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Re: KR: "Das Märchen von der Geschlechtsumwandlung"
Verfasst: Mi 21. Nov 2018, 10:33
von Exuser-2019-01-04
Laila-Sarah hat geschrieben: Di 20. Nov 2018, 21:16
Sasha hat geschrieben: Di 20. Nov 2018, 21:08
Also mit anderen Worten (so verstehe ich Dich, Laila-Sarah) ist Transsexualität (TS) nur ein gesellschaftlich generiertes Problem.
Sehe ich allerdings nicht so, für mich ist es zu 50% ein physisches Problem, warum, das zu erklären, würde mir im Moment aus dem Stehgreif nicht gelingen.
Das Problem des (ich hasse das Wort) anormal seins besteht in der Tat nur deshalb, weil es eine Norm gibt. Die Norm kommt von der Gesellschaft und wird dadurch definiert wie die Mehrheit ist. Sprich hätten alle 3 Augen, dann hätte der Dreiaugige kein Problem. Wäre er alleine dann auch nicht. In einer Welt wo alle zwei Augen haben schon
Hallo Laila-Sarah,
ich fürchte, wir reden ein wenig aneinander vorbei. Ich stimme mit Dir überein, daß der Begriff und das, was wir im sozial-gesellschaftlich-kulturellen Sinne darunter verstehen, nur im sozialen Kontext Sinn ergibt. Auch stimme ich Dir zu, daß es, wenn es keine Normen, wie es sie heute gibt, gäbe, TS so nicht geben würde.
Aber, und da sehe ich die Crux, die "Symptome", die als physische Komponente bei TS auftreten, wären m.M.n. auch ohne einschränkende Normen vorhanden. Vielleicht gäbe es dann einfach nur ein anderes Wort dafür, und die Sicht der Gesellschaft darauf wäre eine andere. Was z.B. habe ich von Normen oder dem Fehlen selbiger, wenn mich z.B. als MzF genau das stört, was mir irrtümlicherweise bei meiner Entstehung mitgegeben wurde? (um nur einen leicht fassbaren Punkt herauszugreifen)
VG Sasha
Re: KR: "Das Märchen von der Geschlechtsumwandlung"
Verfasst: Mi 21. Nov 2018, 10:37
von Exuser-2019-01-04
Laila-Sarah hat geschrieben: Di 20. Nov 2018, 22:05
JanaH hat geschrieben: Di 20. Nov 2018, 21:56
Norm hin oder her, ich hätte doch sehr gerne die primären und sekundären Geschlechtsmerkmale an mein Selbstverständnis angepasst...
Juhu,
Vielleicht weil die anderen, die genau so fühlen wie du (Frauen) andere Geschlechtsmerkmale haben? Wärst du ohne ansatzweise Frauen zu kennen auf die selbe Idee gekommen? Wenn du noch nie Brüste und Vagina in dein Leben gesehen hättest, nichts davon wüsstest, würdest du es dir aus eigener Kraft Vorstellen und danach begieren? Oder wärst du einfach so glücklich wie du bist?
Verrückt nicht?
VlG
Das hat jetzt aber nichts mit "Normen" zu tun, denn auch ohne Normen gäbe es ja Männlein und Weiblein, das wussten schon die Neandertaler, und die hatten norch keine Normen...
Re: KR: "Das Märchen von der Geschlechtsumwandlung"
Verfasst: Mi 21. Nov 2018, 11:54
von Christiane
Cybill hat geschrieben: Di 20. Nov 2018, 13:01
VanessaL hat geschrieben: Di 20. Nov 2018, 06:45
Cybill hat geschrieben: Mo 19. Nov 2018, 16:51
.... . Ja das ist bedauerlich, aber letztendlich nicht so behindernd wie eine Leben ohne Arme, Beine, Blind, Taub etc...
das in einen Topf zu werfen, finde ich nicht richtig, Cybill
Doch ist es.
Rein körperliche Behinderungen sind augenfällig, das Gegenüber weiß woran es ist. Wer jedoch mit einer seelischen Behinderung geplagt ist, der hat es besonders schwer, da die diese für die Umwelt nicht erkennbar ist.
Während also der körperlich Eingeschränkte selten in den Erklärungsnotstand hinsichtlich seiner Behinderung kommt, ist der seelisch Behinderte dauerhaft dazu verdammt, sich zu erklären.
Berücksichtigt man (frau und trans auch) die Tatsache, dass eine Geschlechtsidenditätsstörung in der großen Mehrheit der Fälle, mit weiteren seelischen Einschränkungen einher geht, deren Status vom andauernder Beschäftigung mit der Störung auch nicht unbedingt verbessert wird, dann dürfte klar werden, dass beide Behinderungen durchaus als gleich schlimm anzusehen sind.
Cybill
Sorry Cybill
Das ist aber das Einzige - Dein Gegenüber weiß, woran er/sie ist.
Oder besser - Er
glaubt zu wissen, woran er ist.
Und grenzt sich sofort von Dir ab.
Du bekommst also schon gleich mal von Anfang an keine Chance.
Lieben Gruß
Christiane
Re: KR: "Das Märchen von der Geschlechtsumwandlung"
Verfasst: Mi 21. Nov 2018, 17:01
von Laila-Sarah
Sasha hat geschrieben: Mi 21. Nov 2018, 10:33
Aber, und da sehe ich die Crux, die "Symptome", die als physische Komponente bei TS auftreten, wären m.M.n. auch ohne einschränkende Normen vorhanden. Vielleicht gäbe es dann einfach nur ein anderes Wort dafür, und die Sicht der Gesellschaft darauf wäre eine andere. Was z.B. habe ich von Normen oder dem Fehlen selbiger, wenn mich z.B. als MzF genau das stört, was mir irrtümlicherweise bei meiner Entstehung mitgegeben wurde? (um nur einen leicht fassbaren Punkt herauszugreifen)
Sasha hat geschrieben: Mi 21. Nov 2018, 10:37
Das hat jetzt aber nichts mit "Normen" zu tun, denn auch ohne Normen gäbe es ja Männlein und Weiblein, das wussten schon die Neandertaler, und die hatten norch keine Normen...
Hi,
Wir drehen uns ein wenig im Kreis. Denn ich bin der Meinung, dass dich dein Geschlecht nur deshalb stört, weil du dich mit deinem Geschlechtsgenossen nicht identifizieren kannst aber um so mehr mit dem anderen Geschlecht. Dadurch entsteht in deinem Kopf der Wunsch wie das andere Geschlecht zu sein und um das zu erreichen stehen die einige körperliche Sachen im Weg. Z.B. deine Weichteile. Also denke ich, dass die Ablehnung deiner Geschlechtsteile eine Reaktion auf die Tatsache ist, das du mit deinem Geschlechtsgenossen emotional nicht kompatibel bist.
Sprich, rein hypothetisch würdest du keine Probleme haben wenn von den Emotionen her ALLE Männer so wie du (also so wie Frauen ticken würden) und ALLE Frauen so wie ticken würden wie normaler Weise es Männer tun. It natürlich nicht so auf dieser Welt und war sogar bei den Neandertalern auch nicht so.
Wobei du meinst das die Ablehnung der Geschlechtsteile die Ursache und das zugehörig sein wollen zu anderen Geschlecht die Reaktion auf die Ablehnung der Geschlechtsteile ist.
Ich denke anders. Respektiere aber deine Meinung. Beweisen können wir es nicht. Müssen wir so stehen lassen.
VlG
Re: KR: "Das Märchen von der Geschlechtsumwandlung"
Verfasst: Mi 21. Nov 2018, 18:10
von Exuser-2019-01-04
Laila-Sarah hat geschrieben: Mi 21. Nov 2018, 17:01
...
Wobei du meinst das die Ablehnung der Geschlechtsteile die Ursache und das zugehörig sein wollen zu anderen Geschlecht die Reaktion auf die Ablehnung der Geschlechtsteile ist.
Ich denke anders. Respektiere aber deine Meinung. Beweisen können wir es nicht. Müssen wir so stehen lassen.
...
Hallo Laila-Sarah,
ich respektiere Deine Meinung ebenso, denn eine absolute Wahrheit wird es hier niemals geben können.
In einem Punkt möchte ich aber korrigieren: das Gefühl der Zugehörigkeit zum Gegengeschlecht
basiert bei mir NICHT auf der Ablehnung der männlichen Sonderausstattung, sondern ist sozio-kulturell begründet. Die Ablehnung stellt lediglich eines von vielen Symtomen dar, halt ein physisches.
VG Sasha
Re: KR: "Das Märchen von der Geschlechtsumwandlung"
Verfasst: Mi 5. Dez 2018, 22:55
von Sonnenuhr
Toller Titel.
Ja, das Wort Geschlechtsumwandlung suggeriert Geschlecht habe irgendetwas mit Genitalien zu tun
und man wäre jemand anders, wenn man irgendwie an seinem Körper rumdoktorn lässt.
Im Umkehrschluss hieße das, daß jemand, der nicht an sich rumdoktorn lässt/lassen kann, nicht das ist,
was er sagt/weiß zu sein und das ist, selbst rechtlich, diskriminierend und menschenrechtswidrig.
Bis solcherlei Wissen bei der transphoben genitalistischen Geschlechtsumwandelmärchengesellschaft, sprich,
der Masse, angekommen ist, wird noch viel Zeit vergehen und wir sollten uns bis dahin schonmal nach besseren
Wegen als der Integration und Kapitulation denen und deren Schönheitsidealen gegenüber umsehen.
Schade, daß das Buch am Ende schnöderweise trotzdem wieder als "ts Buch" deklariert wird, dabei suggeriert der Titel
doch, daß Vorurteile aufgebrochen würden ...
Re: KR: "Das Märchen von der Geschlechtsumwandlung"
Verfasst: Do 6. Dez 2018, 09:57
von Marlene K.
VanessaL hat geschrieben: Di 20. Nov 2018, 16:31

eine Krankheit ist (in der Regel) heilbar ...
ist man das von Transidentität auch ?
Liebe Grüße
Vanessa
Entschuldige, liebe Vanessa,
aber der Ausgangsvergleich war ja der einer Behinderung. Die ist ja meist auch nicht heilbar. Hier kann ich, egal, ob wie bei mir, die seelische Behinderung zutrifft, oder ob eine körperliche Normabweichung vorliegt sagen, ein Mensch ist nicht behindert. Er wird durch die Gesellschaft behindert.
Mein Leben als schwuler Mann und jetzt als männer liebende Trans*Person sind nicht alleinige Ursache meiner Depressionen, wirken aber absolut verstärkend und ich leide an den Reaktionen meiner Mitmenschen und auch an dem mir vermittelten Selbstbild. Glückwunsch an die Peson, die davon
vollkommen frei ist. Dieser Mensch dürfte aber zu einer seltenen Gruppe gehören so weit ich das sehe.
Mit lieben Grüßen