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Re: Wie gehen Kinder damit um?
Verfasst: Do 26. Sep 2019, 17:26
von Nina.Gartner
Anja hat geschrieben: Fr 13. Sep 2019, 13:01
Moinsen
ich habe es mit unseren Kindern genauso gehalten, wie mit meiner Frau.
Meiner Frau erzählte ich beim zweiten oder dritten Date von meiner weiblichen Seite.
Unsere Kinder (6 und 3) sind, neben meiner Frau, die wichtigsten Menschen in meinem Leben. Während der ersten Schwangerschaft überlegten wir, wie wir mit meiner weiblichen Seite gegenüber unserem Kind umgehen sollen. Wir kamen zu dem Schluß, womit es aufwächst, empfindet es als normal. So kannte mich unser Großer von Geburt an als Mann und als Frau. 3 Monate vor der Geburt unserer Kleinen begann ich mein Leben als Frau, sie kennt mich also nur noch "so". Inzwischen dürfte bei dem Großen allerdings auch nicht viel von dem alten Bild übrig geblieben sein...
Den Kindern einen großen Teil der eigenen Persönlichkeit vorzuenthalten, empfände genauso als Betrug, wie viele Partnerinnen es als Betrug empfinden, wenn der Partner dies verheimlicht (hat).
Weil wir keine Fans von "Wortakrobatik" sind, sind wir bei der Anrede einfach bei Papa geblieben. So können unsere Kinder ganz normal sich mit anderen über Mama & Papa unterhalten.
Ich glaube, da kommt auch selten das Thema auf, was Mama & Papa denn gerne so zu Hause tragen
Grüße
die Anja
Hallo Anja,
dein gewählter Weg ist toll und ich freue mich riesig für Dich und es ist schön zu lesen, dass dies möglich ist.
Danke Dir, das macht Mut

.
Liebe Grüße,
Nina
Re: Wie gehen Kinder damit um?
Verfasst: Mi 2. Okt 2019, 02:05
von Sahara65
Zu meiner Tochter habe ich ein sehr offenes Verhälnis, sie wundert sich das ihren Freuninnen mein dasein als Frau nicht auffällt.
Kinder, Teens, Jugendliche focusieren sich auf andere Dinge, im pupertären Alter um 14 Jahre mit Sicherheit.
Aber eine Medallie hat zwei SeÃten.
Mein Sohn verschließt sich mir gegenüber, was mir zu denken gibt.
Wissen wir um Rat und Beistand ? Gesendete Signale darf man nicht ignorieren.
Es gibt Anlaufstellen, Kinderpsychologen um zu helfen, aber für was ?
Ich kann mir gut vorstellen das für meinen Sohn eine Welt zusammen bricht und gebrochen ist, ich mache mir Sorgen und Schuldzuweißungen.
Der Papa den er einst kannte ist in der Form nicht mehr da, ihm wachsen Brüste, er trägt BH. Schämt sich nach dem Bad seiner Nacktheit.
Dennn auch er zieht sich in gewissen Grad zurück.
Für ihn bin ich ER, nicht Sie, was ich ihm auch nicht verständlich mache.
Mich gar mit Sara zu rufen oder anzureden.
Wie soll es in einem solch jungen Kopf wohl ausshen ?
Er der genug probleme mit der Schule hat muss sich noch in seinem Inneren damit auseinader setzen, mich dauert der Zustand zu tiefst.
Letzten Endes mein Auszug der nicht zu vermeiden ist setzt allem die Krone auf.
Aber wie gehen Kinder damit um ?
Depressionen mit 10 Jahren die sich in anderen Formen zeigen als bei Erwachsenen.
Er hat kein Idealbild keine Vorstellungen eines Mannes, den die Väter sind es zu denen unsere Söhne aufblicken.
Nicht zu einem Kerl mit Brüsten, oder einem Kerl der sich schminkt. Egal als was wir in uns sehen oder gerne wären.
Mein Soht schaut täglich verwirrt auf meine AA, nach 4 Monaten HRT.
Nun sagt mir bitte " wie gehen Kinder damit um "
Ich bin mir sicher das sich hinter den Kulissen ausreichend Familiendramen um uns abspielen.
Nur wir können versuchen unseren Kindern diesen harten verwirrenden Weg für sie zu erleichtern.
Hier in Offenburg gibt es die Einrichtung "Bunt" ob es dort auch um Transsexualität in Familien geht muss ich erfragen. Ich hoffe.
Re: Wie gehen Kinder damit um?
Verfasst: Mi 2. Okt 2019, 17:04
von Anne-Mette
Moin,
Sahara65 hat geschrieben: Mi 2. Okt 2019, 02:05
Er hat kein Idealbild keine Vorstellungen eines Mannes, den die Väter sind es zu denen unsere Söhne aufblicken.
Welches Kind hat das schon?
Eine weitere Frage schließt sich an: gibt es so ein Idealbild und wie sollte/könnte das aussehen?
Ich möchte die Schwierigkeiten, die Kinder mit einschneidenden Veränderungen (selbst/auch ohne GAOP) ihrer Eltern haben, nicht klein reden.
Auch wir haben die Erfahrung gemacht, dass es gerade in der Pubertät schwierig ist, wenn sich "Orientierungs- und Reibungspunkte" derart verändern, dass
ein Elternteil "das Geschlecht wechselt"* oder "keines der traditionellen Geschlechter" weiterhin bedient.
Ich habe mich oft gefragt, welchen Anteil ich daran hatte/habe und angelehnt an den Satz "Was wärest Du ohne Dein Problem?" habe ich mich gefragt, wie
die schlimmsten Phasen ohne meine Veränderungen verlaufen wären.
Eine Antwort habe ich allerdings nicht gefunden.
Die folgte später: alles wurde gut - und besser und selbst die Enkelkinder gehen wunderbar damit um.
Ich füge mal etwas sehr Persönliches hier ein, eine Mitteilung, die ich kürzlich erhielt:
wir haben dich gern und du bist uns wichtig.. klar gab es eine Zeit in der es "komisch" war und ich (und auch *****) nicht wussten wie wir damit umgehen sollen/dürften/müssen.. aber mittlerweile sind wir so zusammen gewachsen und du bist so eine tolle Oma für unsere Junges da ist es uns wichtig dich so anzusprechen wie du es dir wünscht ..
Zusammen mit anderen Mitteilungen und etlichen Gesprächen komme ich nur zu dem Ergebnis: alles richtig gemacht, "besser" hätte es auch ohne meine Veränderungen nicht unbedingt werden können oder müssen.
Trotz einer sehr schwierigen Phase hat sich mit der Zeit alles wunderbar entwickelt und zusammengefügt.
Sahara65 hat geschrieben: Mi 2. Okt 2019, 02:05
Hier in Offenburg gibt es die Einrichtung "Bunt" ob es dort auch um Transsexualität in Familien geht muss ich erfragen. Ich hoffe.
Es ist sicherlich gut, wenn ihr euch informiert; denn es kann auch ganz anders als bei uns verlaufen.
Herzliche Grüße
Anne-Mette
*Das habe ich absichtlich so ausgedrückt, um es zu verdeutlichen
Re: Wie gehen Kinder damit um?
Verfasst: Mi 2. Okt 2019, 19:51
von Aria
Bei meinem Kleinen (8) habe ich es von Anfang an, Schritt für Schritt gemacht. Immer wieder mal, kam etwas neues dazu. Heute die Füsse lackiert, einen Monat später ein Rock usw.
Am Anfang lief das auch ganz gut, doch plötzlich haben wir gemerkt, dass ihn was umtreibt. Ich muss dazu sagen, dass er bei seiner Mama wohnt und nur am WE bei mir ist. Sie hat dann gemerkt, dass er verschlossen war, nachdem er von mir kam. Daraufhin hat sie ihn gefragt, ob ihn was bedrückt. Da sagte er, dass ihm aufgefallen ist, dass ich so komische Klamotten trage. Bei mir hat er sich dazu gar nicht geäussert, bis auf das er mir Fragen dazu gestellt habe, die ich ihm natürlich wahrheitsgemäss geantwortet habe. Mehr habe ich dazu aber nicht gesagt, als dass es mir gefällt und ich mich gut so fühle. Ich dachte, ich muss ihn ja nicht überfordern. Vor allem mit seinen 6 Jahren nicht. Es hat ihn aber doch weiter beschäftigt, wie man an seinen Aussagen zur Mama erkennt.
Er kann es einfach nicht verstehen, warum Papa nun Sachen trägt, die er sonst nur bei Mama sieht. Man kann alles mögliche tun aber dennoch richten sich Kinder an dem binären System aus, das um sie herum herrscht. Ist ja auch klar, das gibt ihnen Sicherheit. Und das brauchen Kinder nun mal am meisten. Da helfen alle Erklärungen meinerseits nix. Ich kann ihm das einfach nicht beibringen - nicht in dem Alter. Zumal ich für ihn schon immer ein absolutes Vorbild war/bin. "Papa, du und ich und meine Schwester und Mama. Wir sind stark, die Mädchen sind Quark!" Ja, woher hat er das??? Von mir bestimmt nicht. Das hat er ganz alleine entwickelt. Dazu kommt, dass er ein absoluter Vollblut-Kerl ist. Das hat der in die Wiege gelegt bekommen. Alle Bemühungen, ihn neutral zu erziehen haben nix geholfen. Er ist, wie er ist: ein Kerl und Gentleman durch und durch.
Und nun gerät sein ganzes Bild, wie Männer angeblich sind, ins wanken. Er kämpft. Hat er mich doch zu seiner absoluten Nr. 1 auserkoren. Ein Papa-Kind, wie ich es noch nicht gesehen habe. Was mache ich mit so einem? Ich habe keine Ahnung. Es ist schwierig, sehr schwierig. Mir bricht es fast das Herz, ihm nicht geben zu können, was er anscheinend so sehr braucht - Sicherheit.
Re: Wie gehen Kinder damit um?
Verfasst: Do 3. Okt 2019, 07:05
von ExuserIn-2019-12-18
Aria hat geschrieben: Mi 2. Okt 2019, 19:51
Daraufhin hat sie ihn gefragt, ob ihn was bedrückt. Da sagte er, dass ihm aufgefallen ist, dass ich so komische Klamotten trage. Bei mir hat er sich dazu gar nicht geäussert, bis auf das er mir Fragen dazu gestellt habe, die ich ihm natürlich wahrheitsgemäss geantwortet habe. Mehr habe ich dazu aber nicht gesagt, als dass es mir gefällt und ich mich gut so fühle. Ich dachte, ich muss ihn ja nicht überfordern. Vor allem mit seinen 6 Jahren nicht. Es hat ihn aber doch weiter beschäftigt, wie man an seinen Aussagen zur Mama erkennt.
Liebe Aria,
ich frage mich gerade beim Lesen Deiner Zeilen, ob das Drumherumreden und Verschweigen des eigentlichen Hintergrundes nicht eher kontraproduktiv sein kann. Warum fällt es so schwer einfach zu sagen, dass sich Papa wie ein Frau fühlt und im Grunde auch eine ist? Und wäre das für ein Kind nicht viel logischer nachzuvollziehen, wenn Papa dann auch Frauensachen trägt? So besteht Verwirrung, weil die Definition: "Papa ist eine Mann" ja weiter erhalten bleibt und dazu passen Frauensachen natürlich überhaupt nicht.
Ich weiß nicht, ob Kinder nicht offene und ehrlich Aussagen besser verstehen (und vielleicht auch verdient haben), als wir denken. Das Herumgedruckse von Erwachsen (als Schutzinstinkt) kommt doch letztlich eher als "das geht Dich nichts an", "dafür bist Du noch zu jung", "das kannst Du noch nicht verstehen" an. Wenn ich es mal auf die Spitze treibe, ist es eine Zurückweisung der Neugier von Kindern.
Das ist nur ein Gedanke beim Lesen gewesen. Vielleicht auch eine falsche Perspektive ... aber auf keinen Fall ein "Vorwurf" oder eine "Anleitung" wie man es besser machen kann oder sollte.
Alles Liebe
Vanessa
Re: Wie gehen Kinder damit um?
Verfasst: Do 3. Okt 2019, 07:57
von ExuserIn-2019-12-22
Sahara65 hat geschrieben: Mi 2. Okt 2019, 02:05
Er hat kein Idealbild keine Vorstellungen eines Mannes, den die Väter sind es zu denen unsere Söhne aufblicken.
Nein, Kinder brauchen Fürsorge und Aufmerksamkeit. Oder auch einfach Liebe.

Re: Wie gehen Kinder damit um?
Verfasst: Do 3. Okt 2019, 19:47
von Aria
Keks-Marie hat geschrieben: Do 3. Okt 2019, 07:57
Sahara65 hat geschrieben: Mi 2. Okt 2019, 02:05
Er hat kein Idealbild keine Vorstellungen eines Mannes, den die Väter sind es zu denen unsere Söhne aufblicken.
Nein, Kinder brauchen Fürsorge und Aufmerksamkeit. Oder auch einfach Liebe.
Richtig. Sie brauchen aber auch Sicherheiten. Die holen sie sich, wenn sie andere, in dem Fall Papa, mit sich vergleichen.
Verlässt Papa das gewohnte Bild, das man von ihm hat, fangen die Zweifel an. Die Unsicherheit wächst und mit ihr die Angst.
Re: Wie gehen Kinder damit um?
Verfasst: Do 3. Okt 2019, 19:53
von Aria
VanessaL hat geschrieben: Do 3. Okt 2019, 07:05
Warum fällt es so schwer einfach zu sagen, dass sich Papa wie ein Frau fühlt und im Grunde auch eine ist?
Das fällt nicht schwer, aber es ist für einen 6-jährigen einfach verdammt schwer zu verstehen. Das verstehen ja Erwachsene noch nicht mal. Geschweige man selbst. Das erkennst du daran, dass du eine zeit lang mit dir gehadert hast, bevor du sagen konntest: Ja, ich bin eine Frau. Und dann verlangst du, dass es ein Kind kann???
Klar, nach deiner Argumentation wäre es so einfach. Ich sage meinem Kind, dass Papa eine Frau ist und deswegen auch die Sachen einer Frau trägt. Zack, Problem gelöst. Ist es aber eben nicht.
Re: Wie gehen Kinder damit um?
Verfasst: Do 3. Okt 2019, 21:45
von ExuserIn-2019-12-22
Aria hat geschrieben: Do 3. Okt 2019, 19:47
Keks-Marie hat geschrieben: Do 3. Okt 2019, 07:57
Sahara65 hat geschrieben: Mi 2. Okt 2019, 02:05
Er hat kein Idealbild keine Vorstellungen eines Mannes, den die Väter sind es zu denen unsere Söhne aufblicken.
Nein, Kinder brauchen Fürsorge und Aufmerksamkeit. Oder auch einfach Liebe.
Richtig. Sie brauchen aber auch Sicherheiten. Die holen sie sich, wenn sie andere, in dem Fall Papa, mit sich vergleichen.
Verlässt Papa das gewohnte Bild, das man von ihm hat, fangen die Zweifel an. Die Unsicherheit wächst und mit ihr die Angst.
Welche Sicherheiten? Ich verstehe es nicht. Aber mein Hintergrund könnte auch Schuld daran haben.
Re: Wie gehen Kinder damit um?
Verfasst: Fr 4. Okt 2019, 03:37
von ExuserIn-2019-12-18
Aria hat geschrieben: Do 3. Okt 2019, 19:53
Das fällt nicht schwer, aber es ist für einen 6-jährigen einfach verdammt schwer zu verstehen. Das verstehen ja Erwachsene noch nicht mal. Geschweige man selbst. Das erkennst du daran, dass du eine zeit lang mit dir gehadert hast, bevor du sagen konntest: Ja, ich bin eine Frau. Und dann verlangst du, dass es ein Kind kann???
Klar, nach deiner Argumentation wäre es so einfach. Ich sage meinem Kind, dass Papa eine Frau ist und deswegen auch die Sachen einer Frau trägt. Zack, Problem gelöst. Ist es aber eben nicht.
Liebe Aria,
ich meine nicht, dass die Dinge unbedingt leichter sind, wenn man die Wahrheit sagt. Aber ehrlicher und am Ende vielleicht auch nachvollziehbarer.
Mein Weg und Hadern mit mir selbst, ist eine völlig andere Ebene der Auseinandersetzung mit dem Thema, als die meines Kindes, der verstehen muss, was mit Papa los ist.
Ob Du von Außen gezwungen bist, Dich damit auseinanderzusetzen oder ob Du von innen getrieben wirst sind zwei völlig unterschiedliche Perspektiven. Das erleben wir ja auch oft genug an den Diskussionen um das Outing in der Partnerschaft.
Ich habe sehr unter der Ablehnung meines Kindes gelitten. Aber nur durch mein Outing konnte die Auseinandersetzung beginnen und zu dem heute guten Umgang miteinander führen.
Und mal Hand aufs Herz ... das Rumdrucksen hat ja wohl auch nicht funktioniert, warum dann nicht mal den anderen Weg probieren? Nur weil eigene Blockaden gegenüber dem Leben da sind, muss das ja nicht bedeuten, dass andere die gleichen haben.
Alles Liebe
Vanessa
Re: Wie gehen Kinder damit um?
Verfasst: Fr 4. Okt 2019, 03:57
von ExuserIn-2019-12-18
Aria hat geschrieben: Do 3. Okt 2019, 19:47
Richtig. Sie brauchen aber auch Sicherheiten. Die holen sie sich, wenn sie andere, in dem Fall Papa, mit sich vergleichen.
Verlässt Papa das gewohnte Bild, das man von ihm hat, fangen die Zweifel an. Die Unsicherheit wächst und mit ihr die Angst.
Liebe Aria,
grundsätzlich bin ich bei Dir.
Was vergleichen Kinder Hülle oder Inneres?
Du redest offensichtlich mehr von dem äußeren, gesellschaftlichen Bild und scheinst die inneren Werte zu vergessen. Ich denke nicht, dass Väter als Statuen gesehen werden sollten, zu denen Kinder aufschauen sollten. Das ist eine etwas antiquierte Sichtweise.
Du bist und bleibst Papa für Dein Kind/Deine Kinder. Da ändert auch das FrauSein nichts dran. Außer, Du erträgst diese Rolle nicht und ziehst Dich zurück.
Doch die spannende Frage ist, welche Werte willst Du Eurem Kind vermitteln? Oft stülpen wir Kindern unsere Meinung und unser Verhalten in dem festen Glauben über, Ihnen etwas Gutes zu tun. Das ist völlig normal, weil wir wollen ja, dass es ihnen gut geht und sie einen festen, anerkannten Platz in der Gesellschaft kriegen. Die Gefahr ist, zarte Pflanzen, wie z.B. Kreativität zu übersehen und im Keim zu ersticken, weil für uns das Leben eines Künstlers nicht erstrebenswert erscheint.
Wir manipulieren jeden Tag unsere Kinder, wenn wir sie erziehen. Ob Sie das brauchen, weiß ich nicht. Sicher aber brauchen sie Nähe und Geborgenheit. Und wenn ich mich so umschaue, gibt es davon oft viel zu wenig, aber manchmal auch erdrückend viel. Das Leben ist eben nicht einfach.
Alles Liebe
Vanessa
Re: Wie gehen Kinder damit um?
Verfasst: Fr 4. Okt 2019, 08:00
von Frieda
VanessaL hat geschrieben: Fr 4. Okt 2019, 03:57
... und sie einen festen, anerkannten Platz in der Gesellschaft kriegen.
Ähm ich weiß nicht, liebe Vanessa.. bei diesen Worten fängt mein Hirn an zu rattern.

Meine Vorstellungen sind das so nicht wirklich.
In erster Linie möchte ich das meine Kinder für sich selbst glücklich werden können. Und dieses Glück (was ich "gelernt" bzw entdeckt habe) ist ein Glück mit sich und in sich selbst

Anerkennung von außen bekommen zu wollen, das fühlt sich für mich nach einer gewissen Abhängigkeit an, einer Abhängigkeit von anderen, durch andere. Diese Art von Glück möchte ich meinen Kindern für ihr zukünftiges Erwachsenenleben nicht wünschen.
In meinem Zusammenleben mit meinen Kids, ist mir immer ein Punkt wichtig. Ich möchte mich mit ihnen so viel wie möglich unterhalten können, über die Dinge die sie beschäftigen, über Dinge die mich beschäftigen, über das Dasein auf diesem Planeten hier, über Zwischenmenschliches, über die Wesen da draußen dessen Leid wir sehen können, wenn wir genau hinsehen und hinfühlen und über die Wesen dessen Leid wir nicht sehen können und dieses Leid aber trotzdem existiert.
Natürlich weiß ich heute nicht, wieviele Gespräche ich bis zu meinem Lebensende mit Ihnen führen kann, bzw wieviel Tiefe ich ihnen zeigen konnte. Aber ich werde gewiss nicht müde werden meinen Kids immer und immer wieder zu zeigen und zu erzählen wie bedeutend wichtig das miteinander unter uns Menschen ist. Solange es mir möglich ist, will ich versuchen meinen Kids auch immer wieder mehrere Blickwinkel zu zeigen und den Fokus auf die Mitmenschen zu richten die Hilfe suchen und brauchen, und nicht auf ein streben nach Anerkennung.
Ich fühle mich persönlich in dem Begriff Mitwelt (von Prof. Dr. Lesch) wohler, als in dem alten Begriff der Umwelt. Wir leben alle miteinander und nicht umeinander. Und ich bin der Überzeugung, wenn wir unsere Bereitschaft wiederfinden unserer Mitwelt behilflich zu sein, uns daran liegt das es dem anderen auch gut gehen möge, dann werden wir auch selbst glücklich werden. Ich bin der Meinung den Blick helfend auf die Wesen zu richten denen es nicht so gut geht, ist extrem erfüllend und glückbringend.
Ich wünsche mir das meine Kids einmal danach streben wollen andere Menschen wahrhaftig sehen zu wollen, und sie nicht nur nach Anerkennung streben.
Namaste
PS: ich entschuldige mich an dieser Stelle und aller Form, weil mein Blickwinkel gerade so gar nichts mit Thema "Vater-Kindbeziehung" hatte.
Re: Wie gehen Kinder damit um?
Verfasst: Fr 4. Okt 2019, 08:54
von ExuserIn-2019-12-18
Frieda hat geschrieben: Fr 4. Okt 2019, 08:00
Ich wünsche mir das meine Kids einmal danach streben wollen andere Menschen wahrhaftig sehen zu wollen, und sie nicht nur nach Anerkennung streben.
Namaste
Liebe Frieda,
ich bin da völlig bei Dir! Das ist aber nicht der übliche Blick in unserer Gesellschaft. Tatsächlich Fördern und Formen wir unsere Kinder und lassen Ihnen Gift zu wenig Raum Uhre Welt selbst zu entdecken und zu erfahren. Ich kann mich noch gut daran erinnern, dass Eltern bereits in der 2. Klasse die Bastelaufgaben für Ihre Kinder übernommen haben, weil sie mit dem Ergebnis nicht zufrieden waren und es ja eine gute Note geben sollte.
Wir schicken Sie vom Malen zum Basteln von Musik zum Sport, damit die Ihre Neigungen erfahren und erkunden können. Wir wollen fördern aber fordern und überfordern vielleicht auch die jungen Seelen. Da sind wir oft nicht besser, als unsere Eltern, denen wir ja so oft die Schuld für unser verkorkstes Leben zuschreiben.
Fast noch fataler ist es dann aber, den Kindern Ihren Traum vom Leben zu nehmen indem wir Ihnen sagen, Künstler kannst Du nicht werden, Sportler kannst Du nicht werden, Musiker kannst Du nicht werden, Maler/Bildhauer kannst Du nicht werden. Damit verdienst Du kein Geld, dafür bist Du nicht gut genug, warum solltest Du das schaffen, es gibt so viele, und ... und .... und ... oder auch Frau kannst Du nicht sein, um mal auf das Forum zurückzukommen.
Der gut gemeinte Erziehungswunsch kann Kinderseelen zerstören. Langfristig und nachhaltig!
Ich kann niemanden sagen, was er wie machen soll und auch nicht beurteilen, was richtig und was falsch ist, da jedes Wesen sein eigen ist. Wir haben keine Lehmklumpen vor uns, die wir formen können. Das sind Heranwachsende, fühlende Wesen, die oft weiter sind als wir es glauben. Sie haben wenig Grenzen und wir schaffen diese, damit sie ins soziale Umfeld passen. Das ist nicht immer sinnvoll und nicht immer gut.
Re: Wie gehen Kinder damit um?
Verfasst: Fr 4. Okt 2019, 09:48
von Joe95
Auf die Gefahr hin das wer wegen"off Topic" schimpft:
Ich glaube das sagt alles, was man über den Umgang mit Kindern wissen muss.
Re: Wie gehen Kinder damit um?
Verfasst: Fr 4. Okt 2019, 10:24
von Jaddy
Die Situation mit nicht genderkonformen Eltern ist vermutlich noch nicht wirklich gut untersucht worden, jedenfalls kenne ich da keine Studien. Für gleichgeschlechtliche Elternpaare hingegen, bei denen ja auch mindestens eines der binären Gender (konform mit den gesellschaftlichen Erwartungsnormen) fehlt, gibt es ziemlich viele, aus vielen Jahren und verschiedenen Ländern, darunter auch aus Deutschland.
Ergebnis: Die Kinder entwickeln sich in der Regel genau so problemfrei und haben auch kein Thema, ihr Gender und ihre sexuelle Orientierung zu finden. Die Eltern wirken da weder prägend, noch erzeugt die gleichgeschlechtliche Beziehung selbst irgendwelche Defizite. Alle Kinder suchen sich ihre Vorbilder in ihrer ganzen Umgebung. Da kommen nicht nur die Eltern in Betracht(1). Wichtiger für ihr Wohlbefinden als die vorgelebten Rollen der Eltern sind für sie das vermittelte Gefühl der Sicherheit, Geborgenheit, Wertschätzung und des angenommen werdens.
Zusammengefasst / verkürzt kommen die Studien zum gleichen Schluss wie der bekannte Spruch "Es braucht ein ganzes Dorf, um ein Kind groß zu ziehen". Kinder mit gleichgeschlechtlichen Eltern haben da kein Problem mit, wenn es nicht von den Eltern und/oder durch die Mitmenschen draussen zum Problem gemacht wird. Diese Erkenntnisse hab die "Ehe für alle" leider nicht befördert, weil, ebenso wie ich viele Bedenken hier einschätze, das "Bauchgefühl" von Frau Merkel und anderen aus ihrer Ecke mehr zählte als die tatsächliche Realität der Kinder.
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(1) Irgendwie logisch, oder? Oder wie finden homosexuelle oder transidente Kinder von cis-hetero-Eltern ihren Weg? Am besten, wenn sie Vielfalt erleben und Möglichkeiten haben. Nicht nur beim Spielzeug...