Seite 3 von 5

Re: Mein Freund, das unbekannte Wesen

Verfasst: Di 28. Jan 2020, 12:11
von ExUserIn-2026-04-08
Lissy hat geschrieben: Di 28. Jan 2020, 10:49 Ich fühle mich ein bisschen feindselig, so als hätten sie eine Persönlichkeit und hätten sich irgendwie unangemessen in mein Privatleben eingemischt. Ich weiß selber, dass das lächerlich ist, aber irgendwie werden wir vielleicht nie so richtige Freundinnen.. die Silikondinger und ich
Hi Lizzy,

ich denke, Deine Gefühle sind gar nicht lächerlich. Es hilft mir, meine Frau besser zu verstehen. Dabke dafür.

Und ganz falsch ist das Gefühl aus Deiner Sicht ja auch gar nicht. Da schiebt sich buchstäblich etwas zwischen Euch und das führt zu Ablehnung, vielleicht sogar ein wenig Angst ? Das muss man ernst nehmen. Eine Frage an Dich, die Du Dir selber beantworten kannst: Was genau macht Dir Dein Gefühl ?

Klar ist das nicht "normal", dass Dein Freund sich ein "Paar Siliknteile umhängt" und sagt, er wäre jetzt eine Frau. Das ist die böse Formulierung. Man kann es auch anders sehen. Er hat Fähigkeiten und Talente, die die meisten nicht haben. Ich habe einmal ein psychologisches Experiment gesehen. Darin musste der Probant eine Datenbrille aussetzen und sah vermeintlich seine Hand im Display, sonst nichts. Seine echte Hand, die auf dem Tisch lag. Wurde im leichen Augenblick gestreichelt, wie die (künstliche) Hand im Display. Nach einiger Zeit hat der Versuchsleiten mit einem Hammer auf die Hand gehauen, die für den Probanden zu sehen war. Das Ergenbis war verblüffend. Er hatte Schmerzen in seiner echten Hand gespürt, die ja noch immer unberührt auf dem Tisch lag. Er hatte die falsche Hand in seine "innere Landkarte" übernommen.

Für mich ist genau das der entscheinde Punkt gewesen. Ich habe zwei dieser Landkarten, die ich je nach Stimmungslage verwende. Dazu gehören auch die Silikoneinlagen. Sie fühlen sich für mich echt an. Sie gehören zu mir und meinem Körper. Das geht soweit, dass wenn ich sie berühre, etwas fühle. Das ist seltsam, aber auch sehr schön. Unser Gehirn ist zu sehr ungewöhnlichen Leistungen fähig. Man kennt ja auch die Macht der Phantasie beim Sex. Für mich geht es dabei nicht nur um die Einlagen. Es betrifft den ganzen Körper, der dann auf Frau eingestellt ist. Klar habe ich nicht die echten Organe und mein Hormonspigel ist auch anders. Meine innere, weibliche Landkarte besitzt auch alle anderen weiblichen körperlichen Merkmale, inklusive der inneren Organe. Aber wie will ich das jemandem erklären, der das in der Form nicht nachvollziehen kann ? Für mich ist es Alltag und Realität.

Aber hier geht es vermutlich nur am Rande um Sex. Dein Freund ist ein begnadeter Mensch, der in der Lage ist, zwei Landkarten zu besitzen. Das ist etwas wunderbares, auch wenn es für Dich schwer ist, das zu verstehen. Aber vielleicht ist es ein Ansatz, Deinen Freund zu verstehen. Du kannst ja mit ihm darüber reden.

Ich wünsche Euch ein spannendes und schönes Wochenende. Es ist total toll, dass Dein Freund sich so darauf freut. Ich freue mich auch immer, wenn die Partnerin versucht, mit ihrem Partner den Weg zu gehen und sich damit auseinander setzt. s gibt so viel, was man in der "normalen Welt" nicht erlebt. Die Welt der Menschen, die "two spirits" in sich tragen, wie die Indianer in Amerika sagen, ist etwas sehr kostbares. Das erlebt man nicht mit den "üblichen" Männern, mit denen Du bisher zu tun hattest. Nur weil etwas nicht mit unserem üblichen Horizont zu erkennen ist, bedeutet nicht, dass es das nicht gibt.

Ich wünsche Euch ein spannendes und schönes Wochenende.

Re: Mein Freund, das unbekannte Wesen

Verfasst: Di 28. Jan 2020, 12:26
von Fen
Carry hat geschrieben: Di 28. Jan 2020, 10:08
Ich habe z.B. darum gebeten, dass es beim ersten Mal kein MakeUp und keine Perrücke gibt - denn das hätte ihn mir so sehr entfremdet, dass ich im Vorfeld sicher war, dass ich das nicht schaffe beim ersten Mal.
Hi zusammen,

Das war bei mir anders:mir hat es anfangs mit makeup und Perücke viel besser gefallen. ist auch immer noch so, aber im Alltag sehr zeitaufwändig. Und wir führen eine Fernbeziehung.ich brauchte erstmal immer das ganze en-femme Programm.
Ich kannte aber auch vorher sein männliches Gesicht und Körper nicht in- und auswendig. Vielleicht ist es mir auch deshalb leichter gefallen,auf einmal eine Frau vor mir zu haben.

Beziehungsweise ich fand das klasse, seit ich ihn das erste mal en femme gesehen habe

Gruß
Fen

Re: Mein Freund, das unbekannte Wesen

Verfasst: Di 28. Jan 2020, 12:29
von Lissy
Hallo Bine,

vielen Dank auch für dein Posting!
Wenns wirklich nur um das Styling geht, da stimme ich dir zu, ist es vielleicht einfacher damit umzugehen. Vor allem, weil uns oft extrem stylen um in Discotheken zu gehen - nur bislang war da eben keine Änderung der Geschlechteroptik dabei.

Mein Freund sagt aber über sich selbst, er wäre genderfluid und die Frau immer da, lehnt ja auch seinen männlichen Körper in Teilen ab, bzw. beschreibt Bereiche davon als zwar vorhanden, empfindet diese aber nicht als wirklichen "Teil" seines Selbst.
Darum gehe ich zumindest davon aus, dass es ihm um mehr geht als ums Stylen - runterschrauben kann ich aber ja immer noch.
Ich will ihn auf keinen Fall dadurch vor der Kopf stoßen, dadurch dass ich den Eindruck erwecke ich würde das nicht ernst nehmen oder nicht versuchen die Tragweite angemessen zu erfassen.

Er hat ja ein paar Monate gebraucht um mir dieses Angebot zu machen, ich wills nicht versemmeln (dr)

Liebe Grüße!

Lissy

Re: Mein Freund, das unbekannte Wesen

Verfasst: Di 28. Jan 2020, 12:35
von Alex_andra
Hallo ich melde mich auch mal zu Wort.
Ich lebe seit über 25 Jahren in einer Beziehung mit einer Cisfrau und wir haben drei gemeinsame Kinder.
Unsere Ausgangslage ist eine etwas andere als die von vielen Partner_innen hier beschriebene, da ich schon immer weiß, dass ich mich nicht als mann sehe oder empfinde, ich aber nie ein Doppelleben als heimliche Frau geführt habe (außer vielleicht in Gedanken).
Ich bin, wenn ich binäre Begrifflichkeiten benutze, sehr weiblich. Das ist wie eine Gewissheit, die ich zwar an sehr vielen Vorlieben, Verhaltensmustern usw. festmachen kann, die aber auch vollkommen unabhängig davon existiert. Dennoch gibt es Anteile, die allgemein eher dem männlichen Typus zugeschrieben werden. Darauf möchte ich jetzt aber nicht näher eingehen.
Da ich mit meiner Freundin und unseren Kindern in einem eher cis normativen sozialen Umfeld lebe, ist mein Erscheinungsbild bzw. so wie ich von anderen wahrgenommen werde (wenn Mensch mir wohlgesinnt ist) am ehesten androgyn der genderneutral. Das hat oft mit dem fehlenden Mut meinerseits zu tun oder damit, dass ich mir momentan so eigentlich ganz gut gefalle. Aber auch davon möchte ich eigentlich gerade nicht schreiben.
Da ich in meiner Jugend, der damaligen Jugendkultur (Punk/Wave/Alternativ) entsprechend, sehr androgyn gelebt habe, war mein späteres Outing für meine Freundin nicht so, dass sie aus allen Wolken gafallen ist. Dennoch habe ich lange gebraucht, um mich ihr in der äußeren Form zu zeigen, in der ich mich meist am wohlsten fühlte. Unabhängig davon, ob die gewählte Kleidung besonders bequem war oder nicht.
Ich habe mit einer, durch gesellschaftliche Konventionen und dem dadurch bestehenden Druck, irgendwie angepasst in den akzeptierten Mustern das Leben zu leben, selbst mit meinem eigenen transphoben Dämon zu kämpfen.
Wie oft erlebe ich Momente, in denen ich am liebsten alles wieder rückgängig machen würde, um ganz eindeutig einem Geschlecht zugeordnet werden zu können. Aber das scheint nicht mein leben zu sein, auch wenn ein Teil von mir sich das immer wieder vormachen kann.
Da ist aber etwas, das mich von diesen anerkannten Mustern unterscheidet und das gerne als echt, authentisch, wahr erlebt werden würde. Und das bleibt, egal wie ich mich entscheide, was ich mache...
Leider braucht dieser für viele unsichtbare Teil meines Ichs seltsame Kommunikationsmittel um sichtbar zu sein. Schminke, ev. eine Perücke, Kleidung, künstliche Körperteile, die in der Außenwahrnehmung eben das Muster antriggern, in dem ich so gerne gelesen werden würde.
Das ist aber bei allen verschieden und bedarf eben der richtigen Dosierung. Mein Weg scheint der zu sein, dass ich mich auf einem Grad zwischen diesen Mustern befinde, Jaddy würde wahrscheinlich sagen, dass 1 sich außerhalb dieser Muster empfindet und nur das benutzt, wonach 1 Lust hat.
wie auch immer, alle sind verschieden aber gleich im Nichteindeutigsein.
Ich kann oft das Gefühl des Selbsthasses nicht überwinden und steh mir dann selbst im Weg, fühle mich lächerlich, unschön, abartig. Das abzubauen ist mein Ziel und genau darum geht es bei den sozialen Interaktionen, die irgendwann notwendig werden, wenn Mensch sein Leben leben möchte.
Es geht darum, durch Erfahrung mit anderen das Gefühl des Falschseins zu überwinden.
Das Beziehungsgeflecht zwischen Menschen ist sehr komplex. Mit der Zeit werden Verbindungen zwischen den Menschen, die zuerst durch die eigenen Wünsche und Vorstellungen existierten, durch gemeinsame Erfahrungen verändert. Die idealisierte Vorstellung des anderen wird durch reale Erfahrungen und dem daraus resultierenden veränderten Bild des anderen ersetzt und die ist eben viel komplexer als das vorher Erwartbare.
Diese Erfahrungen machen fast alle, Paare, deren Grundlage eine Liebesbeziehung ist, ganz besonders.
Deshalb kommt es eben aus den verschiedensten Gründen zur Trennung.
Dass ein Teil dieses Beziehungsgeflechts (der Paarbeziehung) transident ist, in welcher Form sich diese Gewissheit auch immer äußern mag, kann ein Grund für eine Trennung sein, muss es aber nicht.
Unheimlich wichtig ist, dass es zu keinen gegenseitigen Vorwürfen kommt und Mensch sich auf Augenhöhe begegnet. Das Allerwichtigste ist aber (das sollte zumindest das Ziel aller Beteiligter sein), dass alle irgendwann akzeptieren, dass sich der transidente Mensch, wenn er sich formal ins andere Geschlecht begibt, nicht verkleidet, ganz egal ob die Wahl der Mittel gelungen ist.
Er zeigt sich, eventuell zum ersten Mal. Darum sollte es gehen. Dann können alle gemeinsam an den Kommunikationsformen arbeiten, mit dem Ziel, diesen Teil als Bestandteil des anderen und somit des Beziehungsgeflechts zu akzeptieren.
Ich bin so und das ist kein Hobby von mir. Ich kann mich dessen nicht entledigen, so als müsste ich nur etwas an meinem Kleidungsstil ändern und es ist keine schlechte Angewohnheit von mir. Das selbst akzeptieren zu können ist schon ein großes Stück Arbeit, mit anderen zusammen würde es wahrscheinlich leichter werden.

Liebe Grüße und euch alles Gute

Re: Mein Freund, das unbekannte Wesen

Verfasst: Di 28. Jan 2020, 12:43
von Carry
biene38 hat geschrieben: Di 28. Jan 2020, 11:36 Deshalb meine Bio-Damen versucht es möglichst locker zu sehen (flow), eben wie ein Rollenspiel.
Grundsätzlich, liebe Biene, gebe ich Dir da sogar Recht (888) ...das ist, auch für mich, inzwischen ein guter Weg - ein bisschen Humor einfließen lassen und eine gewisse Leichtigkeit - allerdings würde ich da auch tatsächlich unterscheiden, zwischen "nur" crossdressen oder eben mehr Trans* in welcher Form auch immer...
Aber ganz so locker-flockig ist das, vor Allem am Anfang, erstmal nicht.
Es wird immer sehr gerne vergessen, was das für die Partnerin persönlich, also für ihr Selbstbild, ihre persönlichen Empfindungen etc bedeutet - das kann man nicht "mal eben" so als Rollenspiel abtun - und das würde - da bin ich ganz bei Lissy - dem Trans*-Partner auch nicht gerecht - meiner hätte sich dann wahrscheinlich nicht ernst genommen gefühlt. Also eine gewisse Ernsthaftigkeit sollte man da auch nicht fehlen lassen.

Re: Mein Freund, das unbekannte Wesen

Verfasst: Di 28. Jan 2020, 12:50
von Lissy
Liebe Vicky,
vielen Dank für deine Ausführungen! Das mit den Landkarten finde ich klasse erklärt. Und dass sich die Einlagen für dich wie ein Teil von dir anfühlen wenn du auf Frau eingestellt bist, finde ich wirklich faszinierend und eine wichtige Information, denn: Das die beiden Seiten für ihn absolut real sind, würde ich nie anzweifeln!

Das was ich eher befürchte ist, dass ich mich der Frau gegenüber so fremd fühle, dass ich das nicht hinkriege. Ich denke, er ist dem Moment emotional schutzlos und ich bete, dass ich so reagiere, wie er sich das vorstellt - oder er postiv überrascht ist, falls ich seine Erwartungen übertreffe. Ich brauche nur immer ziemlich lang um mich mit neuen Menschen richtig "anzufreunden". Und die Frau ist ja eine Fremde. Ich bin mein Leben lang besser mit Männern befreundet gewesen als mit Frauen und ich bin auch furchtbar hetero - er wünscht sich aber verständlicherweise, von mir auch als Frau attraktiv gefunden zu werden. Wie genau er da attraktiv definiert, habe ich nicht gefragt, aber dass ich gesteigertes Interesse an Sex mit einer Frau haben könnte, halte ich für äußerst unwahrscheinlich.

Aber ich bin fest entschlossen, mich zunächst einfach nicht so sehr zu gruseln und es nach ein paar Mal einfach als ganz gewöhnlich hinnehmen zu können.
Das er sich jetzt so freut zeigt mir ja auch, wie wichtig das für ihn ist. (he)

Oh man, ich bin so gespannt :D

Liebe Grüße!

Lissy

Re: Mein Freund, das unbekannte Wesen

Verfasst: Di 28. Jan 2020, 12:51
von Carry
Lissy hat geschrieben: Di 28. Jan 2020, 12:29 Ich will ihn auf keinen Fall dadurch vor der Kopf stoßen, dadurch dass ich den Eindruck erwecke ich würde das nicht ernst nehmen oder nicht versuchen die Tragweite angemessen zu erfassen.
Finde ich super, die Einstellung und genau richtig!
Lockerheit, Leichtigkeit usw ...das kann sich alles nach und nach einstellen, wenn das euer Weg ist - und der richtige Weg für euch ist sowieso nur eurer, also der, der für euch beide gut lebbar ist - ihr kennt euch am besten!
Und bei Deiner offenen und vernünftigen Grundeinstellung , denke ich, werdet ihr euren Weg finden und machen! (yes)

Re: Mein Freund, das unbekannte Wesen

Verfasst: Di 28. Jan 2020, 13:39
von biene38
Carry hat geschrieben: Di 28. Jan 2020, 12:43 allerdings würde ich da auch tatsächlich unterscheiden, zwischen "nur" crossdressen oder eben mehr Trans* in welcher Form auch immer...
Was bedeutet das? grübel.....was bedeutet für Dich crossdressen? Was ist denn mehr trans?
Wo beginnt bei dir trans?

Also bei mir an dem Punkt, wenn jemand seinen Körper dauerhaft verändern will z.B. indem diese Person Hormone nimmt. Das sind aber vermutlich die allerwenigsten.

Und Crossdressen ist eh ein ganz schwammiger Begriff, den es scheinbar eh nur noch für Männer gibt, da Frauen mittlerweile alles tragen können/dürfen, soll heißen ist alles gesellschaftlich akzeptiert.

Re: Mein Freund, das unbekannte Wesen

Verfasst: Di 28. Jan 2020, 13:47
von ExUserIn-2026-04-08
biene38 hat geschrieben: Di 28. Jan 2020, 13:39 da Frauen mittlerweile alles tragen können/dürfen
Das können/dürfen Männer auch. Sie tun es bloß seltener und mit mehr Angst. Mit CD ist mMn gemeint, dass man in der Kleidung das Gegengeschlecht ganz oder teilweise ausdrücken will. Der Unterschied zwischen CD und Trans ist eher schwammig. Bei Trans geht es über den Ausdruck hinaus. Es ist das Spüren des anderen Geschlechts in sich. CD kann demgegenüber "oberflächlicher "sein.

Meine Meinung

Re: Mein Freund, das unbekannte Wesen

Verfasst: Di 28. Jan 2020, 13:54
von Carry
biene38 hat geschrieben: Di 28. Jan 2020, 13:39 Was bedeutet das? grübel.....was bedeutet für Dich crossdressen? Was ist denn mehr trans?
Wo beginnt bei dir trans?
Ich denke nicht, dass das besonders fair ist, zur Klärung dieser Fragen hier den Thread von Lissy zu benutzen, da ihre Thematik derzeit eine andere ist...vielleicht machen wir das an anderer Stelle, was meinst Du? (arg)

Re: Mein Freund, das unbekannte Wesen

Verfasst: Di 28. Jan 2020, 14:06
von biene38
Lissy hat geschrieben: Di 28. Jan 2020, 12:29 nur bislang war da eben keine Änderung der Geschlechteroptik dabei.
Das muss auch nicht unbedingt was bedeuten, zumindest ist es bei mir so.
Das hat viel womöglich mit der Akzeptanz (sowohl die Eigene des Crossdressenden als auch die von Außen) zu tun, dass es einfach ein stimmigeres Bild ergibt, und die Reaktionen von außen positiver sind, wenn das Erscheinungsbild in das gewohnte Bild passt.

Unverwechselbar als Mann (am besten noch mit Dreitagebart) mit Highheels, Minirock und Feinstrumpfhose ergibt ein ganz anderes Bild (vor allem ungewohntes Bild wenn man sich selbst im Spiegel sieht ) als wenn man komplett gestylt ist. Das Styling ist dann wie eine Art Maske, mit der man sich vielleicht sicherer fühlt.
Es soll ja Frauen geben, die ungeschminkt nicht mehr aus dem Haus gehen wollen, ist auch vergleichbar mit einer Maske.
Und Geschlecheroptik ist auch nichts Fixes, schau dir nur mal die männlichen Adeligen vor einigen Jahrhunderten an, gestylt wie heutzutage Frauen. Und diese waren als Männer komplett akzeptiert.

Wie Du siehst alles sehr vielschichtig.
Deswegen locker bleiben. :wink:

Ich möchte nicht wissen, welche Ängste und Unsicherheiten meine Partnerin ausstehen musste auf dem Weg meiner Selbstfindung. Somit verstehe ich Euch sehr gut.

Also ich für mich habe erkannt, dass ich Mann bin, nur mich nicht begrenzen lassen möchte.
Und dennoch gebe ich zu, dass auch ich schon mal den Gedanke durchgespielt habe, ob ich nicht trans bin, da die derzeitige weibliche Geschlechterrolle viel viel besser zu meinen Vorlieben/Interessen passt (ich liebe schöne attraktive sexy Kleidung, mich attraktiv zu machen usw). Vor einigen Jahrhunderten wäre ich dann vermutlich am liebesten ein Adeliger gewesen :lol:

(na) Biene

Re: Mein Freund, das unbekannte Wesen

Verfasst: Di 28. Jan 2020, 14:09
von biene38
Carry hat geschrieben: Di 28. Jan 2020, 13:54
biene38 hat geschrieben: Di 28. Jan 2020, 13:39 Was bedeutet das? grübel.....was bedeutet für Dich crossdressen? Was ist denn mehr trans?
Wo beginnt bei dir trans?
Ich denke nicht, dass das besonders fair ist, zur Klärung dieser Fragen hier den Thread von Lissy zu benutzen, da ihre Thematik derzeit eine andere ist...vielleicht machen wir das an anderer Stelle, was meinst Du? (arg)
passt doch eigentlich gut zum Thema finde ich, und vielleicht interessiert und hilft es Lissy ja auch....

Re: Mein Freund, das unbekannte Wesen

Verfasst: Di 28. Jan 2020, 14:20
von Alex_andra
So schwer ist das alles garnicht, es sei denn, jemensch möchte sich durch die Begriffe von anderen absetzen.
Trans*, transident steht allgemein als Überbegriff für alle Menschen, die in welcher Form auch immer und egal wie lange das bei ihrer Geburt zugewiesene Geschlecht ablehen, sich dem nicht zugehörig fühlen, anders empfinden, sich darüber Gedanken machen, es in Frage stellen, anders- oder gegengeschlechtliche Muster anwenden ...
Ich begreife das als Teil des komplexen und diversen Lebens, das sich oft begrifflich nur sehr schwer abbilden lässt.

Re: Mein Freund, das unbekannte Wesen

Verfasst: Di 28. Jan 2020, 14:23
von Lissy
biene38 hat geschrieben: Di 28. Jan 2020, 14:09 passt doch eigentlich gut zum Thema finde ich, und vielleicht interessiert und hilft es Lissy ja auch....
Kann ich tatsächlich gar nicht einschätzen, weil ich ja bislang kaum etwas darüber weiß. Mein Freund und ich haben uns mal darüber unterhalten und er hat gemeint, ich hätte halt nie nachgefragt, was bei ihm denn so genau "Sache" ist. Stimmt, habe ich tatsächlich nicht, weil es für mich gar keinen Unterschied macht, ob in dem Körper eine Frau oder ein Mann steckt. Ich hab die Entität ja einfach als Ganzes lieb (he) Ob das jetzt Crossdressen ist oder irgendwas anderes weiß ich nicht - ich vermute, es ist letzteres.
Und jetzt gerade bin ich bemüht mir vorzustellen, ich wäre eine Landkarte oder hätte eine... und das hilft mir tatsächlich. Ich habe zumindest geschafft, Verständnis zu fühlen, dass man Brüste haben möchte, wenn man eine Frau ist. Vielleicht nur ganz kurz, aber es ist mir gelungen. Denn ich glaube, die Brüste sind mein Hauptgruselfaktor :oops:

Was alles darüber hinausgeht, ist jetzt natürlich neu und unbekannt für mich. (flo)

Ihr könnt euch aber wirklich nicht vorstellen, wie froh ich bin, dass ich mich hier austauschen kann. Ich habe keine Ahnung, ob ich das ohne euch so hinbekommen würde. (dr)

Re: Mein Freund, das unbekannte Wesen

Verfasst: Di 28. Jan 2020, 14:31
von Carry
biene38 hat geschrieben: Di 28. Jan 2020, 14:09 passt doch eigentlich gut zum Thema finde ich, und vielleicht interessiert und hilft es Lissy ja auch....
Ich mag mich aber hier in diesem Thread nicht über diese Begrifflichkeiten großartig auslassen.
Ich denke, Lissy weiß, wie ich das meinte (falls nicht, bitte nachfragen!)...
Ansonsten fühle ich mich der Erklärung von Vicky wohl am nächsten...