Hallo ihr Lieben, liebe Lexi,
lexes hat geschrieben: Do 4. Jul 2019, 15:50
Vielleicht sollten wir diesen Thread mal ein Bissel ruhen lassen.... abschalten .. vergessen .. evtl. gar nicht mehr aufmachen.
Gute Idee - bin ich dabei! Meinetwegen auch löschen. Bloß ich selbst kann mich wahrscheinlich nie mehr abmelden bzw. euch meinen pessimistischen Mist ersparen, weil sonst automatisch erneut alles von vorne beginnt. Sowas nenn' ich Nötigung - lach.
Ihr seid verrückter und fürsorglicher, als ich es gedacht hatte - danke!
lexes hat geschrieben: Do 4. Jul 2019, 15:50
Du bist wieder da , Dir ist nichts passiert , das ist doch für uns alle hier das Wichtigste.
Wenn ich hier ein Foto vom frisch geschnittenen Arm posten würde (was ich wegen der Forumsregeln freilich nicht darf), würdest du das vielleicht anders sehen ("nichts passiert").
Außerdem: Hast du eine Ahnung, was von der Seele übrigbleibt nach 4 Suizidversuchen seit 9. Februar diesen Jahres? Ich werde die Erinnerungen an Blut, Schmerzen, Verzweiflung wohl nie mehr los. Plötzlich ist alles wieder da, ich werde fast ohnmächtig, muss zur Toilette rennen ...
Deine laxe Bemerkung haut genau in die Kerbe von Admina, hier alles als vermeintlich "inszeniert" zu interpretieren.
Ich finde es ziemlich dreist, Verharmlosung zu betreiben. Gerade wir als Trans* wissen doch, dass die Suizidgefährdung bei uns über vierzig (!) Mal höher ist als bei den "Normalen". Solche Studien werden nicht aus der Luft gegriffen. Da stehen Menschen dahinter wie ich, die dann auch noch als vermeintliche Blender / Lügner ihren Rüffel abbekommen, wenn sie ausnahmsweise den Mund aufmachen. Herzlichen Dank!
Weißt du, wie es ist, nach so einer Tat weiterzumachen? Hast du schon mal ein Schlafzimmer gesäubert, das aussah wie ein Schlachthaus - durch eigene Hand?
Versucht, einen neuen Weg zu finden? An welchem verfluchten Strohhalm willst du dich festklammern? Hast du nur mal ein Jahr lang ohne soziale Kontakte außer der Arbeit dahinvegetiert und dich nebenbei mit allen Problemchen herumgeschlagen, die eine Transition und eine Trennung so mit sich bringen?
Was tust du, wenn da kein Licht mehr am Ende des Tunnels ist?
Mein Kardinalsfehler scheint zu sein, dass ich von den Suizidbetroffenen vielleicht eine der offensten bin und werde deshalb als unglaubwürdig abgetan. Warum bin ich derart kommunikativ? Erstmal hilft es, wenn man sonst niemanden hat. Dazu soll es das Thema aus dem Versteck zerren, um gerade uns als Trans*Menschen zu sensibilieren. Wer ist die Nächste? Bei über 40% Gefährdeten lässt sich beinahe jede Zweite abzählen. Das zu verschweigen, als Blödsinn oder "Spiel" abzutun, ist schwer fahrlässig. Noch dazu in den eigenen Kreisen. Und da wundern wir uns immer wieder aufs Neue, weshalb uns die Welt da draußen nicht versteht ...
Zum Glück scheinen nicht alle so zu denken. Ich lese überwiegend in Beiträgen und PN, dass das Thema durchaus ernstgenommen wird. Darum fühle sich nur angesprochen, wer das auf die leichte Schulter nimmt bzw. aktiv anzweifelt.
lexes hat geschrieben: Do 4. Jul 2019, 15:50
Es ist jetzt an der Zeit zurück zum Ursprung des Threads zu kommen.
Da bin ich dagegen. Ich bin zurück - vorläufig - und nun ist Schluss. Der Zweck des Threads ist erfüllt. Genauso hast du es anfangs geschrieben. Epilog und Ende. Ich hätte doch niemals gedacht, dass meinetwegen überhaupt so ein Thread entsteht! Ich dachte, ich lösche als letzte Tat meine Bilder und bin dann eben mal weg ...
Inzwischen hab ich Übung darin, tabula rasa zu machen. Hast du schon mal durchdacht, was du als Letztes wegschaffen würdest, bevor du diese Welt verlässt? Für mich ist das inzwischen beinahe Gewohnheit. DAS ist meine schreckliche "Normalität", die nie eine werden wird.
lexes hat geschrieben: Do 4. Jul 2019, 15:50
Wir müssen anfangen aufzupassen das nicht am Ende ein unguter Beigeschmack bei manchen am Namen anderer hängen bleibt. Und ich sehe das hier schon mehr als deutlich.
Diejenigen, die meine Beiträge von Anfang an gemieden oder gar bekämpft haben, werden ebenso bei ihrer Ablehnung meiner Person, die sie hoffentlich niemals kennenlernen werden, bleiben wie bisher. Und diejenigen, welche von Anfang differenzieren konnten und verstanden, dass es nie um Schwarzmalerei, sondern um Lebenserfahrungen und echte Verzweiflung ging, verstehen es auch heute noch und würden nie auf die Idee kommen, mir Lügen unterzujubeln.
Du kannst nie von
allen geliebt werden. Das schaffst noch nicht mal du, liebe Lexi, ich erst recht nicht. Will ich auch gar nicht.
lexes hat geschrieben: Do 4. Jul 2019, 15:50
Dazu Laila's und Vanessa's Worte rekapitulieren :
Laila-Sarah hat geschrieben: Do 4. Jul 2019, 11:59
Warum kann man sich nicht damit arrangieren, dass es Steine gibt und sie als ein Teil des Lebens ansehen und dann wird es halb so schwer ?
VanessaL hat geschrieben: Do 4. Jul 2019, 13:17
Meine Lieben : ich betrachte etwas verschüchtert diese Diskussionen und komme nicht umhin daran zu denken, dass wohl doch jeder Mensch letztendlich seine eigenen Wahrheiten hat und lebt.
Jetzt muss ich auch noch damit raus ... Vanessa war auch nicht von Anfang an so, wie sie sich jetzt präsentiert. Ich kenne sie aus alten Zeiten der enormen Irrungen und Wirrungen. Sie hat sich inzwischen ihr Weltbild zusammengebastelt, um überleben zu können. Das finde ich
gut, eine beneidenswerte Strategie - aber keine Universallösung für alle. Sie hat ihre Art - ihre Wahrheit - zu
leben und ich meine Art - meine Wahrheit - zu
sterben. Fürs Leben hab ich keine Lösung.
Mir fehlt die Kraft, alles, was nicht passt, passend zu machen und zwanghaft umzuinterpretieren. Auch ein auf laien-philosophischen Postulaten aufgebautes Weltbild ("Pippi-Langstrumpf-Modell") kann ganz schnell in sich zusammenstürzen.
Ich schreib jetzt nichts weiter dazu, möchte schließlich ebenso pietätvoll wie Vanessa mir gegenüber bleiben, wenn sie mich nicht - wie in 99% der Fälle - geflissentlich ignoriert. Das ist wirklich sehr weise, danke. Wir sind beide klug genug, hier keine Schlammschlacht abzuliefern und im Notfall nutzen wir nämlich PN.
Laila-Sarah mit ihren Steinen hat einen hübschen Denkansatz, der nur leider bei echten Problemen nicht mehr funktioniert. Auch das mündet in der Strategie, alles Schlechte schön zu reden.
Ach, der Kollege hat mich geschlagen - super, war eben nur ein Ausdruck seiner Hilflosigkeit - der Arme kommt mit seinen Emotionen nicht klar. Aber das
kann ich nicht - verkehrte Welt spielen liegt mir nicht.
Oder dieser herbeigeredete strahlende Stolz, mit all den Mängeln und Makeln eine "besondere" Frau zu sein. Wer das kann - super! Ich kann's nicht. (Bitte Anja usw., ignoriert mich, wie versprochen! Versprochen ist versprochen.)
Ich fühle mich
bestraft, weil ich insbesondere von nahestehenden Personen dafür
bestraft wurde und werde, so zu sein wie ich bin. Das ist Lebenserfahrung, keine Einbildung.
Ja, dann gehe ich daran kaputt, nicht stolz auf trans zu sein. Sehenden Auges ins Verderben, ohne Alkohol und Drogen.
Es sei denn, ich finde jemanden, der mich wirklich so akzeptiert - im Idealfall liebt - wie ich bin. Das scheint meine letzte Chance zu sein, den Hebel rumzureißen.
Wenn mein Liebster wirklich der Richtige ist, dann könnte es funktionieren. Er hat es nicht leicht mit mir. Nur Liebe kann meine zerstörte Seelen heilen. Da reicht kein Begehren. Und dann noch meine "Allüren" ... Die sind durch den ganzen Psychokram nicht harmloser geworden. Momentan ist sein Verlangen nach mir stark genug, damit umzugehen. Aber wehe, es geht zu Ende - dann stehe ich genau dort, wo ich am 9. Februar angekommen war. Es kann von einer Minute zur anderen kippen. Schlussmachen per Textnachricht ist gerade groß in Mode.
Liebe Grüße
-Diva