424......
Es sind nun exakt 424 Tage seit dem letzten großen Beitrag von mir vergangen ist.
Und ich kann euch sagen in denen ist sooooo viel passiert.
Der Hoffnung entgegen und der Sonne hinterher...*.
So richtig hat es dann sogar schon im Oktober angefangen, indem ich mich an Anne-Mette gewandt hatte, um eventuelle für mich in Frage kommenden Therapeuten, in Erfahrung zu bringen.
Angefragt hatte ich dann direkt bei der "i2transhealth" Studie vom UKE und bei Frau Dr. Güldenring aus dem Westküstenklinikum in Heide.
Bei beiden hieß es erstmal, das ich mit einer Wartezeit zu rechnen hatte, wobei sich das UKE erst gar nicht gemeldet hatte.
Auch in Heide sah es erst schwarz aus.
Nach ca. 3 Wochen bekam ich dann eine E-Mail von Frau Dr. Güldenring zurück und in dieser stand dann das ich mindestens bis März auf ein Erstgespräch warten müsste.
Im Laufe der letzten beiden Monate des Jahres 2020 habe ich dann noch einige male versucht beim UKE eine Reaktion zu erhalten, bis ich dann im Januar urplötzlich einen Termin für den 01.02.2021 zum Erstgespräch bekam.
Daraufhin ging es dann schnurstrax zu meinem Hausarzt für eine Überweisung und dann gut gelaunt zum Erstgespräch.
Das verlief auch sehr positiv und ich bekam nach dem Ausfüllen mehrerer Fragebögen, direkt einen Platz in der Studie.
Und bin auch seitdem dort in der begleitenden Therapie.
Am selben Tag wo ich dann das Erstgespräch im UKE hatte, rief mich auch das Westküstenklinikum an, um einen Termin für das Erstgespräch bei Ihnen abzumachen, doch da war ich ja dann guter Dinge dass es beim UKE was werden wird.
Just let me Go, i'm on my own, a roling stone, and i'm in the Zone don't let me fall, just let me know when we'll make it through....*
Nachdem ich dann direkt an der Studie teilnehmen konnte, ging alles wirklich gut voran.
Es gab allerdings auch wieder einigen Streit und Missverständnisse, die wir aber dennoch gut verarbeiten konnten, da ich mich auch sehr öffnen konnte, was das reden über meine Gefühle anging.
Und ich bin stand heute, wirklich guter Dinge dass wir es tatsächlich hinbekommen können, auch in Zukunft unseren Weg gemeinsam zu bestreiten.
Was mich wirklich sehr freut.
Das Jahr Schritt immer weiter voran und so kam es dann auch, das ich mich bei meinem Arbeitgeber geoutet habe und auch bei einigen meiner Arbeitskollegen inkl. der Damen im Büro.
Diese ganze Outings die zu unterschiedlichen Zeitpunkten stattfanden verliefen durchweg positiv. Es gab wirklich bisher niemanden der wirklich negative Reaktionen oder Äußerungen getätigt hat, wobei ich es von einigen Kollegen allerdings erwartet hatte.
Das lag aber eher daran dass ich ihn nicht einschätzen konnte.
Genauso ging es bei meinen Eltern.
Mein Vater war für mich immer nicht zu lesen. Und da machte ich mir auch sehr viele Gedanken darüber, wie das ganze wohl verlaufen würde.
Doch auch dieses Gespräch mit Ihnen, war total überraschend positiv. Sie sagten das ich das selber entscheiden muss und sie immer hinter mir stehen werden, Hauptsache ich bin glücklich in meinem Leben.
Selbst heute rührt mich das noch zu Tränen, wenn ich das hier niederschreibe.
Im März ging es dann daran einen Logopäden zu finden. Auch hier hatte ich mich dann zuerst an Anne-Mette gewandt, sie konnte mir einen Logopäden aus Schönhagen nennen, doch nach einigem Mailverkehr mit Herrn Wagner kamen wir zu dem Schluss das es Entfernungs-/ und Zeittechnisch einfach nicht möglich sei.
Sie bieten zwar auch Online Stunden an, das aber auch erst für Patienten*innen die schon länger dort behandelt werden.
Ich habe dann noch einen Logopäden in Husum ausfindig gemacht, der zwar sehr freundlich war, aber dann doch eher nicht dazu bereit war und mich an einen Logopäden direkt aus Leck empfohlen hat.
Diese Praxis hatte ich auch vorher schon im Blick gehabt, aber es war nicht auf der Website ersichtlich dass sie auch Therapien für Transfrauen anbieten.
Aber ich bin da nun seit Ende März in Therapie und ich denke dass ich gute Fortschritte mache....
Ich halt mal an der Straße an und frag ey, Mann, wo lang....*
Anfang November war es dann soweit, das ich den ersten Termin bei meiner Endokrinologin hatte und das war ein wirklich schöner Tag für mich. Da wurde mir nochmal stark bewusst das es nun wirklich voran geht.
Das hat anfangs enorm beflügelt doch gab es auch immer wieder Schattenseiten.
Die dysphorie schleicht sich immer wieder heran und das macht mir auch immer noch sehr zu schaffen.
Aber wir wollen ja zuversichtlich in die Zukunft blicken und ich bin gespannt, was noch so auf mich zukommen wird.
Seit 2 Monaten und 2 Wochen darf ich nun also auch Hormone nehmen. Und ich habe bisher auch keine Beschwerden dadurch.
Und nun ist das Jahr auch schon wieder rum. Vielleicht brauche ich das nächste Mal nicht mehr so lange für einen weiteren Beitrag
In diesem Sinne
Ich wünsche euch allen ein frohes Fest und einen guten Rutsch ins neue Jahr.
LG Ela
Verwendete Textzeilen:
Massendefekt - Der Hoffnung entgegen
Falling in Reverse - Rolling Stone
Ohrbooten - Autobahn