sbsr hat geschrieben: Mi 6. Mär 2019, 08:00
Ein kleiner "Bauarbeiter" macht sich durch sein Kostüm doch auch nicht über Bauarbeiter lustig.
Im Erwachsenenalter sieht das anders aus, da werden ja tatsächlich reale Charaktere bewusst parodiert. In der Form wäre mir aber noch kein Indianer verspottender Indianer über den Weg gelaufen, das zielt in der Regel auf andere Gruppen ab.
Nice ...
So sehe ich das auch ...
Ich kann mir nur ganz wenige Kostüme vorstellen die dann politisch korrekt sind.
Die Organisatoren schlagen Fabelwesen als
diskriminierungssensible Alternative vor....
Mein Sohn ist dieses Jahr einmal als Drache , einmal als Skelett gegangen ... beide kostümtechnisch nicht zu nah an der Realität ...
beide "Zielgruppen"

können sich zum Glück nicht diskriminiert fühlen => ist es deshalb politisch korrekter ?
Ob ein Cowboy ( der als Rinderhüter, im Gegensatz zum High-Noon-Duellanten im schicken schwarzen Zwirn, sicher nicht permanent eine Waffe am Gürtel trug ) sich heute echauffieren würde weil er eben nicht gut getroffen ist weil ALLE Jungs natürlich eine Pistole im Holster haben aber keiner eine Plastik-Kuh durch Kölle schleift ???
Ich persönlich wurde von meinem Opa in jungen Jahren so oft im Kinderkarneval in die Bütt ge-ordert das ich Karneval wirklich überhaupt nicht mag. Ich sage nicht : Ich hasse Karneval ... aber ich könnte mir mein Leben sehr gut ohne vorstellen
Trotzdem habe ich meinen stolzen Drachen auf seinen Wunsch als Ritter begleitet. Da stehen meine persönlichen Befindlichkeiten hinten an ... ohne Ausnahme
Und ich mache dann keine halben Sachen.. Gemeinsames Basteln ist bei uns wichtig.
Papa hatte also :
- einen schwarzen Ritter-Rock mit - Rotem Templer-Kreuz ,
- einen schwarzen Übermantel mit weißem Templer-Kreuz,
- einen absolut Sicht-behindernden Helm aus einer LARP-Auflösung ( der nur zum Tjosten taugt und für jeden Templer im Getümmel den direkten Tod bedeutet hätte )
- ein sehr schickes großes Schwert mit einer Schlange im Griff
- eine normannischen Schild ( weil es nur den in Holzausführung zum Bemalen gab ) auf den wir Initialen und geometrische Muster in schwarz und rot gemalt haben.
=> ein richtig wilder RitterMix..
Zitat aus dem Focus -Artikel :
......ergibt so viel Sinn, wie sich als ,Europäer"˜ zu verkleiden und ein Kostüm mit Dirndl, Holzschuhen und Baskenmütze auszudenken", steht in dem Artikel, der vom Familienministerium herausgegeben wurde. Federschmuck und Gesichtsbemalung sei schlicht "respektlos".......
Ich persönlich hätte überhaupt kein Problem mit einem "Europäer" zu Karneval. Ich finde die Idee sogar kreativ und gut....
Man schaue sich mal die Wagen bei den Rosenmontags-Umzügen an. Da kriege alle Politiker ihr Fett weg und das in absolut gebilligter Manier. Nur weil Politiker nicht so beliebt sind und dafür auch noch bezahlt werden ( überspitzt ) ist es in Ordnung sich demonstrativ und viel menschlich-invasiver über sie lustig zu machen ? ... ich belasse das mal dabei und komme noch-X zurück zu meinem Patchwork-Ritter-Kostüm, für welches ich im übrigen sehr konsequente Lorbeeren geerntet habe..
Es gäbe nicht einen Ritter-Typus , sei es Normanne , Templer , Tjost-Reiter oder (passend zum Schwert) der Fantasy-Märchen-Ritter , der sich bei meinem Anblick nicht gefragt hätte aus welchem Sanatorium ich wohl geflüchtet sein mag. Ich hatte aber nie geplant mich über die Ritter lustig zu machen.
Und wieder : Nur weil sich die Ritter nicht mehr beschweren können : Bin ich deshalb politisch korrekter unterwegs als die Freundin meines Sohnes im Kindergarten, welche den Film Pocahontas und insbes. seine Heldin ( die in der Inhalt. Bilanz sehr gut wegkommt ) absolut liebt und mit ihrer Mutter ein haarkleiner Arbeit ein wirklich tolles Kostüm ihrer Heldin gebastelt hat ?? Auch das soll mal so stehenbleiben.
Besonders stark finde ich :
Auch dass sich Mädchen als Prinzessin und Jungs als Piraten verkleiden wird kritisiert. Mädchen als Piratinnen und Jungs als Mehrjungmänner finden die Autoren dagegen super — weil nicht "geschlechtsstereotyp". Generell empfehlen sie Fabelwesen, Tiere etc. als "diskriminierungssensible Alternative".
Das ist ja schon fast albern ... nur weil es der allem. Konvention entspricht , ist es falsch ? ...
Jungs als Cowboy => kritisiert ,
Jungs als Meerjungmann => super .... das steht da wirklich so.
Bei
Jungs als Meerjungmann = super bin ich absolut dabei .. 100 % .. warum auch nicht ... wenn mein Sohn mal Ballet tanzen will , dann werde ich das voll unterstützen.
Jungs im Cowboykostüm zu kritisieren ( wie auch Mädchen als Prinzessin ) ... das ist doch so unendlich blöd, das es schon stinkt.
...weil nicht "geschlechtsstereotyp".... => es ist nur gut wenn es andersherum ist... => albern
Alles in Allem ein schönes Beispiele für :
Wir verhalten uns mal so blass und neutral das sich niemand auf die Füße getreten fühlen kann obwohl es nie die Absicht war ihm auf die Füße zu treten
Und vergesst bitte nicht : Wir reden hier nicht über einen heimlich von der AFD finanzierten Großwagen auf dem Köllner Rosenmontagszug, welcher sich in abfälliger Art über ertrinkende Flüchtlinge im Mittelmeer lustig macht. Hier wird an Leuten rum-reglementiert ( kleinen Kindern ), welche sich nicht wehren können. Und das in einer pseudo-pädagogischen Art das es schon an eine Karikatur erinnert.
Mir fällt dabei ein das in meiner Stadt in keinem städtischen Kindergarten mehr Weihnachten / Ostern oder St. Martin gefeiert wird damit Kinder aus anderen Kulturkreisen nicht diskriminiert werden. Kein Weihnachtsbaum , keine Martinsbrezel, kein Gar Nix
Ich würde es viel lieber sehen das man an diesen schönen Dingen festhält. Und wenn dann ZUSÄTZLICH noch das Zuckerfest in unserem Kindergarten gefeiert würde, dann wäre ich der Erste , der sich da schlau macht, was man Sohn an dem Tag zu Essen mitbringen kann um es richtig zu machen.
Warum nicht "
Mehr für Alle" statt immer "
Erstmal verbieten" ( ja ich weiß, ich bin vom Thema abgekommen .... der Grund-Tenor / Gedanke ist aber ein ähnlicher...)
Und jetzt dürft Ihr mich gerne zerfleischen ... lasst es raus . viel Spaß
Lexi