wochen ohne":
Wer aufbricht zu neuen Ufern, verlässt mitunter die Gewissheit seines vertrauten Elends. Auch das macht Angst.
Darum geht's mir: Aufbruch zu neuen Ufern und das lebenslang.

Re: CROSSDRESSING und GEFÜHLE der Ehefrau

Verfasst: Mi 4. Mär 2020, 10:23
von Jaddy
Carry hat geschrieben: Mi 4. Mär 2020, 09:33Ich wollte einfach nur eine Antwort auf die Frage, WAS denn die so oft angeführten Vorteile für die Partnerin sind - aus Deiner, aus "Eurer" Sicht
OK, dann passt mein Bunny doch als Antwort, auch wenn sie als genderqueere, dennoch weitgehend cis-weibliche Frau sehr gerne selbst crossdressen würde. Am liebsten im maskulinen Stil der 50er, 60er. Visualisiere Astaire, Sinatra. Das gibt aber nach ihrer Ansicht ihre Körperform nicht her. Anyway: Sie fühlt(e) sich durch meine Präsentation entlastet von Erwartungen an weibliche Erscheinung und Verhalten. Es gab bei uns nie den Anspruch an sie, aber sie hat schon als Teenager gegen den Druck ihrer Mutter gekämpft, sich "doch mal schick anzuziehen, hübsch machen", vor allem aber abzunehmen etc. Das steckte noch tief im Unbewussten drin und dies konnte sie dann sozusagen an mich auslagern. Sie spricht auch manchmal von einem "Schuhtick by proxy" und hat sich schon beschwert, wenn ich dauernd nur flache Schuhe anziehe.

So nach und nach - ich laufe ja seit fast 20 Jahren in Röcken und Kleidern draussen rum - hat sie sich auch mehr mit -hm- feminin-schickerer Kleidung beschäftigt und Teile davon für sich entdeckt. Immer noch keine Röcke/Kleider, keine Absätze, null Make-up, weil sie sich darin verkleidet und unwohl vorkommt, aber Farbe, Muster, manchmal Glitzer. "Schick" ist nicht mehr gleichbedeutend mit "Püppchen", den Erwartungen ihrer Mutter und dem was andere dann damit verknüpfen(1), sondern etwas, das sie selbst positiv fühlt.

Das ganze hat allerdings nicht nur mit mir zu tun, sondern mit unserer gleichzeitigen Entwicklung von 114kg Nerds runter in den 70er Bereich und bei ihr mit viel Bewegung und Sport. Und dahinter steckt eine ganz tolle Entwicklung, das eigene Leben, die Gefühlswelt und so weiter in den Griff zu kriegen.

tl;dr Ein"¢e crossdressende Partner"¢in kann auch befreiend bzgl der eigenen internalisierten Erwartungen (anderer) wirken. Eine Neubewertung der eigenen Präsentation, Bedürfnisse und Stellung zu anderen Menschen und ihren vermeintlichen Anforderungen. Im besten Fall ein stabileres Selbstbewusstsein aus sich heraus entwickeln.

---

(1) Sie hat in Chemie promoviert und macht seit 20 Jahren freiberuflich IT-Doku, ist also in männlich dominierten Umgebungen, wo "feminin schick" gerne mal mit "hübsch aber inkompetent" assoziiert wird, oder sich Männchen zu unprofessionellem Balzverhalten hinreissen lassen.

Re: CROSSDRESSING und GEFÜHLE der Ehefrau

Verfasst: Mi 4. Mär 2020, 10:54
von Carry
Jasmine hat geschrieben: Mi 4. Mär 2020, 10:07 Hi Carry, meine Menalee hat sich für "mich" verändert und das hat mit einer tiefen Liebe zu tun.
Hi Jasmine,

wie ich ja zu Menalee schon schrieb - ich finde das toll und das sei euch von ganzem Herzen gegönnt, dass ihr das so leben könnt.
Ich könnte das nicht - für mich ist Sex wichtig, ich habe Spaß daran und ich habe nicht vor, das aufzugeben - es ist für mich eine wichtige und wunderschöne Ausdrucksform der Liebe und nach meinem Empfinden für eine gesunde und glückliche Beziehung unerlässlich.
Aber das darf ja jeder anders sehen - mein Schatzi sieht das genauso wie ich - insofern alles gut! Und da er sich ja als Crossdresser verortet und immer wieder sagt, dass er gerne Mann ist und auch Mann bleiben möchte, stellen sich diese Fragen ja für uns nicht.
Ich sage ja nur, dass es für MICH nicht lebbar wäre, mit einer Frau eine Liebesbeziehung zu haben.

By the way ...ich würde nicht wollen, dass mein Liebster sich "für mich" verändert - wenn er sich verändert, dann nur für sich selbst!
Für mich bedeutet Liebe, den anderen genau so sein lassen zu können, wie er ist.

Re: CROSSDRESSING und GEFÜHLE der Ehefrau

Verfasst: Mi 4. Mär 2020, 10:58
von Carry
Vicky_Rose hat geschrieben: Mi 4. Mär 2020, 10:07 Der Partner hat das uneingeschränkte Recht, sich so zu verhalten, wie es ihm richtig erscheint.
Autsch!
In meinem Weltbild hat kein Mensch in Interaktion mit einem anderen Menschen das Recht, sich uneingeschränkt so zu verhalten, wie es ihm
richtig erscheint - sondern immer nur so weit, wie es den anderen nicht verletzt. In menschlichem Zusammenleben MUSS es m.E.n. durchaus Grenzen geben.

Re: CROSSDRESSING und GEFÜHLE der Ehefrau

Verfasst: Mi 4. Mär 2020, 11:26
von Marlene K.
Carry hat geschrieben: Mi 4. Mär 2020, 10:54 Ich sage ja nur, dass es für MICH nicht lebbar wäre, mit einer Frau eine Liebesbeziehung zu haben.

By the way ...ich würde nicht wollen, dass mein Liebster sich "für mich" verändert - wenn er sich verändert, dann nur für sich selbst!
Für mich bedeutet Liebe, den anderen genau so sein lassen zu können, wie er ist.
...
In meinem Weltbild hat kein Mensch in Interaktion mit einem anderen Menschen das Recht, sich uneingeschränkt so zu verhalten, wie es ihm
richtig erscheint - sondern immer nur so weit, wie es den anderen nicht verletzt. In menschlichem Zusammenleben MUSS es m.E.n. durchaus Grenzen geben.
Liebe Carry,
ich habe die beiden aufeinanderfolgenden Antworten mal zusammengefasst. Beide haben in meinen Augen volle Berechtigung und schließen sich doch in gewisser Weise aus.

Sie zeigen zwei Hoffnungen, die wir alle haben. Wir wollen in der Beziehung ganz wir selbst sein und uns nur für uns ändern, nicht für unser geliebtes Gegenüber. Gleichzeitig wollen wir unserem geliebten Gegenüber ermöglichen uns ohne Brüche, durch unser ganz wir selbst sein verursachte Verletzungen zu lieben und sich selbst zu verwirklichen.

Im Leben ist es aber so, dass sich dies manchmal widerspricht. Glück haben wir, wenn wir an dieser Widersprüchlichkeit wachsen uns in der Beziehung eine Weg finden, der für uns beide zu mehr Freiheit führt. Das von Dir gesagte sind zwei anzustrebende Ideale. Wie alle Ideale sind sie Zielpunkte, die wir oft aber nicht erreichen oder zu hundert Prozent verwirklichen können.

Nach meiner Erfahrung können wir nur aufeinander zu wachsen und im Glücksfall so zu einer Einheit werden.

Re: CROSSDRESSING und GEFÜHLE der Ehefrau

Verfasst: Mi 4. Mär 2020, 11:33
von Carry
Vicky_Rose hat geschrieben: Mi 4. Mär 2020, 10:07 Die Fragen, die Du stellst, entspringen mMn der Angst.
Ganz ehrlich, Vicky, wenn ich nach einem langen, anstrengenden Arbeitstag nach Hause komme und mich schon auf dem Weg wie Bolle auf mein Schatzi freue - heimkommen, durchatmen, Zuhause sein ....und dann käme ich rein, und er sitzt da fertig gemacht als Frau = dann wäre da erstmal Enttäuschung, dass ER gar nicht da ist, sondern SIE ...das verlangt dann nämlich von mir ein anderes Verhalten, als wäre einfach nur ER zuhause - und manchmal möchte man einfach nur heimkommen und sich in die liebenden Arme seines Mannes begeben - die Welt ausschalten und entspannen. Wenn SIE dann da wäre, wäre das für mich mit Distanz und Anstrengung verbunden - dann müsste ich plötzlich aufpassen, wie ich gucke, was ich sage, und könnte mich nicht so einfach in "ihre" Arme fallen lassen, da ja dann diese - sorry - "angeschraubten Tupperdosen" auch noch zwischen uns stehen würden...rein hypothetisch gesprochen - denn mein Schatz würde sich definitiv wieder umziehen, bevor ich heim komme...

Du sagst selbst immer, dass zwischen Deiner Frau und Dir da mehr Distanz ist, wenn Du daheim en femme bist ...
Ich glaube, das hat weniger mit Angst zu tun, sondern einfach damit, dass dann eben - gefühlt - unser Mann nicht da ist!

Re: CROSSDRESSING und GEFÜHLE der Ehefrau

Verfasst: Mi 4. Mär 2020, 11:35
von ExUserIn-2026-04-08
Carry hat geschrieben: Mi 4. Mär 2020, 10:58 In meinem Weltbild hat kein Mensch in Interaktion mit einem anderen Menschen das Recht, sich uneingeschränkt so zu verhalten, wie es ihm
richtig erscheint - sondern immer nur so weit, wie es den anderen nicht verletzt.
Kann man machen, muss man aber nicht. Achtung, jetzt bitte nicht falsch verstehen. Wenn ich durch das Verhalten eines Anderen verletzt werde, habe ich die Möglichkeit darauf zu reagieren. Wenn der andere aber denkt, er würde verletzen und es deshalb nicht mehr tut, bleiben beide unter ihren Möglichkeiten.

Was ich nicht meine, ist jemanden bewusst und in Absicht zu verletzen. Das sollte logisch sein.

Ich habe jahrzehntelang mich verletzt, um ja immer der Brave zu sein. Welch ein Irrtum ! Wenn ich en femme jemanden mit meinem Anblick verletze, kann er darauf reagieren, aber es wird mich nicht mehr daran hindern. Es geht bei meinem Verhalten und meinen Maßstab. Wie das jemand anders sieht, ist zweitrangig. Was so harsch und egoistisch aussieht, ist nichts anderes als Verantwortung für mich selber zu übernehmen und nicht nach den Maßstäben anderer zu handeln. Letzteres wäre nichts anderes als (Selbst-)Unterdrückung und die lehne ich, besonders in einer Beziehung, ab. Ich habe nicht das Verhalten meiner Frau zu be- oder verurteilen. Ich darf eine Meinung haben, aber sie nicht mittel- oder unmittelbar zu etwas zwingen.

Das meine ich mit "das Recht haben, das zu tun was ich als richtig erachte". Und ich gestehe es auch jedem anderen zu. Wenn meine Frau jede Woche mit einem anderen ins Bett gehen möchte, soll sie das tun. Das ist ihr Recht. Mein Recht ist es, mich von ihr zu trennen. Das verstehe ich unter einer Beziehung in Freiheit.

Hast Du noch nie ein Paar erlebt, in dem eine(r) bestimmt hat, was der Andere zu tun und zu lassen hat ? Schrecklich. Und dieses Bestimmen ist manchmal sehr subtil. Ein "es gefällt mir nicht, was Du tust" kann, über die reine Gefallsbekundung hinaus, auch als Steuerung des Verhaltens des Anderen gesehen werden. "Denkst Du auch an mich, wenn die Nachbarn so sehen ?" wäre auch so eine Formulierung. Genau dagegen wende ich mich. Ich darf derjeneige sein, der ich sein will und mich auch so verhalten...

Re: CROSSDRESSING und GEFÜHLE der Ehefrau

Verfasst: Mi 4. Mär 2020, 11:37
von ExUserIn-2026-04-08
Carry hat geschrieben: Mi 4. Mär 2020, 11:33 Du sagst selbst immer, dass zwischen Deiner Frau und Dir da mehr Distanz ist, wenn Du daheim en femme bist ...
Aber die Distanz wird kleiner, je mehr die Frage gestellt wird, warm man eigentlich distanziert reagiert. Sie verschwindet, in dem man den Anderen als das akzeptiert, was er ist und sein will.

Warum musst Du Dich anders verhalten, wenn er eine Sie ist ?
Carry hat geschrieben: Mi 4. Mär 2020, 11:33 denn mein Schatz würde sich definitiv wieder umziehen, bevor ich heim komme...
Wenn er das macht, besteht die Gefahr, dass er sich Deinen Maßstäben unterwirft. Ich habe das früher immer gemacht und war jedes Mal unglücklich. Das hat nichts damit zu tun, dass ich meiner Frau etwas Gutes tun wollte. Das war nur vorgeschoben. So konnte und durfte das bei mir nicht weiter gehen. Deshalb mache ich das nicht mehr per se.
Carry hat geschrieben: Mi 4. Mär 2020, 11:33 "angeschraubten Tupperdosen"
Ist das nicht eine wertende Aussage, mit der manipuliert wird ? Ich glaube, Deine Sicht zu verstehen und ich muss bei dem Begriff lächeln. Hätte meine Frau diesen früher benutzt, wäre ich verletzt gewesen. Damit wäre Tür und Tor geöffnet, mich zu manipulieren.

Re: CROSSDRESSING und GEFÜHLE der Ehefrau

Verfasst: Mi 4. Mär 2020, 12:09
von Carry
Ich ziehe an dieser Stelle mal die Bremse!
Vicky, ich fürchte - wir sprengen hier schon wieder einen Thread - denn es geht inzwischen mal wieder so gar nicht mehr um Mareles Eingangsfrage bezüglich der Gefühle der Ehefrau und wie sie am besten damit umgehen kann...
Ich antworte Dir natürlich sehr gerne noch darauf, aber dann sollten wir es hier auch mal wieder gut sein lassen...denke ich...

Ich hoffe, Marele, das ist in Deinem Sinne?

Re: CROSSDRESSING und GEFÜHLE der Ehefrau

Verfasst: Mi 4. Mär 2020, 12:26
von Carry
Vicky_Rose hat geschrieben: Mi 4. Mär 2020, 11:37 Wenn er das macht, besteht die Gefahr, dass er sich Deinen Maßstäben unterwirft. Ich habe das früher immer gemacht und war jedes Mal unglücklich. Das hat nichts damit zu tun, dass ich meiner Frau etwas Gutes tun wollte. Das war nur vorgeschoben. So konnte und durfte das bei mir nicht weiter gehen. Deshalb mache ich das nicht mehr per se.
Genau deshalb muss ich mich anders verhalten, wenn er eine Frau ist!

Beispiel: "angeschraubte Tupperdosen" (diesen Begriff habe ich übrigens von Caroline Kebekus gestohlen) sage ich immer zu Silikonbrüsten - ob sie sich nun als Einlage im BH befinden, oder unter der Haut - ich finde sie schrecklich. Und da mein Schatz mich kennt und ich nie aufpassen muss, was ich sage, und er genau weiß, wie ich grundsätzlich zu Silikonbrüsten stehe, kann ich diesen Begriff frei verwenden.

Ist er en femme und trägt die Dinger, würde ich das niemals so ihm gegenüber sagen - weil ich ja seine Gefühle nicht verletzen will und er sich damit vielleicht ganz toll findet, also verkneife ich mir jeglichen Kommentar.

Ist Dir eigentlich schon mal der Gedanke gekommen, dass "wir" Partnerinnen uns evtl.auch euren Maßstäben "unterwerfen", weil wir Rücksicht auf eure Befindlichkeiten nehmen - oder funktioniert dieser Gedanke bei Dir nur in eine Richtung?
Eine Antwort darauf dann gerne in Deinem "Streit-Thread" oder per PN - es sei denn, Marela sagt, dass das hier nützlich wäre....?!

Re: CROSSDRESSING und GEFÜHLE der Ehefrau

Verfasst: Mi 4. Mär 2020, 12:31
von DanielaTV
Hallo,

ich habe hier jetzt nicht alles verfolgt, aber sind denn das nicht auch Gefühle die du da beschreibst, Carry? Ich mein du versuchst ja auch mit der momentan noch aufkommenden Ablehnung, das Er z.B. Sie sein könnte wenn du gestresst nach Hause kommst auch zu verarbeiten bzw. damit zurecht zu kommen.

Generell Frage ich mich momentan, wie du reagieren würdest, wenn er es nicht rechtzeitig geschafft hat sich wieder so zu kleiden wie du es gewohnt bist bzw. auch irgendwo erwartest?
Darf er sich denn in deinem bei sein ausleben, oder ist das ein No Go für dich?
Wenn ich zu unhöflich war/bin, bitte ich dies zu entschuldigen.

LG Ela (888)

Re: CROSSDRESSING und GEFÜHLE der Ehefrau

Verfasst: Mi 4. Mär 2020, 12:54
von ExUserIn-2026-04-08
Ich höre gene Marelas Antwort, glaube aber, dass wir mittendrin in den Gefühlen der Ehefrau sind.

Zu Deiner Frage: natürlich sehe ich das Thema auch immer anders herum. Aber egal wie herum ich es sehe, es bleibt im Kern gleich. Das "Unterwerfen" hat viel damit zu tun, dass man nicht in der Lage ist, in Selbstverantwortung eine Antwort zu finden. Ist Rücksicht auf Befindlichkeiten positiv oder negativ ? Ich sehe beide Aspekte. Es ist schön, wenn einer dem/r Partner/in entgegen kommt. Das soll auch so sein. Kritisch wird es, wenn dadurch dauerhaft das Verhalten geprägt ist. Bleiben wir bei den Tupperdosen. Wenn meine Frau heim kommt und völlig fertig ist und darum bittet, dass ich jetzt nicht meiner Weiblichkeit fröne, kann ich dem gut nachkommen. Wenn es bedeutet, dass ich jeden Abend auf meine Weiblichkeit verzichten soll, schadet es mir.

Oder auch umgekehrt. Wenn meine Frau merkt, dass ich in meiner Traurigkeit stecke und mich dadurch unterstützt, in dem sie den Raum für meine Weiblichkeit öffnet, fühle ich mich angenommen und akzeptiert. Würde sie das immer machen, hätte ich ein schlechtes Gewissen.

Meine Erfahrung ist aber, dass diese Dinge in den Hintergrund treten, wenn man diese Haltung grundsätzlich hat. Dann sind die Tupperdosen eben Tupperdosen und es wird zunehmend egal sein, ob sie da sind oder nicht. Und ich freue mich, wenn ich als Mensch so akzeptiert werde und nicht nur aus Gefälligkeit.

Ich nenne das Demut vor und Dankbarkeit für den Partner. Egal mit welcher Eigenheit. Es sind die Eigenheiten, die den Mensch ausmachen. Sie zu achten und zu schätzen ist für mich zentrales Thema in der Beziehung. Ich habe wahrscheinlich zu wenig dieses Respekts bei meinen Eltern erlebt und es selber viel zu lange selber gelebt. Mein Leben fühlt sich anders an, seit dem ich die Notbremse gezogen habe.

Meine Frau macht auch Dinge, die ich so nicht nachvollziehen kann. Aber es ist nicht meine Sache, diese zu bewerten. Ich will sie so, wie sie ist.