Die nächste Säule war ja die Vernetzung. Hier spricht Sebastian zunächst die innerbehördliche Vernetzung der Berlner Polizei mit über 100 Personen. Es gibt also immer mehr Ansprechpartner, auch in Direktionen und Wachen vor Ort. Ähnlich sieht es in der Staatsanwaltschaft aus.
Nach außen geht die Vernetzung über Maneo, dem Lesben- und Schwulenverband (
https://berlin.lsvd.de/), der Schwulenberatung (
https://www.schwulenberatungberlin.de/), Transident (
https://www.trans-ident.de/trans-ident-beratungsstelle,
http://www.transinterqueer.org/,), VelsPOL und vielen anderen.
Diese Vernetzung zeigt sich auch in der Teilnahme an Konferenzen. So gibt es bald ein Bundestreffen der Ansprechpartner für LSBTI. Auch europaweite Treffen finden statt. So war Sebastian letztes Jahr in Paris und konnte vergeleichen, was in anderen Ländern stattfindet.
Beim CSD sind die Ansprechpertner*innen involviert und fahren vorne auf dem Wagen mit.
Da berichtet Sebastian, dass hier die Organisatoren dieses Jahr wirklich von dem Ansturm der Massen überrascht wurden und es teilweise chaotisch lief. Das betrifft sowohl Polizei als auch die direkten Veranstalter. Eine Anekdote am Rande ist, dass Cybill erzählte, dass ihr Abschnitt für die Absperrmaßnahmen zuständig war und wegen Fehleinschätzung der Besucherzahlen an den Rand gebracht worden ist... aber alle geloben Besserung... allerdings ist es lobend zu erwähnen, dass der Abruch einer so großen Veranstaltung wegen der Unwetterwarnung nahezu reibungslos funktioniert hat. Das ist keine Selbstverständlichkeit.
Danach ging Sebastian kurz auf das Thema Gewaltprävention und Abwehr ein. Hier verwies er auf ein Training, was vom LKA auf Anfrage angeboten wird. Er weist darauf hin, dass es bei den meisten Straftaten um Macht und Kontrolle durch gezielte Provokation geht.
Es geht darum zu provozieren, um später Schuld von sich weisen zu können.
Es geht darum, vor den Freunden stark zu wirken.
Es geht darum, seelisch und körperlich zu verletzen.
Er stellte eine Anti-Gewalt-Kette vor, die ich hier nur aus der Erinnerung wiedergeben kann:
1. Auf das eigene Bauchgefühl verlassen
2. Vorzeichen erkennen: laute Stimmen, Auseinandersetzungen im Umfeld
3. Abstand halten, 2m sind Tritt- und Schlagnähe
4. Wenn möglich aus der Situation gehen, in der Bahn eventuell Wagen wechseln
5. Notfalls Beleidigungen aushalten, nicht erwiedern
6. Höflich und distanziert bleiben, zum Beispiel konsequent siezen
7. Tatsachen klar und ruhig benennen, zum Beispiel: "Sie meinen als, ich darf so nicht sein?"
8. Andere direkt mit ins Gespräch ziehen, Verbündete suchen: Nicht "Hilfe" sondern "Sie da im blauen Mantel, rufen sie bitte die 110 am, ich werde hier bedroht."
9. Laut schreien.
Ihr seht also, es geht um Eslkalationsstufen. Wenn möglich, immer Eskalationen vermeiden, Merkmale des Täters möglichst direkt notieren, Zeugen hinzuziehen. Wenn Ihr selber Zeugen werdet und eingreift, gefährdet Euch nicht selber. Wahrt Distanz.
Cybill weißt darauf hin, dass sie ein solches Seminar zum Thema Gewaltschutz zeitnah organisieren möchte im Sonntagsclub, dieses aber nur mit Anmeldung und mindestens 15 Teilnehmenden stattfinden kann. Es wird aus Situationstraining und Beschulung bestehen.
Im folgenden weist Sebastian darauf hin, dass Ihr bei körperlichen Durchsuchungen zum Beispiel als Zeugin oder einem Flughafen sich jede Person den Untersuchenden mit Begründung auswählen darf.
Die mitlaufende Diskussion um die Zugangsvoraussetzungen zum Polizeidienst, ein funktionierender Hoden oder einen Eierstock, lasse ich hier außen vor. Diese sind auch in der Diskussion.