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Re: Eine Art Traumabewältigung vielleicht

Verfasst: Sa 5. Okt 2019, 21:04
von Michaela M.
Hallo Steffi!
Steffi-BLN hat geschrieben: Sa 5. Okt 2019, 19:06 Ich nahm mir eine 25er Packung von dem citalopram, packte alle aus und dann lagen sie da auf den Tisch. Ich öffnete die Flasche Wein und trank ziemlich zügig die Flasche leer. Bei den beiden letzten Gläsern habe ich jeweils 5 Stück genommen. Und dann bei den beiden Bowlen die noch da waren, die anderen 15 Stück. Ich jetzt total betrunken, konnte noch kaum aufwärts gehen.
Bei deinem geschildertem Erlebnis sehe ich einiges was bei mir genauso war.
Meine Frau merkte sofort das was nicht stimmte, als sie Freitag Abends von der Schulung zurück kam. Sie half mir erst einmal im Bad, schimpfte dabei auch mit mir wie mit einem kleinen Kind und fragte warum ich sie nicht angerufen hätte. Wollte sie dort nicht stören war meine Antwort, doch das aktzeptierte sie nicht da es sich um einen Notfall handelte und der Schulungsleiter vorher informiert worden war über meinen Gesundheitszustand.
Vor kurzem war ich wieder kurz davor in das tiefe Loch zu fallen, habe aber glücklicher weisse die Kurve noch gekriegt.

Gruß aus dem Odenwald
Micaela M.

Re: Eine Art Traumabewältigung vielleicht

Verfasst: Sa 5. Okt 2019, 21:41
von Anne-Mette
Guten Abend,

Michaela M., jetzt habe ich etwas gemacht, was ich sonst (fast) nie mache: ich habe aus Deinem Text eine weite Passage entfernt.
Es geht hier um Steffi und die "Traumabewältigung vielleicht".
Die Passage, die ich entnommen habe, kannst Du gerne im "geschlossenen Bereich Suizid" als eigenen Beitrag veröffentlichen.

Ich habe schon geschrieben, dass ich sehr bewundere, dass Du Deinen Lebensweg trotz unmenschlicher Herausforderungen immer weiter gegangen bist.
Meine Maßnahme soll den Respekt vor Dir nicht schmälern. Ich bitte das anzuerkennen.
Ich wäre Dir dankbar, wenn Du weitere Beiträge mit diesen Einzelheiten im "offenen Bereich" und dabei in den Themen anderer UserInnen unterlässt.
Danke!

Herzliche Grüße
Anne-Mette

Re: Eine Art Traumabewältigung vielleicht

Verfasst: Sa 5. Okt 2019, 22:01
von Frieda
Eine Frage beschäftigt mich liebe Steffi❣️

Hättest du all dies hier auch getan, wenn du absolut nüchtern gewesen wärst? 🤔
Steffi-BLN hat geschrieben: Sa 5. Okt 2019, 19:06 Dann machte ich etwas saudummes. Ich nahm mir eine 25er Packung von dem citalopram, packte alle aus und dann lagen sie da auf den Tisch. Ich öffnete die Flasche Wein und trank ziemlich zügig die Flasche leer. Bei den beiden letzten Gläsern habe ich jeweils 5 Stück genommen. Und dann bei den beiden Bowlen die noch da waren, die anderen 15 Stück.
Namaste 🙏

Re: Eine Art Traumabewältigung vielleicht

Verfasst: Sa 5. Okt 2019, 22:05
von Steffi-BLN
Halli Frieda, ich denke schon. Dann hätte 8xh es wohl andersrum gemacht, erst die Tabletten und dann den Alkohol. Und dann womöglich noch eine 25st Packung.
Naja so blieb es denn bei nur 25 Tabletten.
Mal schauen was die nächsten Tage so bringen werden. Kläre morgen mit dem Arzt das er mich jetzt persönlich in die Tagesklinik aufnehmen tut ab Montag.
Vielleicht klappt es ja.

Liebe Grüße

Re: Eine Art Traumabewältigung vielleicht

Verfasst: Sa 5. Okt 2019, 22:44
von Lavendellöwin
Steffi-BLN hat geschrieben: Sa 5. Okt 2019, 22:05 Kläre morgen mit dem Arzt das er mich jetzt persönlich in die Tagesklinik aufnehmen tut ab Montag.
Vielleicht klappt es ja
Hi Steffi,

ich drücke dir die Daumen, das es mit der Aufnahme klappt!
Ich wünsch es dir aus ganzem Herzen und das du mal Frieden finden kannst-aber bitte,
bitte lebend!
Ich weiss ich kann dir im Grunde gar nicht helfen, so sehr ich es auch möchte, aber
den Schmerz den du in dir trägst musst du wohl selber bewältigen.
Du hast mein ganzes Mitgefühl-für einen Moment, weil es nicht bei dir alleine bleiben kann.

Ich möchte dir auch nochmal sagen, das du bei einigen hier einen Platz im Herzen hast und
es wäre schön, wenn es dein Platz bleiben würde. Es würde sich nicht gut anfühlen, wäre
der Platz einfach so leer..

okay, enttäusche uns bitte nicht..

Alles Liebe Marie (flo)

Re: Eine Art Traumabewältigung vielleicht

Verfasst: Mo 7. Okt 2019, 11:27
von Anja
Moinsen (moin) liebe Steffi,
Steffi-BLN hat geschrieben: Sa 5. Okt 2019, 19:06 Die Zeilen jetzt werden vermutlich wieder schwer zu lesen sein.
ich glaube das Schreiben war sicher schwerer als das Lesen.
Ich finde es bewundernswert wie du dich uns öffnest und auch solche Momente teilst, wo du am Boden bist.
Ich hoffe, das Schreiben darüber, hilft dir das Ganze zu verarbeiten.
Und, wenn du wieder in so eine Situation kommst, nimm bitte Kontakt zur Außenwelt auf, in welcher Form auch immer.
Alkohol verstärkt in der Regel die eigenen Gefühle. Ist man in Partystimmung kann Alkohol die Stimmung anheizen. Aber ist man richtig mies drauf und hat schon solche Gedanken im Kopf, solltest du dir Alkohol verbieten, denn der macht es noch schlimmer.
Wie gesagt, schleichen sich solche Gedanken ein, Kontakt aufnehmen. Jeder den du kennst, wird dir in so einer Situation beistehen.

Ich bin wirklich froh, das es "schief" gegangen ist und du noch da bist (flo)

Grüße
die Anja

Re: Eine Art Traumabewältigung vielleicht

Verfasst: Di 8. Okt 2019, 13:15
von Steffi-BLN
Jetzt bin ich hier seit Samstag in der Psychiatrie, zum Glück keine geschlossene und ich hatte einige Zeit zum Nachdenken gehabt.

Und es kommen immer wieder die selben Dinge zum Vorschein.

1.) Wie gut dass es nicht geklappt hat und ich mich nicht getraut habe noch mehr Tabletten einzuwerfen.
Zum Glück habe ich es noch geschafft den Notarzt anzurufen.

2.) Ich habe echte, gute Freunde, das waren die ersten mir naheliegenden Menschen, denen ich von meiner Vergewaltigung mit 15 erzählt habe.

Jetzt kommt das große aber. Aber auch wenn ich so etwas hier, Intensivstation, fixiert an Armen und Beinen nicht mehr haben möchte. Ich eigentlich leben möchte,
es doch noch mal soweit kommen sollte und das macht mir im Moment totale Angst, dann weiß ich dass ich es dieses Mal dann "richtig" mache. Heißt, genug Tabletten plus Schlaftabletten, mehr Alkohol und sicherlich kein notarzt.
Das treibt mir die Tränen in die Augen dass ich so denke und ich hasse mich dafür abgrundtief.

Ich bin nicht gläubig, aber dafür bete ich dass es nie soweit kommen wird. Aber versprechen? Das geht leider nicht.

Ich bin an einem Punkt angelangt, wo mir vieles echt egal geworden ist und es verletzt mich genauso, so wie ich auch euch verletzte, speziell die Personen im Chat, die immer für mich da sind. Sie habe ich so verletzt und ich weiß nicht ob sie mir das jemals verzeihen können.

Das sollte ich mir einfach mal jetzt von der Seele schreiben.

Nachdenkliche Grüße
Eure Steffi

Re: Eine Art Traumabewältigung vielleicht

Verfasst: Di 8. Okt 2019, 13:40
von Joe95
Ich chatte zwar selber nicht, aber ich glaube nicht das sich hier irgendjemand verletzt fühlt.
Warum hasst du dich?
Du solltest dir keine Gedanken darum machen was du nicht möchtest, sondern darum was du möchtest, wie du etwas erreichen kannst was du dir wünschst.
Du sagst du hast echte, gute Feunde.
Das ist ein guter Anfang. Da kann was positives draus werden.

Re: Eine Art Traumabewältigung vielleicht

Verfasst: Di 8. Okt 2019, 13:48
von Engelchen
Ich habe ja mit dir die ganze Zeit über gechattet.
Du brauchst dich nicht zu schämen - wofür denn.
Wir sind alle froh das du noch lebst.
Ich helfe dir gerne wo ich kann.
Aber bitte mach uns nie wieder diesen Kummer - diese Angst dich zu verlieren und nichts dagegen tun zu können.
Du weißt wie du mich erreichen kannst - nimm die Hilfe an.
Lisa

Re: Eine Art Traumabewältigung vielleicht

Verfasst: Di 8. Okt 2019, 15:36
von Anne-Mette
Moin,
Steffi-BLN hat geschrieben: Di 8. Okt 2019, 13:15 totale Angst, dann weiß ich dass ich es dieses Mal dann "richtig" mache.
in einem Trauerbuch habe ich gelesen, dass die Seelenkümmerin es dem Menschen, der an einen Suizid gedacht, vielleicht sogar umsetzen wollte,
"verboten hat".
Also kein Verbot mit -§ und Strafandrohung, sondern "als Option verboten".

Ich weiß nicht, ob das zu einfach ist(?)
Es gab mir trotzdem zu denken, dass offenbar damit gearbeitet werden kann, dass so eine Option (Suizid) ausgeschlossen und ausgeklammert wird durch VERBOT.

Das wollte ich nur mal kurz zur Diskussion beitragen, bevor ich mich nun um Laub & Harke kümmere.

Herzliche Grüße
Annne-Mette

Re: Eine Art Traumabewältigung vielleicht

Verfasst: Di 8. Okt 2019, 15:40
von Engelchen
Anne-Mette hat geschrieben: Di 8. Okt 2019, 15:36 Also kein Verbot mit -§ und Strafandrohung, sondern "als Option verboten".
Ein schöner Gedanke, danke
Lisa

Re: Eine Art Traumabewältigung vielleicht

Verfasst: Sa 2. Nov 2019, 12:26
von Steffi-BLN
Hey, ich muss hier mir mal meinen Kummer von der Seele schreiben, die meisten sind es sicherlich schon leid zu lesen, aber es hilft mir meine Gedanken zu ordnen.

Am Mittwoch hatte ich einen weiteren Suizidversuch, wieder einmal hat es nicht geklappt.
Bin ich selbst dafür zu unfähig?
Nicht einmal in der Lage dazu mein Leben eigenständig zu beenden.
Ich möchte niemanden da mit reinziehen, deswegen fallen einige Möglichkeiten weg. Wobei ich auch schon daran gedacht habe.

Mir wurde auf der Intensivstation der Magen ausgepumpt, musste so ein ekliges Kohle Getränk zu mir nehmen das die ganzen Reste von den Tabletten aufsaugt.

Seit Donnerstag Abend bin ich nun auf der geschlossenen Station. Die Richterin hat auf 4 Wochen entschieden. Vielleicht kann ich schon früher auf die offene, wenn es mir denn besser geht.
Aber es kann sein dass ich nun meine Wohnung verliere.
Wenn dies der Fall ist, dann ist ehh alles vorbei.
Dann bin ich obdachlos.
Ab da macht sowieso alles keinen Sinn mehr.

Davor habe ich Angst.
Auch ob ich überhaupt noch kämpfen kann, ich weiß es nicht. Es ist einfach so schwer im Moment für mich das Gute im Leben zu sehen. Sehe nur noch diese Leere in meinem Kopf.

Die folgenden Sätze sind aus einem Lied, sie beschreiben genau wie ich fühle.

Wenn irgendjemand fragt: "Es geht mir gut"
Ich war bereit mir alles zu nehmen, doch "es geht mir gut".
Das ist die Hölle hier was sich Leben nennt, denn Liebe und Glück gibt es nicht für jeden Menschen.


In diesem Sinne, bis bald. 😪

Re: Eine Art Traumabewältigung vielleicht

Verfasst: Sa 2. Nov 2019, 12:32
von Anne-Mette
Guten Tag Steffi,

Du benötigst dringend eine(n) BetreuerIn. Wurde das von der Richterin angesprocehn?
Da brauchst jedenfalls fürs Erste jemanden, der sich um Wohnung usw. kümmert, damit Dir eine Perspektive für "danach" bleibt.

Alles Liebe und Gute und herzliche Grüße
Anne-Mette

Re: Eine Art Traumabewältigung vielleicht

Verfasst: Sa 2. Nov 2019, 12:35
von Steffi-BLN
Anne-Mette hat geschrieben: Sa 2. Nov 2019, 12:32 Guten Tag Steffi,

Du benötigst dringend eine(n) BetreuerIn. Wurde das von der Richterin angesprocehn?
Da brauchst jedenfalls fürs Erste jemanden, der sich um Wohnung usw. kümmert, damit Dir eine Perspektive für "danach" bleibt.

Alles Liebe und Gute und herzliche Grüße
Anne-Mette
Nein, ich habe keinen Betreuer. Ich lebe ja schon derzeit in einem Apartment was mir von der sozialen wohnhilfe gestellt wurde. Aber wenn ich da länger als einen Monat nicht bin, kann es sein dass ich die Wohnung verliere, da ich sie ja derzeit nicht brauche. Genau da liegt die Krux.

Re: Eine Art Traumabewältigung vielleicht

Verfasst: Sa 2. Nov 2019, 12:44
von Anne-Mette
Die Probleme solltest Du auf alle Fälle in der Klinik ansprechen, auch wenn noch Anderes zu regeln ist: Bewag o.ä.

Außerdem wäre es sicherlich wichtig, abgesehen von den bürokratischen Fragen, ein "Behandlungskonzept" zu besprechen . mit "Zielvereinbarungen".